Ich komme nicht los von der Erinnerung.
Auch jetzt ist ein Tag in Sicht – – da stand vor einem Jahr der rote
Regenschirm an der grünen Birke … Ich möchte an meinem Geburtstage
wieder diesen Regenschirm in Händen halten, ihn aus den Tiefen des
alten Schrankes hervorholen … wie kindisch …
Ich möchte wieder ein Kind sein. An Vaters Hand nur ein einzig Mal
durch den Lager Wald schreiten und ihm erzählen. Und ihn fragen
über Gut und Böse und die mannigfachen Wege, die dazwischenlaufen
über Distel und Dorn und Stechpalmreiser. Wie würde der einzige mir
weitschauend raten und helfen! Nun muß ich alles allein durchkämpfen
und allein überwinden.
43.
Am Geburtstage.
Wie seltsam die Luft, und der Tag so klar,
So märchenverträumt und schön,
Ich möchte mit dir durch Fels und Kar
Und Wildnis wandernd gehn.
Durch dunkelen Schratt und Urwaldgestrüpp
Über wurzelzerrißnes Gestein,
Durch wilder Tiere weißschimmernd Geripp …
Nur Gott – und wir beide allein. –
Allein bin ich gewandert. Erst plan- und ziellos. Dann bewußt an des
Ahnen Joochen Waldgrab, zum Tempel, zur Clemenskapelle, an die Stelle,
da einst die liebe Birke stand, mein hoher Baum der den Wurm in sich
trug …