Seine Geschäftsführung war ebenso merkwürdig wie sein ganzes Leben.

Da es seinem Buchhalter einst passierte, daß er bei der Bilanz einen

Überschuß von siebentausendfünfhundert Dollar herausgerechnet hatte,

während in Wirklichkeit ein Defizit von fünfzehntausend Dollar

vorhanden war, brachte dieser Irrtum Edison dazu, alle Buchführung

für unnützen Schwindel und kostspieligen Zeitvertreib zu erklären.

Von Stund' an führte er sein Geschäft ohne Buchführung. Aber nur

ein Geist von der Fassungskraft Edisons konnte die Buchführung, die

kein geschäftlicher Betrieb entbehren kann, beiseitelassen, ohne

Schaden zu erleiden. Seine Untergebenen hatten auch keine bestimmten

Arbeitsstunden; die Arbeitszeit richtete sich ganz nach den vorhandenen

Aufträgen. Man hätte erwarten sollen, daß eine solche Geschäftsführung

ohne Bücher und ohne geregelte Arbeitszeit ein wahres Chaos zur Folge

haben würde. Nichts von alledem. Freilich ließ sich diese Einrichtung

auch nur deshalb ohne Störung durchführen, weil Edisons Arbeiter

zugleich seine Kameraden waren, die mit Liebe und Bewunderung an ihm

hingen.

Und Edison selbst gab Beispiele von fast übermenschlicher Arbeitskraft.

Eines Tages hatte er für hundertundfünfundzwanzigtausend Mark

telegraphische Apparate zu liefern; sie waren fertig, funktionierten

aber nicht richtig, ~mußten~ aber rechtzeitig und tadellos

geliefert werden. Edison ließ alle Apparate in sein Laboratorium

bringen, schloß die Tür und sagte zu seinen Assistenten: »Ich habe

die Tür abgeschlossen, und nun müßt ihr bleiben, Kameraden, bis die

Arbeit beendet ist.« Und es folgten ~hintereinander sechzig Stunden

angestrengter Arbeit~, in denen kaum Zeit blieb, etwas zu essen; von

Schlafen war keine Rede; aber die Apparate waren zur bestimmten Zeit

fertig. Edison selbst schlief hinterher sechsunddreißig Stunden.

Aber diese Doppeltätigkeit, Erfinder und Fabrikant zugleich, konnte

Edison nicht auf die Dauer durchführen. Er gab seine Fabrik auf, die

ihm in drei Jahren einen Gewinn von mehr als anderthalb Millionen

gebracht hatte, und verwendete das Geld dazu, ein großes Grundstück

in Menlo-Park zu kaufen und ein Laboratorium darauf zu bauen, das

eines der großartigsten Amerikas werden sollte. Er schaffte sich die

vollkommensten und kostbarsten physikalischen und chemischen Apparate

an; eine Werkstatt, die dreißig Meter lang und zehn Meter breit war,

wurde mit allen erdenklichen mechanischen Drehbänken, Maschinen und

Werkzeugen versehen; eine Dampfmaschine von achtzig Pferdestärken

versorgte die Anlage. Eine wissenschaftliche Bibliothek fehlte nicht.

Sogar eine Orgel wurde angeschafft, denn Edison liebte es, bei

angestrengter geistiger Arbeit sich von den wohltuenden Harmonien der

Musik besänftigen zu lassen. 1876 zog Edison hier ein und hatte einen

Stab außerordentlich tüchtiger Hilfskräfte um sich versammelt. Der

weitaus hervorragendste war Charles Bachelor, dessen Dienste für Edison

unschätzbar waren.

Hier machte Edison in den folgenden zehn Jahren seine bedeutendsten

Erfindungen. 1869 war er ein armer Teufel, der in New York stellungslos

umherlief; 1879 ein weltberühmter Erfinder, ein vielfacher Millionär.

Aber dieser beispiellose Erfolg wurde nicht durch irgendwelche

Glücksfälle erreicht, sondern nur durch zähe, harte Arbeit, ein Wort,

das im Leben Edisons die allererste Rolle spielt und alle seine Erfolge

erklärt.

