da dem häufigen _aṉgulīyam_, _aṉgulīyakam_, Fingerlein,
_fingerlin_, _vingerlinc_, Fingerring, gleichzusetzen
sein; vergl. das _aṉgulīyapradānam_ im _Rāmāyaṇam_, den
_aṉgulīyopalambhas_ in der _Śakuntalā_ u. a. m. Aṉgulimālo für
eigentlich Aṉgulīyamālo ist nach _yena_ so gebildet.]
[Fußnote 180: Die Ringe der Erschlagenen.]
[Fußnote 181: Vergl. _Āpastambīyadharmasūtre_ I, 8, 23, _{6};
_Theragāthā_ 33; Asoko, Edikt von Dhauli II, l. 7, Jaugoḍo II,
1. 10.]
[Fußnote 182: _Ahiṃsako_.]
[Fußnote 183: Aṉgulimālos Wahrspruch, _satyavacanam_, S. 481,
ist _kāryārthe śapathaḥ_, _svapariśuddhau_; in der _Smṛti_
e. g. bei _Manus_ VIII, 110. Deutlicher zu reden: _satyakriyā_
als angewandte _samayakriyā_. Es ist der uralte Glaube an die
magische Macht der Wahrheit, wie _Ṛgvedas_ VII, 104, _{15}.
Später sind Ordalien daraus geworden. Vergl. /Bühlers/
Grundriss II, 8, § 51-52. -- Ein ziemlich nahe gegründetes,
kleineres Wahrzeichen kennt die deutsche Sage vom dürren Stabe,
der sich dann frisch begrünt, wie beim Tannhäuser.
Antithetisch, und zwar rein philosophisch, ist dieser tiefe,
ächt ārische Gedanke zu Beginn der 61. Rede behandelt, welche
Asoko bekanntlich ganz besonders empfohlen hat; und ist,
vollkommen gleich, von /Aeschylus/ ausgesprochen, Prom.
685 f.:
νοσημα γαρ
αισχιστον ειναι φημι συνθετους λογους.
]
[Fußnote 184: Lies, wie der siam. Text hat, _piyappabhūtikā_.]
[Fußnote 185: _Nālījaṉghas_, ‚Rabe‘, ähnlich als
nomen ioculare eines Vertrauten im 8. Kap. von
_Daśakumāracaritam_ II, p. 60.]
[Fußnote 186: Der siamesische Text hat _ācamehi_. -- Zu
_ācāmayati_ (_stutyarthe_) cf. e. g. _Hiraṇyakeśigṛhye_ I, 16,
_{1}: _ācamyopatiṣṭhate_, 24, _{8}: _ācamyopahvayate_.]
[Fußnote 187: Ānando wird in der Skulptur, z. B. der von
Sārnāth, nicht selten dargestellt, mit Vorliebe in sanfter,
trauernder Haltung an der Bahre des entschlafenen Meisters.
Das jugendlich schöne, in tiefem Schmerz etwas geneigte Haupt
erinnert sogleich an jenen berühmten bartlosen Christuskopf
/Da Vincis/ in der Brera zu Mailand. -- Es wäre ein
verdienstvolles Unternehmen, die besten älteren Skulpturen
von rein indischem Typus und Stil, fast sämmtlich noch in
Indien theils in situ, theils in Museen, zumal dem von
Kalkutta, befindlich, auch dem westlichen Kunstfreunde in
sorgfältiger Reproduktion allgemeiner zugänglich zu machen, da
bisher auf diesem Gebiete kaum irgend etwas Ernstes geleistet
wurde. So ist z. B. das Handbuch zur Berliner buddhistischen
Kuriositätensammlung -- vom Verfasser Prof. /Grünwedel/
„Buddhistische Kunst in Indien“ betitelt -- trotz aller
fleißigen Arbeit, für die Erkenntniss der wahren, strengen,
ursprünglichen indischen, bez. buddhistischen Kunst nahezu
werthlos: denn es giebt, mit Ausnahme eines einzigen ächten
Kunstwerkes (No. 75 der 2. Aufl., p. 144), eben nur Proben aus
barbarisch entarteten und nur wenig nationalen Kulturepochen
oder beschäftigt sich mit tibetisch-mongolischer Miniatur,
