1. Etwas und Anderes sind beide erstens Daseyende oder Etwas.

Zweitens ist ebenso jedes ein Anderes. Es ist gleichgültig, welches

zuerst und bloß darum Etwas genannt wird; (im Lateinischen, wenn sie in

einem Satze vorkommen, heißen beide aliud, oder einer den andern, alius

alium; bei einer Gegenseitigkeit ist der Ausdruck: alter alterum

analog.) Wenn wir ein Daseyn A nennen, das andere aber B, so ist

zunächst B als das Andere bestimmt. Aber A ist ebenso sehr das Andere

des B. Beide sind auf gleiche Weise Andere. Um den Unterschied und das

als affirmativ zu nehmende Etwas zu fixiren, dient das Dieses. Aber

Dieses spricht eben es aus, daß dieß Unterscheiden und Herausheben des

einen Etwas ein subjektives, außerhalb des Etwas selbst fallendes

Bezeichnen ist. In dieses äußerliche Monstriren fällt die ganze

Bestimmtheit; selbst der Ausdruck: Dieses enthält keinen Unterschied;

alle und jede Etwas sind gerade so gut Diese, als sie auch Andere sind.

Man meint, durch: Dieses, etwas vollkommen bestimmtes auszudrücken; es

wird übersehen, daß die Sprache, als Werk des Verstandes, nur

Allgemeines ausspricht, außer in dem Namen eines einzelnen

Gegenstandes; der individuelle Name ist aber ein Sinnloses in dem

Sinne, daß er nicht ein Allgemeines ausdrückt, und erscheint als ein

bloß Gesetztes, Willkürliches aus demselben Grunde, wie denn auch

Einzelnamen willkürlich angenommen, gegeben oder ebenso verändert

werden können.

Es erscheint somit das Andersseyn als eine dem so bestimmten Daseyn

fremde Bestimmung, oder das Andere außer dem einen Daseyn; Theils, daß

ein Daseyn erst durch das Vergleichen eines Dritten, Theils, daß es nur

um des Anderen willen, das außer ihm ist, als anderes bestimmt werde,

aber nicht für sich so sey. Zugleich, wie bemerkt worden, bestimmt sich

jedes Daseyn, auch für die Vorstellung, ebenso sehr als ein anderes

Daseyn, so daß nicht ein Daseyn bleibt, das nur als ein Daseyn

bestimmt, das nicht außerhalb eines Daseyns, also nicht selbst ein

Anderes wäre.

Beide sind sowohl als Etwas als auch als Anderes bestimmt, hiermit

dasselbe und es ist noch kein Unterschied derselben vorhanden. Diese

Dieselbigkeit der Bestimmungen fällt aber ebenso nur in die äußere

Reflexion, in die Vergleichung beider; aber wie das Andere zunächst

gesetzt ist, so ist dasselbe für sich zwar in Beziehung auf das Etwas,

aber auch für sich außerhalb desselben.

Drittens ist daher das Andere zu nehmen, als isolirt, in Beziehung auf

sich selbst; abstrakt als das Andere,…… des Plato, der es als eins der

Momente der Totalität, dem Einen entgegensetzt, und dem Anderen auf

diese Weise eine eigne Natur zuschreibt. So ist das Andere allein als

solches gefaßt, nicht das Andere von Etwas, sondern das Andere an ihm

selbst, d. i. das Andere seiner selbst.—Solches seiner Bestimmung nach

Andere ist die physische Natur; sie ist das Andere des Geistes; diese

ihre Bestimmung ist so zunächst eine bloße Relativität, wodurch nicht

eine Qualität der Natur selbst, sondern nur eine ihr äußerliche

Beziehung ausgedrückt wird. Aber indem der Geist das wahrhafte Etwas,

und die Natur daher an ihr selbst nur das ist, was sie gegen den Geist

ist, so ist, insofern sie für sich genommen wird, ihre Qualität eben

dieß, das Andere an ihr selbst, das Außer-sich-seyende (in den

Bestimmungen des Raumes, der Zeit, der Materie) zu seyn.

