Dr. Julius Lang. ‘Aertzlicher Rathgeber für Frauen.’ 1892.
Bl. 46.... so soll es vom ersten Tage an als feststehendes Gesetz
gelten, dass das Darreichen der Brust nur in Zwischenräumen von
mindestens drei Stunden zu geschehen hat.... was aber nur für den Tag
gilt. Zur Nacht muss das Anlegen auf ein zweimaliges eingeschränkt
werden; später genügt wohl auch ein einmaliges Darreichen der Brust und
allmählich ist danach zu streben, dass der Säugling die ganze Nacht
ohne Nahrung zubringt und höchstens werde ihm etwas Wasser gereicht.”
Prof. F. Ahlfeld. ‘Lehrbuch der Geburtshilfe.’ 1903.
Bl. 207. „Tagsüber tut man gut, alle 2 bis 3 Stunden das Kind
anzulegen; nachts lässt man es so lange schlafen, wie es schläft. Indem
man tagsüber pünktlich genau die Stunden einhält, das Kind zu dem
Zwecke selbst weckt, die Nacht aber, auch wenn das Kind schreien
sollte, es erst eine Zeit schreien lässt und erst es einmal trocken
legt, ehe man ihm die Brust bietet, gelangt das Kind durch Gewohnung
bald dahin, tagsüber sich pünktlich zum Trinken zu melden, nachts aber
immer länger zu schlafen, schliesslich durchzuschlafen.”
Dr. Engel. ‘Pfaundler und Schlossmann’s Handbuch der Kinderheilkunde.’
1910. I.
Bl. 170. „Eine gesunde, normale Frau kann ihr Kind ohne jede Anweisung
nähren. Nahrungsbedarf und Milchproduktion stellen sich aufeinander
ein; das Kind selbst bestimmt durch die Dauer des Schlafes die
Trinkpause.”
Dr. W. Camerer. ‘Pfaundler und Schlossmann’s Handbuch der
Kinderheilkunde.’ 1910. I.
Bl. 204. „Ueber 7 mal in 24 Stunden oder, wie es noch vielfach Sitte
ist, zweistündlich die Brust zu geben, ist auch bei mangelnder
Milchsekretion und schwächlichen Kindern unzweckmäszig, schon aus dem
Grunde, weil man hierzu häufig ihren Schlaf unterbrechen müszte. Am
zweckmäszigsten ist, 5–6 mal in 24 Stunden anzulegen.”
Bl. 206. „Wenn es auch zu widerraten ist, ein Kind zum Zweck der
Nahrungsaufnahme aus dem Schlaf zu wecken, so empfiehlt es sich doch
sehr, schon von Anfang an die festgesetzten Zeiten möglichst ein zu
halten, und es ist erstaunlich, wieviel man schon in den ersten
Lebenswochen durch Erziehung erreichen kann. Das Kind soll so gewöhnt
werden, dasz es in der 1. Woche tagsüber etwa alle dreiundeinhalb
Stunden angelegt wird, während man bei Nacht eine fünf- bis
achtstündige Pause einschaltet.”
Bl. 211. „Unter normalen Verhältnissen ändert sich die Technik der
Ernährung in den nächsten Monaten sehr wenig und gestaltet sich einfach
genug, da man dem gesunden Säugling Freiheit in der Nahrungszufuhr die
meist mit überraschender Regelmäszigkeit erfolgt, lassen kann.”
Bl. 213. „Die Zahl der täglichen Mahlzeiten beträgt im ersten
Vierteljahre 5–6, gelegentlich 7, später 5–6, so dasz anfangs 3½ später
3½–4 stündige Pausen bei Tag mit entsprechenden Nachtpausen zwischen
den einzelnen Mahlzeiten stattfinden.”
Dr. G. Walcher. ‘Praktische Ergebnisse der Geburtshilfe und
Gynaekologie.’ 1910. II.
Bl. 349. „Zweckmässigerweise wird das Kind 5–6 mal täglich angelegt,
nachts soll die Brust und der Magen des Kindes ruhen.” „Beim Stillen
selbst soll immer nur eine Brust gereicht werden, diese aber ist
volkommen leer trinken zu lassen.”
