III. Weitere Folgerungen.

Durch die im zweiten Abschnitt entwickelte Annahme, dass neu erworbene

Eigenschaften des Individuums auch durch materielle Veränderungen von

der Erbmasse der Zelle festgehalten und so zu einem bleibenden Besitz

werden, der auf spätere Generationen mit vererbt wird, lässt sich

die im ersten Abschnitt erörterte Lehre von der Vererbung ererbter

Eigenschaften noch von einer anderen Seite her beleuchten. Ueberhaupt

lässt sich dem ganzen Entwicklungsprocess mit seiner Continuität der

sich ablösenden Generationen noch ein tieferes Verständniss abgewinnen.

Es ist klar, dass, wenn die neu erworbenen Eigenschaften eines

Individuums als Bestandtheil in die Erbmasse seiner Zellen eingehen

und als ein dauernder Besitz späteren Generationen überliefert werden

können, auch die von ihm ererbten Eigenschaften sich als ein Besitz

betrachten lassen, der erst allmählich von früheren Generationen der

Art im Laufe des grossen Entwicklungsprocesses der Natur in Anpassung

an äussere Ursachen erworben worden ist.

Die Erbmasse -- so können wir, dem angeregten Ideengang folgend, weiter

schliessen -- ist von kleinen Anfängen aus Schritt für Schritt um neue

Glieder bereichert worden, hat ihr materielles Gefüge von Generation

zu Generation verändert, immer neue Eindrücke in sich aufnehmend, dem

Gehirn vergleichbar, das immer neue Reihen von Gedächtnissbildern und

daraus abgeleiteten Vorstellungen in seiner Substanz festhält.

Von solchem Standpunkt aus erscheint uns erst in ihrer wahren

Bedeutung die besonders von der ~Darwin~’schen Schule ausgebildete

grossartige Auffassung, dass die ganze Formenreihe, welche ein höherer

Organismus vom einfachen Ei- bis zum complicirtesten Endzustand in

gesetzmässiger Stufenfolge durchläuft, nichts Anderes ist als eine

Wiederholung des Entwicklungsprocesses, welchen die Art im Laufe vieler

Erdperioden durchgemacht hat von dem Stadium der einfachen Zelle an

allmählich emporsteigend zur Zellgemeinde, durch die Form der Blastula

zur Gastrula, vom Fischstadium sich erhebend zum landbewohnenden

Wirbelthier etc.

+Im Besitz des Erbes zahlloser Generationen entfaltet die Eizelle

die ererbten Anlagen, indem sie aus innern Ursachen und dabei in

beständigem Verkehr mit der Aussenwelt in ähnlicher Weise wieder

wächst, in welcher sich die Art in steter Wechselwirkung mit der

Aussenwelt, -- also angepasst an sie, -- entwickelt hat.+

So erscheint denn die Ontogenie eines Individuums, wie es nach

~Haeckel~’s +biogenetischem Grundgesetz+ heisst, als eine kurz

gedrängte Recapitulation der Phylogenie, oder die individuelle

Entwicklungsgeschichte wiederholt nur die Stammesgeschichte.

„Die Entfaltung der Anlagen des Idioplasmas,“ bemerkt ~Nägeli~, das

biogenetische Grundgesetz in seiner Weise ausdrückend, „hält sich

im Grossen und Ganzen an die phylogenetische Ordnung. Indem der

ontogenetisch sich entwickelnde Organismus nach einander die Stadien

durchläuft, welche sein phylogenetischer Stamm durchlaufen hat, kommen

die idioplasmatischen Anlagen in derjenigen Folge zur Verwirklichung,

in der sie entstanden sind.“

Nach der Ausdrucksweise von ~Hering~ „steht so schliesslich jedes

organische Wesen der Gegenwart vor uns als ein Product des unbewussten

Gedächtnisses der organisirten Materie, welche immer wachsend und

immer sich theilend, immer neuen Stoff assimilirend und anderen der

anorganischen Welt zurückgebend, immer Neues in ihr Gedächtniss

aufnehmend, um es wieder und wieder zu reproduciren, reicher und immer

reicher sich gestaltete, je länger sie lebte“.

