1 Wie wil horen een goet nieu liet?
ende dat sal ic ons singhen
al van der edeler minne
van een ridder ende joncfrouwe,
si droeghen verholen minne.
2 Die vrouwe op hogher salen lach,
van also verre dat si sach,
si sach hem van so verre,
si sach hem comen ghereden
veel claerder dan een sterre.
3 Hi stac sijn hant onder sijn cleet,
een vingherlinc was daer bereet,
dat worp hi in den Rine.
die vrouwe op haer sale lach,
seer node wou sijt verloren laten bliven.
4 Ende si had een clein vondelhont,
dat conste wel duiken tot in den gront,
so diep in ghenen gronde.
dat haelde haer dat vingherlijn
in also corter stonden.
5 Doen si dat vingherlinc ontfanghen had
ende si dat seer wel besach,
so stont daer in gheschreven:
'och rijc heer god, hoe salich hi waer,
die lazarus mochte wesen!'
6 Si ghinc voor haren vader staen,
voor haren liefsten vader:
'siet, vader, ic moet u claghen,
ic ben besmet met lazarie,
ic moet uit alle minen maghen.'
7 'Och dochter, sprac hi, dochter mijn!
hoe soude dat moghen ghesijn?
want ghi sijt also schone
ende boven alle lantsvrouwen
so spant ghi die crone.'
8 Die vader al totter dochter sprac:
'och dochter, wel lieve dochter mijn!
hoe gaerne soude ic weten,
waer u die lelike lazarie
ten eersten uit sal breken?'
9 Dat meisken dat niet laten en dorst,
si nam een mes, si cloofde haer borst:
'siet, vader, ic salt u betonen!'
si en condese daer nae in seven jaer
ghesuiveren noch gheschonen.
10 Men ghinc haer daer een huisken maken
besiden des weechs al van der straten,
men huerde haer enen gheselle,
die haer al door die minne van god
soude clinken die lazarische belle.
11 Daer in so lach si seven jaer,
dat si noch sonne noch mane en sach
niet meer dan tot enen tide,
so liet si haer dore open staen,
si sach den ridder comen riden.
12 Si wiesch haer handen, si waren schoon,
si leidese opten sadelboom,
si lieter die sonne op schinen.
doen kende hi dat vingherlijn
dat hi worp in den Rine.
13 Hi settese voor hem op sijn paert,
hi voerdese tot sinen lande waert,
hi cledese al met gouwe:
ten einden van den seven jaer
so was si des ridders vrouwe.
Antw. LB. 1544. Nr. 163. (Hor. belg. 2, 122-124. Willems
Nr. 79.)--Dr. 1, 3. edelder--2, 1. sach (lach)--3, 1. Si (Hi)--3,
3. rijn (Rine)--5, 1. hadde--8, 5. eerst (ten eersten).
¶ 3, 5. node, ungern--4, 2. conste, konnte--5, 5. lazarus, aussätzig,
leprosus--6, 4. besmet, befleckt--6, 5. maghen, die Verwandten--7,
3. schoon, hier in seiner ursprünglichen Bedeutung rein, wie auch
durch 12, 1. noch mehr bestätigt wird; daher schoon maken noch
jetzt rein machen und schoon hemde, schoon laken, schoon papier
nicht schön, sondern rein, ungebraucht. Sehr characteristisch,
besonders für Holland, wo die Reinheit so hoch in Ehren steht,
dass man sie Schönheit nennt!--7, 5. de crone spannen, eigentlich
die Krone tragen, s. Clignett bijdr. 356. dann jem. übertreffen--8,
4. lelijc, hässlich, frz. laid--9, 2. cloven, clieven, zerritzen--9,
3. betonen, beweisen--9, 5. gheschonen, reinigen--10, 2. besiden,
zur Seite, neben--10, 3. huren, miethen.--
10. Geschieden und gemieden von aller Welt, ohne Haus und Heerd,
mussten die Aussätzigen in einer einsamen schlechten Hütte unweit der
Straße wohnen; ärmlich war ihre Kleidung, sie hatten oft nur Hut und
Mantel und einen Bettelsack darüber; mit einer Schelle oder Klapper
suchten sie die Vorübergehenden aufmerksam zu machen und in einem
Becher oder Napf, gewöhnlich an einem langen Stabe, pflegten sie die
milden Gaben zu empfangen. Die lazerische belle war ein gewöhnliches
ehernes Glöcklein. Wie die Klapper beschaffen war, erfahren wir aus
einem alten Vocabularius (Hor. belg. 7, 18): Interfusum, clipspandere,
dicitur instrumentum leprosorum cum duabus vel tribus tabulis, cuius
sonitu excitantur homines ad beneficiendum eis.
Die gewöhnliche Benennung der Aussätzigen im Mittelniederl. war:
lazerich, lazarus, und malaetsch, malaetsch, letzteres von dem
roman. malato (s. Diez etymol. Wb. 213, ursprünglich male aptus),
so wie das mhd. miselsuhtic von dem mlat. misellus (s. Paulus Cassel
im Weimar. Jahrb. 1, 472).--12, 1. wiesch, wusch, pt. von waschen.
Während sich das alte Lied in Belgien verlor, erhielt es sich in
Holland, aber in der Form völlig umgewandelt.
¶ Nr. 32.