Eine Stimme erwiderte: „Was wäre schlimmes dabei?“

Es war Bouvard, der halb von einem Vorhang verborgen war.

„Man kann mehrere Frauen haben wie die Patriarchen, die Mormonen, die

Muselmanen, und trotzdem ein Ehrenmann sein!“

„Nie und nimmer!“ rief der Priester. „Das Wesen des Ehrenmannes besteht

darin, daß er jedem gibt, was er ihm schuldet. Wir schulden Gott

Verehrung. Nur der Christ verdient den Namen Ehrenmann.“

„Nicht mehr als andere,“ sagte Bouvard.

Der Graf, der in dieser Entgegnung ein Attentat auf seinen Glauben sah,

begann dessen Lob zu singen. Er habe die Sklaven befreit.

Bouvard führte Stellen an, die das Gegenteil beweisen.

„Sankt Paulus empfiehlt ihnen, ihren Herren wie Jesus zu gehorchen. --

Sankt Ambrosius nennt die Knechtschaft eine Gabe Gottes.

Der Levitikus, der Exodus und die Konzilien haben sie sanktioniert. --

Bossuet stellt sie unter die Rechte der Menschen. -- Und der Bischof

Bouvier billigt sie.“

Der Graf wandte ein, daß das Christentum nichtsdestoweniger die

Zivilisation gefördert habe.

„Und die Faulheit, indem es aus der Armut eine Tugend machte!“

„Aber die Moral des Evangeliums lassen Sie doch wohl gelten?“

„Nun, so gar moralisch ist diese Moral gerade nicht! Die Arbeiter der

letzten Stunde werden ebenso bezahlt wie die der ersten. Man gibt dem,

der hat, und nimmt dem, der nichts hat. Was die Lehre betrifft, einen

Backenstreich zu empfangen, ohne ihn zu erwidern, und sich bestehlen zu

lassen, so ermutigt sie die Frechen, die Feiglinge und die Schurken.“

Die Entrüstung wurde noch größer, als Pécuchet erklärt hatte, daß ihm

der Buddhismus ebenso lieb sei!

Bouvard und Pécuchet: Roman aus dem Nachlass · 第 26 / 32 题