die allerdings in recht guten Exemplaren vorhanden ist, aber
selbstverständlich nicht für buddhistische Kunst in Indien
ausgegeben werden darf. Das gilt leider, wie gesagt, auch
von anderen, sonst sehr schätzenswerthen archäologischen
Arbeiten.[B]]
[B _Ein Werk über Buddhistische Kunst kündigt nun der
Verlag Bruno Cassirer an._]
[Fußnote 188: Aehnlich berichtet Asoko auf dem 6. Felsenedikt
über seinen Aufenthalt im Palaste oder im ~abgelegenen~
Parke oder in den Gärten, wo ihm seine Minister, da wie dort,
jederzeit und überall darzulegen haben, wie seine Anordnungen
zum Wohle der Wesen ausgeführt werden, da er jederzeit und
überall auf das Wohl der Wesen bedacht sei: denn es gebe kein
vornehmeres Werk als der ganzen Welt zum Heile zu sorgen. --
Wie Pasenadi gern unter den _rukkhamūlāni vijanavātāni_ weilt,
so Asoko im entsprechenden _vacamhi vinītamhi_, »im abgelegenen
Parke«: _vacam_ ist natürlich nicht von _varcas_ stercus,
sondern von _vārkṣam_ Wald abzuleiten; vergl. das im 12. Edikt
[Mansehra] genannte Amt der _vracabhumika_, _vārkṣabhūmikās_,
d. i. Parkverwalter. Zur palatalen Surde für die Aspirate cf.
die analogen _ikkokkākādi_.]
[Fußnote 189: Lies _ayaṃ kho me_; später, wie der siam. Text
hat, _ayam pi kho me_. Cf. die 12. Rede, p. 69.]
[Fußnote 190: Genau bei /Strabo/ p. 712 wiederzufinden.
Ετη δ’ ἡπτα και τριακοντα οὑτως (ασκητει) ζησαντα αναχωρειν εις
την ἑαουτου κτησιν ἑκαστον, και ζην αδεως και ανειμενως μαλλον.]
[Fußnote 191: Cf. Anm. 127.]
[Fußnote 192: Lies, wie der Text hat, _puna ca param bhante
ime Isidattapurāṇā thapatayo_ etc. Vergl. das überaus
schöne Gespräch des Meisters mit den beiden Kammerherren,
_Saṃyuttakanikāyo_ vol. V. p. 348-352.]
[Fußnote 193: Der siam. Text hat richtig _yam pi kho bhante_
etc.]
[Fußnote 194: Wahrscheinlich _patite kutsanāyām;_ vergl.
_Manus_ IV, 184: _Akāśeśās tu vijñeyā bālavṛddhakṛśāturāḥ_.]
[Fußnote 195: Es ist mit dem barmanischen Texte, und wie
vol. I. p. 390, passim, _savyābajjhā_ und _avyābajjhā_ zu lesen.
Viḍūḍabhos subreptive Frage, ob es also die weltlichen Götter
vermöchten die überweltlichen in die Flucht zu schlagen und
deren Ort zu erobern, mahnt an bekannte _Itihāsās_ von Kämpfen
zwischen _Asurās_ und _Devās_, wie _Śatapathabrāhm._ I, 2, 4,
_{8-12}, und schon _Ṛgved._ X, 124, _{8}: _Tā asya jyeṣṭham
iṃdriyaṃ sacaṃte... bībhatsuvo apa vṛtrād atiṣṭhan_. Vergl.
/Oldenberg/, Die Religion des Veda S. 166.]
[Fußnote 196: _Anando_ = Wohlmuth.]
[Fußnote 197: Die zweite Hälfte dieses Buches der Könige,
worin Pasenadi auftritt, nimmt, wie unser Text überhaupt,
wenig Rücksicht auf die Zeitfolge der Reden. So sieht z. B.
Pasenadi in der 90. Rede Ānando zum ersten Mal, der ihm zu
Beginn der 88. wohlbekannt ist. Dagegen wird allerdings erst
in letzterer Ajātasattu als König von Magadhā genannt, während
in der 86. Rede noch dessen Vater, Seniyo Bimbisāro, den Thron
innehat.]