Das Andere für sich ist das Andere an ihm selbst, hiermit das Andere

seiner selbst, so das Andere des Anderen,—also das in sich schlechthin

Ungleiche, sich Negirende, das sich Verändernde. Aber ebenso bleibt es

identisch mit sich, denn dasjenige, in welches es sich veränderte, ist

das Andere, das sonst weiter keine Bestimmung hat; aber das sich

Verändernde ist auf keine verschiedene Weise, sondern auf dieselbe, ein

Anderes zu seyn, bestimmt, es geht daher in demselben nur mit sich

zusammen. So ist es gesetzt als in sich Reflektirtes mit Aufheben des

Andersseyns; mit sich identisches Etwas, von dem hiermit das

Andersseyn, das zugleich Moment desselben ist, ein Unterschiedenes, ihm

nicht als Etwas selbst zukommendes ist.

2. Etwas erhält sich in seinem Nichtdaseyn; es ist wesentlich Eins mit

ihm, und wesentlich nicht Eins mit ihm.

Es steht also in Beziehung auf sein Andersseyn; es ist nicht rein sein

Andersseyn. Das Andersseyn ist zugleich in ihm enthalten, und zugleich

noch davon getrennt; es ist Seyn-für-Anderes.

Daseyn als solches ist Unmittelbares, Beziehungsloses; oder es ist in

der Bestimmung des Seyns. Aber Daseyn als das Nichtseyn in sich

schließend, ist bestimmtes, in sich verneintes Seyn, und dann zunächst

Anderes,—aber weil es sich in seiner Verneinung zugleich auch erhält,

nur Seyn-für-Anderes.

Es erhält sich in seinem Nichtdaseyn, und ist Seyn; aber nicht Seyn

überhaupt, sondern als Beziehung auf sich gegen seine Beziehung auf

Anderes, als Gleichheit mit sich gegen seine Ungleichheit. Ein solches

Seyn ist Ansichseyn.

Seyn-für-Anderes und Ansichseyn machen die zwei Momente des Etwas aus.

Es sind zwei Paare von Bestimmungen, die hier vorkommen: 1) Etwas und

Anderes. 2) Seyn-für-Anderes, und Ansichseyn. Die erstern enthalten die

Beziehungslosigkeit ihrer Bestimmtheit; Etwas und Anderes fallen

auseinander. Aber ihre Wahrheit ist ihre Beziehung; das

Seyn-für-Anderes und das Ansichseyn sind daher jene Bestimmungen als

Momente Eines und desselben gesetzt, als Bestimmungen, welche

Beziehungen sind und in ihrer Einheit, in der Einheit des Daseyns

bleiben. Jedes selbst enthält damit an ihm zugleich auch sein von ihm

verschiedenes Moment.

Seyn und Nichts in ihrer Einheit, welche Daseyn ist, sind nicht mehr

als Seyn und Nichts;—dieß sind sie nur außer ihrer Einheit; so in ihrer

unruhigen Einheit, im Werden, sind sie Entstehen und Vergehen. —Seyn im

Etwas ist Ansichseyn. Seyn, die Beziehung auf sich, die Gleichheit mit

sich, ist jetzt nicht mehr unmittelbar, sondern Beziehung auf sich nur

als Nichtseyn des Andersseyns, (als in sich reflektirtes Daseyn).—Eben

so ist Nichtseyn als Moment des Etwas in dieser Einheit des Seyns und

Nichtseyns, nicht Nichtdaseyn überhaupt, sondern Anderes, und

bestimmter nach der Unterscheidung des Seyns von ihm zugleich,

Beziehung auf sein Nichtdaseyn, Seyn-für-Anderes.

Somit ist Ansichseyn erstlich negative Beziehung auf das Nichtdaseyn,

es hat das Andersseyn außer ihm und ist demselben entgegen; insofern

Etwas an sich ist, ist es dem Anders-seyn und dem Seyn-für-Anderes

entnommen. Aber zweitens hat es das Nichtseyn auch selbst an ihm; denn

es selbst ist das Nicht-seyn des Seyns-für Anderes.

Das Seyn-für-Anderes aber ist erstlich Negation der einfachen Beziehung

des Seyns auf sich, die zunächst Daseyn und Etwas seyn soll; insofern

Etwas in einem Anderen oder für ein Anderes ist, entbehrt es des

eigenen Seyns. Aber zweitens ist es nicht das Nichtdaseyn als reines

Nichts; es ist Nichtdaseyn, das auf das Ansichseyn als auf sein in sich

reflektirtes Seyn hinweist, so wie umgekehrt das Ansichseyn auf das

Seyn-für-Anderes hinweist.