Keine seiner Erfindungen -- er besitzt bereits nahezu tausend Patente

-- machte seinen Namen jedoch so populär wie der Phonograph, den er

1877 in Menlo-Park erfand; ein zungen- und zahnloses Instrument,

ohne Schlund und ohne Kehlkopf, eine tote, tonlose Masse, die

nichtsdestoweniger alle Töne nachahmt, und mit deiner Stimme spricht.

Noch nach Jahrhunderten, nachdem du längst in Staub zerfallen bist,

kann dieser Apparat deinen Urenkeln alles wiederholen, was du in den

Apparat hineingesprochen hast, und zwar so, als sprächest du lebendig

zu ihnen.

Immerhin dauerte es zehn Jahre, bis der Phonograph, wesentlich

verbessert, 1888 im Londoner Kristallpalast zum ersten Male in Europa

vorgeführt wurde. Edison hatte eine Walze mitgeschickt, von deren

Phonogramm aus er selbst zu den Besuchern sprach, und die Königin von

England und andere hohe Persönlichkeiten schickten ihm vermittels des

Phonographen ihren Dank zu. 1889 wurden fünfundvierzig Phonographen

mit Walzen, die alle lebenden Sprachen wiedergaben, auf der großen

Pariser Weltausstellung gezeigt, wo sie täglich von dreißigtausend

Menschen besichtigt wurden. Heute gibt es wohl kein Städtchen mehr in

der zivilisierten Welt, dessen Einwohner diese Erfindung Edisons nicht

kennen würden.

Sie würde noch immer eine ungeheure Umwälzung hervorrufen, wenn man

sie so ausnützen würde, wie sie es erlaubt. Der Phonograph könnte die

Stenographen überflüssig machen; Briefe ließen sich direkt auf die

Platten sprechen, die man dann mit der Post verschicken könnte; hat

man Lust, musikalische Leistungen der berühmtesten Künstler der Erde

zu hören, so kann man sie sich ja heute schon kaufen; phonographische

Bücher könnten die gedruckten ersetzen, was vor allem für die Blinden

von weittragendster Bedeutung wäre; die Sprachen wilder Stämme und

schwer zugänglicher Völker könnten phonographisch festgehalten werden;

jede Familie wäre imstande, die Stimmen lieber Verstorbener jederzeit

wieder zu sich sprechen zu lassen; man könnte sich statt eines

Bilderalbums ein phonographisches Album anlegen.

Edison selber hat scherzhalber einmal im Schlafzimmer eines Gastes,

dessen Furchtsamkeit er kannte, einen phonographischen Apparat

aufgestellt, der um Mitternacht ernst und feierlich die Worte rief:

»Mensch, bereite dich vor zum Sterben.« Entsetzt floh der Gast zu dem

Hausherrn, der dann den ganzen Mechanismus erklären mußte, um den

Geängstigten zu beruhigen.

Auch die Puppenindustrie hat sich in ungeheurem Umfange des

Phonographen bemächtigt und sprechende Puppen hergestellt, die kleine

Lieder singen oder ganze Sätze sprechen und Gedichtchen aufsagen. Die

jetzige Königin von Holland hat als eine der ersten solch eine Puppe

zum Spielen bekommen.

Andere Erfindungen Edisons, wie der Phonometer, das Megaphon und

das Aerophon sind weniger bekannt geworden, obwohl auch sie von

außerordentlicher Bedeutung sein könnten. Praktisch von weit

größerer Bedeutung als der Phonograph wurde aber das elektrische

~Glühlicht~, das Edison zwar nicht erfunden, aber auf die Höhe

der Vollkommenheit gebracht hat, die es gegenwärtig besitzt. Als er

nach endlosen und oft mißlungenen Versuchen, die viele schlaflose

Nächte gekostet hatten, seine Lampen endlich so weit verfeinert hatte,

daß er die Brenndauer einer Lampe von anfangs zwanzig bis vierzig auf

tausend Stunden erhöhen konnte, stattete er alle seine Räumlichkeiten

von innen und außen mit etwa siebenhundert Glühlampen aus. Diese neue

Lampe machte in Nordamerika ein solches Aufsehen, daß aus allen Teilen

des Landes Besucher herbeiströmten, zu deren Beförderung oft besondere

Extrazüge nach Menlo-Park eingelegt werden mußten. Die Aktien der

Glühlichtgesellschaft stiegen von hundert Dollar bis auf dreitausend

Dollar.

