1 'Ic sie die morghensterre,
mijns lievekens daer aenschijn,
men salse wecken met sanghe
die alderliefste mijn.'
2 'Wie isset die daer singhet
ende mi niet slapen en laet?
hi sal sijn singhen laten,
voorwaer segghe ic hem dat.'
3 'Dat ben ic ridder coene,
een ridder wel ghemeit,
wanneer suldijs mi lonen
alle mijn sanghes arbeit?'
4 'Coomt noch tavont spade
al voor mijns vaders hof!
al daer sal ics u lonen,
en secht daer niemant of!'
5 Den dach die nam een einde,
die jonghelinc quam al daer,
met sinen blanken armen
woude hise ombevaen.
6 'Nu staet, joncheer, stille
en rijdt mi niet te nae!
ic moet noch eerste weten
wat loon ic soude ontfaen.'
7 'Berghen ende lant, schoon joncfrouwe,
sal u vri eighen zijn
ende boven alle die daer leven
suldi die alderliefste sijn.'
8 'Sal ic boven alle joncfrouwen
dijn alderliefste sijn,
so suldi, ridder coene,
mijns lijfs gheweldich sijn.'
9 Si namen daer malcander,
si ghinghen enen ganc
al onder een lindeken groene,
die nachtegael daer op sanc.
10 Hi liet sijn mantel glijden
beneden in dat gras,
om dat sijn sporen vanden douwe
niet en souden werden nat.
11 Daer laghen si twee verborghen
die lieve langhe nacht,
vanden avont totten morghen,
tot dat scheen den lichten dach.
Antw. LB. 1544. Nr. 96. (Uhland Nr. 76. C. Willems Nr. 67. ohne
Str. 11.)--Dr. 10, 3. vergulde sporen.
Nach dem deutschen Liede aus dem Anfange des 16. Jahrh. (Uhland
Nr. 76. A.) ist der "Held" verwundet; die Frau verbindet ihn und
schenkt ihm ihr Ringlein. Er wirft es in Meeresgrund: 'Als wenig du
wirst gefunden, so wenig wird mein Herz gesund.' Da holt die Frau ihr
Messer hervor und ersticht sich: 'Nun fleuß, nun fleuß, du Blut so
roth, fleuß in des Meeres Grund! Es leben nimmermehre zwen rosenfarbe
Mund!'--Aus einem späteren Liede (Uhland Nr. 76. B.) wird klar, warum
er verwundet ist, nämlich um ihretwillen: 'Bist du verwundet sehre wol
durch den Willen mein, ich will dir's lassen heilen, du edler Jüngling
fein!' Und das Ganze endigt nicht mit dem Tode der beiden Liebenden,
sondern: 'Ade! ich soll mich scheiden von der Allerliebsten mein,
mein Rösslein will nimmer bleiben, ade! ich reite heim.' So bildet
sich denn der Uebergang zu unserm niederl. Liede, das denn auch Uhland
unter Nr. 76. C. folgen lässt. Die Reime 2, 2. 4. laet: dat u. 10,
2. 4. gras: nat weisen auf eine deutsche Quelle zurück.
¶ 3, 2. wel ghemeit, stolz, keck und wohlgemuth, wie das
mhd. (Schmeller baier. Wb. 2, 646); auch mnl. z. B. Renout,
s. Hor. belg. 5, 114. Bei Willems ist daraus gemacht worden wel
gheweit--4, 4. of für af in der alten Sprache u. noch jetzt im Volke;
der Dr. hat jedoch af.
¶ Nr. 59.