Wenden wir uns nun der Betrachtung der Fahrt selbst in ihren

Einzelheiten zu, so wird es zur Gestaltung eines deutlichen Bildes von

derselben vor allem nöthig sein, über die Punkte ins Klare zu kommen, wo

die Phönizier Rast gehalten haben. Es heisst in dem Bericht: „So oft die

Saatzeit kam, gingen sie ans Land“; meiner Ansicht nach – die Gründe

werde ich später darlegen – geschah dies im ganzen zweimal. Die Frage,

wo die Rastorte gelegen haben mögen, ist nun in den meisten mir zu

Gesicht gekommenen Abhandlungen über unsere Expedition wunderbarerweise

gar nicht erörtert, in einigen andern oberflächlich berührt, aber, wie

ich glaube, ganz verkehrt beantwortet worden. Eine direkte Auskunft

lässt sich aus Herodots Berichte ja auch unmöglich herauslesen, doch auf

einem Umwege hinter das Richtige zu kommen, scheint mir nicht

ausgeschlossen zu sein. Auf diesem soll uns die Frage leiten: Was haben

die Phönizier an ihren Ruhepunkten wohl gesäet und geerntet? Durch die

Beantwortung derselben werden wir vielleicht einen Fingerzeig zur Lösung

des andern Problems gewinnen. Zunächst wird es sich darum handeln, was

wir an dieser Stelle des Herodot unter σῖτος zu verstehen haben. Die

Antwort hierauf mit Sicherheit zu geben ist nicht ganz leicht und wird

eine längere Betrachtung erfordern. σῖτος bedeutet überhaupt

„Kornfrucht“, auch bei Herodot, wo an einer Stelle[288] darunter Weizen,

Gerste, Hirse und Sesam begriffen werden; ausgeschlossen ist dabei von

vornherein eine Pflanze, welche nach Diodor[289] in Aegypten, wenigstens

im Delta, wo unsere Phönizier doch wahrscheinlich ansässig waren, zur

Brotbereitung diente, der Lotos. Es versteht sich auch von selbst, dass

diese, die nur bei ausgiebigster Bewässerung gedeiht, von Schiffern

nicht zur Aussaat mitgenommen werden konnte, wenn sie nicht wussten, ob

sie die für das Fortkommen derselben erforderlichen Bedingungen

antreffen würden. Ausser dem, was Herodot an der erwähnten Stelle unter

σῖτος versteht, könnten wir nun etwa noch an Roggen, Hafer, Reis und –

wenn wir z. B. Duncker folgen wollen – auch an Mais denken; eine nur

oberflächliche Betrachtung der einschlägigen Verhältnisse genügt jedoch,

uns zu überzeugen, dass keine dieser Körnerfrüchte die Phönizier auf

ihrer Reise begleitet haben wird. Was die erstgenannte Pflanze

anbetrifft, so soll sie nach Luther zwar in Altägypten gebaut worden

sein, denn er übersetzt, als von dem Hagelwetter bei Gelegenheit der

ägyptischen Plagen berichtet wird: „Aber der Weizen und Roggen ward

nicht geschlagen“[290], doch liegt hier sicher ein Irrthum vor und statt

„Roggen“ muss es heissen „die Wicke“, eine Frucht, die wohl wesentlich

als Zusatz zum Viehfutter verwendet wurde[291]. Der Roggen kam überhaupt

schwerlich im alten Aegypten vor; in den Monumenten wenigstens ist er

nicht aufgefunden[292]. An Hafer darf noch weniger gedacht werden; er

wird zwar jetzt in Aegypten gebaut, im Alterthume war dies jedoch nicht

der Fall[293], ganz abgesehen davon, dass sich das Mehl dieser Frucht

zum Brotbacken wenig empfiehlt. Was den Reis anbetrifft, so wäre es nach

de Candolles Ausführungen[294] nicht wunderbar, wenn die Aegypter zur

Zeit des Necho die Kultur dieser Pflanze gekannt hätten, obgleich sich

in den Sämereien der Denkmale und auf den altägyptischen Gemälden kein

Anzeichen dafür findet. Auch hätten die Phönizier aus seinen Körnern,

wenn nicht Brot, so doch brotähnliche Kuchen herstellen können, aber er

gedeiht bekanntlich nur in sumpfigen Gegenden, und der Verproviantirung

mit diesem Lebensmittel wenigstens zum Zwecke der Aussaat, stellten sich

jedenfalls die bei dem Lotos geltend gemachten Bedenken entgegen.

