BRENDEL. Du weißt, mein wackrer Johannes, ich bin ein Stück Sybarit.
Feinschmecker. Wars all mein Lebtag. Ich lieb es, einsam zu genießen.
Denn dann genieß ich doppelt. Zehnfach. Siehst du, -- wenn goldne Träume
sich auf mich herabsenkten, -- mich umfingen, -- wenn mein Hirn neue
schwindelerregende weltumspannende Gedanken gebar, -- und diese mich mit
kräftigen Schwingen umrauschten, -- dann formt ich sie zu Gedichten,
Bildern, Visionen. Verstehst du, so in großen Umrissen.
ROSMER. Ja, ja.
BRENDEL. O, du, wie hab ich Zeit meines Lebens genossen und geschwelgt!
Die geheimnisvolle Glückseligkeit der Ausgestaltung, -- wie gesagt, in
großen Umrissen, -- Beifall, Dank, Ruhm, Lorbeerkränze, -- alles hab ich
mit vollen freudezitternden Händen einkassiert. Mich an meinen geheimen
Visionen mit einer Wonne gesättigt, -- o, so berauschend groß --!