Heute tat ich einen seltsamen Fund. –

Er paßte so gut zu dem herbstlichen Wetter, das plötzlich eingesetzt

hat und mich nach prasselndem Kaminfeuer verlangen ließ. Und dabei war

mir, als ob Ritter Lage sich ganz in meine Gedankengänge hineinversetzt

hätte. Das ist natürlich eine lächerliche Annahme. Aber ich schaffe

mir solche Lichtchen in den grauen Alltag. – Als ich gestern anfing

zu frieren, dachte ich an Ohm Matthias, der mir in einem hellgrauen,

leichten Röckchen herumgeistert, von dem er behauptet, es stände ihm

besonders gut. Ich aber hielt den dicken, dunklen Flauschrock, der sich

in dem Riesenkoffer vorfand, seinem rheumatischen Adam für angemessener

und holte das warme Kleidungsstück herbei. In die Brusttasche wollte

ich ein reines Seidentuch stecken, denn Ohm Matthias ist Schnupfer.

Und ich bin doch dem Ritter Lage für die Sauberkeit der gespendeten

Sachen mit verantwortlich. Da entdeckte ich ein Buch in der Brusttasche

… Es ist ja unmöglich, daß der Flauschrock 150 Jahre alt sein kann,

also daß der Schreiber selbst das Buch darinnen vergessen hätte. –

So sendet es mir also Ritter Lage in meine Einsamkeit und wünscht,

daß ich mich immer weiter in der Familiengeschichte vervollkommne.

(Siehe oben.) Bin ich mit dem Studium fertig, so füge ich das schlanke

Büchlein dem ehrenfesten Folianten ein, damit meine Nachfahren nicht so

lange wie ich im Dunkel herumzutappen brauchen.

35.

Lager Huus, 12. November 1762.

Ich, Freiherr Thassilo von Lage bin hier seßhaft worden an der

holländischen Grenze in’t Lager Huus. Das ist ein verflucht altes

Gerümpel. Da möcht’ ich schier lieber noch mit meinem gnädigsten Herren

dem alten Fritzen kampieren. Im Zelt, durch das der Regen surrt. Und

mich mit den Podagraknochen herumschleppen in Dreck und Jammer wie

bei Kollin, und dann wieder brüllen vor Freude wie bei Leuthen: »_Nun

danket Alle Gott!_« Das waren noch Zeiten! Nun soll ich hier fest

sitzen auf eigenem Mist und alle Morgen krähen. ~Mille tonnerres.~

Solches war nicht wohl getan von der Mynheersippen mich alten Haudegen

erben zu lassen.

Ich dachte lieber wie jener alte Tscherkessenfürst, dem sein

Panzerhemde, sein Haß und seine Freiheit unverkäuflich waren. –

Ja, hätt ich mein jung, schön Weyb noch, da sollts wohl ein Wonnen

ohngleichen sein in dieser Einsamkeit zu hausen. Und es hätte ein

weites Revier in der grenzenlosen braunen Heide gehabt, um sich

schelmisch vor mir zu verbergen. Wär aber heuer auch nicht mehr so

behend wie dazumal, – als ichs hergeben mußt an den Sensenmann. – Hol

ihn dieser und jener!!!

Als ichs meinem allergnädigsten Herren gehorsamst vermeldete, was ich

für ein Erbe getan, fluchte der alte Fritz nicht wie ein Stadtsoldat?

~Mille tonnerres!~ Und schlug er sich nicht auf die Schenkel und

lachte, daß ihm der Odem fortblieb? Und schrie er mich nicht an?:

»Baron Lage, ich rat Ihm, gewöhn’ Er sich das Saufen an, denn vor

schöne Weiber ist Er zu häßlich und hat auch nicht die ~mériten~ dazu.

Aber das Saufen allein kann Ihn retten, daß Ihn nicht der ††† holt in

dem _grauen Alltag_ da unten an der holländisch Grenz’. Sauf Er Lage,

sauf Er feste!«

Und hat mein allergnädigster Herr nicht somit das Wort geprägt wie eine

Münz’? _Grauer Alltag!_ Dabei solls bleiben!

