33.
Der Schmuck der Frawen von Lage ist köstlich, und wahrlich, mein Herz
hat ihm entgegengejubelt und lacht noch heute. Und doch sind es die
ernstesten Steine, denen ich je begegnete.
Sie lasten nicht schwer, ich kann den Kopf auch unter dem Topasendiadem
hoch halten. Und doch haben sie Zwingendes an sich. Die Sinnbilder der
Reinheit mahnen: »Wir sind dein, du bist unsere Erbin. Erwirb uns, um
uns zu besitzen.«
Jeder Topas ist von einem feinen Strahlenkranz kleiner Brillanten
umgeben. Nie habe ich sonst diese Zusammensetzung gesehen. Nur ein
Ringlein fehlt bei dem Schmuck. Die beiliegende Urkunde besagt, daß die
Topase vor 107 Jahren ihre Besitzerin im Tode und im Sarge geschmückt
haben. Vielleicht ist der Ring an der Hand der Toten geblieben, – sie
ruhe in Frieden. Den anspruchslosesten Teil des Schmuckes, die Brosche,
habe ich mir zurückbehalten und trage sie täglich. Das Halsband will
ich zu einem weißen Tuchkleid anlegen an dem Tage, da Ritter Lage mir
wiederkehrt. Denn wiederkehren muß er ja …