Edison legte jetzt eine Glühlampenfabrik an, die die Stammutter

aller Glühlampenfabriken der Welt wurde. Der geschäftliche Erfolg

dieser Lampe war ebenso gewaltig wie die Revolution, die sie im

Beleuchtungswesen heraufbeschworen hat. 1884 wurde auch in Berlin eine

Deutsche Edisongesellschaft gegründet, aus der später die Berliner

Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft hervorgegangen ist, deren

elektrische Anlagen wohl die bedeutendsten der ganzen Welt sind.

Es ist unmöglich, alle Erfindungen Edisons auf dem Gebiete der Schwach-

und Starkstromtechnik hier auch nur andeutungsweise zu erwähnen. Eine

seiner wichtigsten Erfindungen ist aber die Benutzung der elektrischen

Kraft zu Verkehrszwecken. Die Versuchsbahn, die er auf seinem großen

Grundstück in Menlo-Park baute, bewährte sich so vortrefflich, daß sie

seitdem in der Alten und Neuen Welt rasche Verbreitung gefunden hat.

Als der Vorstand der Gesellschaft für elektrische Bahnen Edison einst

in Menlo-Park besuchte, um zu kontrollieren, wie weit die elektrische

Personenbeförderung sei, bat der Erfinder die Gäste, mit ihm die

Lokomotive zu besteigen, die gerade auf der Versuchsbahn bereit stand.

Die Herren, im Glauben, Edison wolle ihnen etwas erklären, stiegen

ahnungslos auf. Edison zog einen Hebel, und die Maschine ging los. Er

steigerte ihr Fahrtempo bis zur raschesten Schnellzuggeschwindigkeit,

daß die Hüte der Gäste davonflogen, die sich zitternd festklammerten

und Edison flehentlich baten, aufzuhören. Sie fürchteten eine

Katastrophe. Das machte Edison Spaß, und er fuhr noch rascher. Erst als

die Herren vor Angst schlotterten, hielt er an, und mit Zittern und

Zähneklappern stiegen sie ab und machten sich eiligst aus dem Staube.

Sie kontrollierten Edison nie wieder und fragten ihn nichts mehr.

Als Edison 1876 von Newark nach Menlo-Park verzog, hatte er seine

Werkstätten und Laboratorien so umfangreich angelegt, daß sie seiner

Meinung nach ausreichen mußten, selbst wenn er seine Tätigkeit noch

bedeutend erweiterte. Aber innerhalb der nächsten zehn Jahre waren

dennoch so viele Vergrößerungsbauten und Nebengebäude nötig, daß

sie mannigfache Unbequemlichkeiten im Gefolge hatten. Edison mußte

wieder an ganz enorme Vergrößerungen denken, und so gründete er 1886

zu Orange in New Jersey ein neues Laboratorium, dies hier, in dem er

jetzt sinnend saß, und das hinsichtlich seiner Größe, Vollkommenheit

und Vollständigkeit der Einrichtungen als das erste der Welt bezeichnet

wird. Das dreistöckige Hauptgebäude ist fünfundsiebzig Meter lang und

achtzehn Meter breit; die vier kleineren einstöckigen Bauten sind

je dreißig Meter lang und acht Meter breit. Das Bibliothekszimmer,

ein fürstlich ausgestatteter Raum, enthält fünfzigtausend wertvolle

wissenschaftliche Werke. Im Vorratsraum, der einzig in seiner Art ist,

findet man von allen Stoffen und Mineralien der Erde, mögen sie noch

so kostbar und schwer erreichbar sein, eine größere Probe. In der

eigentlichen Werkstätte arbeiten Tausende von fleißigen Händen, obwohl

es keine Fabrik ist, sondern alles, was hier gearbeitet wird, nur dazu

dient, die erfinderischen Ideen Edisons auf ihre Brauchbarkeit hin zu

prüfen.

