Lieber Freund, sehen Sie hier wirkliche, offenbare Thatsachen, an denen

sich nicht zweifeln läßt. Sie geschehn vor unsern Augen, und leider! sind

der Zeugen nur zu viele, die die Wirklichkeit davon bestättigen können.

Unter allen den Reformazionsgegenständen, womit man sich in diesem

philosophischen Jahrhunderte beschäftigt, ist vielleicht dieser der

einzige, woran man nicht denkt, da er doch wahrlich der allerwesentlichste

ist. Die übrigen interessiren nur die moralische Glückseligkeit der

Menschen, indeß dieser sich mit ihrer phisischen Existenz befaßt. Die

Mißbräuche bei den Finanzen und in der politischen Verfassung werden ganz

gewiß übertrieben. Die Uibel, die daraus entstehn, lassen sich vielleicht

bezweifeln, oder es könnten wenigstens die Verbesserungen derselben sehr

leicht noch trauriger ausfallen. Allein hier stehts mit der Sache ganz

anders. Das Uibel ist gewiß, die Nothwendigkeit, ihm zu steuern, ist

dringend, und die Anwendung des Heilmittels dagegen wäre ohne Widerrede der

nützlichste Dienst, den man der Menschheit erzeigen könnte.

End of Project Gutenberg's Die Kakomonade, by Simon Nicolas Henri Linguet

Die Kakomonade Ein Nachlaß vom Doktor Panglos, als ein Supplement des Kandide · 第 6 / 6 段