erschien selbst in den Nächten, in denen er sich am deutlichsten
zeigte, bleich und verschwommen, er rief mehr Neugier als Bewunderung
hervor. Wir haben ihn durch das Fernrohr beobachtet und können den
traurigen Eindruck nicht schildern, den sein melancholisches Licht
erweckt. Je mehr man sich mit einem derartigen Objekt befaßt, desto
weniger kann man über seine Natur ins reine kommen. Ein bläuliches,
unklares Licht, das zur Hälfte durch eine große Wolkenhülle verfinstert
wird, das ist der Anblick, der sich dem Auge bietet. Die Beschaffenheit
dieses Lichtes ist uns unbekannt. Es ähnelt weder dem Lichte der Sonne
noch dem des Begleiters der Erde, auch nicht dem der Sterne, ja nicht
einmal dem des Nebels der Milchstraße. Nur wenn man Saturn durch ein
starkes Vergrößerungsglas gesehen hat, kann man sich eine zutreffende
Vorstellung von dem bleiernen Schimmer machen, den dieser Komet warf.«
John Herschel.
Nachschrift.
Wenn im Jahre 1910 der Komet von 1835 wieder erscheint, wird er uns
vielleicht nur um fünfundsiebzig Jahre älter finden. Was will das
heißen? Aber wen oder was wird sein ehrwürdiger Kollege auf der Erde
vorfinden, wenn er ihr im Jahre 4876 wiederum einen Besuch abstatten
wird? Vielleicht wird dann auch Frankreichs glänzende Hauptstadt
dahingeschwunden sein, wie es heute die großen Städte sind, die der
Komet bei seiner letzten Annäherung an die Erde sah: Troja, Ninive,
Theben und hundert andere, deren Namen mit ihren Ruinen nicht auf uns
gekommen sind. Möglich, daß tiefste Einsamkeit dort lagert, wo einst
Frankreich war, und daß sich Trauerweiden über dem Flusse schaukeln,
der einst die Seine hieß. Wird der Komet Frankreich mit Paris, England
mit London, Italien mit Rom nochmals zu sehen bekommen? Dieser Komet
mit seiner langen Umlaufszeit, der bis jetzt weder dieselbe Stadt noch
dasselbe Volk zum zweitenmal geschaut hat! Wenn in etwa fünfzigtausend
Jahren wir -- oder irgendwelche andere -- diese Erzählung fortsetzen
wollten, wird dann auch immer von neuen Dingen, die das Frühere
verdrängt haben, berichtet werden müssen und wird die Geschichte der
Erde jemals eine andere sein als die Geschichte von Umwälzungen und
Neueinrichtungen, die nicht von Dauer sind?
Die Kometen besitzen zwar nicht die Gabe der Weissagung. Da jedoch
der Verfasser dieser Schrift das Glück hat, einige Kometen zu seinen
Freunden zu zählen, und da er in dem heißen Sommer des Jahres 1811 noch
zu klein war, um sich selbst an den großen und stolzen Kometen jenes
Jahres wenden zu können, so erlaubte er sich erst ganz vor kurzem einen
blondgeschweiften Boten an den erhabenen Reisenden mit der Bitte zu
schicken, daß er ihm doch ganz im Vertrauen sagen lassen möchte, wie er
die Erde bei seinem nächsten Besuche zu finden hoffe. Und der Autor hat
das große Vergnügen, diese wahrhafte Geschichte mit einem angenehmen
Bescheid abschließen zu können. Der große Komet hat sich zwar nicht
ganz deutlich ausgedrückt -- man muß das zugestehen -- aber es ist
dies auch wieder ein Beweis für die hohe Stellung, die er einnimmt,
und ein Zeichen für seine große Klugheit. Er hat dem kleinen Kometen
also gesagt, er solle mit einem freudigen Gesicht zu dem sonderbaren
