1480 besuchte Herzog Albrecht den Berg, um selbst an dem Orte seiner
Errettung der Vorsehung zu danken. Zu jener Zeit lebten zu +Elterlein+
noch Urban Schmidt, sowie die Köhler Wiland und Fischer. Ersterer
war es, der als Köhlerbursche am Tage der Befreiung des Prinzen mit
Lebensmitteln aus Geyer kam und den alten Schmidt mit der Ursache
des Glockenstürmens bekannt machte; letztere halfen den Ritter Kunz
mit überwältigen. Diese drei Männer mußten Herzog Albrecht nach dem
Fürstenberge führen, um ihm daselbst den Ort seiner Befreiung zu
zeigen. Albrecht beschenkte seine schwarzen Führer reichlich, kam auch
nach Geyer und sah die zersprungene Glocke an.
~c.~ Wie das jetzige Brunnendenkmal geweiht wird.
Am 8. Juli des Jahres 1822 fand auf dem Fürstenberge zwischen
+Grünhain+ und +Raschau+ eine merkwürdige Feier der hier am 8. Juli
1455 erfolgten Rettung des von Kunz von Kaufungen entführten Prinzen
Albrecht statt.
An der Feierlichkeit der Weihe des errichteten Denkmals zur Erinnerung
an die schöne That des Köhlers Schmidt nahm die ganze Umgegend teil.
Die Schwarzenberger Bürgergarde marschierte schon vormittags 10 Uhr
auf den Platz. Mehr als 10000 Menschen drängten sich um die Pyramide
herum, erkletterten Bäume, erstiegen die Dächer der erbauten Buden.
Die Schützen von Crottendorf stellten sich auf dem Brunnenplatze
auf. Diesen folgten 230 Bergleute mit Fahnen und Bergmusik. Um 1 Uhr
donnerten Kanonen durch das Waldthal. Schon vorher waren Zwickauer
und Schneeberger Offiziere angekommen. Wie am 8. Juli des Jahres 1455
in der Umgegend die Sturmglocken ertönten, um alles zur Rettung der
Prinzen aufzubieten, so ertönten jetzt die Glocken der benachbarten
Orte zum Dank- und Freudenfeste der Rettung für Erhaltung des
Fürstenhauses.
Die Feier begann mit einem Weihelied und schloß mit einem solchen.
Die Predigt hielt Superintendent ~Dr.~ Lommatzsch aus Annaberg. Die
Sachsenhymne schloß die Feier.
Das Denkmal hat die Gestalt einer Pyramide, die auf einem Sockel von
in Jaspis übergehenden braunrotem Thoneisenstein steht. Das Denkmal
ist aus Granit in 13 Stufen und bei Schwarzenberg gehauen. Das Ganze
umschließt an der Hinterseite eine steinerne Mauer, an der sich
Ruhebänke befinden und die in der Mitte das Denkmal mit dem in dessen
Sockel entspringenden Fürstenbrunnen einfaßt.
~d.~ Das Köhlerhaus am Fürstenbrunnen.
Zur Beaufsichtigung des Denkmals und der dasselbe umgebenden Waldungen
errichtete man am Fürstenbrunnen für einen Köhler eine Hütte. Dazu
hatte auch König Friedrich August II. samt seiner Gemahlin beigetragen.
Am 27. September 1838 erfolgte die Hebung des Köhlerhauses. Die
Bergmusikanten der benachbarten Grube »Gottesgeschick« hatten sich
eingefunden. Pastor Richter aus Grünhain hielt die Rede. Schon
am 1. November konnte es bezogen werden. Auch erhielt der Ort
Schankerlaubnis. Die Vollendung des Baues erfolgte 1839.
~e.~ König Friedrich August II. und seine Gemahlin am Fürstenbrunnen.
Der Fürstenbrunnen erhielt noch vor Vollendung des Köhlerhauses
landesherrlichen Besuch. Nachdem König Friedrich August II. samt seiner
Gemahlin am 10. September 1838 in Annaberg übernachtet hatte, kam der
König am 11. September über Schlettau, Scheibenberg, Elterlein, Zwönitz
nach Grünhain mit Gefolge geritten, geruhte daselbst den Klostergarten
in Augenschein zu nehmen, wo noch das Gefängnis, Fuchsturm genannt, zu
sehen war, in dem Kunz von Kaufungen vom Abte Liborius festgehalten
wurde, und ritt sodann nach »Gottesgeschick«, um daselbst höchstdero
Frau Gemahlin, die von Scheibenberg kam und das Bergwerk besichtigt
hatte, abzuholen, um gemeinsam nach dem Fürstenbrunnen zu fahren. Hier
hatten sich zum Empfange die Schuljugend und der Frauenverein samt
einer großen Menschenmenge versammelt. Die hohen Herrschaften geleitete
der Amtshauptmann des Bezirks, Domherr Freiherr von Biedermann auf
Niederforchheim. 12 Grünhainer Mädchen streuten Blumen. Die Bergleute
brachten am Brunnen ein »Glückauf!« Einer von sieben Köhlern sprach ein
Gedicht. Zwei Mädchen reichten dem Könige einen Teller mit Waldbeeren
und der Königin einen Becher mit Wasser. In einer geschmückten
Bude speisten die hohen Herrschaften. Unter Hochrufen setzte das
Herrscherpaar die weitere Reise über Schwarzenberg nach Schneeberg fort.
~f.~ Sagen und Geschichten zum Prinzenraube.