„+Gesetz der physiologischen Arbeitstheilung+“.
Das zum Verständniss der organischen Entwicklung ausserordentlich
wichtige Gesetz ist von ~Milne Edwards~ aufgestellt, von ~Bronn~ und
~Ernst Haeckel~ weiter durchgeführt, namentlich aber von ~Herbert
Spencer~ in philosophisch-kritischer Weise am ausführlichsten
bearbeitet worden.
~Milne Edwards~ hat zuerst darauf aufmerksam gemacht, dass bei der
Entwicklung der Organismen, bei der Sonderung des Körpers in Organe
und Gewebe sich analoge Processe vollziehen wie bei der Entwicklung
der menschlichen Gesellschaft, in welcher mit zunehmender Cultur
die sociale Arbeitsleistung eine immer grössere und vollkommenere,
zugleich aber auch die mannigfaltige Arbeit in sehr verschiedener
Weise auf die einzelnen Individuen vertheilt wird. Daher der Name
„+Arbeitstheilung+“, welcher von der menschlichen Gesellschaft auf die
analogen Erscheinungen im Organismenreich übertragen worden ist.
a. +Die Arbeitstheilung in der menschlichen Gesellschaft als
Vergleichsobject.+
Da die Arbeitstheilung in der menschlichen Gesellschaft zur Erläuterung
des Processes, mit welchem wir es hier zu thun haben, besonders
geeignet ist, wollen wir zuerst ihr Wesen kurz aus einander setzen.
Als isolirtes Wesen nach Art eines Robinson muss der Mensch in seinem
Verkehr mit der Natur durch Ausübung der verschiedensten Thätigkeiten
für alle Bedürfnisse des Lebens selbst sorgen, muss sich aus eigener
Kraft in dieser oder jener Weise Nahrung, Kleidung und Schutz
verschaffen. Er gleicht einer einzeln lebenden Zelle, die auch, um
erhaltungsfähig zu bleiben, stets nach vielen Richtungen functioniren
muss.
Aus diesem niederen, thierähnlichen Zustand hat sich der Mensch
zu höheren Stufen der Cultur erst als Glied einer menschlichen
Gemeinschaft erheben können; +durch den Verband mit Anderen wachsen
ihm gewissermaassen neue Fähigkeiten+ zu, werden seine Anlagen zu viel
grösserer Vollkommenheit in überraschender Weise entwickelt. Denn
besser als es der Einzelne vermag, kann eine sociale Gemeinschaft
die Natur zu ihrem Vortheil ausnutzen. +Auf Grund der in ihr sich
ausbildenden Gegenseitigkeit+ wird jetzt der Einzelne in die Lage
versetzt, seine Arbeitskraft in +einer+ bestimmten Richtung, wie es
zuvor nicht möglich war, zu concentriren und durch die häufige Ausübung
derselben Thätigkeit eine grössere Fertigkeit in ihr zu erlangen; er
kann so ohne grössere Mühe in einer Richtung mehr und vollkommenere
Arbeit leisten, von dem für ihn daraus erwachsenden Ueberschuss an
Andere abgeben und von ihnen dafür Gegenwerthe in anderer, von ihm
selbst nicht verrichteter Arbeit entgegen nehmen.
Je mehr die Arbeitstheilung in verschiedenen Richtungen Platz
greift, und je mehr sich ein innigeres auf sie basirtes
Gegenseitigkeitsverhältniss der Einzelnen unter einander entwickelt,
um so mehr wird die Lebenshaltung innerhalb der ganzen Gemeinschaft
auf eine höhere Stufe gehoben; ein um so höherer Grad von Cultur wird
erreicht.
Zur Entwicklung einer grösseren Arbeitstheilung ist indessen noch
erforderlich, dass die menschliche Gemeinschaft nach dem von uns oben
aufgestellten ersten Gesetz (S. 76) zu der umgebenden Natur in festere
und gleichbleibende Beziehungen tritt. Denn erst in dieser Weise
kann die Aussenwelt auf die einzelnen Glieder der Gemeinschaft die
verschiedenen +differenzirenden Wirkungen+ ausüben, wie dies früher
schon für die Zelle nachgewiesen wurde.
