Das Äußere eines herrlichen Palastes aus hellrotem Marmor
und mit goldverzierten Säulen. Auf der linken Seite eine
Treppe, die zum Portal führt, an jeder Seite ein Sphinx.
Der Hof, welchen die Bühne vorstellt, ist mit Blumen geziert
und scheint von einem Gitter eingeschlossen zu sein, wozu
ein prächtiges Gittertor an der Kulisse den Eingang bildet.
Die Geister des Hasses sind teils in roten Livreen gegenwärtig,
teils sieht man sie als Furien gerade den Bau des Palastes
beenden.
Die Musik drückt vor dem Aufziehen der Kortine das Hämmern und
Schlagen der Arbeiter aus. Beim Aufziehen hört man nur den Schluß
des Chors, welcher vor dem Aufziehen schon hörbar war.
Chor.
Jubelt hoch, des Hasses Geister!
Freue dich, erhabner Meister!
(Nach dem Aufziehen der Kortine.)
Fertig ist der Bau!
(Der Haß, modern schwarz gekleidet, Federhut, rote Haare und
Backenbart. Er tritt rasch ein. Tophan.)
Haß.
Bravo! das heiß ich Temperament des Hasses! In einer Nacht
haben meine Geister dieses Werk vollendet, und ehe noch um
den Preis der höhern Röte der Abendstrahl mit den blutigen
Streifen dieses Marmors ringt, kann er einziehen in dies
glänzende Haus, der Dieb, der aus dem Reiche des Neptuns die
floßbewachsenen Bewohner stiehlt. Was ist sonst vorgefallen?
Habt ihr den Magier nicht gesehen?
Tophan.
Nein, keinen der verhaßten Brut.
Haß.
Merkt es euch, ich stelle seinen Haushofmeister vor. Was glaubst
du wohl, Tophan, wird uns der Streich gelingen?
Tophan.
Die Hölle gibts! Wie benimmt er sich?
Haß.
Sonderbar. Als er gestern abends des Ringes Eigentümer wurde,
befahl er den Furien, schnell diesen Palast zu erbauen, um
seine Braut heute im Triumphe einzuführen. Wir andern Geister
aber mußten am frühesten Morgen mit ihm nach der Stadt, wo er
mittags in einer glänzenden Karosse, mit sechs Rappen bespannt,
nach dem Hause des stolzen Bauers fuhr und um das Mädchen werben
wollte. Doch als man ihm berichtete, das Bauernvolk wäre samt
dem Hause verschwunden, sah er lange starr auf einen Fleck,
doch wie vom Blitz begeistert fuhr er plötzlich freudig auf
und befahl uns, schnell zurückzureisen. Auf halbem Wege
schickt er mich voraus, um hier doch alles zur Vermählung
zu bereiten, und kraft dieses Ringes muß ich seine Befehle
erfüllen. Er scheint verwirrt zu sein, gleichviel, daß er
den Ring indessen nicht vom Finger zieht, verhüten die neun
Geister als sein Gefolge, und hier will ichs verhüten, bis
die Nacht erscheint und der Streich gelungen ist. Jetzt an
die Arbeit. Gehorcht ihm, Antipoden der Liebe, denn auch der
Haß gehorcht zum Schein, um desto sicherer zu verderben.
(Alle gehen ab.)