Beide Momente sind Bestimmungen eines und des selben, nämlich des

Etwas. Ansich ist Etwas, insofern es aus dem Seyn-für-Anderes heraus,

in sich zurückgekehrt ist. Etwas hat aber auch eine Bestimmung oder

Umstand an sich (hier fällt der Accent auf an) oder an ihm, insofern

dieser Umstand äußerlich an ihm, ein Seyn-für-Anderes ist.

Dieß führt zu einer weitern Bestimmung. Ansichseyn und Seyn-für-Anderes

sind zunächst verschieden; aber daß Etwas dasselbe, was es an sich ist,

auch an ihm hat, und umgekehrt, was es als Seyn-für-Anderes ist, auch

an sich ist,—dieß ist die Identität des Ansichseyns und

Seyns-für-Anderes, nach der Bestimmung, daß das Etwas selbst ein und

dasselbe beider Momente ist, sie also ungetrennt in ihm sind.—Es

ergiebt sich formell diese Identität schon in der Sphäre des Daseyns,

aber ausdrücklicher in der Betrachtung des Wesens und dann des

Verhältnisses der Innerlichkeit und Äußerlichkeit, und am bestimmtesten

in der Betrachtung der Idee, als der Einheit des Begriffs und der

Wirklichkeit.—Man meint, mit dem Ansich etwas Hohes zu sagen, wie mit

dem Inneren; was aber Etwas nur ansich ist, ist auch nur an ihm; ansich

ist eine nur abstrakte, damit selbst äußerliche Bestimmung. Die

Ausdrücke: es ist nichts an ihm, oder es ist etwas daran, enthalten,

obgleich etwa dunkel, daß das, was an einem ist, auch zu seinem

Ansichseyn, seinem inneren wahrhaften Werthe gehöre.

Es kann bemerkt werden, daß sich hier der Sinn des Dings-an-sich

ergiebt, das eine sehr einfache Abstraktion ist, aber eine Zeitlang

eine sehr wichtige Bestimmung, gleichsam etwas Vornehmes, so wie, der

Satz, daß wir nicht wissen, was die Dinge an sich sind, eine

vielgeltende Weisheit war.—Die Dinge heißen an-sich, insofern von allem

Seyn-für-Anderes abstrahirt wird, das heißt überhaupt, insofern sie

ohne alle Bestimmung, als Nichtse gedacht werden. In diesem Sinn kann

man freilich nicht wissen, was das Ding-an-sich ist. Denn die Frage:

was? verlangt, daß Bestimmungen angegeben werden; indem aber die Dinge,

von denen sie anzugeben verlangt würde, zugleich Dinge-an-sich seyn

sollen, das heißt eben ohne Bestimmung, so ist in die Frage

gedankenloserweise die Unmöglichkeit der Beantwortung gelegt, oder man

macht nur eine widersinnige Antwort.—Das Ding-an-sich ist dasselbe, was

jenes Absolute, von dem man nichts weiß, als daß Alles eins in ihm ist.

Man weiß daher sehr wohl, was an diesen Dingen-an-sich ist; sie sind

als solche nichts als Wahrheitslose, leere Abstraktionen. Was aber das

Ding-an-sich in Wahrheit ist, was wahrhaft an sich ist, davon ist die

Logik die Darstellung, wobei aber unter Ansich etwas Besseres als die

Abstraktion verstanden wird, nämlich was etwas in seinem Begriffe ist;

dieser aber ist konkret in sich, als Begriff überhaupt begreiflich, und

als bestimmt und Zusammenhang seiner Bestimmungen in sich erkennbar.