Eine Treppe höher liegen die Bureaus und Arbeitszimmer, in denen

die Assistenten Edisons Skizzen entwerfen, Zeichnungen und

Pläne anfertigen, Berechnungen und theoretische Untersuchungen

anstellen. Weiter oben befinden sich Säle, in denen die Erfindungen

Edisons ausgestellt sind. Ein besonderer Glasbläserraum dient der

Herstellung der mannigfachen Apparate aus Glas, die zu chemischen und

physikalischen Experimenten erforderlich sind.

Ein anderer Bau dient lediglich photographischen Zwecken, und hier hat

Edison das Kinetoskop, das Mutoskop, den bekannten Kinematographen

erfunden und endlich den Phono-Kinematographen, von dem er selbst

sagt: »Ich zweifle durchaus nicht daran, daß wir in nicht allzu

ferner Zeit in jedem Dorfe eine große Opernvorstellung für zehn Cent

Eintrittsgeld haben werden. Man wird die Patti in ihrem eigenen Zimmer

sehen und hören können; man wird sie sogar noch hundert Jahre nach

ihrem Tode auftreten lassen können. Parlamentsverhandlungen, bedeutende

politische Persönlichkeiten, geschichtliche Vorgänge können in

derselben Weise festgehalten und zu jeder späteren Zeit wiedergegeben

werden. Nach einem Jahrhundert kann man noch den Papst Leo und seine

Kardinäle sehen und sie sprechen hören. Welch eine Methode, Geschichte

zu schreiben! Wie viel wirkungsvoller kann man künftigen Generationen

eine Vorstellung von geschichtlichen Ereignissen und bedeutenden

Männern übermitteln, als durch gesprochene oder geschriebene Worte!

Schriftliche Berichte würden gänzlich aufhören, geschichtliche

Bedeutung zu haben. Und doch ist dies alles nicht so wunderbar, wie es

scheint.«

Edisons Mutter war schon 1871 gestorben, und da ihr Tod eine jähe

Lücke in sein Seelenleben gerissen hatte, gründete er schon zwei Jahre

später ein eigenes Heim. Unter den bei ihm beschäftigten Arbeiterinnen

hatte ein junges Mädchen, Mary Stillwell, seine Aufmerksamkeit erregt;

die Achtung, die er wegen ihrer echt weiblichen Tugenden vor ihr

hegte, verwandelte sich bald in eine leidenschaftliche Zuneigung.

Seine Werbung fand Gehör; 1873 wurde sie seine Gattin. Sie hatte ihm

drei Kinder geschenkt: Marianne, Thomas Alva und William Leslie, und

1881 starb sie schon, von allen Angestellten ihres Mannes verehrt und

geliebt. Edison empfand einen so großen Kummer über den Verlust seiner

Gattin, daß er auf ein längeres Krankenlager geworfen wurde. Wieder

genesen, stürzte er sich wie ein Wütender in die Arbeit; aber sein Herz

darbte. Und er gesundete erst dann wieder vollkommen, als er in einer

neuen Ehe ein neues Glück fand.

* * * * *

»Der Ruhm hat bereits Legenden um mich gewoben« -- dachte Edison

weiter -- »man nennt mich den Phonographenpapa, den Zauberer von

Menlo-Park, den Magiker des Westens. Bedeutende Dichter haben mich und

meine ›Zauberkunst‹ in ihren Werken dargestellt. Was ist aber meine

Erfindungskunst anderes als die Triebkraft, die auch im Korne lebt!?«

Er streifte melancholisch die Asche seiner Zigarre ab und begann auf

und ab zu gehen.