Hinsichtlich des Mais aber irren Duncker u. a., welche ihn dem alten

Aegypten zuertheilen, entschieden[295]; er ist ursprünglich in der

ganzen alten Welt nicht heimisch, sondern ein Geschenk der neuen an

diese[296], und in Europa beispielsweise erst seit dem 16. Jahrhundert

eingebürgert[297]. Fassen wir nun die Pflanzen ins Auge, die Herodot

selbst, wie oben erwähnt, als zum σῖτος gehörig bezeichnet, so sind

Sesam und wohl auch Hirse – sowohl panicum italicum, wie auch miliaceum

– von der Debatte auszuschliessen, obwohl beide in Altägypten vorkamen;

die erste, weil man sie nur der Oelgewinnung wegen baute[298], die

zweite, da es, obgleich sich wohl ein brotartiges Gebäck aus ihr

herstellen lässt, nicht wahrscheinlich ist, dass die Phönizier sich

davon hauptsächlich genährt haben sollten[299]. Es bleiben demnach noch

Weizen und Gerste übrig, die beide sowohl für die Verproviantirung, wie

auch zur Saat von vornherein ganz geeignet erscheinen dürften. Trotzdem

haben Rawlinson[300] und Sandberg[301] vorgezogen, an Durrah zu denken.

