»Seid ihr denn alle des Kuckucks! Ihr wißt doch, daß ich in einer Stunde
......«
Da war schon die Thür aufgeriegelt und ein großer blonder Mann mit
rötlichem Gesicht, vollem lockigen Haar, das aber auf dem Wirbel einem
Glätzchen gewichen war, trat ein.
Eine markige Persönlichkeit.
»Weibergegacker! -- Draußen laufen sie wie die Hühner umeinand'! Und was
machst du denn hier, Déesse? Mein Handkofferl sollt doch gepackt sein?
Ich werd euch mal Beine machen! Fertig sollt's sein und die Mutter
bügelt noch an den Stärkhemden. Zum Teufel, -- ich will gar keine
Stärkhemden! -- Touristenhemden will ich.«
Das kam alles herausgepoltert. Das ganze Zimmer war voller Lärm und
Spektakel, als wäre ein Bergstrom hereingebrochen.
Das war Doktor Heinrich Ewald Frey, Schriftsteller und Allerweltsmann,
Vereinsmann, Redner, voraussichtlicher Reichstagsabgeordneter und so
weiter.
»Na also, packen wir,« sagte das schöne rassige Geschöpf in aller Ruhe.
»Na also? -- Großartig! Was soll denn das >Na also<? Fertig hätt's sein
sollen. Thu net so großartig, Déesse!« Dabei kniff er sie in die zarte
Wange »Götterköpfchen verdammtes!«
»Wo hast du denn dein Kofferl, Pa?«
»Hab's denn ich?«
Frau Doktor Frey trat herein und trug das Kofferchen in der Hand.
Auf ihrer Stirn glänzten feine Schweißtropfen.
»Hättest du mir's nur gesagt, Heinrich! Gestern abend sollte doch nichts
daraus werden bei schlechtem Wetter?«
»Schlechtem Wetter? Ist denn das schlechtes Wetter, wann das Barometer
gestiegen ist wie noch nie? Schau doch erst nach, eh du denkst.