eine Höhlung. Von diesem Krater geht die grösste Lichtintensität aus.
Wie aus der Figur zu ersehen, bringt man die untere Kohle etwas weiter
nach vorn an und stellt den Apparat schräg. Dadurch wird erreicht, dass
der Krater an der Vorderseite entsteht und sein ganzes Licht auf den
Condensor wirft.
[Illustration: Fig. 14. Electrische Lampe (Stellung für Gleichstrom).]
Bei Verwendung von Wechselstrom werden unten und oben gleiche Kohlen
eingesetzt; der Apparat wird aufrecht gestellt (Fig. 15). Hier wird nach
allen Seiten Licht ausgestrahlt; und es fällt daher verhältnissmässig
nur ein geringer Theil auf den Condensor. Alles Uebrige geht verloren.
Am Fusse der Säule befindet sich ein Stift, welcher das Instrument in
der einen oder anderen Stellung fixirt.
Die Kohlen werden gehalten in einem Winkel mittelst Klammer und
Schraube. Bei Gleichstrom wird für die untere kleine Kohle noch ein
Einsatz im Halter angebracht.
[Illustration: Fig. 15. Electrische Lampe (Stellung für Wechselstrom).]
Die Regulirung geschieht mit Hülfe der drei Schrauben an der Rückseite.
Zunächst muss man den Lichtpunkt mit der Mitte des Condensors in gleiche
Höhe bringen. Dazu dient die unterste Schraube. Mit der zweiten
(mittleren) Schraube dreht man das Instrument seitlich in die richtige
Stellung. Der Abstand der Kohlen wird mit der obersten Schraube
regulirt.
Zunächst werden die Kohlen aneinander gebracht, der Strom dadurch
geschlossen, dann die Kohlen auseinander gedreht, 3 bis 4 mm weit.
Diesen Abstand müssen die Kohlen halten. Alle zwei bis drei Minuten ist
eine kleine Regulation erforderlich. Der Lichtpunkt bleibt dabei an der
richtigen Stelle -- in der Höhe der Condensormitte. Sollte sich nach
einiger Zeit der Lichtpunkt einmal gehoben oder gesenkt haben, so genügt
eine geringe Drehung an der unteren Schraube, um es wieder in Ordnung zu
bringen.
Die Arbeit -- wenn überhaupt von Arbeit die Rede sein kann -- ist nicht
grösser als das zeitweilige Drehen des Kalkcylinders beim Kalklicht.
Das Projectionsbild.
Projectionsbilder kann man in grosser Zahl im Handel bekommen. Aber wer
»Lichtbildner« ist, wird zunächst den Wunsch haben, seine eignen Bilder
auf der Wand zu sehen; daran wird er am meisten Freude haben.
Wer sich einigermassen mit der Photographie beschäftigt hat, dem wird es
ein Leichtes sein, Projectionsbilder herzustellen.
Gemalte Bilder haben mehr Reiz; die Herstellung derselben erfordert aber
grosse Uebung.
Die Bilder dürfen nicht zu dicht sein. Wenn man sie auf ein weisses
Blatt Papier legt, müssen sie gerade die richtige Stärke zeigen.
Auch sollen die Projectionsbilder nicht hart sein; weiche Bilder nehmen
sich stets besser aus.
Wenn man selbsthergestellte Bilder projicirt, thut man gut,
zwischendurch zum Vergleich andere Bilder einzusetzen, welche möglichst
vollkommen sind und als Maassstab dienen können.
Das gebräuchliche Format der Bilder ist 7 × 7 cm, entweder rund oder
eckig; die Platten haben das Format 83 × 83 mm oder 100 × 84 mm. In den
meisten Fällen ist es nicht schwierig, eine Aufnahme auf das (für einen
10 cm-Condensor) erforderliche Format 7 × 7 cm zu bringen; man schneidet
entweder ab oder verkleinert entsprechend.
Wer seine Bilder in der Grösse projiciren will, wie er sie aufnimmt,
muss ein Sciopticon mit entsprechend grösserem Condensor benutzen; für 9
× 12 cm z. B. bedarf man eines Condensors von 15 cm Durchmesser.