Das Ansichseyn hat zunächst das Seyn-für-Anderes zu seinem

gegenüberstehenden Momente; aber es wird demselben auch das Gesetztseyn

gegenübergestellt; in diesem Ausdruck liegt zwar auch das

Seyn-für-Anderes, aber er enthält bestimmt die bereits geschehene

Zurückbeugung dessen, was nicht an sich ist, in das, was sein

Ansichseyn, worin es positiv ist. Das Ansichseyn ist gewöhnlich als

eine abstrakte Weise den Begriff auszudrücken zu nehmen; Setzen fällt

eigentlich erst in die Sphäre des Wesens, der objektiven Reflexion; der

Grund setzt das, was durch ihn begründet wird; die Ursache noch mehr

bringt eine Wirkung hervor, ein Daseyn, dessen Selbstständigkeit

unmittelbar negirt ist und das den Sinn an ihm hat, in einem anderen

seine Sache, sein Seyn zu haben. In der Sphäre des Seyns geht das

Daseyn aus dem Werden nur hervor, oder mit dem Etwas ist ein Anderes,

mit dem Endlichen das Unendliche gesetzt, aber das Endliche bringt das

Unendliche nicht hervor, setzt dasselbe nicht. In der Sphäre des Seyns

ist das Sich-bestimmen des Begriffs selbst nur erst an sich, so heißt

es ein Übergehen; auch die reflektirenden Bestimmungen des Seyns, wie

Etwas und Anderes, oder das Endliche und Unendliche, ob sie gleich

wesentlich auf einander hinweisen, oder als Seyn-für-Anderes sind,

gelten als qualitative für sich bestehend; das Andere ist, das Endliche

gilt ebenso als unmittelbar seyend und für sich feststehend, wie das

Unendliche; ihr Sinn erscheint als vollendet auch ohne ihr Anderes. Das

Positive und Negative hingegen, Ursache und Wirkung, so sehr sie auch

als isolirt seyend genommen werden, haben zugleich keinen Sinn ohne

einander; es ist an ihnen selbst ihr Scheinen in einander, das Scheinen

seines Anderen in jedem, vorhanden.—In den verschiedenen Kreisen der

Bestimmung und besonders im Fortgange der Exposition, oder näher im

Fortgange des Begriffs zu seiner Exposition ist es eine Hauptsache,

dieß immer wohl zu unterscheiden, was noch an sich und was gesetzt ist,

wie die Bestimmungen als im Begriffe und wie sie als gesetzt oder als

seyend-für-Anderes sind. Es ist dieß ein Unterschied, der nur der

dialektischen Entwickelung angehört, den das metaphysische

Philosophiren, worunter auch das kritische gehört, nicht kennt; die

Definitionen der Metaphysik, wie ihre Voraussetzungen, Unterscheidungen

und Folgerungen, wollen nur Seyendes und zwar Ansichseyendes behaupten

und hervorbringen.

Das Seyn-für-Anderes ist in der Einheit des Etwas mit sich, identisch

mit seinem Ansich; das Seyn-für-Anderes ist so am Etwas. Diese in sich

reflektirte Bestimmtheit ist damit wieder einfache seyende, somit

wieder eine Qualität,—die Bestimmung.

b. Bestimmung, Beschaffenheit und Grenze.

Das Ansich, in welches das Etwas aus seinem Seyn-für-Anderes in sich

reflektirt ist, ist nicht mehr abstraktes Ansich, sondern als Negation

seines Seyns-für-Anderes durch dieses vermittelt, welches so sein

Moment ist. Es ist nicht nur die unmittelbare Identität des Etwas mit

sich, sondern die, durch welche das Etwas das, was es an sich ist, auch

an ihm ist; das Seyn-für-Anderes ist an ihm, weil das Ansich das

Aufheben desselben ist, aus demselben in sich ist; aber ebenso sehr

auch schon, weil es abstrakt, also wesentlich mit Negation, mit

Seyn-für-Anderes behaftet ist. Es ist hier nicht nur Qualität und

Realität, seyende Bestimmtheit, sondern an-sich-seyende Bestimmtheit

vorhanden, und die Entwickelung ist, sie als diese in sich reflektirte

Bestimmtheit zu setzen.

1. Die Qualität, die das Ansich im einfachen Etwas wesentlich in

Einheit mit dessen anderen Momente, dem An-ihm-Seyn, ist, kann seine

Bestimmung genannt werden, insofern dieses Wort in genauerer Bedeutung

von Bestimmtheit überhaupt unterschieden wird. Die Bestimmung ist die

affirmative Bestimmtheit, als das Ansichseyn, dem das Etwas in seinem

Daseyn gegen seine Verwicklung mit Anderem, wo von es bestimmt würde,

gemäß bleibt, sich in seiner Gleichheit mit sich erhält, sie in seinem

Seyn-für-Anderes geltend macht. Es erfüllt seine Bestimmung, insofern

die weitere Bestimmtheit, welche zunächst durch sein Verhalten zu

Anderem mannigfaltig erwächst, seinem Ansichseyn gemäß, seine Fülle

wird. Die Bestimmung enthält dieß, daß was Etwas an sich ist, auch an

ihm sey.

Die Bestimmung des Menschen ist die denkende Vernunft: Denken überhaupt

ist seine einfache Bestimmtheit, er ist durch dieselbe von dem Thiere

unterschieden; er ist Denken an sich, insofern dasselbe auch von seinem

Seyn-für-Anderes, seiner eigenen Natürlichkeit und Sinnlichkeit,

wodurch er unmittelbar mit Anderem zusammenhängt, unterschieden ist.