[Fußnote 198: Vergl. _Saṃyuttakanikāyo_ vol. I. p. 108: Kurz
ist das Leben der Menschen:... wer lange lebt, lebt hundert
Jahre, oder etwas darüber. -- _Śatapathabrāhmaṇam_ I, 9,
_{3}, _{19}; _Chāndogyopaniṣat_ III, 16, _{7}, praesertim
i. a. _Jaiminigṛhyasūtram_ 8, _{1}, _{2} (p. 10 des Wiener
Grantha-Ms): _jīvāhi śaradaśśataṃ, paśyāhi śaradaśśatam_ (sic).
/Plinius/ VII, 28: /Crates Pergamenus/ Indos qui
centenos annos excedant ~Gymnetas~ appellat, non pauci
~Macrobios~. -- Auch in den koptischen Biblia sacra wird
das Leben des Menschen auf hundertzwanzig Jahre bemessen: siehe
/Amélineau/, Vie de _Schnoudi_, in 12^o p. 238 u. 359.]
[Fußnote 199: Cf. die 83. Rede, in init., und Asokos
I. Säulenedikt, fin.]
[Fußnote 200: Lies _ekamantaṃ nisinnassa kho Uttarassa
māṇavassa etad ahosi_. Das Interpositum ist tertiär
interpoliert.]
[Fußnote 201: Das »tausendspeichige Rad« ist der Abdruck, den
der Fersenball bei jedem Schritte auf staubigem oder feuchtem
Boden zurücklässt: als _śrīpādas_ schon im 1. Jahrh. vor Chr.
schematisch dargestellt; cf. /Bühler/ im Anzeiger
phil.-hist. Cl. Wiener Akad. der Wiss. vom 3. Februar 1898.]
[Fußnote 202: Den Typus dieser schlanken und doch kräftigen
Asketenbeine mit hohem Unterschenkel zeigen außerordentlich
schöne Buddho-Statuen aus Sārnāth im Museum zu Kalkutta,
alte, ächt indische Kunstwerke. Wunderbar ähnlich hat bei uns
/Donatello/ seinen Johannes gebildet, in der Chiesa dei
frari zu Venedig, erst von /De Lorenzo/ erkannt. --
Vergl. _Eṇajaṉgho jaṉghākarikas_, _Daśakumāracarite_ II, 1:
1. fasc. p. 43; auch _Valgujaṉghas_, _Mahābhārate_ XIII, 4,
_{152}.]
[Fußnote 203: Merkmal eines Helden. So wird auch _Rāmas_
bekanntlich _ājānubāhus_ genannt, _Rāmāyane_ I, 1, _{12}; wozu
A. W. /von Schlegel/ in seiner Uebersetzung treffend
angiebt: »Brachia brevia apud Indos deformia et ignobilia
habita sunt; longa contra heroïci vigoris argumentum. Non
mirarer, si Persae, idem statuentes, cognomine Artaxerxis
prioris, μακροχειρ, male a Graecis intellecto, simile quid
significassent.«]
[Fußnote 204: Vergl. Längere Sammlung, II. Band, S. 65,
Anm. 20.]
[Fußnote 205: _sattussado_, d. i. _sat-tuṣya-das_. Cf. No. 95
in initio: _Opāsādaṃ sattussadam_. -- _Dīghanikāyo_ vol. III.
p. 166 ist kommentarielles Quidinloco.]
[Fußnote 206: _rasaggasaggī_ von √(ras), _rasati
śabde_ + _gras_ (= _grah_, cf. _Manus_ VIII, 43) + _agrī_.]
[Fußnote 207: _cattārīsadanto so bhavaṃ Gotamo_, wörtlich
‚vierzigzähnig ist Herr Gotamo‘, womit natürlich, wie auch
sonst bei Zahlenreihen, nur die begonnene vierte Dekade, d.
h. über dreißig, gemeint ist. _Caturo dasassa_ heißt es im
_Dīghanikāyo_ l. c. p. 182.]
[Fußnote 208: Vergl. das _avimuktam_ (_bhruvor ghrāṇasya ca
saṃdhiṣṭhānam_), e. g. _Jābālopaniṣat_ 2. Bei _avimuktam_
darf auch an die seltenere Bezeichnung _dhruvas_ als polaren
Punkt zwischen den Augenbrauen, d. i. die Nasenwurzel,
gedacht werden. Vergl. _Suśrutasaṃhitā_ I, 5, _{24}.