Gute Laternbilder werden mit einem Deckglase versehen und mit einer
Maske verkleidet. Diapositive, welche nur einmal vorgeführt werden,
braucht man nicht durch ein Deckglas zu schützen; doch sollte man sie
stets mit einer Maske versehen.
Sehr störend ist es, wenn ein Bild falsch herum eingesetzt wird. Um
einen solchen Irrthum zu vermeiden, thut man gut, alle Bilder in den
Kasten gleichmässig (etwa alle mit dem Kopf nach unten) zu stellen und
auf den Rand jedes Bildes in eine Ecke einen kleinen Streifen weisses
Papier zu kleben. Die Papierstreifen bilden zusammen ein langes weisses
Band; ist dieses Band an einer Stelle unterbrochen, so steht dort eine
Platte falsch. Die Papierstreifen können gleichzeitig zur Nummerirung
benutzt werden.
Bei Bildern verschiedener Serien mache man die Streifen verschieden
breit. Man kann dieselben dann auf den ersten Blick auseinanderhalten.
Der Bildhalter
muss in erster Linie so construirt sein, dass er Bilder verschiedener
Formate gut aufnehmen kann; nichts ist während der Vorstellung so
unangenehm, als wenn sich eine Platte im Halter festklemmt.
Am bequemsten ist die Verwendung eines Doppelbildhalters. Derselbe
gestattet einmal ein rasches Wechseln der Bilder, zum andern bringt er
dieselben sofort an ihren richtigen Platz. Ein derartiger Bildhalter ist
in dem Sciopticon (Fig. 2) angebracht.
Die Wand.
Die Bilder werden entweder auf eine undurchsichtige Wand oder durch
einen transparenten Vorhang geworfen. Das Aufwerfen ist stets
vorzuziehen; denn in dem anderen Falle geht viel Licht verloren.
Man verwendet dazu ein weiss gedecktes, völlig undurchsichtiges Tuch,
welches auf einen Holzrahmen aufgespannt oder -- wie eine Landkarte --
an die Wand gehängt wird. Am schönsten zeigen sich die Bilder auf einer
mit Zinkweiss glatt und matt gestrichenen Wand.
Für das Durchwerfen der Bilder benutzt man eine Leinwand- oder
Shirtingwand, die vorher angefeuchtet werden muss. Am einfachsten hängt
man den Vorhang in einer Flügelthüre auf.
Der dunkle Raum.
Der Raum, in welchem Projectionsbilder vorgeführt werden, muss dunkel
sein. Zumeist werden derartige Vorstellungen Abends gegeben, wo das
Zimmer ohnehin dunkel ist. Andernfalls muss man das Tageslicht durch
Blenden oder Vorhänge möglichst fernhalten.
Wenn man eine sehr intensive Lichtquelle verwendet, braucht der Raum
nicht absolut dunkel zu sein. Für manche Zwecke ist das von grossem
Vortheil.
Die Grösse des Bildes.
In erster Linie müssen sämmtliche Zuschauer das Bild gut sehen können.
Dementsprechend müssen -- gleichgültig wie gross das Bild ist -- die
Sitze der Zuschauer arrangirt sein. Am praktischsten ist es, wenn sie
nach hinten zu ansteigen, wie es in vielen Laboratorien der Fall ist.
Aber das lässt sich meist nicht machen. Man muss dann die
Projectionswand entsprechend hoch und, wenn nöthig, etwas geneigt
aufstellen.
Sodann müssen alle Zuschauer das Bild gut übersehen können. Dazu muss
aber die Entfernung der ersten Reihe von der Wand mindestens das
doppelte, besser das dreifache sein, als das Bild im Durchmesser misst.
Bei gegebenem Raume darf das Bild also nicht zu gross gemacht werden.
Ueberhaupt ist es ein Irrthum, wenn man annimmt, die Wirkung würde um so
besser sein, je grösser das Bild ist. Im Gegentheil sollte man das Bild
lieber stets so klein machen, als es die Verhältnisse zulassen.
