1 'Het daghet in den oosten,
het lichtet overal;
hoe luttel weet mijn liefken
och waer ic henen sal,
hoe luttel weet mijn liefken!
2 Och warent al mijn vrienden
dat mijn vianden sijn,
ic voerdu uiten lande,
mijn lief, mijn minnekijn!
ic voerdu uiten lande.'
3 'Dats waer soudi mi voeren,
stout ridder wel ghemeit?
ic ligghe in mijns liefs armkens
met groter waerdicheit,
ic ligghe in mijns liefs armkens.'
4 'Lichdi in uws liefs armen?
bilo! ghi en secht niet waer:
gaet henen ter linden groene,
versleghen so leit hi daer,
gaet henen ter linden groene!'
5 Tmeisken nam haren mantel
ende si ghinc enen ganc
al totter linde groene,
daer si den doden vant,
al totter linde groene.
6 'Och lichdi hier verslaghen,
versmoort al in uw bloet!
dat heeft ghedaen uw roemen
ende uwen hoghen moet,
dat heeft ghedaen uw roemen.
7 Och lichdi hier verslaghen
die mi te troosten plach!
wat hebdi mi ghelaten?
so menighen droeven dach;
wat hebdi mi ghelaten?'
8 Tmeisken nam haren mantel
ende si ghinc enen ganc
al voor haers vaders poorte
die si ontsloten vant,
al voor haers vaders poorte.
9 'Och is hier enich here
oft enich edel man,
die mi nu minen doden
begraven helpen can?
die mi nu minen doden--'
10 Die heren sweghen stille,
si en maecten gheen gheluit;
dat meisken keerde haer omme,
si ghinc al wenende uit,
ende si ghinc wederomme.
11 Si nam hem in haren armen,
si custe hem voor den mont
in eender corter wilen
tot also menegher stont,
in eender corter wilen.
12 Met sinen blanken swaerde
dat si die aerde op groef,
met haer sneewitten armen
ten grave dat si hem droech,
met haer sneewitten armen.
13 'Nu wil ic mi gaen begheven
in een clein cloosterkijn
ende draghen swarte wilen
ende worden een nonnekijn,
ende draghen swarte wilen.'
14 Met hare claerder stemme
die misse dat si sanc,
met haer sneewitten handen
dat si dat belleken clanc,
met haer sneewitten handen.
Antw. LB. 1544. Nr. 73. (Uhland Nr. 95. B.)--Dr. 9, 3. 5. fehlt nu--14,
1. met haer claer stemme.
Oudt Amst. LB. 61. 70. (Hor. belg. 2, 101.) Str. 3.
'werwaert wondt ghi mi voeren,
stout ruiter wel ghemoet?'
'al onder de lindeboom groene,
mijn troost, mijn waerde goet.'
Das wel ghemeit war später schon unverständlich geworden, sonst würde
wol daselbst in der nächsten Strophe eerwaerdicheit nicht auf wel
ghemoet gereimt sein, wo Willems ändert: met weerdicheden groot.
Nach Str. 10. dieser Schluss:
Met haren ghelen haren
dat sijder tbloet afwreef,
met haer sneewitte handen
dat si sijn wonden verbont.
(Spätere Lesart dafür:
Met hare blonde haren
wreef zij hem af het bloed,
met hare zachte handen
sloot zij zijne oogen toe.)
Met sinen blanken swaerde
dat sijder dat grafje groef,
met haren blanken armen
dat si hem ter aerden droech.
Met haren blanken handen
dat sijder dat belleken clonc,
met hare heldere kele
dat si de vigilie sonc.
'Nu wil ic mi begheven
in een clein cloosterkijn
en draghen de swarte wilen
ter eren des liefsten mijn.'
