~Geronnenes Blut bei einem todtgebornen Kinde.~
Das aufgefundene männliche Kind war am Kopf schon schwarzgrau, am
übrigen Körper grün von Verwesung; die Lungen waren aber auch hier
noch sehr frisch. Sie wogen mit dem Herzen 4-1/2 und ohne Herz nur
3 Loth, was schon auf Todtgeburt schliessen liess. Dabei aber war
das weite Hinabragen des Zwerchfelles in die Bauchhöhle auffallend,
wenngleich ich bei dieser Gelegenheit über den ~Stand des Zwerchfelles~
bemerken muss, dass zwar in der Regel vor dem Statt gehabten Athmen
das Zwerchfell zwischen der 4ten und 5ten Rippe, bei lebend gebornen
Kindern aber zwischen der 6ten und 7ten steht, dass aber in nicht gar
zu seltenen Fällen fast das umgekehrte Verhältniss gefunden wird,
indem namentlich bei starken Gasansammlungen in den Därmen das
Zwerchfell leicht (auch bei lebend gewesenen Kindern) in die Brusthöhle
hinaufgedrängt wird, und dann wie bei Todtgebornen erscheint. -- Bei
dem Kinde dieses Falles waren ferner die Lungen hellbraun und füllten
die Brust wenig aus. Der hellröthlich gestreifte Rand des untern
Lappens der rechten Lunge aber liess Athmung vermuthen. Die genau
angestellte Athemprobe bestätigte indess diese Vermuthung nicht.
Das Kind war unzweifelhaft todtgeboren. Nichtsdestoweniger war die
Nabelschnur von ~geronnenem~ Blute strotzend angefüllt, ein neuer
Beweis, wie wenig Werth auf das Kriterium der Sugillationen für die
Athemprobe zu legen ist.