Daß diesem gewaltigen Aufschwunge der Zoologie am Ende des 17.
Jahrhunderts ein bedeutender Niederschlag von neuen Leistungen,
die sich die großen Meister zum Muster nahmen, folgen mußte, ist
nicht überraschend. Nur in Kürze seien hier einige der wichtigsten
zoologischen Werke aus dieser beschaulichen Periode (bis 1750)
hervorgehoben.
Die +Tierkenntnis+ nahm teils durch Ausdehnung der Zootomie über
seltene oder fremdländische Formen zu: +M. Sarasin+ (Biber, Vielfraß),
+P. Blair+ (Elefant), +Jussieu+ (Hippopotamus), +Vallisneri+
(Chamäleon), oder aber durch Beschreibung neuer Arten und ihrer
Lebensweise: +Rumph+, +Seba+, +Petiver+ (Südasien), +Kämpfer+
(Japan), +Pr. Alpin+, +Tournefort+, +Shaw+ (Orient und Nordafrika),
+Sloane+ (Zentralamerika), +S. Merian+ (Surinam); insbesondere gewann
die mitteleuropäische Fauna durch die Darstellungen von +Marsigli+
(Donau 1726), +Cysat+ (Schweizerseen 1661), +Breyn+ (Schaltiere).
Das Lieblingsobjekt aber bildeten die Insekten, und den großen
Publikationen des 17. Jahrhunderts folgte +R. A. F. de Réaumur+
mit seinen durch vielseitige Berücksichtigung der Biologie und
Entwicklungsgeschichte klassischen Abhandlungen zur Naturgeschichte
der Insekten (1734 bis 1742), der sich nebenbei auch um die
Naturgeschichte der niederen Tiere, namentlich der Polypen, verdient
gemacht hat. Das von ihm in Paris angelegte Museum ging später an den
Jardin des Plantes über. Von verdienstvollen Arbeiten über Wirbellose
sind hervorzuheben diejenigen von +J. H. Linck+ (1733) über die
Seesterne, von +Marsigli+ (1711) über die Polypen und die Edelkoralle.
Großes Aufsehen erregten die Experimente +Trembleys+ (1744) am
Süßwasserpolypen.