~Ruptur des Rückenmarkes; Bruch des Brustbeins und der Rippen; Ruptur
der Leber.~
Ein 30jähriger Tagelöhner war 60 Fuss tief in eine Kalkscheune
hinabgestürzt, bewusstlos und röchelnd liegen geblieben und in
diesem Zustande nach drei Stunden gestorben. Ausser unbedeutenden
Hautabschilferungen an den Händen und Unterextremitäten, und einer
geringen, nur Zweigroschenstück grossen Sugillation im Nacken fand
sich äusserlich ~keine Spur~ einer Verletzung, noch ein auf innere
Verletzungen deutendes Merkmal. Die Section ergab 1) apoplectische
Hyperämie in beiden Gehirnen, 2) einen Bruch des dritten Halswirbels
am hintern Bogen, der queer durchbrochen, und womit gleichzeitig ein
Abbruch des _processus spinosus_ verbunden war; 3) war an dieser
Stelle das ganze Rückenmark queer durchrissen und der Wirbelkanal mit
halb coagulirtem Blute ausgestopft; 4) war das _Sternum_ von seinem
_Manubrium_ scharf abgebrochen, und 5) waren die zweite, dritte
und vierte Rippe rechts gebrochen. Endlich fand sich 6) im rechten
Leberlappen ein nur oberflächlich eindringender T-förmiger Riss, und
7) eine kleinere Ruptur im _lobulus quadratus_. Die geringe Menge von
nur drei Unzen in die Bauchhöhle extravasirten Blutes erklärte sich
aus der Oberflächlichkeit der Leberrupturen, während natürlich bei
grössern, wie gleich der folgende Fall zeigt, weit grössere Blutergüsse
beobachtet werden. Als eine für Physiologen beachtenswerthe Erscheinung
erwähne ich noch, dass (bei einer Rückenmarkstrennung) die ganze
Blutmasse eine sehr dunkele Farbe und halb coagulirte Consistenz hatte.
Zwei andere Verletzungen des Rückenmarkes sind oben (Nr. 6. und 15.)
geschildert.