Ehrenstraßer lachte, daß ihn die Thränen in die Augen kamen. „‚Vater
aller ledigen Kinder im ganzen Bezirk‘, das ischt ausgezeichnet! Da muß
ich doch recherchieren lassen, wer die Absenderin dieses famosen Briefes
ischt! Helfen soll ich, aber die Verfasserin des Bittgesuches wünscht
unbekannt zu bleiben. Ein Kunststück, solche Hilfe! Ja, das Bergvolk!“
Wieder ruhig geworden, klingelte Ehrenstraßer und abermals trat ein Paar
ein, eine Weibsperson von etlichen 40 Jahren und ein Mann, den
ersichtlich die Jugend nicht mehr plagte. Das Weib begann sogleich über
die schlechten Zeiten zu jammern, über Not und Teuerung und Geldmangel.
„Schön! Und was hat der Mann auf dem Herzen?“ fragte der Richter.
„Herr Tagrichter! Ich kann's beschwören, daß ich nix hab' und nix zahlen
kann!“
„Also wieder die leidige Sache einer Alimentierung! Seid doch gescheit,
Leute, und macht solcher Geschichte durch Heirat ein Ende!“