»Und nun gehe ich in die Sechzig ein, und es ist bald zu Ende mit dem

bißchen Leben! Was sind alle die Spielereien, die ich erfunden habe, im

Verhältnis zu der Kraft, die uns Menschen zuruft: Werde und vergehe!

Was ist diese geheimnisvolle elektrische Kraft, deren Herr ich bin?

Nein, wir sind alle Ignoranten und werden es bleiben.«

Er hielt inne, dachte noch einen Augenblick nach, dann sagte er

achselzuckend: »Schließlich ist auch an der menschlichen Torheit etwas

Gutes. Man lernt aus ihr. Aber nun ist's genug geträumt.«

Und er ging frisch an die Arbeit.

Loewes Verlag Ferdinand Carl, Stuttgart.

=Brandt, Karsten, Aus eigner Kraft.= 17 Lebensbilder denkwürdiger

Männer. Für Knaben im Alter von 12 bis 14 Jahren. Mit 4 Bunt-, 4

Tonbildern, sowie vielen Porträts. 8°. Eleg. geb. M. 4.--.

Nach Inhalt und begleitenden Illustrationen ist diese Jugendschrift

besonders geeignet, unserer reiferen Jugend den idealen Ansporn für die

spätere berufliche Laufbahn zu geben, indem den jugendlichen Lesern

neben geschichtlichen Streiflichtern der Werdegang bedeutender Männer,

wie:

~Körner~, ~Friesen~, ~Jahn~, ~Hofer~, ~Speckbacher~, ~Radetzky~,

~Zieten~, ~Blücher~, ~Kolumbus~, ~Schwarz~, ~Gutenberg~,

~Stephenson~, ~Franklin~, ~Reis~, ~Senefelder~, ~Siemens~, ~Krupp~,

in fesselnder und zugleich begeisterter Weise vor Augen geführt

wird. Eignet sich zunächst dieser Band als Weihnachtsgeschenk für

Knaben im Alter von 12-14 Jahren, so dürfte er auch bei allen anderen

Gelegenheiten, wie Konfirmation etc., eine willkommene Gabe sein, zumal

eine würdige Einbanddecke das Ganze in harmonischem Gewande präsentiert

und schon äußerlich sich des gediegenen Eindrucks versichert.

* * * * *

Es ist ein vortrefflicher Gedanke, der heranwachsenden Knabenwelt

den Lebens- und Werdegang denkwürdiger Männer nach geschichtlichen

Tatsachen und besten zeitgenössischen Quellen, frei von unnötigem,

novellistischem Beiwerk, zu schildern, und sie damit durch Illustration

und Inhalt gleich lebhaft, real und ideal, zu fesseln. Die ganz

hervorragende Eigenart dieser neuen, epochemachenden Jugendschrift

dürfte den jugendlichen Lesern gewiß auch mancherlei dankenswerte

Klarheit über den Wert des Kämpfens, Ringens und endlichen Siegens

aus eigener energischer Kraft geben und den schweren Entschluß der

Berufswahl vorbildlich günstig beeinflussen. Ein Werk, in welchem

Heldennamen aus den verschiedensten Lebensgebieten, wie Theodor Körner,

Blücher, Kolumbus, Gutenberg, Senefelder, Siemens u. a. m. beschrieben

sind, gehört zu den Geschenkbüchern, die nie veralten, die dem Knaben,

dem Jüngling, ja dem Manne noch lieb und unvergessen sind. Der auf

besten Bahnen wandelnde Herausgeber hat somit mit diesen siebzehn

wertvollen Lebensbildern Deutschlands strebsamen Knaben eine gewiß

hochwillkommene, sich auch durch die prächtige, würdige Ausstattung von

selbst empfehlende Gabe geschaffen, in welcher internationale große

Männer ein ehrendes Andenken gefunden haben.

Haus-Orakel, München.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.