Deutlich und ohne jede symbolische Absicht, offenbar treu
anatomisch nachgebildet, ist diesem Merkmal an der Herme des
/Apollonios von Tyana/ in Neapel zu sehn. -- Hier sei
noch die Vermuthung gewagt, die im P. W. ^1s. v. _dhruvas_
2 i) genannten _Viṣṇoḥ padāni bhrūmadhye_ möchten die oft
vorkommenden drei vertikalen Stirnfalten sein, die von der
Nasenwurzel entspringen, das _mātṛmaṇḍalam_ aber die Pupille.]
[Fußnote 209: Gegenüber diesen im Volksmunde beliebten
sagenhaften Merkmalen eines großen Mannes vergl. das Gespräch
des Meisters mit Sāriputto, im _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V.
p. 158:
»Ein großer Mann, ein großer Mann«, sagt man, o Herr: inwiefern
aber ist man, o Herr, ein großer Mann?
Hat man das Herz erlöst, Sāriputto, so ist man, sag’ ich, ein
großer Mann: hat man das Herz nicht erlöst, so ist man es nicht.
Cf. ib., p. 216, wie der greise Meister sich in der Abendsonne
wärmt, Ānandos Verwunderung, dass der Erhabene nun nicht mehr
so stattlich erscheine wie früher, und die Antwort des Herrn:
So ist es, Ānando, dass der Jugend Altern, der Gesundheit
Siechthum, dem Leben Sterben eignet, und dass nun die Hautfarbe
nicht mehr so hell und rein ist, schwächlich die Glieder
geworden, mit Falten überzogen sind, vornüber der Körper sich
neigt, dass die Sinneswerkzeuge sich abgenutzt haben.]
[Fußnote 210: Lies _aḍḍhavam_, von √(ṛdh).]
[Fußnote 211: Lies mit dem siam. Texte _āraddhakāyo va na
iñjati_.]
[Fußnote 212: Vergl. _Nāradaparivrājakopaniṣat_ III, v. 66:
_yasya cakṣur na dūragaṃ, caturyugāṃ bhuvaṃ muktvā, parivrāṭ
saḥ_.]
[Fußnote 213: Lies mit dem siam. Texte so _bhuttāvī na pattam
bhūmiyaṃ nikkhipati_.]
[Fußnote 214: Lies mit dem siam. Texte _avijahantābhāvena_.]
[Fußnote 215: Der siam. Text hat richtig _addasāma
antaragharam pavisantam_.]
[Fußnote 216: Lies _ekamantaṃ nisinnassa kho Brahmāyussa
brāhmaṇassa etad ahosi_. Das Interpositum ist tertiär
interpoliert.]
[Fußnote 217: Der berühmte Denkspruch vom Entstehn und
Untergehn, S. 541, 271, 68, ist später _puthujjanagatam_,
der allerbekannteste Gemeinplatz der indischen Litteratur:
überall von Philosophen, Rhapsoden und Dichtern rezipiert,
variiert und ausgestaltet; vergl. e. g. _Cūlikopaniṣat_
v. 17, 18, _Māṇḍūkyakārikā_ II, v. 32; _Daśakumāracaritam_ I,
1. Kap., p. 6: _Jalabudbudasamānā virājamānā saṃpattaḍillateva
sahasaivodeti naśyati ca_.]
[Fußnote 218: Die größte Begleitung, die in alten Texten je
angegeben: in der Regel eine erheblich geringere. Gotamo weilt
von Zeit zu Zeit allein zurückgezogen, z. B. zwei Wochen,
auch drei Monate lang wie _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V. p. 320,
ib. 325, oder ist von einer Anzahl ›edler Söhne‹ umgeben wie
oben in der 68. Rede, oder wandert ›mit einer großen Schaar‹,
›mit vielen Mönchen‹, selten ›mit fünfhundert Mönchen‹, von
Ort zu Ort weiter wie in der 51., 70., 91. Rede, passim. Im
_Dīghanikāyo_, vol. III. p. 85 der siam. Ausg., heißt es in
einer Sage, Metteyyo der künftige Buddho werde einst einige
tausend Jünger, _anekasahassam bhikkhusaṉgham_, lenken,
gleichwie Gotamo jetzt einige hundert, _anekasatam_, lenke.]
