4. Gottfried Arnold, der Kirchen- und Ketzerhistoriker.

Der lutherische Theologe +Gottfried Arnold+ ist am 5. September 1666

zu +Annaberg+ geboren. Seine Studien machte er in +Wittenberg+. Im

Jahre 1697 ward er Professor der Geschichte in +Gießen+. Sein Verkehr

mit +Spener+ in Dresden regte ihn pietistisch an. In Frankfurt und

Quedlinburg kam er durch persönliche Verbindungen zu einem mystischen

Separatismus. Er enthielt sich des Kirchenbesuches und verschmähte

das heilige Abendmahl. 1698 legte er seine Professur nieder. Später,

1700, hat er sich verheiratet. Da er seine Ansichten geändert hatte,

wurde er Hofprediger der verwitweten +Herzogin von Sachsen-Eisenach+

in +Allstedt+. 1714 starb er in +Perleberg+ als Prediger, nachdem er

seit 1707 dort gelebt hatte. Vorher wirkte er seit 1704 als Prediger in

+Werben+. Von Arnold rühren mehrere mystische Schriften her. Geistliche

Lieder hat er auch gedichtet. Sein Hauptwerk aber ist die ihrer Zeit

schon durch die Darstellung Aufsehen erregende »Unparteiische Kirchen-

und Ketzerhistorie«, worin er der Ketzerei ein Streben nach wahrem

Christentume zuschrieb und ihre Berechtigung durch die Mängel und die

Ausbreitung der Kirche nachwies.

Nach ~Dr.~ Röselmüller.

Geyer und das Obererzgebirge in Sage und Geschichte · 第 123 / 209 题