Der Gedanke an die Endlichkeit der Dinge führt diese Trauer mit sich,
weil sie die auf die Spitze getriebene qualitative Negation ist, in der
Einfachheit solcher Bestimmung ihnen nicht mehr ein affirmatives Seyn
unterschieden von ihrer Bestimmung zum Untergange gelassen ist. Die
Endlichkeit ist um dieser qualitativen Einfachheit der Negation, die
zum abstrakten Gegensatze des Nichts und Vergehens gegen das Seyn
zurückgegangen ist, die hartnäckigste Kategorie des Verstandes; die
Negation überhaupt, Beschaffenheit, Grenze vertragen sich mit ihrem
Anderen, dem Daseyn; auch das abstrakte Nichts wird für sich als
Abstraktion aufgegeben; aber Endlichkeit ist die als an sich fixirte
Negation, und steht daher seinem Affirmativen schroff gegenüber. Das
Endliche läßt sich so in Fluß wohl bringen, es ist selbst dieß, zu
seinem Ende bestimmt zu seyn, aber nur zu seinem Ende;—es ist vielmehr
das Verweigern, sich zu seinem Affirmativen, dem Unendlichen hin
affirmativ bringen, mit ihm sich verbinden zu lassen; es ist also
untrennbar von seinem Nichts gesetzt, und alle Versöhnung mit seinem
Anderen, dem Affirmativen, dadurch abgeschnitten. Die Bestimmung der
endlichen Dinge ist nicht eine weitere als ihr Ende. Der Verstand
verharrt in dieser Trauer der Endlichkeit, indem er das Nichtseyn zur
Bestimmung der Dinge, es zugleich unvergänglich und absolut macht. Ihre
Vergänglichkeit könnte nur in ihrem Anderen, dem Affirmativen,
vergehen; so trennte sich ihre Endlichkeit von ihnen ab; aber sie ist
ihre unveränderliche, d. i. nicht in ihr Anderes d. i. nicht in ihr
Affirmatives übergehende Qualität, so ist sie ewig.
Dieß ist eine sehr wichtige Betrachtung daß aber das Endliche absolut
sey, solchen Standpunkt wird sich freilich irgend eine Philosophie oder
Ansicht oder der Verstand nicht aufbürden lassen wollen; vielmehr ist
das Gegentheil ausdrücklich in der Behauptung des Endlichen vorhanden;
das Endliche ist das Beschränkte, Vergängliche; das Endliche ist nur
das Endliche, nicht das Unvergängliche; dieß liegt unmittelbar in
seiner Bestimmung und Ausdruck. Aber es kommt darauf an, ob in der
Ansicht beim Seyn der Endlichkeit beharrt wird, die Vergänglichkeit
bestehen bleibt, oder ob die Vergänglichkeit und das Vergehen vergeht?
Daß dieß aber nicht geschieht, ist das Faktum eben in derjenigen
Ansicht des Endlichen, welche das Vergehen zum Letzten des Endlichen
macht. Es ist die ausdrückliche Behauptung, daß das Endliche mit dem
Unendlichen unverträglich und unvereinbar sey, das Endliche dem
Unendlichen schlechthin entgegen gesetzt sey. Dem Unendlichen ist Seyn,
absolutes Seyn zugeschrieben; ihm gegenüber bleibt so das Endliche
festgehalten, als das Negative desselben; unvereinbar mit dem
Unendlichen bleibt es absolut auf seiner eigenen Seite; Affirmation
erhielte es von Affirmativen, dem Unendlichen und verginge so; aber
eine Vereinigung mit demselben ist das, was für das Unmögliche erklärt
wird. Soll es nicht beharren dem Unendlichen gegenüber, sondern
vergehen, so ist, wie vorhin gesagt, eben sein Vergehen das Letzte,
nicht das Affirmative, welches nur das Vergeben des Vergehens seyn
würde. Sollte aber das Endliche nicht im Affirmativen vergehen, sondern
sein Ende als das Nichts gefaßt werden, so wären wir wieder bei jenem
ersten, abstrakten Nichts, das selbst längst vergangen ist.
Bei diesem Nichts jedoch, welches nur Nichts seyn soll und dem zugleich
eine Existenz, im Denken, Vorstellen oder Sprechen zugegeben wird,
kommt derselbe Widerspruch vor, als so eben bei dem Endlichen,
angegeben worden, nur daß er dort nur vorkommt, aber in der Endlichkeit
ausdrücklich ist. Dort erscheint er als subjektiv, hier wird behauptet,
das Endliche stehe perennirend dem Unendlichen entgegen, das an sich
Nichtige sey, und es sey als an sich Nichtiges. Dieß ist zum Bewußtseyn
zu bringen; und die Entwickelung des Endlichen zeigt, daß es an ihm als
dieser Widerspruch in sich zusammenfällt, aber ihn dahin wirklich
auflöst, nicht daß es nur vergänglich ist und vergeht, sondern daß das
Vergehen, das Nichts, nicht das Letzte ist, sondern vergeht.