[Fußnote 219: Brāhmanischer Halbasket, der das Haar in
Flechten aufgewunden trägt. -- Vergl. _Nāradas’_ Worte, im
_Aitareyabrāhmaṇam_ VII, 13, _{8}, auf welche später Selo, zu
Beginn des Gespräches mit Keṇiyo, anspielt.]
[Fußnote 220: Buddho. -- Im Inneren von Zeilon, so in
Anurāḍhapura und weiter, hat sich bis heute die Sitte erhalten,
dass der Mann aus dem Volke, wenn er einen Hochstehenden mit
einer Bitte angeht, als captatio benevolentiae also anhebt: »O
Herr, der du einst einen Buddho schauen wirst, sei gegrüßt!«]
[Fußnote 221: Lies mit dem siam. Texte _bhavanto_, später
_bhotā samaṇena Gotamena_ und _kathāpariyosānaṃ ca me_.]
[Fußnote 222: Lies _ekamantaṃ nisinnassa kho Selassa
brāhmaṇassa etad ahosi_. Das Interpositum ist tertiär
interpoliert.]
[Fußnote 223: Die beiden ersten _sapariso_ sind Glosse.]
[Fußnote 224: Mit dem 3. Verse, S. 548 f., vergl.
_Theragāthā_ 1252. _Mālavikāgnimitre_ II, v. 13 d: _sarvair
usraiḥ samagrais tvam iva nṛpaguṇair dīpyate saptasaptiḥ_.
Zum Gleichniss vom Golde im 4. Vers cf. die 7. Rede in med.;
auch das ähnliche Bild _Therīgāthā_ 278. Die beiden letzteren
Metaphern hat der tiefe /Cristóbal de Castillejo/ treu
indisch angewandt, indem die _Verdad_ bei ihm sagt (Riv. XXXII,
237 b):
Soy como el oro enterrado
So la tierra, como muerto,
Que al fin siendo descubierto,
Se halla limpio apurado;
Como la perla preciada
Entre el cieno sepultada
Y perdida,
Que sale clara y pulida
Cuando viene á ser hallada.
]
[Fußnote 225: Der siam. Text hat richtig _bhavataṃ_.]
[Fußnote 226: Zur Kenntniss fern entlegener Reiche und
den weiten Land- und Seereisen indischer Kaufleute schon
um etwa 800 vor Chr. cf. /Bühlers/ Grundriss I. 11.
§ 5. -- Es verdient Beachtung, dass auch Asoko, auf dem
V. Felsenedikte, die Kābuler gleich nach den Ioniern anführt,
und dann, weiter herabsteigend, die Kandahārer nennt. Kābul
war den Indern zumal wegen seiner vorzüglichen Pferde- und
Maulthierzucht wohlbekannt. Cf. die _Kambojake assatare
sudante_ im 506. _Jātakam_ v. 23, und im 254. _Jātakam_ die
_uttarāpathajānapade assavāṇije_. -- Siehe auch die beiden
Votivtafeln zu Sāñci, Epigraphia Indica vol. II. p. 97 No. 7,
p. 387 No. 287; und noch die beiden Inschriften ib. vol. I.
p. 184 ff., p. 242 ff.]
[Fußnote 227: An die _sāpāna-sūkaradoṇī_ erinnert die
_śva-sūkarayoni_ der _Chāndogyopaniṣat_ V, 10, 7.]
[Fußnote 228: Lies *_vekuranvāya_ = _vaikriyānvayāya_.]
[Fußnote 229: Lies _pāṭaliyo_; wie Asito wird _Kṛṣṇas_ als
königlicher Gebieter _Kanakadaṇḍas_, Der Goldstabene, genannt:
_Harivaṃśe_ II, 155, _{46}.]
[Fußnote 230: Lies mit dem siam. Texte _gantā_.]
[Fußnote 231: Vergl. /Jesu/ Verfluchung des
Feigenbaums: und εξηρανθη παραχρημα ἡ συκη, /Matth/.
XXI. 19.]
[Fußnote 232: Vergl. _Aśvaghoṣas_, _Vajrasūcī_ § 7.]