„Die ganze individuelle Entwicklungsgeschichte eines höher organisirten

Thieres bildet aus diesem Gesichtspunkt eine fortlaufende Kette von

Erinnerungen an die Entwicklungsgeschichte jener grossen Wesenreihe,

deren Endglied dieses Thier bildet; und wie eine verwickelte

Wahrnehmung durch eine flüchtige und so zu sagen oberflächliche

Reproduction lange und mühsam eingeübter Hirnprocesse zu Stande

kommt, so durchläuft der sich entwickelnde Keim schnell und nur

andeutungsweise eine Reihe von Phasen, die von der Wesenreihe, deren

Abschluss er bildet, während eines unabsehbar langen Lebens nur

Schritt für Schritt zur Entwicklung und Fixirung im Gedächtniss der

organisirten Materie gelangten.“

Am Schluss dieses Abschnittes muss ich noch einmal zur Verhütung von

Missverständnissen, welche sich auf diesen schwierigen Gebieten leicht

einstellen, ausdrücklich hervorheben, dass ich, dem von ~Hering~

angeschlagenen Gedankengang folgend, nur hervorheben wollte, wie

zwischen den wunderbaren Eigenschaften der Erbmasse und den nicht

minder wunderbaren Eigenschaften der Hirnsubstanz eine „entfernte

Analogie“ -- (siehe Seite 245) -- besteht.

Dass diese Analogie keine Identität ist, braucht für den Einsichtigen

kaum bemerkt zu werden; +denn wie die materiellen Grundlagen der

Hirnsubstanz und der Erbmasse grundverschiedene sind, so sind auch

die in beiden ablaufenden Processe verschiedener Natur+; daher ich

im Allgemeinen auch nicht empfehlen kann, das für die Hirnphänomene

gebrauchte Wort „Gedächtniss“ und „Erinnerung“ auf das Vermögen der

Erbmasse, Reihen von Zuständen festzuhalten und wieder zu reproduciren,

einfach zu übertragen. Dagegen halte ich den Vergleich für

ausserordentlich lehrreich, weil er uns hinweist auf Eigenschaften der

organisirten Substanz, von welchen uns die anatomisch-physiologische

Untersuchung nichts lehren kann, von welchen uns aber das Studium

unserer eigenen Bewusstseinsvorgänge oder die Psychologie Kunde gibt.

In beiden Fällen lässt sich der Process auf seine allgemeinste

Formel zurückführen, wenn wir sagen: Aeussere Ursachen üben auf

ein zusammengesetztes organisches System Wirkungen aus, die in ihm

aufbewahrt und zu inneren Ursachen werden, die sich in der Folge wieder

in abgeleiteten Wirkungen innerhalb des Systems manifestiren und zu

ihrer Erklärung herangezogen werden müssen.

Wenn ein Erinnerungsbild an Ereignisse, die längst abgelaufen sind

und daher nicht mehr unmittelbar auf uns wirken können, trotzdem

aus inneren Ursachen von der Hirnsubstanz reproducirt wird, so

offenbart sich uns darin die Macht des Gedächtnisses oder des

Erinnerungsvermögens der organisirten Substanz.

Wenn embryonale Processe, abgelöst vom unmittelbaren Eingreifen

äusserer Ursachen, als Folge innerer Ursachen, die auf der

eigenthümlichen, im Laufe der Stammesgeschichte langsam erworbenen

Organisation der Erbmasse beruhen, in zweckmässiger Weise Organe

schaffen, die wie Auge und Ohr für äussere, erst später eintretende

Einwirkungen im Voraus berechnet sind, so offenbart sich uns darin

das Wesen der Vererbung, jener Fähigkeit der organischen Substanz,

Einwirkungen der Aussenwelt, die sie einmal erfuhr, als einen

Bestandtheil in ihr System mit aufzunehmen und in eine Anlage

umzuwandeln, bereit, sich bei Gelegenheit zu entfalten, gleichwie das

im Gedächtniss der Hirnsubstanz aufbewahrte Erinnerungsbild wieder

lebendig werden kann.

Wir haben jetzt eine allgemeine Formel gewonnen, mit welcher sich das

am Eingang des Abschnittes aufgeworfene Problem beantworten lässt,

wie es zu erklären sei, dass in der Entwicklung eines Organismus die

Organe in ihrer späteren Form meist angelegt werden, lange Zeit ehe

sie in Function treten, Speicheldrüsen, ehe Speichel abgesondert wird,

mechanische Structurtheile, wie Knochen, noch bevor sie Zug und Druck

auszuhalten haben, Augen und Ohren, noch bevor die Bedingungen zu sehen

und zu hören für sie vorhanden sind etc.