=Leben und Weben in Wald und Feld.= Für die 9-12jährige Jugend

herausgegeben von ~Christian Brüning~. Mit 6 Bunt-, 8 Ton-, 6

Vollbildern, sowie 69 Textillustrationen. 8°. Elegant geb. M. 4.50,

Volksausgabe M. 3.--.

Wie in seinen »Wanderungen durch die Natur« der Verfasser mit den

Kindern durch Wiese, Moor und Heide geht, so durchstreift er jetzt

abermals mit ihnen Wald und Feld. Er führt sie in den winterlichen

Forst und zeigt ihnen, wie dort munteres Leben herrscht, wo der

Unkundige nur Öde und Grabesruhe vermutet. Er bringt sie hinein in die

Werkstatt des jungen Lenzes und läßt sie den Schaffenden belauschen bei

seiner Arbeit. Er genießt mit ihnen Maienwonne und Maienherrlichkeit,

durchwandert mit ihnen Täler und Höhen des Harzes, zeigt ihnen das

Tierleben der Sommernacht, geht mit ihnen hinaus zur Erntezeit, lehrt

sie die Freunde und Feinde des Landmannes und des Gärtners kennen, läßt

sie einen Blick tun in die Geheimnisse des edlen Weidwerks und gibt

ihnen Anleitung zu eigenem Denken und Forschen. Erhöht wird der Wert

des Buches noch durch die Abbildungen, die sich auf den ersten Blick

sämtlich als Kunstwerke präsentieren.

»=Auf nach Frankreich!=« Kriegsfreiwillig bei den

Dreiundachtzigern 1870/71. Von ~Justus Pape~. 8°. Elegant geb. M.

3.--.

Eigene Erlebnisse, Anschauungen und Stimmungsbilder sind es, die der

Verfasser in schlichten Worten aus den ereignisschweren Tagen jener

großen Kriegsjahre schildert. Gerade aber weil dieses Buch nicht von

hohen, allgemeinen Gesichtspunkten geleitet ist, verfolgen wir vom

Tage der Mobilmachung an gern, ja mit erhöhtem Interesse alle jene

ernsten und heitern Episoden, wie sie sich für den einzelnen Mann in

Wirklichkeit abspielten und abspielen. Ob vor dem Feinde oder auf

Vorposten, während langwieriger Märsche oder im Lagerleben, stets sind

wir geneigt, anregende Vergleiche zu stellen und nehmen Eindrücke in

uns auf, die uns mit großer Befriedigung bis zur letzten Zeile an diese

interessanten, volkstümlichen Darbietungen fesseln. Selbst die Jugend

wird das Buch mit Begeisterung als eins der ihrigen bezeichnen.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.

=Brüning, Christian, Wanderungen durch die Natur.= Für

9-12jährige Knaben und Mädchen. 12 Bunt-, 15 Textbilder. 8°. Elegant

gebunden M. 4.--, Volksausgabe M. 2.50.

Welch glücklicher Gedanke des auf pädagogischem Gebiete kompetenten

Verfassers: Der Vater selbst begleitet seine Teuren in zwanglosen

Ausflügen hinaus in Feld und Wald und macht sie mit allem, was dort

lebt und webt, im Zwiegespräche vertraut. Kein Halm, kein Insekt

entgeht der aufmerksamen Betrachtung und eingehenden Belehrung. Die

vorzüglichen Illustrationen erhöhen außerdem die Freude an diesem

herrlichen Buche, es ist von wirklich großem Werte.

=Brüning, Christian, Wunder aus dem Pflanzenreiche.= Für die

Jugend herausgegeben. Mit 6 Bunt-, 4 Ton- und 7 Vollbildern, sowie 75

Textillustrationen. 8°. Elegant geb. M. 4.--, Volksausgabe M. 2.50.

In der Schule hat man die alte Methode über Bord geworfen und

neue Bahnen in der Botanik eingeschlagen. Wir hören und sehen mit

Erstaunen, wie unter dem Zeichen des neuen Unterrichts das Interesse

der Kinder mächtig geweckt, und die Pflanze, an der man sonst achtlos

vorüberging, mit andern Augen betrachtet, zum lebenden Wesen wird.