[Fußnote 233: Die Macht des Zornes, die hier, und in größerem
Umfange in der 56. Rede, S. 64, gleichnissweise, bez. legendär
erwähnt ist, gehört ohne Zweifel mit anderen solchen mehr oder
weniger fabelhaften Paenomenen in das Gebiet der praktischen
Magie. Nun ist es bezeichnend, wie die schwarze Kunst der
Sieben Seher in der obigen Legende von Asito Devalo kraft
seiner moralischen Uebermacht zuschanden gemacht wird; der
Geringschätzung entsprechend, die der Meister oft und oft
allem Wunderthume bezeugt. Es kommt ja im yogischen Sinne
gelegentlich auch die magische Macht als weiße Kunst zum
Vortrage, z. B. in der 73., zumal 77. Rede: immer aber spielt
die ganze Thaumatopoeie -- man kann dies kaum genug wiederholen
-- eine völlig untergeordnete Rolle, und Gotamo nennt sie
»nicht heilig«, vergl. die wichtige Stelle der Längeren
Sammlung, III. Band, S. 113, worin Sāriputto des Meisters Worte
anführt. Zum ersten Male gründlich geprüft und besprochen wurde
die ganze Frage in der Flegrea II, 2, _{4}, Neapel 1900, von
meinem lieben und berühmten Freunde /G. De Lorenzo/.
Auch heute noch legt die südliche, d. i. zeilonesische u. s. w.
Ueberlieferung, der nördlichen, d. i. tibetischen u. s. w.
entgegen, für myktyrische Phaenomene, bez. Paenomene und was
damit zusammenhängt kühl ablehnende Geringschätzung an den
Tag, was um so höheres Lob verdient, als man neuerdings von
jener Seite, die »ins Reden keinen Vorzug setzt«, heimlich
bemüht ist theosophischen Zauber einzuschmuggeln und sogar
Männer wie /Hikkaḍuwe Sumaṉgala/ und /Hevavitaraṇa
Dharmapāla/, unsere ehrwürdigen Freunde, in den unlauteren
esoterischen und asoterischen Handel zu verwickeln gesucht hat,
indem man gar zu gern kolchisches παινεται für kalchisches
φαινεται ausgeben will: freilich nur skythischen und verwandten
Geistern zudanke.]
[Fußnote 234: Vergl. die 45. Rede, S. 567 der Uebersetzung.
-- Aehnlich _Sannyāsopaniṣat_ 2 i. f., v. 77: _pātram asya
bhavet pāṇiḥ_, »er habe zum Gefäß die Hand«; auch 1 i. m:
_pāṇipātreṇāśanaṃ kuryāt_, »mit dem Handgefäße mag er Atzung
einnehmen«, wo aber _pāṇipātram_ ein handgroßes Gefäß,
gleichwie _udarapātram_ ein magengroßes Gefäß, bedeuten wird;
vergl. die 77. Rede, S. 321 Anm. 104. Ebenso in den anderen
_Bhaikṣa_-Upanischaden, e. g. der _Kaṭhaśrutyādi_. (Die von
/Deussen/, »Sechzig Upanishad’s« p. 696 f., gewählte
Lesung _Kaṇṭhaśruti_ mag wohl berechtigt sein, auch wäre
an eine _Kanthaśruti_ zu denken; die drei Titel schließen
übrigens einander nicht aus, können vielmehr, nach gewohnter
indischer Darstellung, friedlich nebeneinander gelten.) Der
_hatthāpalekhano_, Handverköster, hat, nebenbei gesagt, ein
ziemlich genaues Gegenbild im ‚Rasenden /Sokrates/‘, wie
/Platon/ bekanntlich den /Diogenes/ genannt.]
[Fußnote 235: Den vier Schauungen dürfen vielleicht in
gewisser Weise die sechs Staffeln Meister /Eckharts/
verglichen werden, von deren letztem er sagt: »Der sehzt
staffel ist dez hertzen ruͦwe und fride, daz chein liep
noch leyde mag ez bewegen noch betruͤben.« Cf. Meister
/Eckhart/, ungedruckte Texte etc. ed. /Jostes/,
Freiburg 1895, p. 105.]
[Fußnote 236: 1 _kahāpaṇo_, Gulden, wiegt ca. 11-1/3 Gramm;
es kann nur die Silbermünze, bez. deren Wertheinheit, gemeint
sein, die unserem Zweimarkstück ungefähr entspricht.]