Astronomen, der ihn ausgesandt, zurückkehren. »Denn«, fügte er hinzu --
und das sind seine eigenen Worte --, »sage ihm, mein lieber Kleiner,
daß die Menschheit, die sich selbst schon so alt vorkommt, sich noch
in ihrer frühen Kindheit befindet. Sie hat noch ihre Kinderkrankheiten
durchzumachen. Aber nur nicht die Hoffnung verlieren! Ich möchte sogar
meinen Schweif wetten, daß es keine hunderttausend Jahre mehr dauern
wird, bis die Menschheit nicht nur zur Reife der Vernunft gelangt sein
wird, sondern auch unentgeltlichen und obligatorischen Unterricht,
allgemeines Stimmrecht, unabhängige republikanische Staatsverfassung,
Befreiung der Geister von jedem Druck, und schließlich Abschaffung
der stehenden Heere und endgültige Beseitigung der gegenseitigen
Abschlachtungen errungen haben wird.«
Das waren seine letzten Worte, die letzten Worte jenes wandernden
Gestirnes, das es wohl versteht, von seinem erhabenen Standpunkte aus
die Geschichte des irdischen Planeten und seiner menschlichen Bewohner
zu beurteilen. Man kann daraus entnehmen, daß wir schließlich in dem
ungeheuren Weltall zwar nur ein winziges Körnchen sind, daß wir aber
dennoch, wenn wir nur unsere Fähigkeiten richtig anzuwenden verstehen,
uns einen Wert erringen können, der uns über die Materie erhebt:
_Geistige_ Wesen zu werden, das muß, wie ja auch der Komet meinte, das
Endziel aller unserer Mühen sein.
Ende.
Flammarion, Komet und Erde.
Inhalt.
Seite
Einleitung 3
Erstes Kapitel. Erste Begegnung des Kometen mit der Erde 5
Zweites Kapitel. Umwälzungen auf der Erde 19
Drittes Kapitel. Morgenröte der Erde 35
Viertes Kapitel. Die vorpariserischen Pariser 50
Fünftes Kapitel. Im Orient 62
Sechstes Kapitel. Von der Sintflut bis zum Jahre 1811 74
Nachschrift 91
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herausgegeben von Prof. ~Dr.~ Siegmund Günther
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Wilhelm Ostwald. 2. Aufl. Mit dem Bildnis des Verfassers. Nr.
4992/93. In Leinen 80 Pf. In Leder- oder Halbpergamentband M.
1.80.
2. Band. =Geschichte der Naturwissenschaften.= Von Prof. ~Dr.~
Siegm. Günther. =I. Teil.= 2. Aufl. Mit dem Bildnis des
Verf., 2 farbigen u. 4 schwarzen Tafeln. Nr. 5069/70.
3. Band. =Geschichte der Naturwissenschaften.= Von Prof. ~Dr.~
Siegm. Günther. =II. Teil.= 2. Auflage. Mit 2 farbigen und 8
schwarzen Tafeln. Nr. 5071--74. Beide Teile zusammen in einem
Leinenband M. 1.50. In Leder- oder Halbpergamentband M. 3.--.
4. Band. =Strahlungserscheinungen, Ionen, Elektronen und
Radioaktivität.= Von ~Dr.~ G. Bugge. 3. Aufl. Mit 4 Tafeln
und 20 Zeichnungen im Text. Nr. 5151/52. In Leinen 80 Pf. In
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5. Band. =Licht und Farbe.= Von Prof. ~Dr.~ Rob. Geigel. 2.
Aufl. Mit 1 Porträt, 4 bunten Tafeln u. 75 Zeichnungen
im Text. Nr. 5188--90. In Leinen M. 1.--. In Leder- oder
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6. Band. =Der Sternenhimmel.= Von Prof. ~Dr.~ J. B.
Messerschmitt. Mit dem Bildnis des Verfassers, 4 farbigen, 9
schwarzen Tafeln und 24 Zeichnungen im Text. 2. Auflage. Nr.
5228--30. In Leinen M. 1.--. In Leder- od. Hlbpgtbd. M. 2.--.