Wie gern würde wohl mancher Vater und manche Mutter und andere,

die dem Forschungstrieb des Kindes nicht gleichgültig und fremd

gegenüberstehen, mit den Kleinen an der Hand durch Garten und Aue

wandeln, und sie die Gebilde der Natur und ihr Leben beobachten und

verstehen lehren, wenn ihnen nur selbst ein Fingerzeig gegeben wäre.

Diesen Zwecken soll das schöne Buch dienen, aber auch der Jugend selbst

einen ernsten Einblick in Pflanzenwelt und Pflanzenleben geben --

ein Fundament, auf dem später weitergebaut werden kann. Das Bild als

belehrendes Anschauungsmittel steht den Worten überall helfend und

fördernd zur Seite!

Zu beziehen durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.

=Twain, Mark= (Samuel L. Clemens), =Prinz und Bettelknabe=.

Eine Erzählung für die Jugend im Alter von 12-16 Jahren. Deutsch von

~Helene Lobedan~. Mit vielen Illustrationen. 8°. 3. Aufl. Eleg.

geb. M. 4.--. (Hochmoderne Aufmachung.)

Diese im Urtext englische Erzählung gehört zu den besten literarischen

Erzeugnissen der Weltliteratur. Sie führt künstlerisch, und damit klar

und konkret anschaulich in das Mittelalter Englands hinein, ist daher

im besten Sinne belehrend in der Kulturgeschichte. Außerordentliche

Erziehungsmomente heben sich -- ohne aufdringlich zu sein --

wirkungsvoll ab, und der Standpunkt edler Menschlichkeit wird vertreten

durch die Titelhelden.

Die schmucke Einbanddecke, sowie die künstlerisch vollendeten

zahlreichen Textillustrationen machen das Buch zu einem der

gediegensten, modern ausgestatteten Geschenkwerke.

=E. P. A. Roland, 30 Jahre in der Fremdenlegion.= Erlebnisse

dreier Deutscher unter französischer Fahne in Afrika und Asien. Eine

Erzählung für die reifere Jugend von 14-16 Jahren. Mit 39 Textbildern

von Willy Planck. 8°. Eleg. geb. M. 4.--.

Die Fremdenlegion hat in den letzten zehn Jahren ungefähr gerade so

viel Opfer an jungen Deutschen gefordert, wie der ganze Krieg von

1870/71.

Ein Buch, das wie das vorliegende der Jugend in gänzlich einwandfreien

aber wahrheitsgetreuen Schilderungen Einblick in die so eigenartigen

Sitten und Gebräuche der Fremdenlegion bietet, verdient die weiteste

Beachtung. In spannend gehaltener Erzählung folgt der Leser drei

jungen Deutschen auf ihren schwierigen Märschen und Feldzügen unter

französischer Fahne als Legionäre nach Asien und Afrika und nimmt so

regen Anteil an deren Erlebnissen. Diese Enthüllungen dürften dazu

beitragen, volle Aufklärung über das Wesen der Fremdenlegion zu bieten

und den breiten Strom alljährlich zur Legion sich meldender junger

verblendeter Männer vor dem Eintritt in dieselbe zu warnen.

Das Buch ist sehr zu empfehlen und wird allgemeines Interesse erregen.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.

=Fridtjof Nansens Erfolge.= Ergebnisse seiner letzten

Nordpol-Expedition an Bord des »Fram«. Allgemein faßlich

dargestellt von ~Eugen von Enzberg~. Mit 8 Voll- und 25

Textbildern nach Aquarellen von ~H. Grobet~, 2 Bildnissen der

Expeditionsteilnehmer, sowie einer Karte der Polarländer. Vierzehnte

durchgesehene Auflage. 8°. Eleg. geb. M. 4.50, Volksausgabe M. 3.--.

Kulturhistorische Charakterbilder · 第 17 / 18 段