Günther beschrieb diese Art (P. Z. S. 1876, 735 Pl. LXIX) nach zwei in
der Färbung sehr stark differirenden Kleidern von Balabac und Palawan
(Puerto Princesa), von denen er sagt, dass sie „greatly differ in
coloration, but are structurally quite identical“. Letzteres, die
identische Structur, kann im vorliegenden Falle nicht für die
Artidentität sprechen, da die hier in Frage kommenden Formen, wie auch
z. B. leucomus-tonkeanus und rosenbergi-tingahi, structurell meist
überhaupt nicht differiren. Die einzige Differenz besteht in der
Färbung. Es liegen mir zwei Exemplare, ebenfalls von Puerto Princesa,
vor, ein Pärchen, von denen das Männchen mit Günthers Beschreibung des
Palawan-Exemplares des Britischen Museum stimmt (mit der Abbildung
weniger, da sie ungenügend ist und auch von der Beschreibung abweicht);
das Weibchen dagegen hat fast die ganze Unterseite braun. Dieselben
Differenzen zeigen zwei männliche Exemplare von Puerto Princesa des
Braunschweiger Museums, die Prof. W. Blasius die Güte hatte mir zu
senden. (Alle vier sind von Dr. Platen gesammelt.) Die Schädel erweisen
die beiden Dresdner Individuen als adult. Ich bemerke nebenbei, da
Jentink (Notes Leyden Mus. V, 129, 1883) die Angabe der Zahl der
Praemolaren vermisst, dass zwei vorhanden sind. Eine
Geschlechtsdifferenz liegt in dem weissen oder braunen Bauche nicht
vor; ob es eine Altersdifferenz ist, wage ich um so weniger zu
vermuthen, da die zwei Dresdner Schädel sie nicht aufweisen; eine
Saisondifferenz könnte eventuell die Ursache sein, da die
weissbauchigen Exemplare im Juni (1887 und 1888), die braunbauchigen im
Juli und August (1888) erlegt sind, allein ich möchte darüber ohne mehr
Material nicht urtheilen. Alle Palawan Exemplare aber haben an den
Körperseiten weisse Haare, während das von Balabac im Britischen Museum
diese nicht zeigt, und es bleibt daher weiterer Untersuchung
vorbehalten zu entscheiden, ob hierin eine insulare Differenz liegt.
Übrigens stimmt auch Günthers Abbildung des Balabac Exemplares nicht
gut mit seiner Beschreibung. Steere, dessen Angaben nicht immer
zuverlässig sind, wie wir auch unten sehen werden, sagt (List Birds and
Mammals 1890, 29): „The types were collected in Balabac“. Das ist
jedoch nach Günther nicht der Fall, da ihm überhaupt nur 2 Exemplare
vorlagen, eins von Balabac und eins von Palawan, und Steere erwähnt
auch ausserdem das Exemplar von Palawan (Paragua).