Es liegt hier klar auf der Hand, dass die Entwicklung der genannten

Theile sich weder mit dem Satze vom Gebrauch und Nichtgebrauch der

Theile, noch in irgend einer anderen Weise durch unmittelbare Bewirkung

durch äussere Ursachen erklären lässt, sondern es müssen hier zur

Erklärung innere Ursachen herangezogen werden, in welchen sich die

Macht der Vererbung oder die Entfaltung von Anlagen der Erbmasse

offenbart; das heisst, wir müssen sagen: während der Entwicklung nehmen

die embryonalen Theile diese und jene für besondere Gebrauchsweisen

berechnete Formen an, weil letztere im Laufe der Stammesgeschichte

von den vorausgegangenen Generationsreihen allmählich erworben und

durch einen bleibenden Eindruck in dem materiellen System der Erbmasse

festgehalten worden sind.

Zur Zeit sind wohl alle Versuche als aussichtslos zu betrachten,

einen Mechanismus oder eine Structur der organisirten Substanz sich

auszuklügeln, vermöge deren die Erscheinungen des Sinnengedächtnisses

und die Erscheinungen der Vererbung erworbener Charaktere durch die

Zelle sich mechanisch erklären lassen.

Beim Gehirn sind wir zwar in den feineren Bau schon tief

eingedrungen; zahlreiche Ganglienzellen und noch zahlreichere feinste

Nervenfibrillen sind nachgewiesen und in ihren gegenseitigen

Verbindungen studirt worden. Gleichwohl bleibt es nach wie vor ein

Räthsel, wie die organisirte Substanz Eindrücke der Aussenwelt in

Zeichen festzuhalten und aus ihnen wieder nach langer Zeit früher

Erfahrenes zu reproduciren vermag; namentlich aber ist uns der

Mechanismus absolut unvorstellbar, vermittelst dessen Reihen von

Eindrücken in der Zeitfolge wieder gesetzmässig verbunden werden

können, wie im Gedächtniss eines Klavierspielers sich in Blitzeseile

Accord an Accord anschliesst und wie Muskelgruppen der Hand zu den

complicirten Bewegungen veranlasst werden.

Von der Erbmasse ist uns die feinere Organisation, da sie ganz dem

Moleculargebiet angehört, absolut unbekannt. ~Nägeli~ und ~Weismann~

haben zwar den Versuch gemacht, sich eine Organisation auszudenken. Um

zu beurtheilen, was durch solche Versuche erreicht werden kann, möge

man erwägen, was vor 100 Jahren wohl ein Forscher zu Wege gebracht

haben würde, der sich vorgenommen hätte, auf speculativem Wege die

Zellen- und Gewebelehre zu erfinden und die Wirkungsweise der Organe

aus ihrer elementaren Zusammensetzung zu begreifen!

Wir haben es daher vorgezogen, uns in dieser Frage nur sehr vorsichtig

auszudrücken und nur die Vermuthung auszusprechen, dass die Substanz,

welche so verwickelte Erscheinungen hervorzurufen im Stande ist,

eine sehr complicirte micellare Organisation oder einen Aufbau aus

zahlreichen, verschiedenartigen, selbstthätig wachsenden und sich

vermehrenden Elementareinheiten (Idioblasten oder Bioblasten) aufweisen

müsse. Aber es ist gar nicht ausgeschlossen, dass das Verfahren, wie

die Natur ihre Wirkungen hervorbringt, ein viel einfacheres oder

wenigstens ein anders geartetes ist, als wir uns vorstellen.

Weniger schwierig ist es vielleicht zu verstehen, dass die

in der Erbmasse vorhandenen Anlagen sich zeitlich in einer

gewissen Reihenfolge entfalten müssen. Denn hier bietet uns der

Entwicklungsprocess selbst einen Anhalt dar, indem er lehrt, dass sich

die Anlagen in demselben Maasse entfalten, als die Anlagesubstanz durch

Vermehrung der Zellen wächst.