[Illustration]

Grauer Alltag! Das paßt auf dieses ganze Klima. Paßt auf den dusteren

Wolkenhimmel. Paßt auf die Ödweiligkeit des Dorfes und auf meine

eigene. – Hab ja auch noch Kunersdorf zu verdauen gehabt. ~Mille

tonnerres!~ Kriegsglück ist wandelbar. Habe mich und mein Leid und

den gachen Zorn über die Misere vergraben in den »dorischen Tempel«.

Der liegt just an der Grenze von Holland und Hannover. (Preußen?)

Man kann auf zweierlei Art diese Grenz überschreiten. Entweder man

läßt sich durch Stechpalmreiser zermürmeln und zerschinden, oder man

schleicht lautlos die steinern Stiege hinunter und kriecht durch den

unterirdischen Gang in’t Lager Huus, ~Mille tonnerres~. Waren also

auch Füchse und Filus, die Lages. Denn ein ehrenhafter Kerl braucht

keine unterirdischen Gänge. Und das Lager Huus ist nie ernsthaft

belagert worden, also daß man hätt flüchten müssen auf heimlichem Wege

in den Lager Forst. – Hoffe nun auf Den da Oben, daß es nun bald

Frieden geben wird zwischen König und Kaiserin. Zuschauer sein mit

einem dauerhaften Granatsplitter im rechten Arm und dem Zipperlein in

beiden Beinen, das ist nichts forn alten Haudegen. _Grauer Alltag!_

Ich wollt, ich könnt Schloß und Dorf zum Taufstein tragen und der

Pastor müßt sein Sprüchlein hersagen, damit es fest sei für Kind und

Kindeskind. Und der große Fritz, mein allergnädigster Herr wäre Pate

for das langweilige, dustre Kind. – _Grauer Alltag!_ Der Nam macht mir

ordentlich Spaß. ’S ist aber der einzige Spaß hier. Mein Kriegskamerad,

der Baron Ellers hat auch geerbt. Eine propre Klitsche in meiner

Nachbarschaft. Ob er sie halten wird? Die Ellers sind alle Jeuratten.

Irgend eine Passion muß man hier freilich haben. Ists kein sauberes,

eigen angetrautes Weyblein, so hat Einen der ††† gleich beim Kanthaken.

Die Ellers retten sich immer knapp vor der Pistolenkugel durch eine

reiche Heirat. Hat sich der Kumpan so ’ne verflucht dröge Jungfer

rangeheiratet. Drög, aber reich. – Und er könnte nun Dukatenmännchen

spielen … Tuts aber nicht. – Weil Schwiegermutter und Eheweyb ihre

mageren Arme um die Geldsäcke schmiegen, wenn da überhaupt von

»schmiegen« die Rede sein kann. ~Mille tonnerres!~ Nun lebt Ellers von

seinem Humor. Hat die beiden Weyber in seinem Schloß gelassen, und er

selbst hat sich ein klein Häusgen aufgebaut im Park, das nennet er nun

das »bessere Jenseits«. Steckt ein grimmer Humor drin. –

Ich aber will doch lieber den grauen Alltag auf dem Halse haben und

frei sein, als das bessere Jenseits schon auf Erden besitzen und in

Schußweite eine böse Schwiegermutter und ein mageres Weyb …

Im Dezember 1764.

So ’ne urkundlich verbriefte und versprochene Schreiberei über meines

Lebens Läufte, die immerhin für Andere langstielig ist, bildet eine

höxt unangenehme Beigabe für ’n alten Officier. Ist das Einzige, das

ich dem großen Fritzen, meinem König und Herrn ungern nachmache.

