UNRUHE IN TIEFER NACHT

Oh, wohl sehnt ich in meinem schwanken Tritt

aufbrausender Gestalten frohe Wiederkehr,

oder sag, gehst auch Du suchend durch die weite Stadt,

wenn Nacht ist?

Glaubst Du, ich ahnt es nicht, daß Du zuweilen

aufschrickst in Dunkelheiten vor bangem Ton,

um Deine Lippen die stumme Frage:

Warum quälst Du mich?

Aber ich weiß,

einmal noch wirst Du liebevoll

zärtlich noch einmal Deine Hand auf meinen bebenden Scheitel legen

oder mich suchen

hinter dem Zittern der Fliedersträuche.

Vielleicht, daß ich dann schon fortgezogen bin

tief hinein, wo tausend Welten rollen,

alles von mir werfend.

Aber sollt ich wie ehmals

unstet durch Gassen wandern und Dämmerungen,

Oh daß Du, Grenzenlose, dann in meine Einsamkeiten glittest

schwer und dunkel

und mich umschlössest, so wie damals,

da mir der Gott

glühenden Fittichs ins Antlitz stürzte.

Sturz der Verdammten: Gedichte · 第 18 / 37 题