Aber das Denken ist auch an ihm; der Mensch selbst ist Denken, er ist

da als denkend, es ist seine Existenz und Wirklichkeit; und ferner

indem es in seinem Daseyn, und sein Daseyn im Denken ist, ist es

konkret, ist mit Inhalt und Erfüllung zu nehmen, es ist denkende

Vernunft, und so ist es Bestimmung des Menschen. Aber selbst diese

Bestimmung ist wieder nur an sich, als ein Sollen, d. i. sie mit der

Erfüllung, die ihrem Ansich einverleibt ist, in der Form des Ansich

überhaupt, gegen das ihr nicht einverleibte Daseyn, das zugleich noch

als äußerlich gegenüberstehende, unmittelbare Sinnlichkeit und Natur

ist.

2. Die Erfüllung des Ansichseyns mit Bestimmtheit ist auch

unterschieden von der Bestimmtheit, die nur Seyn-für-Anderes ist und

außer der Bestimmung bleibt. Denn im Felde des Qualitativen bleibt den

Unterschieden in ihrem Aufgehobenseyn auch das unmittelbare,

qualitative Seyn gegeneinander. Das, was das Etwas an ihm hat, theilt

sich so, und ist nach dieser Seite äußerliches Daseyn des Etwas, das

auch sein Daseyn ist, aber nicht seinem Ansichseyn angehört.—Die

Bestimmtheit ist so Beschaffenheit.

So oder anders beschaffen, ist Etwas als in äußerem Einfluß und

Verhältnissen begriffen. Diese äußerliche Beziehung, von der die

Beschaffenheit abhängt, und das Bestimmtwerden durch ein Anderes,

erscheint als etwas Zufälliges. Aber es ist Qualität des Etwas, dieser

Äußerlichkeit preisgegeben zu seyn und eine Beschaffenheit zu haben.

Insofern Etwas sich verändert, so fällt die Veränderung in die

Beschaffenheit; sie ist am Etwas das, was ein Anderes wird. Es selbst

erhält sich in der Veränderung, welche nur diese unstäte Oberfläche

seines Andersseyns, nicht seine Bestimmung trifft.

Bestimmung und Beschaffenheit sind so von einander unterschieden; Etwas

ist seiner Bestimmung nach gleichgültig gegen seine Beschaffenheit. Das

aber, was Etwas an ihm hat, ist die sie beide verbindende Mitte dieses

Schlusses. Das Am Etwas seyn zeigte sich aber vielmehr in jene beide

Extreme zu zerfallen. Die einfache Mitte ist die Bestimmtheit als

solche; ihrer Identität gehört sowohl Bestimmung als Beschaffenheit an.

Aber die Bestimmung geht für sich selbst in Beschaffenheit und diese in

jene über. Dieß liegt im Bisherigen; der Zusammenhang ist näher dieser:

Insofern das, was Etwas an sich ist, auch an ihm ist, ist es mit

Seyn-für-Anderes behaftet; die Bestimmung ist damit als solche offen

dem Verhältniß zu Anderem. Die Bestimmtheit ist zugleich Moment,

enthält aber zugleich den qualitativen Unterschied, vom Ansichseyn

verschieden, das Negative des Etwas, ein anderes Daseyn zu seyn. Die so

das Andere in sich fassende Bestimmtheit mit dem Ansichseyn vereinigt

bringt das Andersseyn in das Ansichseyn oder in die Bestimmung hinein,

welche dadurch zur Beschaffenheit herabgesetzt ist. Umgekehrt das

Seyn-für-Anders als Beschaffenheit isolirt und für sich gesetzt ist es

an ihm dasselbe, was das Andere als solches, das Andere an ihm selbst

d. i. seiner selbst ist; so ist es aber sich auf sich beziehendes

Daseyn, so Ansichseyn mit einer Bestimmtheit, also Bestimmung.—Es hängt

hiermit, insofern beide auch außereinander zu halten sind, die

Beschaffenheit, die in einem Äußerlichen, einem Anderen überhaupt

gegründet erscheint, auch von der Bestimmung ab, und das fremde

Bestimmen ist durch die eigene, immanente des Etwas zugleich bestimmt.