Bei einem Nomaden- und Jägervolk, welches seinen Wohnplatz häufig
wechselt und sich dadurch in immer wechselnden Beziehungen zur
umgebenden Natur befindet, ist keine Gelegenheit zu einer tiefer
greifenden Arbeitstheilung gegeben. Eine solche bildet sich dagegen
Schritt für Schritt aus, sowie ein Volksstamm sesshaft geworden ist und
anfängt, die verschiedenartigen Gelegenheiten zum Nahrungserwerb und
zur Lebenserhaltung auszunutzen, welche ihm die umgebende Natur mit
ihren reichen Schätzen darbietet. Je nach dem Orte seiner Ansiedelung
beginnt der eine den Boden zu cultiviren, um von ihm mehr Früchte zu
beziehen, der Andere treibt Thierzucht, ein Dritter, am Fluss- oder
Seeufer angesiedelt, übt Fischfang, ein Vierter die Jagd. Bald tritt
der Stand der Händler hinzu, um die Früchte der Culturarbeit zwischen
den einzelnen, über ein grösseres Landgebiet zerstreuten Genossen
eines Stammes auszutauschen. Mit der Entwicklung des Handels bilden
sich allmählich auch Handelsplätze und Märkte, Handelswege und Mittel
des Transportes aus. Der Kahn des Fischers wird zum Schiff, das den
Handel auch auf grössere Entfernungen vermittelt und fremdartige, durch
Umtausch erworbene Producte von weither dem Markte zuführt.
Durch Anpassung an die verschiedenen Erwerbsgelegenheiten, die ein
Land darbietet, hat sich die menschliche Gesellschaft schon auf
frühen Stufen der Cultur in Ackerbauer, Viehzüchter, in Fischer,
Händler, Seefahrer etc., in Land- und Stadtbewohner gegliedert.
Mit der Theilung der Arbeit ist die grössere Ausnutzung der
Schätze der umgebenden Natur ermöglicht, durch den Austausch der
Arbeitsproducte ein Glied der Gesellschaft vom anderen abhängig,
zugleich aber auch die Lebenshaltung, die Art, sich zu ernähren, zu
kleiden und zu wohnen, auf eine höhere Stufe gehoben worden. Ferner
hat sich an Stelle der Gleichartigkeit einer Nomadenbevölkerung eine
verschiedenartige Structur in der Gesellschaft ausgebildet, indem
der Ackerbauer, der Viehzüchter, Jäger, Fischer, Händler, Seefahrer
etc. sich durch ihre besonderen Lebensgewohnheiten, Fertigkeiten und
Charaktereigenthümlichkeiten von einander unterscheiden.
In manchen Fällen scheint der Process, der aus einem Aggregat
gleichartiger Theile Ungleichartiges schafft, wenn er einmal
eingeleitet ist, unaufhaltsam fortzuschreiten und zu immer neuen
Complicationen zu führen. Wie jeder weiss, hat im Lauf der
Culturentwicklung die Arbeitstheilung und die mit ihr verbundene
Differenzirung der menschlichen Gesellschaft in den Culturstaaten
eine ganz wunderbare Ausdehnung und Höhe, wenn auch noch lange
nicht ihren Abschluss erreicht. Immer neue Schätze lernt der Mensch
der Natur abgewinnen, und jede derartige neue Beziehung, die zur
Aussenwelt geknüpft wird, ist ein Mittel zu neuer Arbeitstheilung und
Differenzirung und zu weiteren Culturfortschritten.
Wenn in einer Gegend ein ergiebiges Kohlenlager oder Eisenerze oder
Gänge von edlen Metallen entdeckt werden, so beginnen ausgedehnte
Schichten der Bevölkerung, wie in Schlesien und Westphalen, sich dem
Bergbau, der Eisengewinnung und Maschinenfabrication zuzuwenden.
Jährlich rufen neue Entdeckungen auf dem Felde der Naturwissenschaften
bald diese, bald jene Industrie mit neuen besonderen Arbeitsweisen,
chemische, elektrotechnische Fabriken etc. ins Leben.
b. +Die Arbeitstheilung im Zellenaggregat.+
Wir sind jetzt in der Lage, die Frage, die wir am Eingang dieser
Betrachtung aufwarfen, zu beantworten: Warum die einzelne Zelle
erst durch den Verband mit anderen die Möglichkeit zu Metamorphosen
gewinnt, die an ihr nicht eintreten können, solange sie ein isolirtes
Lebewesen bleibt. Die Erklärung bietet uns auch hier das Gesetz der
Arbeitstheilung, welches in einer Gemeinschaft von Zellen sich in
ähnlicher Weise geltend macht wie in einer menschlichen Gemeinschaft
und ähnliche Erscheinungen wie in dieser hervorruft.
Auch die Zellen treten gewissermaassen in einen Tauschverkehr mit
einander; sie können in einseitiger Weise besondere Verrichtungen
ausführen, aus denen auch die anderen Theile der Gemeinschaft Nutzen
ziehen, wofür sie wieder durch Leistungen der übrigen Zellen in dieser
und jener Weise gleichsam entschädigt werden. Denn vermittelst der
anatomisch-physiologischen Grundlagen, die im vierten Capitel erörtert
wurden, übt jede Zelle im Aggregat auf die anderen bald stärker,
bald schwächer, bald in dieser, bald in jener Weise je nach Lage und
Entfernung Wirkungen aus.
