Klein Erika hatte heute wieder Fieber, es ist doch ein recht zartes
Kind. Und ich blieb bei ihm, trotzdem der Krankenhausbau und
verschiedene Beratungen über Wohlfahrtseinrichtungen mich eigentlich
ins Dorf und ins Pfarrhaus riefen. Aber Gese Tönnings ließ mich im
Stich, kam erst erhitzt und verweint um die Mittagszeit in Haus Lage
an, und ich sah wohl, daß sie mit dem Herzen nicht bei der kleinen
Kranken war. Ich vermutete, daß der jähzornige Schmied um irgendeiner
Sache willen seine Tochter gezüchtigt habe, und sprach das auch
mißbilligend aus. Denn Gese steht jetzt in meinen Diensten, und ich
verlange, daß sie auf dem Posten ist. Geses Gesicht verfärbte sich,
als ich ihren Vater erwähnte, und mit allen Zeichen der Angst bat
sie mich, gegen ihn von ihrer Unpünktlichkeit zu schweigen. »Bist du
verliebt, Gese?« fragte ich mit scherzhaftem Ernst.