Nachdem die beiden sächsischen Prinzen Ernst und Albert ihrem Räuber,
dem Ritter Kunz von Kaufungen, durch Gottes Hilfe glücklich entronnen
waren, machte der ganze Hof eine Wallfahrt nach der Ebersdorfer Kirche
bei Chemnitz, und der Kurfürst ließ daselbst die Kleider der beiden
jungen Herrlein, so sie bei ihrer Entführung angehabt, wie auch des
Köhlers Schmidt, der sie errettet hatte, Kittel und Kappe aufhängen.
Bei den Kleidern wurden folgende Verse angeschrieben:
Kunz Kaufung, der viel wilde Mann,
Im Meißnerland ist kommen an,
Wohl auf das Schloß zu Altenborg,
Sehr frech und kühn ohn' alle Sorg',
Dem Fürsten allda seine Kind
Entführt hat listig und geschwind,
Der Kleider noch sie hängen seht,
Ein jeder der fürüber geht,
Die dazumal bald nach der That,
Der Vater hergehänget hat.
Die gegenwärtig in der Pfarre zu Ebersdorf aufbewahrten Kleider der
Prinzen Ernst und Albert sind nur getreue Nachbildungen.
Nach ~Dr.~ Köhlers Sagenbuch.