Als Theile einer höheren Lebenseinheit können sich die Zellen in
ihren Functionen ergänzen, indem die eine Zelle eine Function mit
übernimmt, welche bei einer anderen verkümmert ist. In Folge dieser
Wechselbeziehungen können sich jetzt auch differenzirende Wirkungen
der Umgebung an einzelnen Zellen und Zellengruppen geltend machen,
die nicht möglich wären, wenn die Zelle zur Erhaltung ihres Lebens
in der vielseitigen Weise wie ein isolirtes Lebewesen functioniren
müsste. Auch die Zelle wird erst als Glied einer Gemeinschaft in die
Lage versetzt, unter den Einflüssen der Aussenwelt sich in einer
Hauptrichtung einseitig zu entwickeln, eine Hauptfunction oft bis
zum Extrem nebst einer ihr entsprechenden specifischen Structur
auszubilden, unter theilweiser Verkümmerung anderer zum Leben
erforderlicher Functionen, für deren Ausfall dann Ersatz durch andere
Zellen geschaffen wird.
Für diese wichtige Wahrheit bietet uns die Pflanzenzelle mit ihrem
Chlorophyllapparat ein sehr lehrreiches und leicht verständliches
Beispiel, das schon oben (S. 79) kurz erwähnt wurde und jetzt noch
weiter ausgeführt werden soll. Für die Ernährung einer Pflanze ist es
unbedingt nothwendig, dass sie Chlorophyll besitzt, und zwar in einer
Lage, in welcher es vom Licht getroffen werden kann. Denn nur unter
diesen Bedingungen kann die Pflanzenzelle die Kohlensäure der Luft
zersetzen und zum Aufbau von Kohlenhydraten verwenden. Eine einzellige
Pflanze darf daher, wenn wir von einigen Gruppen von Schmarotzern
absehen, ihren Chlorophyllapparat nicht verlieren und kann nur unter
Bedingungen existiren, unter denen er functioniren kann, wozu der
Einfluss des Lichtes gehört. In einer Zellengemeinschaft dagegen kann
ein Theil der Zellen ohne Schaden das Chlorophyll verlieren, wenn
nur ein anderer Theil es behält und für die Ernährung der ersteren
durch fertiggebildete Kohlenhydrate sorgt. Die von Chlorophyll frei
gewordenen Zellen können daher auch unter Bedingungen leben, wo das
Licht fehlt, und wo die einzelne Pflanzenzelle absterben muss. Bei den
meisten höheren Pflanzen ist denn auch als Folge äusserer Einwirkungen
eine Sonderung in chlorophyllhaltige und chlorophyllfreie Zellen
erfolgt, indem ein Theil von ihnen in Lagen gekommen ist, wo er nicht
mehr vom Sonnenlicht getroffen werden kann.
Auf diese Weise lassen sich als das Resultat einer durch äussere
Einwirkungen hervorgerufenen Arbeitstheilung zwei tief eingreifende
und wichtige Sonderungsprocesse verstehen, die bei den meisten
Pflanzen während ihrer Entwicklung eintreten. Der eine Process ist die
Sonderung in oberirdische, grüne und unterirdische, chlorophyllfreie
Organe. Wurzeln haben in den Erdboden eindringen und unter Verlust
des Chlorophylls im Dunkeln existiren können, weil sie mit den
Nahrungsstoffen, die sie selbst zu bilden ausser Stande sind, von den
oberirdischen, grünen Zellen versorgt werden. Aber auch diese sind
wegen ihrer räumlichen Trennung vom Boden, um gedeihen zu können,
wieder in anderer Beziehung auf die Wurzelzellen angewiesen, von
welchen sie Wasser und Salze zugeführt erhalten.
Der zweite Gegensatz hat sich an oberirdischen Pflanzenorganen, überall
da, wo sie eine beträchtlichere Dicke erreichen, aus gleichen Ursachen
wie oben ausgebildet. Nur an der Oberfläche sind die Zellen, soweit
als der Lichtstrahl mit einer gewissen Stärke noch in die Tiefe wirken
kann, grün geblieben, im Innern des Stammes und dickerer Aeste dagegen
haben sie wieder ihr Chlorophyll verloren und müssen daher von den
ersteren mit ernährt werden. Selbst an den Blättern, welche doch dem
Assimilationsprocess in allererster Linie dienen, tritt der durch das
Licht direct veranlasste histologische Gegensatz zwischen Aeusserem
und Innerem auf, wenn sie eine erheblichere Dicke erreichen, wie bei
den Sedumarten und den Cacteen. Nur bis zu einer gewissen Tiefe sind
die Zellen des Blattes grün, werden dann immer chlorophyllärmer und
schliesslich ganz farblos wie in den Wurzeln, da in das Innere des
Blattes das Licht nur sehr stark abgeschwächt eindringt.