7. Band. =Die Abstammungslehre.= Von Prof. ~Dr.~ Kurt Lampert.
Mit dem Bildnis des Verfassers, 4 farbigen, 7 schwarzen
Tafeln und 9 Abbildungen im Text. Nr. 5241--43. In Leinen M.
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8. Band. =Die chemischen Grundstoffe.= Von ~Dr.~ Max Speter.
Mit 4 farbigen, 6 schwarzen Tafeln, einer Atomgewichtstabelle
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geb. mit Bd. 17 unter d. Titel _Stoff und Energie im Lichte
der Chemie_ in Leder- od. Halbpgmtbd. M. 2.50.
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Mit 1 Porträt, 4 schwarzen Tafeln und 29 Textfiguren. 2.
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Tafeln und 32 Zeichnungen im Text. Nr. 5321--23. In Leinen M.
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11. Band. =Chemie und Technik.= Von ~Dr.~ Günther Bugge. Mit 7
Tafeln u. 14 Zeichnungen im Text. Nr. 5348--50. In Leinen M.
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Erdkarten und 4 Zeichnungen im Text. Nr. 5431/32. In Leinen
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13. Band. =Physik der Gestirne.= Von Prof. ~Dr.~ J. B.
Messerschmitt. Mit 4 farbigen und 9 schwarzen Tafeln und 21
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14. Band. =Die Elektrizität.= Von Prof. Franz Adami. =II.
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Mit 4 bunten und 8 schwarzen Tafeln und 13 Abbildungen
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Wieleitner. Mit 16 Tafeln und 26 Abbildungen im Text. Nr.
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zu den übrigen Energieformen.= Von ~Dr.~ Max Speter. Mit 4
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18. Band. =Der Wirbeltierkörper.= Eine vergleichende Anatomie
von ~Dr.~ Fr. Hempelmann. =I. Teil.= Mit 2 bunten und 2
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Mit Teil II zus. in einem Leinenband M. 1.50. In einem Leder-
oder Halbpergamentband M. 2.70.
19. Band. =Der Wirbeltierkörper.= Eine vergleichende Anatomie
von ~Dr.~ Fr. Hempelmann. =II. Teil.= Mit 2 bunten und 2
einfarbigen Tafeln und 71 Abbildungen im Text und einem
Gesamtregister für Der Wirbeltierkörper I u. II. Nr.
5611--13. Mit Teil I zus. in einem Leinenband M. 1.50. In
einem Leder- oder Halbpergamentband M. 2.70.
20. Band. =Meereskunde.= Von Prof ~Dr.~ Adolf Pahde. Mit 3
farbigen Kartenbeilagen, 7 schwarzen Tafeln, 1 Porträtbeilage
und 13 Abbildungen im Text. Nr. 5632--34. In Leinen M 1.--.
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21. Band. =Die Welt der Kolloide.= Von ~Dr.~ Heinr. Leiser. Mit
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22. Band. =Der Säugetierorganismus und seine Leistungen.= Von
Prof. ~Dr.~ Ernst Th. v. Brücke. =I. Teil.= Mit 4 bunten und
3 einfarbigen Tafeln und 21 Zeichnungen im Text. Nr. 5678--80.
23. Band. =Der Säugetierorganismus und seine Leistungen.= Von
Prof. ~Dr.~ Ernst Th. v. Brücke. =II. Teil.= Mit 3 Tafeln
und 28 Zeichnungen im Text und einem Gesamtregister für
Der Säugetierorganismus und seine Leistungen I und II. Nr.
5681--83. Mit Teil I zus. in einem Leinenbd. M. 1.75. In
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24. Band. =Das Süßwasser der Erde.= Von Prof. ~Dr.~ W. Halbfaß.
Mit einem Porträt, 14 Tafeln und 13 Abbildungen im Text. Nr.
5708--10. In Leinen M. 1.--. In Leder- oder Halbpergamentband
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Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die
vordere Werbeseite wurde ans Buchende verschoben. Die Fußnoten
wurden jeweils ans Kapitelende verschoben.
Korrekturen:
S. 90: erst im → bis zum
{bis zum} Jahre 3343 wird er sich von der Sonne entfernen