Da es nun zur Bestimmung der Stellen, wo gesäet, und somit, wo gerastet

wurde, von der höchsten Bedeutung ist, ob diese Pflanze oder jene

Getreidearten von den Phöniziern mitgenommen worden sind, wird es unsere

Aufgabe sein müssen nachzuforschen, mit welchem Recht jene Gelehrten

dies gethan haben. Der letztgenannte, der allein sich auf eine längere

Begründung einlässt, führt als Beleg für seine Ansicht Niebuhrs

Beschreibung von Arabien an, wo erzählt wird, dass zu der Zeit, als

dieser berühmte Reisende jenes Land besuchte, die grosse Menge des

arabischen Volkes aus Durrah gebackenes Brot ass. Aber jeder unbefangene

Beurtheiler wird zugeben, dass aus dem Umstande, dass die Araber Mitte

vorigen Jahrhunderts Durrahbrot gegessen, schwerlich gefolgert werden

kann, die Phönizier in Aegypten hätten zweitausend und einige hundert

Jahre früher das Nämliche gethan. Ferner beruft sich derselbe Herr auf

eine Stelle der Genesis[302]; es scheint mir aber eine ziemliche Portion

guter Wille vorausgesetzt zu werden, wenn man aus dieser das Säen von

Durrah herauslesen soll. Interessant sind die völlig entgegengesetzten

Urtheile über die Verwendbarkeit der Durrah als Nahrungsmittel. Viktor

Hehn[303] meint, dass sie wesentlich als Thierfutter Werth habe und nur

in Theurungsjahren zu anderm Mehl gemischt werde. Dem gegenüber bekundet

sich in Ungers Ansicht[304] die alte Wahrheit, dass über

Geschmacksrichtungen nicht zu streiten sei; er behauptet, Durrah gebe

ein schmackhaftes Brot. Ihm stimmt Delile bei durch seine

Aeusserung[305]: „il (dourrah d’Égypte) donne une farine bonne pour

faire des gâteaux“, fährt dann freilich gleich fort: „mais dont on ne

fait point de pain levé (aufgegangenes Brot), comme avec le blé“. Es

kann nicht schwer sein, trotz dieser sich entgegenstehenden Ansichten zu

einem Urtheil darüber zu kommen, ob die Phönizier Durrah mitgenommen

haben werden oder nicht. Ich glaube entschieden, annehmen zu dürfen,

dass sie es nicht thaten; entweder gab das Mehl ein unschmackhaftes

Brot, dann verbot diese Wahl sich von selbst, da eine zusagende Nahrung

durchaus erforderlich scheinen musste, um die physischen Kräfte und

damit auch den Muth der Matrosen für die gefährliche Fahrt aufrecht zu

erhalten, oder es war nur zum Kuchenbacken geeignet, dann handelten sie

thöricht, wenn sie sich mit so weichlichem Proviant versahen, da ihnen

kräftige Speise mehr nützte und „toujours perdrix“ für die Menschen zu

Nechos Zeit gewiss ein eben so wenig anheimelnder Gedanke war, wie für

die modernen. Vor allem wird sich aber die Frage zur Beantwortung

drängen: Stand denn den ägyptischen Phöniziern Durrah überhaupt zur

Verfügung, d. h. wuchs sie um 600 v. Chr. in Aegypten? Die Ansichten

darüber gehen weit auseinder; Unger[306] meint, es sei sicher der Fall

gewesen, dahingegen behauptet Alphons de Candolle[307] unter „Holcus

saccharatus oder Sorghum saccharatum (Moorhirse, Durrahgras)“, dass kein

Beweis einer so frühen Kultur dieser Pflanze im Nilthal vorliege. Einige

Denkmäler zeigen die Ernte einer Kornfrucht, welche allenfalls Durrah

darstellen könnte[308]. Diesem bedauerlichen Zwiespalt der Meinungen

gegenüber werden wir gut thun, von der Gegenwart ausgehend, zunächst

festzustellen, was sich über den Anbau der betreffenden Frucht in

Aegypten für die näher liegenden Zeiten sagen lässt, und da werden wir

denn finden, dass sie heute dort massenhaft gepflanzt wird. De

Candolle[309] schreibt unter „Holcus Sorghum oder Sorghum vulgare

(Kafferhirse)“: „Dies ist eine der am meisten von den Aegyptern der

Neuzeit unter dem Namen Durrah, im äquatorialen Afrika, Indien und China

angebauten Pflanzen“ und Delile[310] sagt, dass die Durrah (oder Sorgho)

das Getreide oberhalb Thebens ersetzt. Im mittelalterlichen Aegypten

dagegen wurde diese Frucht, so viel wir wissen, nur an einer Stelle

gebaut[311]; der arabische Arzt aus Bagdad, Abd-Allatif, der gegen das

Jahr 1200 n. Chr. lebte und eine Beschreibung des unteren Nilthales

herausgab, theilt ausdrücklich mit, dass sie hier mit Ausnahme der

oberen Gegend des Saïd – d. i. Oberägypten – fehle. Demnach dürfte es

nicht wahrscheinlich sein, dass sie im Alterthume in grösserem Umfange

gebaut wurde, da kein Grund ersichtlich ist, warum die Kultur einer so

nützlichen Pflanze zurückgegangen sein sollte. Ist diese Annahme aber

richtig und erst unter der türkischen Herrschaft dies Korn in Aegypten

allgemein angebaut, so werden die im Delta wohnenden Phönizier, welche

die Fahrt unternahmen, allenfalls Durrah gekannt, sicherlich aber daraus

nicht ihr Brot verfertigt haben. Schlosser[312], den Sandberg anzieht,

meint freilich, die alten Aegypter hätten das Mehl jener Pflanze zum

Backen verwendet, und wenn er recht hätte, würden Rückschlüsse auf die

Phönizier ja nicht allzu fern liegen. Das Citat aus Schlosser lautet:

„Das gewöhnliche Brot, von welchem man neuerdings noch einiges in

Gräbern gefunden hat, war aus Durrah oder Moorhirse bereitet; ausserdem

hatte man auch Brot von anderen Getreidearten“. Ganz entgegengesetzter

Ansicht ist de Candolle[313], welcher meint: „In den Gräbern des alten

Aegypten hat man das Vorkommen der Kafferhirse nicht mit Sicherheit

nachgewiesen“. Mir scheint die Stelle aus Schlosser ohne Quellenangabe,

wie sie ist, und ganz allgemein gehalten, wenig überzeugende Kraft zu

haben. Es fehlt jeder Nachweis darüber, in welcher Gegend Aegyptens

diese Durrah enthaltenden Gräber lagen, ob im Delta oder weiter

oberhalb, und das würde doch, wenn wir für das Alterthum in Betreff

dieser Pflanze dieselben Verhältnisse annehmen, wie sie uns für das

Mittelalter verbürgt sind, von grosser Wichtigkeit bei der Entscheidung

der Frage nach dem Backmaterial sein. Der Fellah in Oberägypten mag sein

Brot aus Durrah hergestellt haben, ohne dass der phönizische Schiffer an

der Mündung des Flusses dasselbe that. Auch wird es nicht gleichgültig

für die Beurtheilung unserer Frage sein, welchem Stande die Leute

angehört haben, in deren Gräbern man Durrahbrot gefunden hat. Im alten

Reiche war es ein Privilegium der besseren Kreise, sich eine Art der

Bestattung zu vergönnen, welche den Zweck erfüllte, den Stürmen der Zeit

Widerstand zu leisten; im mittleren und noch mehr im neuen Reiche ist

diese Sitte allgemein geworden, alle Schichten des Volkes nehmen an ihr

Theil, vom hohen Beamten bis zu den Inhabern der niederen Stellen herab;