Für kleinere Kreise -- Familien, kleinere Vereine und theilweise auch
Schulen -- ist zumeist ein Bild von anderthalb Meter im Durchmesser
vollständig ausreichend; für Vorstellungen vor einem grossen Publikum
genügt in der Regel ein drei Meter grosses Bild.
Je kleiner man das Bild macht, desto intensiver wird es -- bei gleicher
Beleuchtung. Wenn das Bild übergross gemacht wird, wozu natürlich eine
sehr starke Lichtmenge erforderlich ist, so treten die Mängel klar zu
Tage und die Wirkung des Bildes verliert.
Die Grösse des Bildes, welche das Sciopticon giebt, hängt ab von der
Entfernung des Apparates von der Wand und von der Brennweite des
Objectives.
Es steht der Durchmesser des Bildes auf der Wand (B) zur Entfernung des
Sciopticons (E) in demselben Verhältniss wie der Durchmesser des
Laternenbildes (b) zur Brennweite des Objectives (f). Diese Formel ist
nur annähernd richtig, aber für alle Fälle der Praxis hinreichend genau.
Darnach kann man leicht berechnen, ein wie grosses Bild man mit einem
bestimmten Objectiv in einem gegebenen Raume überhaupt erhalten kann. Es
ist nämlich: B = E × b/f oder in Worten: Projicirtes Bild = Entfernung
des Apparates von der Wand × Laternenbild/Brennweite des Objectives. Die
Laternenbilder messen zumeist 7 cm im Quadrat. Nehmen wir beispielsweise
ein Objectiv von 14 cm Brennweite an, so wird B = E × 7/14 = 1/2 d. h.
das Bild auf der Wand wird halb so gross wie der Abstand des
Sciopticons; in einem 3 m breiten Zimmer kann man also mit diesem
Objectiv ein Bild von höchstens anderthalb Meter Durchmesser erhalten.
Andrerseits lässt sich leicht bestimmen, wie weit man mit dem Apparate
zurückgehen muss, um ein Bild gegebener Grösse zu erhalten. Es ist E = B
× f/b oder in Worten: die Entfernung des Apparates ist gleich Grösse des
projicirten Bildes × Brennweite des Objectives/Laternenbild. Nehmen
wir wieder ein Laternenbild von 7 cm Durchmesser und ein Objectiv von 14
cm Brennweite an, so ergiebt sich: E = B × 14/7 = 2 B. d. h. der Abstand
des Sciopticons von der Wand muss doppelt so gross sein, wie das Bild
werden soll; haben wir im gleichen Falle ein Objectiv von 21 cm
Brennweite, so muss dieser Abstand dreimal so gross sein wie das Bild.
Schliesslich kann man noch berechnen, ein Objectiv welcher Brennweite
erforderlich ist, wenn man in einem gegebenen Raume ein Bild
bestimmter Grösse erhalten will. Es ist f = E × b/B oder in Worten:
die Brennweite des Objectives ist gleich dem Abstand des Apparates
× Laternenbild/projicirtes Bild. Wenn das Laternenbild wieder 7 cm
gross ist und wenn wir beispielsweise den Abstand des Sciopticons von
der Wand zu 300 cm und die Grösse des gewünschten Bildes zu 150 cm
annehmen, so ist f = 300 × 7/150 = 14. Also müsste das Objectiv eine
Brennweite von 14 cm haben.
Die Objective, welche gewöhnlich mit dem Sciopticon verwandt werden,
haben eine Brennweite von 12--15 cm, geben also ein Bild, welches etwa
halb so gross ist wie die Entfernung des Apparates von der Wand.
In manchen Fällen ist es wünschenswerth, auf eine kurze Entfernung ein
grosses Bild entwerfen zu können -- wenn z. B. das Bild durch eine
transparente Wand geworfen wird und der Raum dahinter beschränkt ist.
An und für sich steht dem nichts im Wege: mit einem Objectiv von etwa 7
cm Brennweite würde man ein Bild erhalten, dessen Durchmesser gleich der
Entfernung des Apparates ist. Aber selbst mit dem besten Objective würde
man bei so kurzer Brennweite kein gleichmässig scharfes Bild erhalten:
entweder ist die Mitte scharf oder der Rand. Je grösser die Brennweite
des Objectives ist, desto gleichmässiger wird die Schärfe; wo es angeht,
sollte man mit einer grösseren Brennweite arbeiten.