Noch in vielen anderen Beziehungen gestattet der Process der
Arbeitstheilung und der mit ihr zusammenhängenden Differenzirung
Parallelen zwischen der Organisation der menschlichen Gesellschaft
und der Zellengemeinschaften zu ziehen. Wie in den am meisten
vorgeschrittenen Culturstaaten die Arbeitstheilung schliesslich eine
unendlich mannichfaltige und kaum noch zu übersehende geworden ist
und noch weiterer Complicationen fähig ist, so hat sie auch im Körper
der höheren Thiere eine ganz erstaunliche Verschiedenartigkeit von
Functionen hervorgerufen.
Manche Zellen sind besonders reizempfindlich geworden, entweder
gegen Licht, oder gegen Schall, oder mechanische Berührung, oder
gegen Wärme, oder gegen chemische Stoffe in gasförmigem oder in
flüssigem Zustand. Andere zeichnen sich durch das Vermögen aus, ihre
Form durch Zusammenziehung zu verändern; wieder andere scheiden
Verdauungssäfte entweder dieser oder jener Art ab, Säfte zur Verdauung
von Kohlenhydraten, von Eiweisskörpern oder von Fett, andere dienen
zum Schutz, andere zur Stütze, wieder andere zum Transport der
Nahrungssäfte, andere zur Fortpflanzung etc.
Ferner haben die einzelnen Zellen und Zellengruppen nach unserem oben
(Seite 78) aufgestellten Princip, entsprechend der Sonderung ihrer
Functionen, auch entsprechende Structuren erhalten, durch welche
sie die besondere Arbeit verrichten, und welche wir daher als ihre
besonderen Arbeitsmittel bezeichnen können. Die Arbeitstheilung
hat somit zur Differenzirung in verschiedene Arten von Sinnes-
und Nervenzellen, in Muskelzellen, in Drüsenzellen, welche wieder
Speichel-, Schleim-, Leber-, Pancreas-, Talg-, Milch-, Nierenzellen
etc. sein können, in Zellen der zahlreichen Stützsubstanzen (Gallerte,
Knorpel, Knochen), in Gefässzellen, Fortpflanzungszellen etc. geführt.
Meist liegen gleichfunctionirende Zellen im Körper in Gruppen
beisammen, wie Menschen gleicher Arbeitsrichtung zu Ständen und
Berufsgenossenschaften verbunden sind. Wir bezeichnen dann solche als
ein Gewebe (Partes similares). In diesem Sinne sprechen wir von einem
Muskel-, Nerven-, Binde-, Epithelgewebe etc.
Auch der Mensch bildet sich gleich der Zelle bei dem Process der
Arbeitstheilung seine besonderen Arbeitsmittel und Werkzeuge,
freilich zum Theil in einer principiell anderen Weise. Während
die Zelle in und aus ihrer eigenen Leibessubstanz sich für
besondere Arbeitszwecke geeignete Structuren schafft, Muskel- und
Nervenfibrillen, Bindegewebsfasern und die chemisch verschiedenen
Arten der Stützsubstanzen etc., erwirbt zwar auch der Mensch sich
besondere, für eine Arbeitsleistung erforderliche Fertigkeiten; die
eigentlichen Arbeitsmaschinen und Werkzeuge aber lernt er der äusseren
Natur abgewinnen, indem er sie sich aus Eisen und Glas und anderen
unorganischen Stoffen oder aus Holz und anderen Mitteln, welche ihm
auch die organische Natur liefert, künstlich herstellt. Telegraphen-
und Telephondrähte werden zu den Nerven des gesellschaftlichen
Organismus, welche alle Theile desselben auf weiteste Entfernungen
hin in unmittelbarsten und raschesten Zusammenhang bringen. Den
Saftbahnen der Pflanzen und den Blutgefässen der Thiere entsprechend
bildet er sich seine besonderen Transportwege für den Nahrungs- und
Güteraustausch aus, schiffbare Canäle, Fahrwege, Dampf- und elektrische
Bahnen. Zahllos sind die Maschinen, Werkzeuge und Instrumente, welche
zur Ausführung besonderer Functionen der Gesellschaft dienen, zur
fabrikmässigen Erzeugung unzähliger Gebrauchsartikel, als Waffen
zum Schutz, als Hilfsmittel systematischer wissenschaftlicher
Durchforschung der Natur.
3. Drittes Gesetz. Entsprechend dem Grad ihrer Differenzirung wird die
einzelne Zelle zu einem unselbständigen und abhängigen Theil einer
übergeordneten Lebenseinheit. (Gesetz der physiologischen Integration.)