[Fußnote 237: Eine ähnliche Schenkung ist Ende der 52. Rede
vorgekommen. Der altüberlieferten Sitte ist denn auch Asoko
nachgefolgt, der auf dem Paḍeria-Edikt I. 3 u. a. berichtet, er
habe nächst dem Dorfe _Luṃminī_ (im nepālischen Gränzgebiete,
heute Rummin-deī bei Bhagvānpur), an der Geburtstätte des
Meisters, ein steinernes Schutzhaus errichten lassen, _silā
vigaḍabhī kālāpita_; _silā vigaḍabhī_, d. i. _silā vigaḍā_
(von _gaḍayati gahane_) _abhī_. Schon hatte er acht Jahre
vorher Felsengrotten zu Barābar, nahe Belā bei Gayā, mit einer
entsprechenden Inschrift den _Ājīvikās_ gewidmet: _lājinā
Piyadasinā ... iyaṃ kubhā... dinā ājī[vi]kehi_. Epigraphia
Indica vol. V. p. 4; Indian Antiquary Oktober 1891 p. 364.
Der oben und oft dargestellten Enkratie hat /Apollonios/
eine schöne Bestätigung ertheilt, wenn er, bei
/Philostrat/ lib. III. cap. IV., also berichtet: Ειδον
Ινδους Βραχμανασ οικυντας επι της γης, και ουκ’ επ’ αυτης, και
ατειχιστως τετειχισμενους, και ξυδεν κεκτηλενους, η τα παντων.
Solche autoptisch gewonnene Einsicht, insbesondere noch einige
Stellen der, freilich sehr verderbt überlieferten, Gespräche
mit dem jinistischen _arhan_ /Iarchas/ (i. e. _yo’rhas_)
zeigen, wie genau der große /Tyaneer/ indische Dinge
erforscht hatte.]
[Fußnote 238: Lies mit dem siam. Texte _mukhā_.]
[Fußnote 239: _Pauṣkarasādī_; der _ghoṣas_ ist, nach den
besten Mss, zu einem _aghoṣī_ geworden, was auch sonst
gelegentlich vorkommt.]
[Fußnote 240: Lies mit dem siam. Texte _yathā yathā_.]
[Fußnote 241: Vergl. S. 410.]
[Fußnote 242: Lies mit dem siam. Texte _asambhinnā
khattiyakulā_.]
[Fußnote 243: Der siam. Text hat richtig _pāṇena_.]
[Fußnote 244: Wie oben _pāṇena_ zu lesen; cf. den Schluss der
85. Rede.]
[Fußnote 245: Vergl. _Kaṭhopaniṣat_ 1, _{9}: _atithir
namasyaḥ_, _namas te ’stu_.]
[Fußnote 246: nomen gentile _Kāpaṭhikos_. -- Zur hohen
Auszeichnung, die hier, wie sonst, einem jungen hervorragenden
Manne bezeugt wird, cf. Lieder der Mönche v. 486 Anm.,
_Dhp_ v 260 etc.; gleicherweise von /Megasthenes/, bei
/Strabo/ p. 709, angeführt: ... ουδε τη ἡλικιᾳ των
γεροντων προνομιαν διοασιν αν μη και τῳ φρονειν πλεονεκτωσι.]
[Fußnote 247: Dichter der _Ṛg_lieder, bekannt als _Aṣṭakas_,
_Vamrakas_, _Vāmadevas_, _Viśvāmitras_, _Jamadagnis_,
_Āṉgirasas_, _Bharadvājas_, _Vāsiṣṭhas_, _Kaśyapas_, _Bhṛgus_.
Cf. /Oldenberg/, Sacred Books of the East vol. XVII.
p. 130, /Pischel/, Vedische Studien 1. Bd. p. 238 f.
-- Dem _bhāsitam anubhāsanti_, _vācitam anuvācenti_ ist
_Ṛgvedas_ VII, 103, _{5} _{ab} homolog:
Yad eṣām anyo anyasya vācaṃ
śāktasyeva vadati śikṣamāṇaḥ.
