Tabelle II

Zeit I

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0 Tage 0,8

0,7 " 13

1 Tag 18

1,9 " 26,4

6 Tage 46,2

10 Tage 55,5

14 Tage 64

18 Tage 71,8

27 Tage 81

36 Tage 91

50 Tage 95,5

57 Tage 99

84 Tage 100

Ich habe noch verschiedene andre Bestimmungen gemacht, aber ebenso wie

für die Wiederentstehung der Aktivität nach der Auflösung stimmen die

Resultate der verschiedenen Reihen nicht gut überein.

Die Wirkung der Erhitzung bleibt nicht bestehen, wenn man das erhitzt

gewesene Salz auflöst. Von zwei Proben derselben Radium-haltigen

Substanz von der Aktivität 1800 wurde die eine stark erhitzt und ihre

Aktivität dadurch auf 670 reducirt. In diesem Moment wurden beide Proben

aufgelöst und 20 Stunden in Lösung gelassen; ihre nachherige

Anfangsaktivität in festem Zustande betrug für das nicht erhitzte 460

und für das erhitzte 420; es bestand somit kein großer Unterschied in

der Aktivität beider Präparate.

Wenn dagegen die beiden Präparate nicht genügend lange in Lösung

bleiben, wenn man sie z. B. unmittelbar nach der Auflösung wieder

trocknet, so ist das nicht erhitzte Präparat viel aktiver als das

erhitzte; eine gewisse Zeit ist also nötig, damit die Auflösung die

Wirkung der Erhitzung zum Verschwinden bringt. Ein Präparat von der

Aktivität 3200 wurde erhitzt und hatte nach der Erhitzung nur noch die

Aktivität 1030. Dieses Präparat wurde gleichzeitig mit einer nicht

erhitzten Probe derselben Substanz aufgelöst und sofort wieder

getrocknet. Die Anfangsaktivität betrug 1450 für das nicht erhitzte und

760 für das erhitzte.

Bei den festen Radium-haltigen Salzen wird die Fähigkeit, die inducirte

Radioaktivität zu erregen, durch die Erhitzung stark beeinflußt. Während

der Erhitzung entwickeln die Radium-haltigen Verbindungen mehr Emanation

als bei gewöhnlicher Temperatur; wenn man sie dann aber wieder auf

Zimmertemperatur abkühlt, so ist nicht nur ihre Aktivität viel geringer

als vorher, sondern auch ihr Aktivirungsvermögen hat sich beträchtlich

verringert. Während der auf die Erhitzung folgenden Zeit nimmt die

Radioaktivität des Körpers zu und kann sogar den ursprünglichen Wert

überschreiten. Auch das Aktivirungsvermögen stellt sich zum Teil wieder

her; nach längerer Erhitzung auf Rotglut jedoch ist das

Aktivirungsvermögen fast völlig beseitigt und vermag sich nicht wieder

von selbst im Laufe der Zeit herzustellen. Man kann aber einem

Radium-haltigen Salz sein ursprüngliches Aktivirungsvermögen wieder

geben, wenn man es in Wasser auflöst und im Heizbad bei einer Temperatur

von 120° trocknet. Es scheint also, als ob die Calcinirung die Wirkung

habe, das Salz in einen besonderen physikalischen Zustand zu versetzen,

in dem es die Emanation viel schwerer abgiebt als dasselbe nicht auf

hohe Temperatur erhitzte feste Präparat; daraus folgt ganz natürlich,

daß das Salz eine höhere Endaktivität erreicht, als es vor der Erhitzung

besaß[^23]. Um das Salz in den früheren Zustand zurückzuversetzen,

genügt es, es aufzulösen und wieder zu trocknen, ohne dabei über 150° zu

erhitzen.

Ich teile einige Beispiele mit:

Ich bezeichne mit a den Endwert der inducirten Aktivität, die in einem

geschlossenen Gefäß auf einer Kupferplatte erzeugt wird, und zwar von

einem Baryum-Radiumkarbonat von der Aktivität 1600. Für das nicht

erhitzte Präparat werde a = 100 gesetzt. Man findet:

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1 Tag nach der Erhitzung a = 3,3

4 Tag nach der Erhitzung a = 7,1

10 Tage nach der Erhitzung a = 15

20 Tage nach der Erhitzung a = 15

27 Tage nach der Erhitzung a = 15

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Die Radioaktivität des Präparates hatte sich durch die Erhitzung um 90

Proz. vermindert, hatte aber nach einem Monat ihren alten Wert schon

wieder gewonnen.