Dr. Karl Basch. ‘Praktische Ergebnisse der Geburtshilfe und
Gynaekologie’. 1912. IV.
Bl. 326. Hij spreekt van „etwa 3 bis 4 Stunden, welche Zeit die
natürliche Trinkpause entspricht.”
Prof. L. Langstein und Dr. L. F. Meyer. ‘Säuglingsernährung und
Säuglingsstoffwechsel.’ 1914.
Bl. 94. „Vielfach ist es noch üblich, die Säuglinge alle 2 Stunden
anzulegen.... Als Regel gilt die Verordnung von 5 Mahlzeiten (beim
neugeborenen Kind sind eventuell 6 zu gestatten) in vierstündigen
Pausen; eine längere Nachtruhe ist notwendig. Die Zeiten sind z.B.
6–10–2–6–10 Uhr. Nur sollen diese nicht pedantisch eingehalten und das
Kind soll nicht aus tiefem Schlaf zur Mahlzeit geweckt werden. Man darf
sehr wohl das eine oder andere Mal die Zeiten überschreiten, nur darf
das nicht zur Regel werden. Zudem regelt sich das Nahrungsbedürfnis
bald so, dass das Kind von selbst zur angesetzten Stunde erwacht.”
Bl. 148. „In den Lehrbüchern findet sich gewöhnlich die Angabe, die
Mutter möge in vierstündigen Pausen fünfmal anlegen und in ihrer
Energie nicht erlahmen. Hinter diesem lapidaren Satz liegt jedoch ein
Berg von Schwierigkeiten.”
Prof. Dr. A. Keller en Dr. W. Birk. ‘Leidraad bij de kinderverpleging,
enz.,’ vertaald door Christina Nijman, 1912, met een inleidend woord
van Dr. Cornelia de Lange.
Bl. 36. „In de eerste dagen en weken bepaalt het kind, door den duur
van den spontanen slaap, de tusschenpoozen van zijn maaltijden; in de
zesde of zevende week probeeren de ouders meestal, het kind er toe te
brengen, dat het ’s nachts doorslaapt zonder voedsel te krijgen.
Overdag worden de voedings-tusschenpoozen verkort, en de voeding ’s
nachts vervalt. In den regel laat het kind zich dan de eerste nachten
nog hooren, daar het gewend is aan de nachtvoeding; het wil de borst
hebben en is onrustig.”
Bl. 37. „Wij achten b.v. voor het gezonde kind 5 maaltijden per dag
voldoende; een grooter aantal is schadelijk, maar met het oog op het
lichamelijk welzijn en het verloop van het spijsverteringsproces is het
vrijwel hetzelfde, of deze maaltijden alleen over dag, van ’s morgens
tot ’s avonds 9 uur, of wel over de geheele 24 uur verdeeld worden. Men
zou in sommige gevallen aan het kind zelf de termijnsbepaling kunnen
overlaten en het nu eens 3 uur, den volgenden keer 6 uur achtereen
laten doorslapen, mits het aantal van 5 maaltijden niet overschreden
wordt. Dit doen wij echter niet, maar streven naar een zekere
regelmaat, die trouwens meestal ook reeds geëischt wordt voor den
goeden gang der huishoudelijke aangelegenheden en waardoor het kind
tevens aan orde wordt gewend. Natuurlijk mag deze opvoeding tot orde
niet in strijd zijn met de belangen der lichamelijke gezondheid.”
Dr. S. Engel en Dr. M. Baum. ‘De zorg voor den zuigeling’, bewerkt door
Jeannette Stärcke-Polenaar, kinderarts, met een inleidend woord van Dr.
J. de Bruin. 1913.
Bl. 43. „In den regel slaapt het kind al den tijd tusschen de
maaltijden. De meeste gezonde kinderen verlangen daarvoor uit zichzelf
een lange rustpoos; vooral in de eerste maanden van het leven slapen de
kinderen tusschen de maaltijden zeer vast. Daardoor verlangen gezonde
borstkinderen meestal van zelf slechts 5 of 6 maaltijden per dag,
tenzij men ze opzettelijk dwingt aan meer maaltijden te wennen; er zijn
zelfs kinderen die maar 4 keer per dag de borst willen hebben.
