GEBET BEI ANBRUCH DES MORGENS

Einst wohnt ich jenseits

der Dämmerungen,

weinte hinter Wassern

in den Schoßduft der Nacht

den Klagelaut des Fortgedrängten,

nun laß mich beten:

Oh, dir netzt den Fuß

opalfarbene Flut,

mit schlankem Finger der Wind

spielt in Deinem Haar.

Deines Busens Duftschleier hab ich gesucht den langen Tag,

bis draußen zwischen Geröll, zwischen Geklüft die Sonne starb.

Oh, warum bebt Dein Schoß vor mir zurück?

Lag meine Sehnsucht nicht wie ein Tiger Nacht um Nacht?

Siehe, den Zorn des Lebens streift ich wie einen Traum von mir,

bald gleiten, wehe, schon stürzen

in die zyanblauen Geschwader der Nacht

blutrote Sonnenkatarakte.

Dann ist dein Haar

bräutlich gekränzt,

dann ist alles für mich dahin,

fortgezogen die Freudenwelle

über das Meer.

Sturz der Verdammten: Gedichte · 第 19 / 37 题