~a.~ Die obererzgebirgischen Eisenbahnen.
Ihrer Eröffnungszeit nach durchziehen das Obererzgebirge zur
Zeit folgende Eisenbahnlinien: seit 1858 Zwickau-Schwarzenberg,
1859 Niederschlema-Schneeberg, 1866 Chemnitz-Annaberg, 1872
Annaberg-Weipert, 1875 Flöha-Reitzenhain mit Pockau-Olbernhau,
Chemnitz-Aue-Adorf, 1883 Schwarzenberg-Johanngeorgenstadt, 1886
Wilischthal-Ehrenfriedersdorf, Thum-Herold, 1888 Schönfeld-Geyer,
1889 Buchholz-Schwarzenberg mit Zweigbahn nach Obercrottendorf und
Oberrittersgrün, Zwönitz-Stollberg, 1892 Wolkenstein-Jöhstadt, 1897
Wilzschhaus-Carlsfeld, Mulda-Sayda, Cranzahl-Oberwiesenthal. -- Auf
böhmischer Seite sind folgende Linien zu merken: 1872 Komotau-Weipert,
1875 Krima-Reitzenhain, 1899 Johanngeorgenstadt-Neudeck.
Die Eisenbahnlinie
Zwickau-Glauchau-Chemnitz-Flöha-Freiberg-Hainsberg-Dresden ist
die Hauptlinie, an welche sich fast sämtliche erzgebirgische
Eisenbahnlinien anschließen.
Längs des Südfußes des Gebirges führt die Linie Tellnitz-Ossegg-Komotau
und Komotau-Karlsbad-Falkenau hin.
~b.~ Die alten Postsäulen.
Wenn in der alten guten Zeit jemand eine größere Reise unternahm, so
machte er wohl sein Testament, versammelte seine Familie um sich und
nahm rührend Abschied. Dann vertraute er sich dem Postillon an, der
ihm die anstrengende Fahrt durch die lustigen Weisen seinem Hornes
etwas angenehmer machte. An größeren Haltestellen besichtigten die
Reisenden die in der Nähe der Postmeisterei aufgestellten +Postsäulen+,
welche in Stein geschriebene Auskunft erteilten. Sie waren Spitzsäulen,
auf deren Seiten die Orte der Poststraße samt Entfernungszahl in
Meilen eingetragen waren. Viele solcher Säulen sind unter +August dem
Starken+ errichtet worden. Sie trugen das kurfürstlich sächsische und
königlich polnische Wappen. Manchenorts trifft man noch diese Reste
einer guten alten Zeit, über welche die Gegenwart mit Unrecht bei ihren
Verkehrserleichterungen lächelt.
Diese Säulen sind gewissermaßen Denkmale für die frühere Bedeutung der
Orte als Verkehrshauptpunkte.
Nach dem Glückauf.