Alfred, Freiherr von Klamm.“

Klamm geriet noch einmal ins Zögern, bevor er diesen Brief von Adolf

hinübertragen ließ. Wer ihm das diesen Morgen gesagt hätte! Und doch

ging es nicht anders, und doch war es nun das Richtige, reine Bahn zu

schaffen. Es waren einmal die Dinge aus dem Gleis geraten. Wo das

Vertrauen verloren gegangen war, so sagte sich Klamm, da gab's keine

Nadeln und keinen Zwirn zum wiederzusammenheften. Höchstens konnte die

Zeit, die alles klärte, auch darin einstmals eine Aenderung wieder

herbeiführen.

Und einen Gewinn trug er davon, wenn er Knoops verließ: er konnte sich

unter weit günstigeren Umständen Ileisa nähern, sie, wie er nach den

gestrigen Vorgängen annehmen zu können glaubte, für sich gewinnen. —

Grade ihre Art und ihr Wesen hatten ihn noch mehr bestrickt, hatten die

Funken, die in ihm glühten, angefacht. Einmal wieder den Geschäften

abgewendet, war das frühere, lebendige Interesse für Frauen und

Frauenschönheit wieder in ihm wach geworden.

Oft enttäuscht, fand er — wie er hoffte — in ihr endlich das Ideal

seiner Vorstellungen. Er konnte es nicht erwarten, in ihre Nähe zu

gelangen. — Auch an Fräulein von Wiedenfuhrt richtete er — infolge der

veränderten Sachlage — noch an diesem Morgen einen Brief:

„Erlauben Sie, mein hochverehrtes Fräulein!“ — schrieb er — „daß ich

einmal später um die Erlaubnis bitte, Ihnen in der zwischen uns

beredeten Angelegenheit nähere Aufklärungen zu geben. Es hat sich

unerwartet etwas zwischen mein Wollen und Können gestellt. Nur so viel

heute von Ihrem Ihnen aufrichtig ergebenen

Charaktere und Schicksale · 第 11 / 21 题