Men zou dus een kind moeten aanleggen wanneer het wakker wordt, en
blijkbaar voedsel verlangt. Wanneer evenwel onverhoopt het kind niet
zelf zijn maaltijden regelt, maar dikwijls en op ongeregelde tijden
voedsel verlangt, moet men hem aan vaste tijden wennen, en hem 5 of 6
maal daags de borst geven, in afstanden van 3 tot 4 uur. (Noot van de
vertaalster: „Hier te lande geeft men meestal nog 6 of 7 maaltijden per
etmaal. Zelden of nooit zagen wij daarvan nadeel).
’s Nachts moet in elk geval een pauze van 6 à 8 uur gemaakt worden.”
Bl. 51. „Van zeer veel gewicht is het, hoelang men wacht tusschen de
maaltijden. Zooals reeds vroeger werd aangetoond, is het in het belang,
zoowel van de moeder als van het kind, dat men altijd regelmatige
pauzen maakt. Komt het kind daar niet vanzelf toe, dan moet men het
daaraan wennen.”
Bl. 150. „Verder is er nog een belangrijke vraag, om de hoeveel tijd
men een kind moet voeden. Borstkinderen bepalen vaak zelf het tijdstip
voor de voeding, doordat zij, vooral in de eerste weken of maanden,
zoolang slapen, tot zij weder behoefte aan voedsel hebben. Eerder
slapen zij wat langer en slaan zij daardoor een maaltijd over, dan dat
zij een maaltijd te veel nemen. Later echter, wanneer zij langer wakker
blijven, kan men de voeding niet meer regelen naar het slapen en wakker
worden van het kind. Dan moet men dus het kind gewennen aan een
bepaalden regelmaat in de voeding. Bij fleschvoeding blijkt dit reeds
eerder noodig te zijn.”
Dr. M. von Pfaundler. ‘Physiologie des Neugeborenen.’ Handbuch der
Geburtshilfe herausgegeben von A. Döderlein. 1915.
Bl. 638. „Wenn man gehalten wäre, für alle Kinder ein und dasselbe
System der Brusternährung zur Anwendung zu bringen, so würde man wohl
besser fahren mit 5–6 als mit 8–10 Mahlzeiten pro 24 Stunden.
Glücklicherweise besteht aber kein Zwang zu einer solchen starren
Regel—vielmehr—wie noch gezeigt werden soll und der Verf. seit 1899
immer wieder aufs Nachdrücklichste vertritt—aller Grund sich für den
gut beobachteten Einzelfall von jedem Schema freizumachen.”
Bl. 640. „Das zweckmäszige Vorgehen ist hiernach genügend vorgezeigt:
Man wird bis zum 3. oder 4. Lebenstag auf etwa 5–6 Mahlzeiten pro Tag
hinaufgehen und versuchen bei dieser Anzahl zu verharren. Zeigt sich
aber (worauf man besonders bei Erstlaktierenden gefaszt sein musz),
dasz die Tagestrinkmenge unter dem Bedarf, die Sekretion bei so langen
Pausen eine ungenügende bleibt oder stellen sich klinische Zeichen der
Unterernährung ein, so wird man unbedenklich die Zahl der Mahlzeiten
auf 7–8 erhöhen; kurz gesagt, man wird das Kind nicht nach der Regel,
sondern die Regel nach dem Kinde richten, man wird auch hier in einem
gewissen Rahmen individualisieren und auf die ‘Stimme der Natur’
hören.”
„Hinsichtlich der Einteilung der Mahlzeiten ist auf eine tunlichst
lange Nachtpause von etwa 8 Stunden zu achten und im übrigen die
Einhaltung annähernd gleicher Intervalle zu erstreben. Hier werden oft
einander direkt widersprechende oder unerfüllbare Vorschriften
erlassen. Wenn es z.B. heiszt, man solle das Kind füttern um 6 Uhr, um
10 Uhr vormittags, um 2 Uhr, 6 Uhr und 10 Uhr nachmittags, oder zu
andern festen Zeiten, das Kind dürfe aber nicht aus dem Schlafe geweckt
werden behufs Fütterung, so wird manche folgsame Mutter tagtäglich vor
qualvolle Dilemmen gesetzt”.