Bei Vorstellungen vor einem grossen Publikum projicirt man am besten die
Bilder über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Man braucht dann ein
Objectiv mit längerer Brennweite -- bei einem mässig grossen Saale etwa
20-25 cm.
Stellt man den Apparat mitten im Zuschauerraum auf, so hänge man
dahinter und an den Seiten einen dunklen Vorhang auf; denn die
Lichtstrahlen, welche vom Condensor reflectirt werden, würden die
zurücksitzenden Zuschauer blenden.
Das Einstellen.
Wenn die Beleuchtung -- sei es nun Petroleumlicht, Kalklicht oder
electrisches Licht -- in gutem Gange ist, muss die Lichtquelle centrirt
werden. Man stellt mit dem Objective scharf ein und beobachtet den
Lichtkreis auf der Wand. Ist er rein und gleichmässig erleuchtet wie A
in nebenstehender Figur, so ist alles in Ordnung. Beim Petroleumlicht
wird man allerdings in der Mitte einen schwachen grauen Streifen
wahrnehmen; dieser Fehler lässt sich aber nicht beseitigen, und er stört
auch, wenn das Bild eingesetzt ist, nicht im geringsten.
Erscheint auf dem Bildfelde rundum ein dunkler Rand wie in B, so steht
das Licht zu weit vor oder zurück. Wenn der Rand roth ist, muss die
Lampe zurückgestellt werden; ist er blau, so muss man die Lampe dem
Condensor nähern.
Ein dunkler Halbkreis links, wie in C, zeigt sich, wenn die Lampe zu
weit links, und ein solcher rechts, wie in D, wenn sie zu weit rechts
steht; anderseits oben, wie in E, wenn die Lampe zu hoch, und unten, wie
in F, wenn sie zu tief steht.
Darnach hat man die Lichtquelle in kürzester Zeit richtig centrirt.
Alsdann wird ein Bild eingesetzt und scharf eingestellt. Man thut gut,
den Trieb des Objectives so zu stellen, dass nach beiden Seiten gleicher
Spielraum ist, und zunächst durch Hin- und Herschieben des
Objectivträgers möglichst scharf einzustellen. Der letzte Schliff
geschieht mit Hülfe des Triebes. Wenn man in einem grösseren Saale auf
weite Entfernung hin projicirt, ist es oft schwierig, die Schärfe des
Bildes vom Apparate aus zu beurtheilen. Man kann sich dann mit Vortheil
eines Opernglases bedienen.
[Illustration: Fig. 16.
Die Centrirung des Lichtpunktes.
Die Lichtquelle steht:
A richtig,
B } zuweit vor, wenn Rand rot
} " zurück " " blau
C zuweit links
D " rechts
E zu hoch
F " tief.]
=Das Doppel-Sciopticon= (Nebelbilderapparat).
In der Projections-Laterne wird ein Bild nach dem andern eingesetzt.
Während des Wechselns wird das Objectiv bedeckt, das Bildfeld also
völlig verdunkelt oder die Bilder werden ohne das herein- und
herausgehoben. Beides ist wenig schön.
Neuerdings habe ich einen Dissolver für das einfache Sciopticon
construirt, welcher das Bild an allen Theilen gleichmässig verschwinden
lässt, also ohne das Bild abzuschneiden, und der das Bildfeld nicht
verdunkelt. In gleicher Weise erscheint das neue Bild; es gewinnt -- von
vorneherein scharf -- an allen Stellen zugleich gleichmässig an Kraft,
bis es klar und deutlich da ist.
