MOLOSSI

Als erster und wohl auch einziger Autor, der auf den Besitz von

Spatelhaaren als einen allgemeinen Charakter der Gruppe aufmerksam

gemacht hat, ist Burmeister zu nennen. In der „System. Übers. d. Thiere

Brasil. I. Säugethiere. Berl. 1854“ sagt er (S. 66) bei der allgemeinen

Charakteristik der Gattung Dysopes (= Molossus und Nyctinomus): „Die

breiten Lippen sind ... mit einem dichten Wimpernsaume besetzt;

Schnurrhaare fehlen oder stehen sehr vereinzelt, dagegen sieht man

kurze, hakenförmig aufwärts gebogene Borsten in den Lippen.“ [103]

Ferner S. 67: „die Zehen sind kurz, dick, klein, ausserhalb mit langen,

steifen, gebogenen, abstehenden Wimperhaaren besetzt; die erste und

letzte Zehe etwas erweitert und unterhalb mit steifen Häkchen

bekleidet.“[103] Offenbar sind hier die Spatelhaare gemeint, die ja in

der That bei geringer Lupenvergrösserung von ihrer eigenthümlichen Form

kaum mehr als die Krümmung des oberen Endes erkennen lassen.

Aus Burmeisters weiterer Darstellung geht übrigens hervor, dass er die

Haare mit Sicherheit nur bei zwei Molossus-Arten (temmincki und

perotis) und möglicherweise noch bei Molossus rufus obscurus und

Nyctinomus macrotis beobachtet hat. Die älteren Angaben von Horsfield

über Nyctinomus plicatus (vergl. unter diesem) erwähnt er nicht. Aber

wenn auch Burmeisters Verallgemeinerung demnach für jene Zeit wohl

nicht ganz begründet war, so ist sie doch jedenfalls richtig gewesen.

Daneben wäre noch Allen zu nennen, der in der allgemeinen Einleitung zu

seinem „Monograph of the Bats of North America“ (Bull. U. S. Nat. Mus.

43, 12–13; 1893) unter der Rubrik „Haar“ folgende, allerdings viel

weniger bestimmte, Bemerkung macht: „Bristles (setae) usually surmount

warts (verrucae) [sc. in der ganzen Ordnung]. They are best developed

on the face of Molossi, though they may be found in the group last

named on the upper surface of the interfemoral membrane.“ „Fringes of

bristles adorn the margins of the toes in Molossi.“ Ich bemerke dazu,

dass ich solche Borsten auf der Rückenseite der Interfemoralmembran nur

bei Cheiromeles torquatus beobachtet habe, wo sie schon Horsfield

bekannt waren (vgl. später unter Cheiromeles). Allen giebt, soviel ich

sehe, für seine allgemein gehaltene Bemerkung keine speciellen Belege.

Säugethiere vom Celebes- und Philippinen-Archipel · 第 150 / 190 题