Aber ferner gehört die Beschaffenheit zu dem, was das Etwas an sich

ist; mit seiner Beschaffenheit ändert sich Etwas.

Diese Änderung des Etwas ist nicht mehr die erste Veränderung des Etwas

bloß nach seinem Seyn-für-Anderes; jene erste war nur die an sich

seyende, dem innern Begriffe angehörige Veränderung; die Veränderung

ist nunmehr auch die am Etwas gesetzte.—Das Etwas selbst ist weiter

bestimmt, und die Negation als ihm immanent gesetzt, als sein

entwickeltes Insichseyn.

Zunächst ist das Übergehen der Bestimmung und Beschaffenheit ineinander

das Aufheben ihres Unterschiedes, damit ist das Daseyn oder Etwas

überhaupt gesetzt; und, indem es aus jenem Unterschiede resultirt, der

das qualitative Andersseyn ebenso in sich befaßt, sind Zwei Etwas, aber

nicht nur Andere gegen einander überhaupt, so daß diese Negation noch

abstrakt wäre und nur in die Vergleichung fiele, sondern sie ist

nunmehr den Etwas immanent. Sie sind als daseyend gleichgültig

gegeneinander, aber diese ihre Affirmation ist nicht mehr unmittelbare,

jedes bezieht sich auf sich selbst vermittelst des Aufhebens des

Andersseyns, welches in der Bestimmung in das Ansichseyn reflektirt

ist.

Etwas verhält sich so aus sich selbst zum Anderen, weil das Andersseyn

als sein eigenes Moment in ihm gesetzt ist, sein Insichseyn befaßt die

Negation in sich, vermittelst deren überhaupt es nun sein affirmatives

Daseyn hat. Aber von diesem ist das Andere auch qualitativ

unterschieden, es ist hiermit außer dem Etwas gesetzt. Die Negation

seines Anderen ist nur die Qualität des Etwas, denn als dieses Aufheben

seines Anderen ist es Etwas. Damit tritt erst eigentlich das Andere

einem Daseyn selbst gegenüber; dem ersten Etwas ist das Andere nur

äußerlich gegenüber, oder aber indem sie in der That schlechthin, d. i.

ihrem Begriffe nach zusammenhängen, ist ihr Zusammenhang dieser, daß

das Daseyn in Andersseyn, Etwas in Anderes übergegangen, Etwas sosehr

als das Andere, ein Anderes ist. Insofern nun das Insichseyn das

Nichtseyn des Andersseyns, welches in ihm enthalten, aber Zugleich als

seyend unterschieden, ist das Etwas selbst, die Negation, das Aufhören

eines Anderen an ihm; es ist als sich negativ dagegen verhaltend und

sich damit erhaltend gesetzt; —dieß Andere, das Insichseyn des Etwas

als Negation der Negation ist sein Ansichseyn, und zugleich ist dieß

Aufheben als einfache Negation an ihm, nämlich als seine Negation des

ihm äußerlichen anderen Etwas. Es ist Eine Bestimmtheit derselben,

welche sowohl mit dem Insichseyn der Etwas identisch, als Negation der

Negation, als auch indem diese Negationen als andere Etwas

gegeneinander sind, sie aus ihnen selbst zusammenschließt und ebenso

von einander, jedes das Andere negirend, abscheidet,—die Grenze.

3. Seyn-für-Anderes ist unbestimmte, affirmative Gemeinschaft von Etwas

mit seinem Anderen; in der Grenze hebt sich das Nichtseyn-für-Anderes

hervor, die qualitative Negation des Anderen, welches dadurch von dem

in sich reflektirten Etwas abgehalten wird. Die Entwickelung dieses

Begriffs ist zu sehen, welche sich aber vielmehr als Verwicklung und

Widerspruch zeigt. Dieser ist sogleich darin vorhanden, daß die Grenze

als in sich reflektirte Negation des Etwas die Momente des Etwas und

des Anderen in ihr ideell enthält, und diese als unterschiedene Momente

zugleich in der Sphäre des Daseyns als reell, qualitativ unterschieden

gesetzt sind.

à. Etwas also ist unmittelbares sich auf sich beziehendes Daseyn und

hat eine Grenze zunächst als gegen Anderes; sie ist das Nichtseyn des

Anderen, nicht des Etwas selbst; es begrenzt in ihr sein Anderes. —Aber

das Andere ist selbst ein Etwas überhaupt; die Grenze also, welche das

Etwas gegen das Andere hat, ist auch Grenze des Anderen als Etwas,

Grenze desselben, wodurch es das erste Etwas als sein Anderes von sich

abhält, oder ist ein Nichtseyn jenes Etwas; so ist sie nicht nur

Nichtseyn des Andern, sondern des einen wie des anderen Etwas, somit

des Etwas überhaupt.