Bei der Besprechung des Gesetzes der physiologischen Arbeitstheilung
haben wir zum Schluss noch auf ein sehr wichtiges Verhältniss
einzugehen, welches ~Herbert Spencer~ als die +physiologische
Integration+ bezeichnet. In demselben Maasse nämlich, als in einer
Lebensgemeinschaft ein Theil eine besondere Leistung übernimmt
und dementsprechend differenzirt wird, tritt er in immer festere
Abhängigkeit zu den anderen Theilen oder zum Ganzen; er wird ihm
subordinirt oder integrirt; das heisst: er wird als wesentlicher Theil
in ein höheres Ganzes, in einen Organismus höherer Ordnung eingefügt,
wodurch er in demselben Maasse seine Selbständigkeit und unabhängige
Existenzfähigkeit verliert.
+Der Process der Arbeitstheilung, der zur Sonderung der Functionen
führt, findet so seine naturgemässe und nothwendige Ergänzung in dem
entgegengesetzten und ebenso wichtigen Process der Integration, durch
welche wieder die differenzirten und gesonderten Theile zu einer
untrennbaren höheren und vollkommeneren Lebenseinheit zusammengefasst
werden.+
Auch in dieser Beziehung bietet sich uns eine lehrreiche Parallele
zwischen den Erscheinungen der menschlichen Gesellschaft und eines
Zellenstaates dar. In wie hohem Maasse ist jeder Einzelne von uns in
seiner Lebenshaltung von dem Mitwirken unzähliger Anderer und von der
gedeihlichen Entwicklung des ganzen Staatengebildes abhängig, in seiner
Ernährung, seiner persönlichen Sicherheit, in seiner Ausbildung, seiner
Berufsthätigkeit? Wie werden ihm Störungen, die irgendwo im socialen
Organismus eintreten, eine Handelskrise, eine Arbeitseinstellung,
eine grössere Verkehrshemmung, sociale und politische Streitfälle,
in irgend einer Beziehung fühlbar? „Während auf den frühesten Stufen
gesellschaftlicher Entwicklung,“ bemerkt ~Herbert Spencer~, „sich
jede kleine Gruppe der Bevölkerung, ja oft jede einzelne Familie
ihre eigenen Lebensbedürfnisse verschaffte, existirt jetzt für jedes
Lebensbedürfniss und für jeden Luxusgegenstand ein verwickelter
Apparat von Gross- und Kleinhändlern, welcher durch seine verzweigten
Canäle die Gegenstände in das Bereich Aller bringt. Während jeder
einzelne Bürger ein Geschäft treibt, welches keineswegs unmittelbar
auf die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse abzielt, werden
doch diese persönlichen Bedürfnisse befriedigt durch eine allgemeine
Thätigkeit, welche von allen Seiten her die erforderlichen Dinge für
ihn und seine Mitbürger herbeischafft, -- eine Thätigkeit, welche ihre
eigenthümlichen Obliegenheiten nicht auch nur für wenige Tage ausser
Acht lassen könnte, ohne sich selbst und die Thätigkeit der meisten
anderen Menschen in Frage zu stellen.“
So ist bei genauerer Prüfung im Culturstaat der Einzelne trotz seiner
scheinbaren Freiheit und eines eingebildeten Gefühls der Unabhängigkeit
in Wirklichkeit zu einem sehr abhängigen Gliede eines übergeordneten,
socialen Organismus geworden.
In derselben Weise bildet sich im Zellenstaat, +dem Grad der
physiologischen Arbeitstheilung entsprechend, ein geringerer oder
höherer Grad von Integration aus+. Bei niederen Pflanzen und
Thieren, z. B. bei Moosen und Hydroidpolypen, bei welchen die Zellen
in geringerem Maasse in Gewebe und Organe geordnet sind, ist die
Abhängigkeit der einzelnen Theile eine entsprechend geringere. Es
können daher diese Organismen in Stücke zerlegt werden, von denen jedes
auch selbständig weiter zu leben und aus sich das Ganze zu regeneriren
vermag.
Je mehr aber, wie bei den höheren Thieren, eine unendlich complicirte
Arbeitstheilung, eine Sonderung in viele, sich gegenseitig ergänzende
und bedingende Gewebe und Organe eingetreten ist, um so mehr wird jeder
Theil dem Ganzen untergeordnet und +verliert die Möglichkeit, sich
selbst zu erhalten, sowie er vom Ganzen abgetrennt wird+. In diesem
Fall ist die Selbständigkeit der Zellen als Elementarorganismen so
aufgehoben, dass sie nur noch als untergeordnete und in Abhängigkeit
vom Ganzen functionirende Theile erscheinen. In ihrer Determination
sind sie zu einseitig wirkenden Werkzeugen geworden, die dem höheren
Organismus nur in einer durch ihre Structur begrenzten Weise dienen
und auf äussere und innere Reize jedesmal nur mit ihrer specifischen
Energie antworten. Eine Knochen- und Knorpelzelle kann nur als Stütze
dem Ganzen dienen; eine Drüsenzelle reagirt auf die verschiedensten
Reize, die sie treffen, durch Absonderung eines Secretes, welches
durch ihre besondere stoffliche Organisation bestimmt wird, ebenso die
Muskelzelle durch Contraction, die Nervenzelle durch Uebertragung von
Reizen.