Hab mir deshalb auch das dünnste Büchlein herausgeholt aus all den

Schweinsledernen, in welche die Lager Sippe ihre Bekenntnisse pflanzen

soll. So hat es Joochen Lage, der Urahn bestimmt. – Hat gleich eine

ganze Zunft, die der Buchbinder, in Nahrung gesetzt. Sind ehrenfeste

Folianten drunter von der Dicke eines Meßbuches. Gott bewahr die

Lages, daß das alte Haus mal ’n Schriftsteller gebiert. Und noch

dreidoppelt die, so dann Alles lesen müssen, was der über die Lagen

zusammenschmieret. Ich lob mir dies schlanke, dünne Formatlein.

Heut kam ein reitender Bote herüber von Holland. Der Vetter Clemens,

gleichaltrig mit mir und verheiratet mit der Gräfin ~Frenswegen~ zeigt

mir wieder die Geburt eines Sohnes an. Bittet um die Ehre meiner

Patenschaft. Soll er haben. Ist aber von seiner Seit nicht viel Ehr zu

holen und von meiner keine Freude. Wird wohl wieder ’n Kröpelbub sein,

oder sonst was Schadhaftes. Das geht nun so durch Generationen. Aber

keiner der Mynheers hat die Selbstzucht eigenem Glück Valet zu geben

und einsam zu bleiben. Immer wieder wird geheiratet und noch dazu beide

Augen zugedrückt bei der Wahl der Gattin. – Ich alter Kavallerist

bin auf die Freite wie zum Pferdekauf gegangen. Habs nie bereut. Ein

kerngesund Weib ist ’ne Gottesgabe. Da mußte der Herrgott bei mir schon

mit Knüppeln dreinschlagen und die schwere Seuchen schicken, auf daß

meine Herztraute überhaupt mal umwarf, und zum Liegen kam. Und nicht

wieder aufstand … Hatten einen Sohn. Wie ein Apfelbaum war er, in

voller Blust. Und rank und schlank, breitschultrig, groß, ein echter

deutscher Lage. Zog mit mir ins Feld, fiel bei Kollin. Herrgott du

weißt es, – bin seitdem noch nicht wieder ganz auf Du und Du mit Dir.

Ob ich wohl noch vor meinem eigenen Ende den tieferen Sinn der Weisheit

kennen lerne: »wen Gott lieb hat, den züchtigt Er?« Hab bis jetzt

immer gedacht: Ei, so soll Er mich weniger lieb haben und Andere feste

zwiebeln, die mehr auf dem Kerbholz führen, als ich. –

Bin nun ein einsamer Krabauter geworden.

Aber besser einsam, als ’n Drachen im Hause haben und des Teufels

Großmutter noch als Dreingab, wie der Ellers. Und dreimal besser als

ein elender Krüppel, der seinem Vater ewig lebendige Anklage darstellt,

ist ein ranker, schlanker Bub tief in der Erde von Kollin.

»Kein seliger Tod ist in der Welt, Als wer vorm Feind erschlagen!« …

* * * * *

Brigitte schreibt:

Haus Lage, im Oktober.

Das Büchlein von dem alten Haudegen will mich gar nicht loslassen. Ich

füge es jetzt in den ehrenfesten Folianten ein. Wie traurig klingt

die Mär von den krüppelhaften Lages! In unserer deutschen Sippe ist

kein Fehl, noch äußerer Tadel. Kraftvoll recken wir unsere Glieder

jedem neuen Tage entgegen, und ich will jeden Morgen aufs neue dafür

danken. –

Ich habe mich immer gescheut, das Gebrechen des Ritters Lage

eingehender zu beschauen. Den verkürzten Arm, die kraftlose Hand, den

schwer nachschleppenden Fuß …

Meinte immer, er müsse den Blick fühlen wie eine bohrende Nadel und

mein frauenhaftes Mitleid wie eine Kränkung. Aber die Gebrechen

bedeuteten mir nichts Schweres. Erst jenes Büchlein brachte mir

schweres Nachsinnen, macht mich unfrei und schafft mir Wirrnis …

Doch meine ich, wo so viel starke Geistigkeit spricht, da ist die Hülle

des Körpers nur ein Schatten, der ohnedies von seines Herzens Glanz

durchleuchtet wird.

