REBEKKA. Du am allerwenigsten!
ROSMER (zeigt zum Fenster hinaus). Der Mühlbach!
REBEKKA. O, Rosmer --!
FRAU HILSETH (blickt durch die Tür rechts herein). Fräulein!
REBEKKA. Später, später. Jetzt nicht.
FRAU HILSETH. Nur auf ein Wort, Fräulein.
(REBEKKA geht nach der Tür. FRAU HILSETH teilt ihr etwas mit. Sie
sprechen einen Augenblick flüsternd zusammen. FRAU HILSETH nickt und
geht.)
ROSMER (unruhig). Wars etwas für mich?
REBEKKA. Nein, nur häusliche Dinge ... Nun solltest du etwas in die
frische Luft gehen, lieber Rosmer. Einen recht weiten Spaziergang
machen.
ROSMER (nimmt den Hut). Ja, komm. Dann gehn wir zusammen.
REBEKKA. Nein, Lieber, jetzt kann ich nicht. Du mußt allein gehn. Aber
schüttle nun all diese schweren Gedanken von dir ab. Versprich mir das.
ROSMER. Ich fürchte, die kann ich niemals abschütteln.
REBEKKA. O, aber daß etwas so grundloses dich mit solcher Macht erfassen
kann --!
ROSMER. Leider, -- so grundlos ist es nicht. Die ganze Nacht hab ich
drüber nachgegrübelt. Beate hat vielleicht doch richtig gesehn.
REBEKKA. Worin, meinst du?
ROSMER. Richtig gesehn, als sie glaubte, ich liebte dich, Rebekka.
REBEKKA. Darin richtig gesehn!
ROSMER (legt den Hut auf den Tisch). Mir geht unaufhörlich die Frage im
Kopf herum, ob wir beiden uns nicht während der ganzen Zeit selber
getäuscht haben, als wir unser Verhältnis Freundschaft nannten.