Durch fortschreitende Vermehrung der Zellen werden durch ihr

Zusammenwirken immer neue embryonale Zustände geschaffen, in derselben

Reihenfolge, wie sie in der Stammesgeschichte entstanden sind. +Die

einzelnen Zellen werden zu einander und zu ihrer äusseren Umgebung

in neue Bedingungen gebracht, durch welche die in ihnen latenten

Anlagen geweckt werden.+ Die jeweilig von einer Zelle zu verrichtende

Function wird in erster Linie, wie ~Vöchting~ sich ausdrückt, durch den

morphologischen Ort bestimmt, den sie an der Lebenseinheit einnimmt.

Ihre ungleiche Differenzirung ist, um einen Ausdruck von ~Driesch~ zu

gebrauchen, „eine Function des Ortes“.

In den Capiteln X-XII, welche von den inneren Factoren des

Entwicklungsprocesses handeln, wurde auf diesen Umstand schon

ausdrücklich hingewiesen.

In demselben Sinne bemerkt ~Nägeli~: „Mit dem wichtigen Umstande, dass

die idioplasmatischen Anlagen in derselben Folge zur Verwirklichung

kommen, in der sie entstanden sind, steht der andere, vielleicht nicht

minder bemerkenswerthe Umstand in Verbindung, dass das Idioplasma

bei der ontogenetischen Entwicklung sich successive in anderer

morphologischer, theilweise auch in anderer physiologischer Umgebung

befindet, und zwar jeweilen in derjenigen Umgebung, welche mit jener

analog ist, in der die Anlage, die sich zunächst entfalten soll,

entstanden ist. Es ist aber selbstverständlich, dass die Beschaffenheit

der umgebenden Substanz nicht ohne Einfluss auf die Entfaltung der

idioplasmatischen Anlagen sein kann.“

+Zusatz 1 zu Seite 240.+

Betreffs der physiologischen Erklärung des Vorganges, durch welchen

Immunität des Körpers gegen verschiedene Gifte entstehen kann, habe ich

mir eine andere Meinung als ~Ehrlich~ gebildet.

Nach ihm beruhen die Erscheinungen darauf, dass im Blute besondere

Substanzen entstehen, welche die Wirkungen des Giftes vollkommen

aufheben, wahrscheinlich durch Zerstörung desselben. ~Ehrlich~ nennt

sie daher +Antikörper+. In dem Maasse, als sie im Blute vorhanden sind

und neugebildet werden, steigt die Immunität; so wird die giftige

Wirkung des Ricins und des Abrins durch ein Antiricin und ein Antiabrin

aufgehoben.

Nach den Ansichten von ~Ehrlich~ können daher Thiere, denen man Serum

eines anderen Thieres, welches Antiricin enthält, zu wiederholten Malen

einspritzt, immun gegen das Ricingift werden.

Mir erscheint „die Hypothese der Antikörper“ nicht sehr wahrscheinlich;

vielmehr nehme ich an, dass das in die Säftemasse des Körpers

einverleibte und in geringen Mengen überall vertheilte Gift direct

auf die Zellen einwirkt und sie zu Gegenwirkungen veranlasst, wodurch

sie allmählich gegen stärkere Giftdosen gefestigt, also bis zu einem

gewissen Grade immun werden.

Wenn die Immunität ein bleibender Erwerb sein soll, so muss der ganze

Stoffwechsel der Zelle und damit auch ihre feinere Organisation

bleibend verändert sein; auch das Idioplasma muss in die Veränderung

mit hineingezogen und gewissermaassen um eine neue Eigenschaft, die

neue Anlage, bereichert werden. Erst in letzterem Falle ist eine

Immunität gegen gewisse Gifte zu einer erblichen Eigenschaft des

Organismus geworden.

Die Anpassung des Organismus an chemische Stoffe scheint mir im Princip

auf einem ähnlichen Vorgang zu beruhen, wie die Anpassung an hohe

Temperaturgrade.

Eine Pflanzenzelle, welche sich lange Zeit in einer Temperatur von

0 °C. befunden hat, geht zu Grunde, wenn sie plötzlich auf 30 °C.

erwärmt wird. Einem Temperaturintervall von 30 °C. ist ihre ganze

Organisation nicht angepasst. Wohl aber kann sie „+wärmefest+“

gemacht werden, wenn die Temperatur von 0° allmählich ansteigend

auf 30° erhöht wird. Denn jetzt hat der Zellenorganismus Zeit, den

äusseren Veränderungen in der Wärme mit entsprechenden Gegenwirkungen

zu antworten, das heisst: seine Organisation den neuen Bedingungen

anzupassen.