In Folge der allmählich während der Entwicklung sich immer fester
ausbildenden Integration wird die Thätigkeit der Zellen durch Gesetze,
die im Bau des Gesammtorganismus liegen, unabänderlich und ohne Frage
festgelegt. Denn was geht im Organismus vor, wenn z. B. ein Reiz die
Netzhaut trifft und momentan eine energische Bewegung veranlasst?
Es wird der Reiz nach Regeln, die von vornherein feststehen, in
unzähligen Nervenfibrillen zum Centralorgan und von diesem weiter zu
Tausenden von Muskelfasern fortgepflanzt, die sich sofort auf den Reiz
verkürzen und ihrerseits wieder ein Bündel von Sehnenfasern in Spannung
versetzen, durch welche dann der Zug wieder auf die Knochensubstanz
übertragen wird. Nervenfibrillen, Muskelfibrillen, Sehnenfasern,
Knochensubstanz sind vom Protoplasma zu besonderen Arbeitsleistungen
gebildete Structurtheile. An ihnen spielt sich der durch den Reiz
der Retina veranlasste Process ab. Dagegen sind, wenn wir von den
Ganglienzellengruppen absehen, die Hunderttausende von Zellen, die als
Kerne der Schwann’schen Scheide den Nervenfibrillen anliegen, oder
als Muskelkörperchen in die Primitivbündel, oder als Sehnenkörperchen
zwischen die Bindegewebsfasern, oder als Knochenkörperchen in die
Knochensubstanz eingelagert sind, nicht unmittelbar in irgend einer
Weise betheiligt. Offenbar hat hier die einzelne Zelle auf den durch
den Reiz hervorgerufenen Enderfolg gar keinen Einfluss, denn dieser
hängt lediglich ab von der bereits vorhandenen und zur Action bereiten,
gesetzmässigen Anordnungsweise von Structurtheilen, welche in der
Entwicklung des ganzen Organismus begründet ist, und welche auch in
ihrem leistungsfähigen Zustand vom Ganzen aus erhalten wird.
Natürlich ist hiermit nicht gesagt, dass die Kerne der ~Schwann~’schen
Scheide, die Muskel-, Sehnen- und Knochenkörperchen für die zu
ihnen gehörigen Protoplasmaproducte etwas Ueberflüssiges seien.
Vielmehr erhalten sie durch die nutritiven Processe, die sich in
ihnen abspielen, die einzelnen Stücke des complicirten Apparates in
leistungsfähigem Zustand, indem sie die Nerven-, die Muskel-, die
Sehnenfibrillen und Knochensubstanz ernähren und, wo es erforderlich
ist, auch bei veränderten Verhältnissen in entsprechender Weise
gewissermaassen umbauen.
Der vorstehende Gedankengang lässt sich in anderer Weise auch so
ausdrücken: Der durch den Reiz der Retina hervorgerufene Enderfolg
ist nicht durch einen Compromiss der unzähligen dabei betheiligten
Zellindividuen zu Stande gekommen, sondern erklärt sich aus allgemeinen
Gesetzen, die in der ganzen Einrichtung des Organismus beruhen,
dessen integrirte Theile die aufbauenden Zellen geworden sind. Somit
treten in dem höchst differenzirten Organismus bei physiologischen
Untersuchungen die Zellen den Eigenschaften des Ganzen gegenüber mehr
in den Hintergrund, während man bei morphologischen Untersuchungen
mehr geneigt ist, sie als die Elementarorganismen, durch deren
Zusammenordnung der zusammengesetztere Organismus erst zu Stande
gekommen ist, in den Mittelpunkt jeder Betrachtung zu stellen.
+Ueber die doppelte Stellung der Zelle als Elementarorganismus und
als determinirter und integrirter Theil eines übergeordneten, höheren
Organismus.+
Von den beiden Betrachtungsweisen, welche wir als die +physiologische+
und als die +morphologische+ unterscheiden wollen, ist jede in ihrer
Art einseitig, weil die eine zu ausschliesslich das Ganze, die andere
den Theil betont; eine jede von ihnen ist daher wissenschaftlich
unberechtigt, wenn sie für sich ausschliessliche Gültigkeit
beansprucht. Dies führt uns zur Schlichtung einer Streitfrage, welche
sich betreffs der Werthung der Zelle durch die Literatur hindurchzieht.
