1757 im Frühlinge begann das preußische Heer zum Teil durch das
Erzgebirge in Böhmen einzubrechen. Kleinere Abteilungen blieben zur
Eintreibung der Lieferungen zurück. Allein nach der Schlacht von
+Kolin+ verfolgten die Österreicher ihre fliehenden Gegner nach
Sachsen. Das Gebirge bekam nun plötzlich auch einzelne Heeresteile
seiner Freunde und Beschützer zu Gesicht, die aber wie die eigentlichen
Feinde schalteten und walteten. Bei den Preußen war lobenswerte
Manneszucht. Bei den Österreichern ging das aber anders. Da waren
die Husaren, Kroaten und Panduren noch ganz so wie in den Zeiten des
Dreißigjährigen Krieges. Rauben und Plündern bei Freund und Feind blieb
diesen immer die Hauptsache.
Doch im August bemächtigte sich Friedrich wieder des Gebirges. In
+Schneeberg+ verordnete er am 2. Januar, daß sich die sächsischen
Stände am 14. Januar in Leipzig einfinden sollten bei 1000 Dukaten
Strafe, wer nicht erscheine. Das Ergebnis war: Sachsen mußte sofort
6000 Rekruten, 600 Artillerieknechte, 1200 Pferde schaffen und
Kriegskosten bezahlen. Auf den erzgebirgischen Kreis kam davon: 286875
Thaler 17 Groschen, 800 Rekruten, 67 Artillerieknechte und 150 Pferde,
was an den +Feldmarschall von Keith+ nach +Chemnitz+ abgeliefert werden
mußte. Als die Rekruteneinführung begann, nahmen die Preußen nur die
tüchtigsten Leute und Männer von ansehnlicher Größe.