ADVENT

Es ist nun still geworden bei uns. Stefenson ist nach Amerika hinüber, um

in Eile seiner künftigen Frau ein Heim zu bereiten. Diesmal ist er

wirklich abgereist; ein Vertrauensmann von mir hat ihn in Hamburg an Bord

gehen sehen. Eva wohnt zwar bei ihrem Vater, hält sich aber allermeist im

Forellenhof auf, der ihre zweite Heimat geworden ist. Der Bauer Barthel

hat seit dem Abenteuer seiner Verhaftung an Reputation etwas eingebüßt und

steht jetzt ganz unter dem Regiment der dicken Susanne; aber der alte

Friede ist wiedergekehrt.

Nur ein wenig still ist es. Methusalem und Emmerich, die lustigen

Burschen, haben auch längst schweren Herzens von uns Abschied nehmen

müssen, um in ihr bürgerliches Leben zurückzukehren, und Piesecke ist vom

Forellenhof fortgezogen. Er wohnt jetzt in der Waldschölzerei. Er sagte

mir, „er habe an Barthel und Susanne mit der Zeit ein Haar gefunden“ und

wolle auch Eva aus dem Wege gehen. In Wirklichkeit hegt sein

leichtbewegliches Herz bereits eine neue Sehnsucht, und diese Sehnsucht

wohnt in der Waldschölzerei. Sie heißt Agathe.

„Lieber Herr Doktor“, sagte er dieser Tage zu mir, „wenn mich die kleine

Agathe will, dann möchte ich sie heiraten und mit ihr immer hier bei Ihnen

im Heim bleiben. Vielleicht kann ich mich mit etwas Kapital beteiligen und

eine kleine Stellung, so als Subdirektor oder ähnlich, bekommen. Ich

möchte nicht wieder fort von hier; die große Welt hat allen Reiz für mich

verloren.“

„Wir wollen abwarten und überlegen, lieber Piesecke.“

„Ich soll immer abwarten, nie handeln“, sagte er betrübt.

„Sie haben eben in Ihrem früheren Leben etwas zu viel gehandelt, lieber

Freund. Deshalb sind Sie ja jetzt in den Ferien.“

Ferien vom Ich · 第 41 / 45 题