Ob dem Ritter Lage die Kette, die ihm mit dem irren Weib angeschmiedet

war, nicht lastender dünkte, als der eigene körperliche Schaden? Aber

vielleicht denkt darüber ein Mann anders, als ein Weib. Er will immer

sieghaft dastehen. Die Frau will nur lieben. Liebt auch Gebrechen,

Narben und Wunden … Meint gar, sie heilen zu können, was Jahrzehnten

nicht gelang. Nur durch die Liebe, die nach den Worten des Heilandes

Berge versetzt. –

Ei, Brigitte, wie würde Ritter Lage spotten, wenn er deine Philosophie

lesen könnte! Wie würde es gelbe Büttenpapiere regnen! Oh, daß ich

sie jetzt hätte! Oder erwarten könnte! Daß ich so gar nichts von ihm

höre! –

Aber Eva weiß von ihm, – ich vermag jetzt auch von ihrem

verschlossenen Antlitz zu lesen. Hie und da steht und geht sie sinnend

und schaut mich an, lange und immer schweigend. Dann kommen Tage, wo

sie im Hause rumort, unwirsch zu jedem ist und nur mich mit einer

Weichheit behandelt, als täten mir alle übrigen das gebrannte Herzeleid

an. Dann wieder strahlt jedes Runzelchen ihres alten Gesichtes, sie

spricht mit sich selbst und stößt merkwürdige Töne aus, die halb

Schluchzen, halb Lachen sind. Und dann flieht sie vor mir, wohl aus

Angst, sie könnte in ihrer inneren Freude herausplaudern, was mir

verborgen sein soll. Dieses Erratenmüssen ist für mich anregend und

anstrengend zugleich, – oft kommt eine müde Traurigkeit über mich. –

Meine Spaziergänge in die Heide sind freudlos.

Die braunen Dolden atmen Schwermut. Die Wacholder stehen stachlig und

herb als strenge Wächter am Heiderand, und die Ginsterbüsche sind kahle

Sträuche, die ihre schmalen, mageren Ärmchen strecken, wie Kinder, die

um Brot betteln.

Auch ich strecke meine Hände. Auch ich bin in Not. Meine Seele dürstet

und hungert nach Sonne. Ritter Lage, hörst du mich?

36.

Gese Nordstamm, geborene Tönnings hat ein Kind geboren. Aber es ist

noch in der gleichen Nacht gestorben. Die Aufregungen, die Unrast,

ihre Unbeherrschtheit und Sorglosigkeit haben wohl doch dem Ungeborenen

geschadet. Es war nicht lebensfähig. Förster Nordstamm hat die winzigen

vier Bretter und zwei Brettchen mit dem jämmerlichen Inhalt auf den

Friedhof getragen und ihn zu seiner ersten Frau gebettet. Man muß

abwarten, ob aus dem kleinen Sarge Segen kommen wird. Ob sich Gese nun

zu einer rechten Mutter für Klein Erika wandelt. Die Schmiedsleute

scheinen einer großen Last ledig zu sein, da das anstößige Steinchen

aus ihrem Wege gewichen ist. Die Mutter sitzt bei Gese und pflegt

sie, und der Schmied geht rauchend und redend mit dem Schwiegersohn

umher und hat Klein Erika einen ungeheuren Ball mitgebracht als

Ersatz für das Brüderchen. Ich aber sinne, ob all dieses Geschehen

schon ausreichen soll, meinen Tag zu füllen. Gegenüber meiner starken

Gesundheit und Kraft, die sich in großem auswirken möchte, dünkt mich

alles rings um mich her nur Kleinkram. In den lustigen Sachen, die das

Dorf mir auch wohl bringt, steckt kein Gran Humor, und das Traurige hat

keine eigentliche Tragik. Alles ist Oberfläche. – Ich aber glaubte,

die Mission der Tiefe zu haben. –

Mit Pastor Oswald komme ich wenig zusammen. Ist sein neues Leben,

vereint mit der herben Maria, noch zu überwältigend für ihn? Drückt

ihn der Kummer um die Unversöhnlichkeit seiner Mutter? Erlebt er

Enttäuschungen? Ich habe das Gefühl, als meide er mich bewußt und lasse

lieber einmal unrichtigen Sachen ihren Lauf, als daß er in Haus Lage

eintritt, um alles mit mir, seiner Patronin, zu besprechen.

