Hoffnung. Die Hoffnung, untertänigst aufzuwarten, nicht nur die
Ihrige, sondern die der ganzen Welt.
Eduard. O, so laß mich zu deinen Füßen stürzen, Tochter des
Himmels.
Hoffnung. Langsam, mein Herr, nicht so rasch! Sieh, sieh, wie
exaltiert. Hat Sie meine Feindin, die Furcht, schon verlassen,
weil Sie so schnell wieder zu meiner Fahne schwören? Wissen Sie
vielmehr, daß das sehr unartig ist, eine Dame vor sich stehen zu
lassen, ohne ihr einen Sitz anzubieten! Oder glauben Sie, weil
sich so viele Leute auf mich stützen, daß ich keiner Stütze
bedürfe? Nein, mein Herr, einen Sitz.
(Eduard reicht ihr einen Sessel.)
Hoffnung. So! Nun stellen Sie sich in die erste Position vor mich
und hören Sie, was ich Ihnen zu sagen habe.
Eduard. Ich hin ganz Ohr.
Hoffnung (hustet). Monsieur! Ich habe Ihnen ein sehr artiges
Kompliment von meiner Schwester auszurichten. Was glauben Sie wohl,
wer sie sei? (Eduard zuckt die Achseln.) Das Glück.
Eduard. Das Glück? Welch einen schönen Namen lassen Sie in meinen
Ohren ertönen!
Hoffnung. Das könnte mich eifersüchtig machen. (Mit einem Seufzer.)
Doch ich bin es gewohnt, von ihr verdrängt zu werden. Sie hat
versprochen, Sie in Protektion zu nehmen. Ich könnte Ihnen zwar
sagen, daß sie eine leichtfertige Person ist, die sich sehr stark
schminkt und nur von ferne schön ist; doch, Sie werden mir nicht
zumuten, daß ich imstande wäre, meine Schwester zu verkleinern.--
Jetzt zu meinem Auftrag! Meine Schwester läßt Ihnen sagen, Sie
möchten sans façon in jener Ecke des Zimmers den Boden öffnen,
einen goldenen Schlüssel herausnehmen und damit diese Wand
aufschließen; das übrige wird Ihnen wie gebratene Tauben von selbst
in den Mund fliegen. Ich aber habe die Ehre, mich als Ihre
ergebene Dienerin zu empfehlen.