Mit diesem Texte des Amst. LB. stimmt ganz überein der aus Brederoo's
Werken entlehnte in Le Jeune Volkszangen Nr. 5.--Brederoo, der weiland
beliebte Amsterdammer Volksdichter (gest. 1618), hat aus diesem Liede
ein Trauerspiel gemacht. Es erschien erst lange nach seinem Tode
unter dem Titel: "G. A. Brederoods Spel, op't oudt Liedt Het daget
uyt den Oosten. Op de Regel: Die quaedt doet, quaedt ontmoet. By hem
in sijn overlijden onvolmaeckt ghevonden, en voort gemaeckt door een
Liefhebber der Poësye. t'Amsterdam 1644." 8o.
Wie prosaisch Brederoo das schöne Lied aufgefasst hat, lehrt schon
das Sprichwort: wer Böses begeht Böses empfäht, um welches er die
ganze Geschichte sich drehen lässt. Der unglückliche, Geliebte wird
als ein leichtsinniger und liederlicher Mensch geschildert, der also
ganz von Rechtswegen im Zweikampfe unterliegt. Brederoo lässt ihn
sterbend noch sagen von seiner Geliebten:
--wat sal't u droefheit baren,
dat ghy uw Roemer sult ghenieten nu niet meer,
die u benomen heeft uw kuischheit en uw eer!
Zwei ebenfalls verschiedene Texte in Scheltema Mengelwerk 1, 199-202
und L. G. Visscher Bloemlezing 1, 48-50.
Willems (Nr. 48) hat unter allen diesen Texten eine kritische Auswahl
(eene kritische keuze) gemacht, aber mit wenig Glück: so hat er
z. B. die dritte Zeile jeder Strophe der Melodie zu Liebe um einen
ganzen Fuß verlängert, wozu doch wol schwerlich eine rechtfertigende
Quelle nachzuweisen wäre. Gleich in der ersten Strophe ändert er: hoe
weinich wetet mine liefste, in der zweiten: ic voerdu verre uten lande;
gegen das Ende hin hilft er sich durch Hinzufügung von Beiwörtern:
met hare clene schone handen, met hare suete heldere stemme.
Das Lied ist alt, schon im 15. Jahrh. wurde sein Anfang zur Bezeichnung
der Melodie geistlichen Liedern hinzugefügt (s. Hor. belg. 2,
83). Willems weiß ihm noch ein höheres Alter zuzueignen.
'Dies Lied war bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts
bekannt, als die heil. Gertrud, Begine von Delft und geboren zu
Voorburg in Holland, dasselbe täglich zu singen pflegte "referendo
carmen ad dilectum suum Jesum Christum"; weshalb sie dadurch den
Namen Gertrud von Osten erlangte. Diese Begine war eine niederdeutsche
Dichterin. S Acta Sanct. Bolland. Januar. 1, 348.'
Ein niederdeutscher Text (bei Uhland Nr. 95. A.) aus Uhland's
niederd. LB. (Auf. des 17. Jahrh.) stimmt ganz mit dem Antw. LB.
Das deutsche Lied hat sich nicht bis auf die spätere Zeit erhalten. Im
15. Jahrh. sangen es noch die Bauern, es ist deshalb in einer
Handschrift "Purengesang" überschrieben. So abweichend es in der Mitte
vom niederländischen Liede ist, so stimmt es zu Anfange und zu Ende
mit ihm überein. Es steht zuerst gedruckt in Mone's Anzeiger 4, 455,
danach bei Willems blz. 115 u. Mittler Nr. 21.
¶ 3, 2. wel ghemeit, stattlich--4, 2. bilo! ach!--6, 2. versmoren,
ersticken, überhaupt umkommen--13, 3. wile, wiele, lat. velum,
frz. voile, Schleier. Willems erklärt swarte wilen durch zwarte
doeken, falsch: den schwarzen Weil trugen die Professschwestern, er
lag über dem weißen leinenen Schleier oder Beffen und ging bis über die
Schultern, s. Schmeller baier. Wb. 4, 55.--14, 4. belleken, Glöcklein.
¶ Nr. 17.