Da ging ich fort aus dem Lager Wald und trat in die Häuser meines
Dorfes und in die allerletzte Kate, wo seit dem Tode des Säufers
ein fröhliches Leben aufblüht. Und ich beschenkte alle an meinem
Geburtstage und hörte mit seltsamer Anteilnahme, wie die Mutter den
Kindern vom toten Vater erzählte und den allerkleinsten, die sich
des Rohen und seines Lasters nicht erinnerten, sein Leben verklärend
schilderte.
Und ich neidete dem Weib seine riesengroße Liebe, – und sein restloses
Verzeihen. –
Dann schritt ich in Korb-Sinas verlassenes Haus, zu dem ich immer noch
die Schlüssel habe, weil Pfarrer Oswald keine Zeit fand, den Nachlaß
zu sichten. Und setzte mich an den alten Schreibsekretär, der aus
besseren Zeiten stammt, und blätterte in der großen Bibel; zwischen
zwei Kapiteln sperrte ein altmodisches Lesezeichen die Blätter weit
auseinander. Da lag ein kleiner schmaler Papierstreifen, und ich las im
Dämmerlicht: »Clemens-Hartmut Dörping, bei Fräulein Herwardson in K… Im
letzten Haus am Grabenteich …«