Eine weitaus schönere Wirkung ergiebt sich, wenn man das eine Bild in
das andere übergehen lässt. Dies kann man aber nur mit Hülfe zweier
Sciopticons erreichen, deren Lichtfelder sich genau decken. Es werden in
die beiden Laternen zwei Bilder eingesetzt, welche zu einander passen --
etwa zwei Aufnahmen derselben Landschaft, die eine im Sommer, die andere
im Winter. Zunächst wird das Sommerbild gezeigt; dann lässt man die
Laterne langsam ausser Wirkung treten, während die andere Laterne immer
stärker werdend das Winterbild auf die Wand wirft.
Man kann auf diese Weise eine unendliche Zahl der prachtvollsten Effecte
erzielen.
Arbeitet man mit Petroleumlicht, so müssen beide Lampen unausgesetzt
brennen. Vor den Objectiven befinden sich Dissolver, welche durch einen
Hebelmechanismus miteinander verbunden. Wenn man den Handgriff bewegt,
so öffnet sich der eine Dissolver in gleichem Maasse, wie der andere
sich schliesst; während also das eine Bild verschwindet, gewinnt das
zweite allmälig an Intensität.
Die Dissolver, welche dabei zur Verwendung gelangen, »Katzenauge«
genannt, haben in ihrer Form Aehnlichkeit mit einem Momentverschluss.
Sie bestehen aus zwei Messingplatten, welche sich in entgegengesetztem
Sinne auf einander bewegen und die Oeffnung dazwischen dementsprechend
verengen oder erweitern.
Für Kalklicht kommt ein anderer Dissolver zur Verwendung, welcher in die
beiden Gasleitungen eingeschaltet wird. Während das eine Bild auf der
Wand ist, erlischt das Licht in der zweiten Laterne und es bleibt dort
nur ein kleines Leuchtgasflämmchen brennen, woran sich beim Drehen der
Kurbel die Knallgasflamme wieder entzündet. Die Verwandlungen gehen
hiermit sehr gleichmässig von Statten. Ausserdem wird viel Gas gespart.
=Die dreifache Laterne= (Agioscop).
Eine grosse Zahl der schönsten Effecte und Verwandlungen können nur mit
drei Laternen vorgeführt werden, und viele für das Doppel-Sciopticon
passende Bilder kommen in drei Laternen schöner zur Geltung.
So z. B. »Das Haus in Brand.« Zunächst sieht man das Haus am Tage: eine
belebte Strasse. Es wird Abend, Nacht. Da bricht Feuer aus, die Flammen
lodern zum Himmel. Schliesslich erscheint die Feuerwehr. Es kommen
hierzu fünf Bilder zur Verwendung. Oder die »Wassermühle.« Erst
erscheint die Mühle im Sommer; das Mühlrad dreht sich. Es wird Nacht.
Der Mond steigt auf und spiegelt sich im Wasser. Dann erfolgt der
Uebergang zum Winter. Schneesturm. Das Mühlrad ist eingefroren. In
dieser Art lassen sich eine Menge prachtvoller Effecte mit der
dreifachen Laterne vorführen.
Die Wundercamera.
(Projection undurchsichtiger Gegenstände.)
Einen grossen Reiz hat von jeher die allbekannte Wundercamera ausgeübt.
Aber die Menge minderwerthiger Instrumente, welche dem Publikum geboten
werden, haben diesen Apparat, ebenso wie die Laterna Magica, sehr in
Miskredit gebracht.
Es geht bei diesem Apparate ausserordentlich viel Licht verloren, und es
ist daher eine sehr intensive Lichtquelle erforderlich.
Mit Petroleumlicht lässt sich hier überhaupt nichts Brauchbares
erreichen; das Bild wird zu schwach. Man könnte es höchstens dazu
verwenden, um mit Hülfe solcher Bilder Zeichnungen anzufertigen; aber
auch dann nur in kleinem Maassstabe.
Ein gutes Resultat kann man nur mit Kalklicht oder mit electrischem
Licht erzielen.
