Das Vorkommen von Macacus cynomolgus auf Celebes ist noch nicht ganz
sichergestellt. Temminck (Coup d’oeil III, 112 1849) sagt, dass er dort
eine leichte Färbungsdifferenz aufzuweisen scheine. Worauf er sich
dabei stützt, ist nicht angegeben, im Leidener Museum sind keine
Exemplare von Celebes (Schlegel Cat. VII, 102 1876, Jentink XI, 27
1892). Im Norden kennt man die Art nicht, Dr. Riedel, der so lange da
lebte, hat nie davon gehört. Rosenberg (Mal. Arch. 1878, 266) giebt an,
dass sie im Süden gemein sei. Das kann man jedoch keinenfalls
behaupten. Die Herren Sarasin theilten mir mit, dass dieser Affe ihnen
in Freiheit auf Celebes nicht begegnet sei. Weber (Zool. Erg. I, 102
1890) sah in Parepare an der Südwestküste ein Exemplar in
Gefangenschaft, was nicht beweisend ist, und seine Jäger beobachteten
eines bei Loka auf dem Pik von Bonthain, was Bestätigung verlangt.
Sonst finde ich keine Angaben; es bedarf daher der sicheren
Constatirung des Wildlebens der Art auf Celebes, und, wenn dies der
Fall sein sollte, der Untersuchung, wie sie sich zu dem typischen
cynomolgus verhält.
Der Makak der Philippinen ist ebensowenig genügend bekannt, wenn auch
weit bekannter als der von Celebes. Js. Geoffroy basirte 1843 (Arch.
Mus. Paris II, 568 pl. 5 = XXXIII, s. auch Cat. syst. 1851, 29) seinen
M. philippinensis auf einen von Manila lebend erhaltenen Albino. Slark
fand in Paris ein Exemplar „von den Philippinen“, das er als M. fur
beschrieb (P. Ac. Philad. 1867, 36 pl. I uncol.), J. Verreaux hatte ihm
mitgetheilt, dass dieser Affe nur auf Luzon vorkäme, was nicht richtig
ist. In Luzon erhielt ich ihn 1872 auch (Mus. Berlin). Günther (P. Z.
S. 1876, 735) führt M. philippinensis aus der Steereschen Sammlung vom
Berge Mahayhay in Luzon und (1879, 74) aus der Everettschen von Nord
Mindanao auf. Ich erhielt ihn 1872 auf dem diesem nahen Süd Negros
(Mus. Dr. und Berlin) und auf Panay (Mus. Berlin [10]). Das Dresdner
Museum besitzt ihn ausserdem von Cebu. Dr. Platen sammelte ihn 1887 auf
Palawan (Mus. Leiden und Braunschweig [11]); Steere (List 1890, 28)
erwähnt ihn von Basilan, Samar und Leyte. (Auf die kritiklose
Compilation Eleras: Cat. sist. I, 2 1895 kann man in diesem Fall
unmöglich Rücksicht nehmen.) Thatsächlich also ist ein Makak über die
ganzen Philippinen verbreitet, jedoch noch nicht so genügend bekannt,
dass man, ohne Serien von Exemplaren von vielen dieser Inseln in der
Hand, über ihn urtheilen könnte. Erst solche werden ergeben, ob, oder
wie sich die Localformen dieses weit verbreiteten Affen auf den
Philippinen gegen einander abgrenzen.