Bl. 614. „Wie viel Nahrung braucht das Neugeborene? Die Beantwortung
der Frage starrt vor Schwierigkeiten.”
Dr. G. Tugendreich. ‘Vorträge über Ernährung und Pflege des Kindes.’
1914.
Bl. 45. „Obwohl es zweckmäszig ist, das Kind an Regelmäszigkeit der
Mahlzeiten zu gewöhnnen, so darf man bei der Brustnährung—im Gegensatze
zur Flaschenernährung—doch auch einmal von der Zeiteinteilung
abweichen, z.B. wenn unser Kind zur Trinkzeit im tiefem Schlafe liegt.”
Prof. Dr. B. Bendix. ‘Lehrbuch der Kinderheilkunde für Aerzte und
Studierende.’ 1916.
Bl. 42. „Das Brustkind verfügt bei jeder einzelnen Mahlzeit, abhängig
von den jeweiligen Durst und Hunger, frei nach seinem Belieben. Es
weichen daher die Mengen der Einzelmahlzeiten auch desselben Tages sehr
voneinander ab, so dasz z.B. eine Mahlzeit 250–300 g. und die andere
nur 75–100 g. betragen kann...... Unter normalen Bedingungen wird das
gesunde Kind vor einem „Zuviel” durch die allmähliche Ermüdung infolge
des Sauggeschäft, durch die Magenkapazität und die Erschöpfung der
Brustdrüse geschutzt.”
Bl. 43. „Es ist nicht nötig, den Säugling zur bestimmten Stunde aus dem
Schlafe zu wecken, um ihn zu stillen, sondern man wartet, bis er sich
„meldet”. Auch bei nur 3–4 maligem Trinken innerhalb 24 Stunden holt er
sich das für seinen Bedarf notwendige Milchquantum aus der Brust
heraus. Sehr häufig stellt sich im Verlaufe einiger Wochen das Kind von
selbst auf die 4- oder 3stündige Pause ein.”
Bl. 45. „Die natürliche Ernährung mit ihren normalen Verhältnissen
soll, insbesondere was Nahrungsmengen und Nahrungsbedarf anbetrifft,
als Wegweiser für die Vorschriften bei der künstlichen Ernährung
dienen. Man soll sich aber jederzeit bewuszt sein, dasz der einzelne
Säugling eine Individualiteit für sich ist, die je nach der ihr von der
Natur verliehenen Leistungsfähigkeit ihrer Zellen und deren Funktion
sparsamer oder mit gröszerem Kraftverbrauch wirtschaftet. Mithin dürfen
die bei der natürlichen Ernährung gewonnenen Zahlen ein wertvolles
Schema für die künstliche Ernährung abgeben. Falsch ist es, sich in
jedem Falle schablonenmäszig an sie zu binden.”
Bl. 52. „Die Trinkmengen und die Zahl der Mahlzeiten werden bei der
unnatürlichen Ernährung nach den bei der natürlichen gewonnenen
Erfahrungen eingerichtet. Aber ebensowenig wie sich ein starres Schema
für die dem einzelnen Kinde notwendigen Milchquanten aufstellen läszt,
ebenso unmöglich ist es, genau zu präzisieren, mit welcher Lebenswoche
eine Steigerung der Konzentration vorzunehmen ist. Als Regel darf der
Satz gelten: man bleibt solange bei dem vorgeschriebenen Masz der
Nahrung und Grad der Konzentration, als Allgemeinbefinden und Stuhl des
Kindes gut sind, und sein Gewicht ungestört ansteigt, auch wenn Menge
und Konzentration unter der gewöhnlichen Norm stehen.
.... Es kann nicht oft und ausdrücklich genug hervorgehoben werden,
dasz es eine Schablone für die Ernährung des Säuglings nicht gibt,
weder bezüglich der Menge der Milch noch des Grades der Verdünning. Es
heiszt hier wie in vielen Dingen individualisieren, nicht
schematisieren.”