Die Immunisirung anderer Thiere durch Serum von Thieren, die vorher

künstlich immun gemacht sind, betrachte ich daher auch von einem

anderen Gesichtspunkte aus, als es gewöhnlich geschieht.

Nicht Antikörper, welche sich im Blut des immun gemachten Thieres

gebildet haben, sind im „Heilserum“ das immunisirende Princip, sondern

die ursprünglichen Giftkörper selbst, welche sich in refracta dosi

in der Säftemasse des immun gemachten Thieres noch erhalten haben

und nun auf die Zellen des zweiten Organismus einwirken. Wie es

scheint, werden den Säften einverleibte Eiweisskörper, wie Ricin,

Abrin, Bakterienproteïne etc., durch die Nieren nicht sofort wieder

ausgeschieden; es ist schliesslich +ihre+ Wirkung, welche man den

Antikörpern zuschreibt.

Als therapeutische Methode will es mir daher auch viel rationeller

erscheinen, anstatt mit „Heilserum“ mit den chemischen Präparaten der

Giftstoffe, wo sich solche herstellen lassen, direct zu immunisiren.

Denn das Serum eines Thieres an sich ist für einen anderen Organismus

doch gewiss kein Heilmittel, ja vielleicht noch nicht einmal ein

ganz indifferentes Mittel (siehe Seite 213). Von theoretischen

Gesichtspunkten aus kann es gerade nicht als ein Vortheil betrachtet

werden, das eigentlich immunisirende Princip mit Serum zu verbinden.

Nehmen wir ein Beispiel. Wer einen Organismus gegen Ricin immun machen

will, verfährt rationeller, wenn er ihm täglich +kleinste+ Ricinmengen

in allmählich steigender Dosis einverleibt, als wenn er ihn mit Serum

bereits ricinfest gemachter Thiere behandelt. Denn in diesem Serum ist

das immunisirende Princip auch nur das Ricin, welches aus dem ricinfest

gemachten Thiere noch nicht ausgeschieden ist.

+Zusatz 2 zu Seite 245.+

In dem Buch „Die Zelle“ (Seite 272) habe ich ~Spencer~’s physiologische

Einheiten in eine Linie mit den Keimchen von ~Darwin~, den Pangenen

von ~de Vries~ und den Micellgruppen des Idioplasmas von ~Nägeli~

gestellt. Ich bin hierzu durch die Bemerkung von ~Spencer~ veranlasst

worden, dass seine „physiologischen Einheiten“ eine Mittelstellung

zwischen Zellen und chemischen Molecülen einnehmen. Da indessen die

„physiologische Einheit“ ~Spencer~’s das Vermögen hat, das Ganze von

Neuem aufzubauen, so fällt sie vielmehr unter den von mir aufgestellten

Begriff der Artzelle, oder genauer, sie entspricht der Substanz in der

Artzelle, welche Träger der Arteigenschaften ist, also einem Stückchen

des Idioplasmas von ~Nägeli~.

Literatur zu Capitel XVI und XVII.

1) =Darwin.= _Das Variiren der Thiere und Pflanzen. Bd. II. Vererbung.

Cap. 12–15. Provisorische Hypothese der Pangenesis. Cap. 27. 1873._

2) =Detmer.= _Zum Problem der Vererbung. Pflüger’s Archiv Bd. XLI.

1887._

3) =Ehrlich.= _Experimentelle Untersuchungen über Immunität. I. Ueber

Ricin. II. Ueber Abrin. Deutsche medic. Wochenschr. XVII. Jahrg. S. 976

u. 1218. 1891._

4) _+Derselbe+. Ueber Immunität durch Vererbung und Säugung. Zeitschr.

f. Hygiene u. Infectionskrankh. Bd. XII S. 183–205. 1892._

5) =Eimer.= _Die Entstehung der Arten auf Grund von Vererben erworbener

Eigenschaften nach den Gesetzen organischen Wachsens. Jena 1888._

6) =C. Emery.= _Gedanken zur Descendenz- und Vererbungstheorie.

Biologisches Centralbl. Bd. XIII. 1893._

Die Zelle und die Gewebe (Vol. 2/2) · 第 188 / 225 题