Vielleicht aber treibt meine Phantasie besondere Wucherblüten, weil ich

so einsam bin. Über mein Haus, meinen Park, über den Obstgarten und

seine überreiche Ernte schreibe ich nichts in den ehrenfesten Folianten

hinein. Meine Nachfahren sollen mit ihren leiblichen Augen sehen, daß

ich alles Ererbte wirklich besaß, weil ich es in heißer Arbeit erwarb.

– Um die zehnte Abendstunde, wenn ich mein Personal um mich versammelt

und mit ihm gemeinsam gesungen, gebetet und den Abendsegen gesprochen

habe, dann setze ich mich zum Folianten und halte Zwiesprache mit

ihm. Er ist ein fester Bestand von Haus Lage, das mich ja selbst mit

eisernen Klammern festhält, wie die bronzenen Klammern den schweren

Ledereinband um das ungefüge Papier, auf das ich meine Eintragungen

bringe. – Dann aber begebe ich mich zur Ruhe und schlafe immer

schnell und gesund ein, also daß ich mein Tagewerk frisch in frühester

Morgenstunde beginnen kann. Es ist gut, daß ich mit der eigentlichen

Landwirtschaft nichts zu tun habe, wie würde meine Unwissenheit auf

diesem Gebiete hemmend wirken. Der ganze Betrieb liegt in den Händen

von Ritter Lage und seines Administrators, aber entfernt von Lage, auf

holländischem Gebiet. Ich beziehe alles Nötige zu Tagespreisen von dem

Gute, und meine Küche betreut mein Hausmeister Ludwig im Verein mit dem

Schlachter und dem Kolonialwarenhändler des Dorfes. Ich selbst würde

noch viel einfacher leben, wenn nicht Ohm Matthias und Tante Fernande

eine reiche Tafel liebten. Doch schränke ich alles so weit ein, daß

man unseren Tisch nur als »herrschaftlich«, nicht als reich oder üppig

bezeichnen kann. – Einen Todesfall hat mein Dorf seit gestern wieder

zu verzeichnen, ich sage nicht Verlust. Denn es war der widerliche

Säufer aus der letzten Kate meines Besitzes, der einem bösen Fall zum

Opfer wurde. Und ich stehe nun vor der Aufgabe, diesen Augiasstall zu

reinigen, sobald der Tote unter der Erde ist. –

Und wieder bin ich vor einem Rätsel, sinne, grüble und – lerne. Dieses

schwarze Schaf ist mit nimmermüder Liebe geliebt worden. Vom ersten

Sehen an war die Frau ihm verfallen und ist ihm in die üble Kate

gefolgt, hat ihm die Kinder geboren über ihr körperliches Vermögen, ist

siech und elend geworden und hat ihn geliebt. Hat ihn gepflegt und für

ihn gesorgt, bis sie selbst aufs Krankenlager kam; hat sich peinigen,

treten und schlagen lassen – und hat ihn geliebt. Nie hat sie ihm

eines der unflätigen Worte zurückgegeben, mit denen er um sich warf,

nie ist sie zornig geworden. Eine eigene Art hatte sie, ihn anzusehen,

und dieser Blick sagte: »Wenn du da unten herumkriechen willst, – mich

bringst du nimmer hinunter.« »Vielleicht war dieser hochmütige Blick

ein Unrecht, das ich jahrelang an ihm beging,« – so klagte mir heute

das arme Weib, das nicht einmal aufatmet in dem Gedanken, nun endlich

Ruhe vor ihm zu haben. –

Sie hat sich aus dem Bett geschleppt, näht mit rotgeweinten entzündeten

Augen Trauersachen zurecht und kühlt zwischendurch noch die Wunden, die

ihr seine Peitsche schlug.

Der graue Alltag und sein Licht · 第 35 / 71 题