Aber sie ist wesentlich ebenso das Nichtseyn des Anderen, so ist Etwas

zugleich durch seine Grenze. Indem Etwas begrenzend ist, wird es zwar

dazu herabgesetzt, selbst begrentzt zu seyn; aber seine Grenze ist, als

Aufhören des Anderen an ihm, zugleich selbst nur das Seyn des Etwas;

dieses ist durch sie das, was es ist, hat in ihr seine Qualität.—Dieß

Verhältniß ist die äußere Erscheinung dessen, daß die Grenze einfache

Negation oder die erste Negation, das Andere aber zugleich die Negation

der Negation, das Insichseyn des Etwas, ist.

Etwas ist also als unmittelbares Daseyn die Grenze gegen anderes Etwas,

aber es hat sie an ihm selbst und ist Etwas durch die Vermittelung

derselben, die ebenso sehr sein Nichtseyn ist. Sie ist die

Vermittelung, wodurch Etwas und Anderes sowohl ist, als nicht ist.

ß. Insofern nun Etwas in seiner Grenze ist und nicht ist, und diese

Momente ein unmittelbarer, qualitativer Unterschied sind, so fällt das

Nichtdaseyn und das Daseyn des Etwas außer einander. Etwas hat sein

Daseyn außer (oder wie man es sich auch vorstellt, innerhalb) seiner

Grenze; eben so ist auch das Andere, weil es Etwas ist, außerhalb

derselben. Sie ist die Mitte zwischen beiden, in der sie aufhören. Sie

haben das Daseyn jenseits von einander von ihrer Grenze; die Grenze als

das Nichtseyn eines jeden ist das Andere von beiden.

—Nach dieser Verschiedenheit des Etwas von seiner Grenze, erscheint die

Linie als Linie nur außerhalb ihrer Grenze, des Punktes; die Fläche als

Fläche außerhalb der Linie; der Körper als Körper nur außerhalb seiner

begrenzenden Fläche.—Dieß ist die Seite, von welcher die Grenze

zunächst in die Vorstellung,—das Außersichseyn des Begriffes,—fällt,

als vornehmlich auch in den räumlichen Gegenständen genommen wird.

y. Ferner aber ist das Etwas, wie es außer der Grenze ist, das

unbegrenzte Etwas, nur das Daseyn überhaupt. So ist es nicht von seinem

Anderen unterschieden; es ist nur Daseyn, hat also mit seinem Anderen

dieselbe Bestimmung, jedes ist nur Etwas überhaupt oder jedes ist

Anderes; beide sind so Dasselbe. Aber dieß ihr zunächst unmittelbares

Daseyn ist nun gesetzt mit der Bestimmtheit als Grenze, in welcher

beide sind, was sie sind, unterschieden von einander. Sie ist aber

ebenso ihre gemeinschaftliche Unterschiedenheit, die Einheit und

Unterschiedenheit derselben, wie das Dasein. Diese doppelte Identität

beider, das Daseyn und die Grenze enthält dieß, daß das Etwas sein

Daseyn nur in der Grenze hat, und daß, indem die Grenze und das

unmittelbare Daseyn beide zugleich das Negative von einander sind, das

Etwas, welches nur in seiner Grenze ist, eben so sehr sich von sich

selbst trennt und über sich hinaus auf sein Nichtseyn weißt und dieß

als sein Seyn ausspricht, und so in dasselbe übergeht. Um dieß auf das

vorige Beispiel anzuwenden, so ist die eine Bestimmung, daß Etwas, das

was es ist, nur in seiner Grenze ist;—so ist also der Punkt nicht nur

so Grenze der Linie, daß diese in ihm nur aufhört und sie als Daseyn

außer ihm ist;—die Linie nicht nur so Grenze der Fläche, daß diese in

der Linie nur aufhört, ebenso die Fläche als Grenze des Körpers.

Sondern im Punkte fängt die Linie auch an; er ist ihr absoluter Anfang,

auch insofern sie als nach ihren beiden Seiten unbegrenzt, oder wie man

es ausdrückt, als ins Unendliche verlängert vorgestellt wird, macht der

Punkt ihr Element aus, wie die Linie das Element der Fläche, die Fläche

das des Körpers. Diese Grenzen sind Princip dessen, das sie begrenzen;

wie das Eins, z.B. als Hundertstes, Grenze ist, aber auch Element des

ganzen Hundert.