]
[Fußnote 248: Dieses Gleichniss, in der _Kaṭhopaniṣat_ (2,
5) und sonst kurz angedeutet, haben die _Sāṃkhyās_, wie so
viel anderes, wörtlich übernommen, _Sūtram_ III, 81. Es ist,
nebenbei bemerkt, durch Vermittelung von /Matth./ XV,
14., vom älteren /Brueghel/ auf seinem Gemälde zu Neapel
meisterhaft veranschaulicht.]
[Fußnote 249: Es ist, wie der Text hat, _taccham_ zu lesen.]
[Fußnote 250: Der Text hat richtig _dhammā nijjhānaṃ
khameyyuṃ_ etc.]
[Fußnote 251: Der letzte Theil dieses Zwiegesprächs,
S. 601-604, erinnert formal, in der großartigen Monotonie, an
die eddischen Fragen und Antworten, besonders im Alvíssmál.]
[Fußnote 252: Der Name _Esukārī_ von _Pāṇinis_ erwähnt IV, 2,
_{54}.]
[Fußnote 253: Lies _pāpiyaṃso_ und _seyyaṃso_ (= _śreyas_,
n.); dies haben auch die _siṇh._ Ausgaben des _Dhp_ in v. 43.]
[Fußnote 254: Von dem Inhalte dieser und ähnlicher Reden giebt
Asoko einen meisterhaften Auszug, auf dem 1. Śiddāpurer Edikte,
I. 4-5: _Pakamasa hi iyaṃ phale: no hīyaṃ sakye mahātpen’eva
pāpotave, kāmaṃ tu kho khudakena pi pakamamiṇeṇa vipule svage
sakye ārādhetave_, entsprechend unserem Texte: _Suddakulā ce
pi... pabbajito hoti, so cādi ārādhako hoti ñāyaṃ, dhammaṃ
kusalam_.]
[Fußnote 255: Es sei hier bemerkt, dass die »Dreiunddreißig
Götter« bereits im ältesten _Ṛgvedas_, als Summe der
schlechthin weltlichen Götter, genannt werden, nämlich im
neunten Buche, 92, _{4}: _viśve devās: traya ekādaśasaḥ_.
Desgleichen in der _Bṛhadāraṇyakopaniṣat_ III, 9, 1, _{3}:
_trayastriṃśattveva devā iti_. Cf. noch /Macdonells/
Vedic Mythology p. 19 (/Bühlers/ Grundriss III. 1 A),
und /Böthlingk/ in den Berichten der königl. sächs. Ges.
d. Wissensch. vol. 51 p. 33.
Ein Kuriosum ist es, dass /Jakob Böhme/ in der
»Philosophischen Kugel« seinem Gotte κατ’ εξοχην die Zahl 33
gegeben hat; vielleicht auf /Platons/ τριτον περι τα
τριτα zurückzuführen, von dem /Clemens Alexandrinus/
im V. Buche der Stromata spricht, vielleicht auch auf die
avestischen 33 _Amṣaspands_, _Yaśna_ I, 33: zunächst aber
wohl auf den gnostischen Christus als [dreiund]dreißigfachen
Erlöser, dessen Erdenjahre je eine himmlische Geisteraeon
doketisch symbolisieren.]
[Fußnote 256: Cf. Anm. 14. -- /Pindar/, fragm. 104: Τι
θεος; ὁ τι το παν.]
[Fußnote 257: Lies mit dem siam. Texte _kālakato va brahmaloke
upapanno_. Vergl. die Meisterrede im _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V,
p. 408-410.
Der kurzen Begrüßung der Jünger unter sich, S. 615, steht
nach außen der solemne Empfangsgruß gegenüber, so zu sagen
der feierliche Königsgruß, wie er z. B. in der letzten Rede
des vorhergehenden Buches ausgesprochen, _rājā... vandati,
appābādham... phāsuvihāram pucchati_, und der zu Beginn der
Bairāter Inschrift wörtlich wiederkehrt, wo Asoko als König von
Magadhā, ganz wie vor ihm Bimbisāro und Pasenadi von Kosalo,
den Mönchen zunächst ehrerbietigen Gruß darbringt, _lājā...
abhivādemānaṃ āhā_, und Gesundheit und Wohlsein wünscht,
_apābādhataṃ ca phāsuvihālataṃ ca_, um erst dann auf Wichtiges
überzugehn.]