In unseren Augen bedarf das cellulare Princip, durch welches die
Zelle als Lebenseinheit, Lebenscentrum, Elementarorganismus oft in
unberechtigter Weise über Gebühr hervorgehoben wird, von allgemeineren
Gesichtspunkten aus einer Einschränkung und Correctur. Allerdings
darf man dabei nicht wieder in den entgegengesetzten Fehler, in ein
Verkennen der allgemeinen biologischen Wichtigkeit des Zellenbegriffs,
verfallen. Dies scheint mir von ~Sachs~, ~de Bary~, ~Whitman~, ~Rauber~
u. A. geschehen zu sein in mehreren interessanten Erörterungen, denen
ich, von dem einen Punkte abgesehen, sonst in vielfacher Hinsicht
beipflichten kann.
Die genannten Forscher wenden sich gegen die Tragweite und
Allgemeingültigkeit der Zellentheorie. Auf ihre Bemerkungen sei hier
noch näher eingegangen, damit die Bedeutung der Zelle als einer
selbständigen Lebenseinheit und als eines abhängigen Theils von einem
Ganzen oder von einer übergeordneten, höheren Lebenseinheit nach allen
Richtungen klar gestellt werde.
Der berühmte Pflanzenphysiologe ~Sachs~ bezeichnet es als eine
gänzlich verfehlte Auffassungsweise, „dass die gesammte Gestaltung
und Volumzunahme einer Pflanze aus dem Leben ihrer einzelnen Zellen
erklärt werden könne“. „Ebenso wie das Wachsthum der ganzen Pflanze und
eines ganzen Organs derselben sei auch das ihrer einzelnen Zellen das
Resultat allgemeiner Gestaltungsgesetze, welche die organische Materie
ganz ebenso wie die unorganische beherrschen.“ „Die Zellenbildung
ist“ für ~Sachs~ „eine im organischen Leben zwar sehr allgemeine
Erscheinung, aber doch nur von secundärer Bedeutung, jedenfalls bloss
eine der zahlreichen Aeusserungen des Gestaltungstriebes, der aller
Materie, im höchsten Grade aber der organischen Substanz inne wohnt.“
Den gleichen Ideengang hat ~de Bary~ in den kurzen, prägnanten Satz
zusammengefasst: „+Die Pflanze bildet Zellen, nicht die Zelle bildet
die Pflanze+.“
In ähnlicher Weise hat sich in einer interessanten Rede auf dem
Zoologencongress, der bei Gelegenheit der Weltausstellung in
Chicago tagte, der amerikanische Naturforscher ~Whitman~ über „die
Unzulänglichkeit der Zellentheorie für die Entwicklungstheorie“
ausgesprochen. An Beispielen sucht er darzuthun, dass die Zellenbildung
keinen bestimmenden Einfluss (directive influence) auf die
Gestaltungsprocesse ausübt. „So spiele sich beim Ei die Zelltheilung
vom Anfang bis zu Ende ab, ohne in irgend einem wesentlichen Punkt,
möge sie in regelmässiger oder in unregelmäßiger Weise verlaufen
sein, die Form der Keimscheibe zu modificieren. Das Geheimniss der
Organisation, des Wachsthums, der Entwicklung beruhe nicht in der
Zellbildung, sondern in noch elementareren Elementen der lebenden
Substanz (Idiosomes). In ihnen habe jedes Wachsthum (Assimilation,
Reproduction und Regeneration) seinen Sitz. Sie setzen jede lebende
Substanz zusammen, seien die Träger der Erblichkeit und die wahren
Bildner der Organismen. Ihre Action sei nicht durch Zellgrenzen
beschränkt.“
Was diese Elemente sind, und wie sie die Form der Organismen und ihre
Differenzirung bestimmen, nennt ~Whitman~ das Problem der Probleme,
welches uns allein mehr Licht bringen kann.
„Das Wesen der Organisation,“ hier stellt sich ~Whitman~ ganz
auf den Standpunkt von ~Sachs~, „kann nicht mehr in der Zahl der
Zellkerne, als in der Zahl der Zellen liegen. Die Structur, welche
wir in der Zellenmosaik erblicken, ist etwas zur Organisation noch
Hinzugefügtes, nicht selbst der Grund der Organisation. Vergleichende
Entwicklungsgeschichte belehrt uns auf Schritt und Tritt, dass der
Organismus die Zellenbildung beherrscht, indem er für den gleichen
Zweck eine, einige oder viele Zellen gebraucht, das Zellenmaterial
zusammenhäuft und seine Bewegungen leitet und seine Organe formt, als
ob die Zellen nicht existirten, oder als ob sie nur so zu sagen in
völliger Subordination unter seinen Willen existirten.“
Aehnliche Anschauungen hat schon vor ~Whitman~ in etwas anderer Weise
~Rauber~ in seinen „neuen Grundlegungen zur Kenntniss der Zelle“
entwickelt. Den Zelltheoretikern, welche bei ihren Untersuchungen
die Zelle in den Vordergrund stellen und aus ihrer Vereinigung den
zusammengesetzten Organismus erklären wollen, hält er die These
entgegen: „Das Ganze bestimme die Theile, und nicht umgekehrt. Denn der
fertige Organismus sei nichts Anderes als das in gesetzmässiger Weise
gewachsene und zerlegte Ei. Die Bestimmung der Art des Wachsthums sei
im Ei enthalten, ebenso die Bestimmung seiner Zerlegung. Das Ei sei
also das Ganze im jugendlichsten Zustand.“
Auch ~Rauber~ nennt, wie ~Sachs~, „den werdenden Organismus einen
nach bestimmten Richtungen im Wachsthum sich ausdehnenden, nach
verschiedenen Ausdehnungen des Raumes sich zerklüftenden, in
gesetzmässiger Weise chemisch und histologisch sich gliedernden
Protoplasmakörper“.