Der folgende gleichartige Versuch wurde mit einem Radium-Baryumchlorid

von der Aktivität 3000 gemacht. Das Aktivirungsvermögen wurde ebenso wie

bei dem vorhergehenden Versuch bestimmt.

Aktivirungsvermögen des nicht erhitzten Präparates a = 100.

Aktivirungsvermögen des Präparates nach einer dreistündigen Erhitzung

auf Rotglut:

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2 Tag nach der Erhitzung a = 2,3

5 Tag nach der Erhitzung a = 7,0

11 Tage nach der Erhitzung a = 8,2

18 Tage nach der Erhitzung a = 8,2

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Aktivirungsvermögen des nicht erhitzten Präparates nach Auflösung und

Wiedertrocknung bei 150° a = 92.

Aktivirungsvermögen des erhitzten Präparates nach Auflösung und

Wiedertrocknung bei 150° a = 105.

q) Theoretische Deutung der Aktivitätsänderungen der Radiumsalze nach

Auflösung oder Erhitzung.

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Die soeben beschriebenen Tatsachen können zum Teil wenigstens erklärt

werden, wenn man sich der Theorie bedient, nach der das Radium Energie

in Form von Emanation producirt, die sich dann ihrerseits in

Strahlungsenergie verwandelt. Wenn man ein Radiumsalz auflöst, so

verbreitet sich die von ihm erzeugte Emanation außerhalb der Lösung aus

und erzeugt Radioaktivität außerhalb der Quelle, von der sie stammt;

wenn man die Lösung verdampft, so ist das erhaltene feste Salz wenig

aktiv, denn es enthält nur wenig Emanation. Allmählich häuft sich die

Emanation in dem Salze an, dessen Aktivität bis zu einem Grenzwert

wächst, der dann erreicht ist, wenn die Erzeugung von Emanation durch

das Radium den Verlust durch Abgabe nach außen und durch Umwandlung in

Becquerelstrahlen kompensirt.

Wenn man ein Radiumsalz erhitzt, so wird seine Abgabe von Emanation nach

außen sehr verstärkt und die Erscheinungen der inducirten Radioaktivität

sind intensiver, als wenn das Salz sich auf Zimmertemperatur befindet.

Wenn aber das Salz auf die gewöhnliche Temperatur zurückgebracht wird,

so ist es erschöpft wie in dem Fall der Auflösung, es enthält nur wenig

Emanation mehr und seine Aktivität ist gering. Allmählich sammelt sich

die Emanation von neuem im festen Salze an, und die Strahlung nimmt zu.

Man kann annehmen, daß die Emanationserzeugung des Radiums zeitlich

konstant ist, und daß ein Teil nach außen entweicht, während der übrige

Teil im Radium selbst in Becquerelstrahlung transformirt wird. Wenn das

Radium zur Rotglut erhitzt war, so verliert es einen großen Teil seines

Aktivirungsvermögens; anders ausgedrückt: es wird die Abgabe von

Emanation nach außen hin vermindert. Infolgedessen muß der im Radium

selbst ausgenutzte Bruchteil der Emanation stärker sein, und das

Präparat eine höhere Aktivität erreichen.

Man kann versuchen, das theoretische Gesetz der Aktivitätszunahme eines

gelöst oder erhitzt gewesenen Salzes aufzustellen. Wir nehmen an, daß

die Intensität der Strahlung des Radiums in jedem Augenblick der im

Radium vorhandenen Emanationsmenge q proportional ist. Man weiß, daß die

Emanation sich von selbst zerstört nach einem derartigen Gesetze, das

man in jedem Augenblick hat:

Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen von Marie Curie, übersetzt und mit Litteratur-Ergänzungen versehen von W. Kaufmann · 第 23 / 32 题