Jedes Sciopticon lässt sich leicht in eine Wundercamera verwandeln. Man
braucht dazu nur an Stelle des Objectivträgers einen einfachen,
besonders hierfür gefertigten Ansatz anzubringen. Die Strahlen werden
durch den Condensor unter einem Winkel von 45 Grad auf den Gegenstand
geworfen und das Objectiv projicirt ein Bild desselben auf die Wand. Es
können damit Papierbilder bis zur Visitkartengrösse sowie andere
Gegenstände aller Art -- ganze Münz-, Siegel-, Briefmarkensammlungen,
das Werk einer Uhr, Holzschnitte aus Büchern etc. projicirt werden. Mit
Kalklicht (Sicherheitsbrenner) erhält man ein vorzügliches Bild bis zu
anderthalb Meter Grösse, was meist ausreicht; mit stärkerer Lichtquelle
(gemischte Gase oder electrisches Licht) bekommt man ein entsprechend
grösseres Bild.
Das Sciopticon steht hierbei mit der Rückseite fast nach der
Projectionswand hin. Man muss das Licht, welches hier ausstrahlt, durch
einen Schirm oder einen dichten Vorhang absperren.
Wer mit Kalklicht oder mit electrischem Licht arbeitet, sollte nicht
versäumen, sich einen derartigen Ansatz zu seinem Sciopticon
anzuschaffen.
Was den Reiz dieser Projectionen erhöht, ist die Wirkung der Farben; man
sieht die Gegenstände auf der Wand so, wie sie in Natur sind, nur
vergrössert. Besonders Münzen nehmen sich vorzüglich aus.
[Illustration: Fig. 17. Projection undurchsichtiger Gegenstände mit
Verwendung eines Objectivs von grosser Oeffnung.]
Bei einer derartigen Vorrichtung, wie sie sich an jedem Sciopticon
anbringen lässt, wird von den Strahlen, welche der Gegenstand nach allen
Seiten hin aussendet, nur ein geringer Theil ausgenutzt, da das Objectiv
verhältnissmässig im Durchmesser zu klein ist.
Ein bedeutend besseres Resultat erhält man offenbar, wenn man ein
Objectiv mit grosser Oeffnung verwendet, welches möglichst viel Licht
aufnimmt und auf die Wand wirft; je grösser die Oeffnung desto besser.
Es kommt hierbei ein besonderer Apparat zur Verwendung, welcher aus
einem einfachen Kasten besteht. Vor die Rückwand wird der zu
projicirende Gegenstand angebracht; die Lichtquelle -- Kalklicht oder
electrisches Licht -- befindet sich im Innern des Kastens an einer Seite
und wirft ihre Strahlen direkt, ohne Condensor, auf das Object.
Mit diesem Apparat kann man Alles projiciren. Unsere Abbildung (Fig. 15)
zeigt die Projection einer Hand. Die Wirkung ist geradezu überraschend:
man glaubt die Hand eines Riesen vor sich zu haben; so natürlich wird
die Farbe, die Bewegung und das Relief wiedergegeben.
Wissenschaftliche Projectionen.
Nicht nur Laternenbilder können mit dem Sciopticon projicirt werden,
sondern auch wissenschaftliche Experimente aller Art.
An Stelle des Bildhalters wird das Instrument eingesetzt -- eine
Glascüvette zum Vorzeigen chemischer Versuche, ein Galvanoscop u. dergl.
Für manche Experimente ist eine besondere Anordnung nothwendig, welche
gestattet, horizontal liegende Gegenstände zu projiciren. Eine derartige
Vorrichtung lässt sich an jedem Sciopticon anbringen. Beim
Universitäts-Projections-Apparat, welcher speciell für wissenschaftliche
Projectionen bestimmt ist, geht die Umwandlung von der einen in die
andere Form sehr schnell und einfach vor sich.
Mit diesem Apparate lässt sich auch ein Polariscop verbinden, welches
die merkwürdigen Erscheinungen des polarisirten Lichtes zeigt.
Für die Projection microscopischer Objecte wird vor dem Sciopticon eines
Projections-Microscop angebracht, welches kleine Präparate -- das Auge
der Fliege u. dergl. -- in Riesengrösse auf die Wand wirft.
Besonders für Lehranstalten ist der Werth der wissenschaftlichen
Projection nicht zu unterschätzen.