Einseitig erfasst, ist weder der extrem cellulare Standpunkt, noch
die in den Aussprüchen von ~Sachs~, ~Whitman~ und ~Rauber~ vertretene
Auffassung ganz zutreffend und das Verhältniss erschöpfend. Denn
so verkehrt es ist, wenn man über der Beschäftigung mit den Zellen
die Bedeutung des Ganzen, von welchem doch der Bestand und die
Wirkungsweise der einzelnen Zelle abhängig ist, übersehen wollte, so
wäre es nicht minder verfehlt, wenn man die Wirkungsweise des Ganzen
erklären wollte, ohne dabei auf die Zusammensetzung aus Theilen in
gebührender Weise Rücksicht zu nehmen. +Das Ganze und die Theile
gehören eben zusammen+; „sie sind,“ wie ~Kuno Fischer~ vom allgemein
philosophischen Standpunkt bemerkt, „ebenso wesentlich unterschieden
als auf einander bezogen. Keiner der beiden Begriffe kann ohne den
andern gedacht werden. Das Ganze ist nur Ganzes in Rücksicht auf die
Theile, in deren Verbindung es besteht. Die Theile sind nur Theile in
Rücksicht auf ein Ganzes, zu dem sie sich als Theile verhalten. So
fordert jeder der beiden Begriffe den andern als nothwendige Bedingung.“
Nach meiner Meinung sind daher die Schlagworte: „die Pflanze bildet
Zellen“ oder „die Zelle bildet die Pflanze“ keine sich ausschliessenden
Antithesen. Man kann beide Redewendungen gebrauchen, wenn man nur das
Verhältniss, in welchem die Zelle als der Theil und die Pflanze als das
Ganze zu einander stehen, in der richtigen Weise erfasst. Denn hierauf
kommt es für das Verständniss der pflanzlichen und der thierischen
Organisation allein an.
+Zusatz zu Seite 77.+
Das dritte Capitel seiner Principien der Biologie beginnt ~Herbert
Spencer~ mit der Aufwerfung der Frage: „Ist die Structur die Ursache
der Function, oder die Function die Ursache der Structur? -- Das ist
eine Frage, über welche viel hin und her gestritten worden ist.“
~Spencer~ „hält es nicht für leicht, die Frage zu beantworten, da
wir gewöhnlich beide (Structur und Function) so innig mit einander
verbunden finden, dass Keines ohne das Andere möglich zu sein
scheint; und allgemein scheinen sie auch gleichzeitig zuzunehmen und
abzunehmen“.
Nach meiner Meinung ist die aufgeworfene Frage einfach dahin zu
beantworten, dass weder die eine, noch die andere der beiden
gestellten Alternativen das Richtige trifft. Denn weder ist die
Structur die Ursache der Function, noch die Function die Ursache
der Structur. Vielmehr sind Structur und Function zusammengehörige
und sich ergänzende Begriffe, wie Stoff und Kraft, von denen auch
der eine ohne den andern nicht gedacht und der eine nicht die
Ursache des andern sein kann. Wie jeder Veränderung des Stoffes
nothwendiger Weise stets auch eine Veränderung seiner Kraft
entspricht, so muss jeder Veränderung in einer Structur auch eine
Veränderung in der Function parallel gehen. Wie eine gegebene
Stoffeinheit mit ihrer Kraft, so kann sich eine bestimmte Structur
mit der ihr entsprechenden Function nur durch Einwirkungen von
aussen, durch äussere Ursachen, verändern. Ganz richtig bemerkt auch
~H. Spencer~ an anderer Stelle (S. 182), „es müsse nothwendig ein
vollständiger Parallelismus zwischen der Entwicklung der Structur
und der Entwicklung der Function bestehen. Wenn die Structur von
dem Einfachen und Allgemeinen zum Complicirten und Besonderen
fortschreitet, so müsse für die Function dasselbe gelten“.
Dieselben Einwürfe sind zu erheben, wenn ~Jul. Wolff~ „die Function
als das einzig und allein formbildende Element“ bezeichnet.
Literatur zu Capitel VII.
+Erster Abschnitt.+