Die andere Bestimmung ist die Unruhe des Etwas in seiner Grenze, in der

es immanent ist, der Widerspruch zu seyn, der es über sich selbst

hinausschickt. So ist der Punkt, diese Dialektik seiner selbst, zur

Linie zu werden, die Linie die Dialektik, zur Fläche, die Fläche die

zum totalen Raume zu werden. Von Linie, Fläche, und ganzem Raum wird

eine zweite Definition so gegeben, daß durch die Bewegung des Punktes

die Linie, durch die Bewegung der Linie die Fläche entsteht u.s.f.

Diese Bewegung des Punkts, der Linie u.s.f. wird aber als etwas

Zufälliges oder nur so Vorgestelltes angesehen. Dieß ist jedoch

eigentlich darin zurückgenommen, daß die Bestimmungen, aus denen Linie

u.s.f. entstehen sollen, ihre Elemente und Principien seyen, und diese

sind nichts anderes als zugleich ihre Grenzen; das Entstehen wird so

nicht für zufällig oder nur so vorgestellt, betrachtet. Daß Punkt,

Linie, Fläche, für sich, sich widersprechend, Anfänge sind, welche

selbst sich von sich abstossen, und der Punkt somit aus sich durch

seinen Begriff in die Linie übergeht, sich an sich bewegt und sie

entstehen macht, u.s.f.—liegt in dem Begriffe der dem Etwas immanenten

Grenze. Die Anwendung jedoch selbst gehört in die Betrachtung des

Raums; um sie hier anzudeuten, so ist der Punkt die ganz abstrakte

Grenze, aber in einem Daseyn; dieses ist noch ganz unbestimmt genommen,

es ist der sogenannte absolute, d. h. abstrakte Raum, das schlechthin

kontinuirliche Außereinanderseyn. Damit daß die Grenze s nicht

abstrakte Negation, sondern in diesem Daseyn, daß sie räumliche

Bestimmtheit ist, ist der Punkt räumlich, der Widerspruch der

abstrakten Negation und der Kontinuität und damit das Übergehen und

Übergegangenseyn in Linie u.s.f. wie es denn keinen Punkt giebt, wie

auch nicht eine Linie und Fläche.

Etwas mit seiner immanenten Grenze gesetzt als der Widerspruch seiner

selbst, durch den es über sich hinausgewiesen und getrieben wird, ist

das Endliche.

c. Die Endlichkeit.

Das Daseyn ist bestimmt; Etwas hat eine Qualität, und ist in ihr nicht

nur bestimmt, sondern begrenzt; seine Qualität ist seine Grenze, mit

welcher behaftet, es zunächst affirmatives, ruhiges Daseyn bleibt. Aber

diese Negation entwickelt, so daß der Gegensatz seines Daseyns und der

Negation als ihm immanenter Grenze selbst das Insichseyn des Etwas, und

dieses somit nur Werden an ihm selbst sey, macht seine Endlichkeit aus.

Wenn wir von den Dingen sagen, sie sind endlich, so wird darunter

verstanden, daß sie nicht nur eine Bestimmtheit haben, die Qualität

nicht nur als Realität und ansichseyende Bestimmung, daß sie nicht blos

begrenzt sind, sie haben so noch Daseyn außer ihrer Grenze,—sondern daß

vielmehr das Nichtseyn ihre Natur, ihr Seyn, ausmacht. Die endlichen

Dinge sind, aber ihre Beziehung auf sich selbst ist, daß sie als

negativ sich auf sich selbst beziehen, eben in dieser Beziehung auf

sich selbst sich über sich, über ihr Seyn, hinauszuschicken. Sie sind,

aber die Wahrheit dieses Seyns ist ihr Ende. Das Endliche verändert

sich nicht nur, wie Etwas überhaupt, sondern es vergeht, und es ist

nicht bloß möglich, daß es vergeht, so daß es seyn könnte, ohne zu

vergehen. Sondern das Seyn der endlichen Dinge als solches ist, den

Keim des Vergehens als ihr Insichseyn zu haben, die Stunde ihrer Geburt

ist die Stunde ihres Todes.

Wissenschaft der Logik — Band 1 · 第 19 / 52 题