[Illustration: Dekoration]
Druck von Oskar Leiner in Leipzig. 38117
Illustrirtes Verzeichniss
über
Projections-Apparate
[Illustration: Doppel-Sciopticon]
Sciopticons, Nebelbilder-Apparate
für Petroleumlicht,
Kalklicht und electrisches Licht,
Photographirte und gemalte Projectionsbilder
sowie Instrumente
zur Darstellung wissenschaftlicher Experimente
steht kostenfrei zu Diensten.
Ed. Liesegang, Düsseldorf.
Sciopticons.
Die Apparate sind solide gebaut, sie werden in einem
abschliessbaren Kasten geliefert.
Sciopticon Nr. 1
mit vierdochtiger Lampe _M_ 105.--
Nr. 1 mit Tachyscop C 20 " 135.--
Sciopticon Nr. 2
mit dreidochtiger Lampe " 85.--
Nr. 2 mit Tachyscop C 20 " 115.--
Sciopticon Nr. 3
mit fünfdochtiger Lampe " 125.--
»Wenn ich Ihnen bisher noch nicht meinen herzinnigsten Dank für das
=unvergleichliche Sciopticon= aussprach, so liegt es daran, dass
ich erst am Weihnachtsfeste meine Kinder damit überraschte;
unbeschreiblich gross war das Entzücken. Das Sciopticon hat meine
Erwartungen sehr übertroffen; es ist =brillant= und =herrlich= in
seiner Wirkung, wie anders ich von der Firma Liesegang nicht
erwarten konnte.«
=Joh. Bienert.=
Die Sciopticons können auch als Vergrösserungs-Laternen verwendet
werden.
Kalklicht-Apparate
von vorzüglicher, vielfach bewährter Construction.
Kalklicht-Brenner
zu verwenden als Sicherheits-Brenner für Sauerstoff-Alkohol
oder für gemischte Gase _M_ 30.--
Sauerstoff-Generator
(Sicherheits-Retorte) mit Gasometer zusammen _M_ 130.--
»Was den Sauerstoff-Entwickler und Gasometer anlangt, so leisteten
beide wirklich =Ausgezeichnetes=, bei sehr grosser Bequemlichkeit
und vollkommener Gefahrlosigkeit. Wenn man die Retorte sauber hält,
was eigentlich selbstverständlich, verliert man keinen Sauerstoff
und kann dieselbe lange halten, namentlich, wenn man das Innere mit
Vaselin etwas fett hält.«
=Victor Weigt.=
»Mit dem Nebelbilderapparat, Doppelsciopticon, bin ich sehr
zufrieden, auch mit der Gasbereitung, selbe geht mir sehr flott
von den Händen und bereite ich in 10 Minuten genug Gas für 2½
Stunden Vorstellung.«
=L. Frankel.=
Elektrische Bogenlampen
in jedem Sciopticon und Projections-Apparat anzubringen, für
Gleich- und Wechselstrom.
Näheres auf Anfrage.
Glasphotogramme
für das Sciopticon und den Nebelbilder-Apparat, nach
Naturaufnahmen, klar und scharf,
in einer Auswahl von mehreren tausend Nummern.
Preis per Stück Mark 1.50.
_Ansichten aus allen Erdtheilen und allen Ländern._
Naturwissenschaftliche Bilder (Physik und Chemie), mehrere astronomische
Serien etc.
Zusammenstellung von Bildern eines bestimmten Gebietes
auf Wunsch.
Gemalte Bilder aller Art in grosser Auswahl.
»Geradezu =artistisch unvergleichlich brillant= und geschmackvoll
habe ich Ihre colorirten Ansichten gefunden, auch die uncolorirten
haben einen =herrlichen= Ton, und habe ich nur bedauert, dass Sie
mir gerade von diesen nicht mehr gesandt haben. Die
=Photomikrographien= sind =scharf= und =fein= aufgenommen.«
W. Motty.
Aristotyp-Platten
zur Herstellung von Laternen-Bildern.
Dieselben brauchen, wenn man eilig ist, nicht einmal
fixirt zu werden. Der Farbton ist angenehm.
_Preis per Dutzend Mark 2.50._
Ed. Liesegang, Düsseldorf.
Projections-Microscope, Polariscope,