selbst Gräber von Privatleuten und Handwerkern sind mit Sicherheit

nachgewiesen, und leicht mögen sich auch die Bauern in ähnlicher Weise

haben bestatten lassen[314]. Diese letzteren befanden sich aber in einer

kümmerlichen Lage; sie waren grösstentheils unfrei, wie die Natur

des Landes es mit sich bringt, welche in Folge der grossen

Ueberschwemmungen, gegen die der einzelne machtlos ist, die Menschen

zwingt, sich zusammenzuthun zum gemeinsamen Kampfe, in dem sich dann

naturgemäss der weniger Bemittelte dem Wohlhabenden unterordnet. Kurzum,

es war mit der Bauernbevölkerung am Nil vor zwei bis drei Jahrtausenden

genau wie heute: die Lebensweise dieser Leute war ausserordentlich

dürftig. Nun mag Durrah dem einen absolut nicht munden, dem andern wie

Kuchen schmecken, eine für den täglichen Konsum minderwerthige Sorte

Brotes als Weizen und Gerste giebt sie auf alle Fälle[315], und ist es

nicht unwahrscheinlich, dass der ägyptische Ackersmann der alten Zeit in

seinen traurigen Verhältnissen gezwungen war, sich des Mehles dieser

Pflanze zum Backen zu bedienen. Leider theilt uns Schlosser nun nicht

mit, welches Standes die Leute gewesen sein mögen, in deren Gräbern man

Durrahbrot gefunden hat; waren es vielleicht bäuerliche Grabkammern, so

würde das für die Ernährungsweise der Phönizier noch gar nichts

beweisen. Dieser wesentlich Handel und Seefahrt treibende Bruchtheil der

ägyptischen Bevölkerung wird in einer finanziell ungleich günstigeren

Lage gewesen sein als die armen Fellahs, und es leuchtet ein, dass

demnach die Ernährungsweise der letzteren auf die jener besser situirten

Leute keine Rückschlüsse gestattet. Die hinsichtlich des Proviantes und

des Saatkornes aufgestellte Behauptung Sandbergs wird sich also auch

durch das Citat aus Schlosser nicht stützen lassen, und dieser Umstand

im Verein mit dem, was sonst gegen die von jenem Forscher vorgebrachte

Ansicht gesagt ist, dürfte die Mitnahme von Durrah in hohem Grade

unwahrscheinlich machen. Ich komme also darauf zurück: Die Kornfrucht

der Phönizier entstammt den Pflanzen, welche Herodot[316] in erster

Linie als σῖτος bezeichnet, dem Weizen oder allenfalls der Gerste, die

man beide, wie die heilige Schrift bezeugt, und wie das Stroh beweist,

das man in ungebrannten Ziegeln findet[317], im Alterthume in Aegypten

baute. Nun wissen wir zwar durch Herodot[318], dass die Aegypter das aus

diesen Pflanzen hergestellte Brot verschmähten, was ja nach Delile[319],

der ausdrücklich bestätigt: „L’orge est le grain que les Égyptiens

donnent aux chevaux“, hinsichtlich der Gerste auch heute noch der Fall

ist, aber es liegt nicht der geringste Grund zu der Annahme vor, dass

die Phönizier diesen Abscheu getheilt hätten. Im Gegentheil, wir dürfen

aus der bekannten Thatsache, dass in vielen Mumiengräbern sich

Weizenkörner gefunden haben, vielmehr mit Sicherheit schliessen, dass

garnicht einmal alle Aegypter, sondern vielleicht nur die

gesellschaftlichen Kreise oder die Landstriche, mit denen Herodot in

Berührung kam, sich ablehnend gegen Brot aus diesem Getreide verhielten.

Weizen, das Hauptprodukt Aegyptens, haben meiner Ansicht nach also die

Phönizier mit auf die Reise genommen, von dieser Frucht ihr Brot

gefertigt und die Körner derselben gesäet. Daneben könnte man noch an

Gerste denken, wenn auch deren Name „oberägyptisches Getreide“[320] ihre

Verwendung weniger wahrscheinlich macht; da diese sich aber in allen für

unsere Abhandlung wichtigen Fragen – Säen, Fortkommen und Ernten – ganz

ähnlich verhält wie der Weizen, werde ich im Folgenden nur letzteren ins

Auge fassen, wobei ich die eventuelle Substituirung jener andern

Getreideart jedem Leser überlasse.

Zur Bekräftigung der eben vertretenen Ansicht, σῖτος bedeute an unserer

Stelle Weizen, wird es sich noch empfehlen, im Folgenden zu untersuchen,

ob die Bewohner des unteren Nilthales sich vorwiegend von Brot aus dem

Mehle dieser Pflanze nährten; lautet die Antwort bejahend, so muss die

Annahme, die Phönizier hätten anderes Getreide mitgenommen, von selbst

ausgeschlossen erscheinen. Nach der soeben mitgetheilen Behauptung

Herodots, betreffend die Abneigung der Aegypter gegen Weizenbrot, könnte

es nun zwar – zumal da sie, wie wir aus den Opferlisten der Gräber

wissen, mindestens 16 verschiedene Arten Brot und Kuchen kannten[321] –

den Anschein haben, als wenn dieser Nachweis schwerlich glücken dürfte,

und doch ist er möglich, denn in den allgemeinen Begriff Weizen können

wir zweifellos die Abart des Spelzes oder, wie man in andern Gegenden

Deutschlands sagt, des Dinkels hineinbeziehen, und diese wurde in

Aegypten als Nahrungsmittel in ausgiebigster Weise verwendet: malte sich

doch die Phantasie des dort ansässigen Bauern das Paradies als ein

Gefilde, wo sie sieben Ellen hoch würde[322]. Die Griechen hatten – wie

wir – zwei Namen für den Spelt, und Herodot sagt ausdrücklich[323]: „Die

Aegypter leben von ὄλυρα, welche andere ζειά nennen“. De Candolle

bezweifelt zwar das Vorkommen des echten Spelzes in Altägypten und den

benachbarten Ländern[324], aber der angeführte Ausspruch Herodots lässt

es mindestens sehr zweifelhaft erscheinen, ob er recht hat. Sehr

erschwert werden Untersuchungen wie die vorliegende leider dadurch, dass

die griechischen Autoren die Cerealien in so kurzer und nichtssagender

Weise beschrieben haben und in Folge davon der Sinn, den sie mit ihren

Worten haben verbinden wollen, häufig genug ganz unsicher

erscheint[325]. Immerhin aber gewinnt aus mancherlei Gründen die

Ansicht, dass in Aegypten irgend eine Weizenart – gleich viel welche –

gebaut wurde und diese an unserer Stelle unter σῖτος zu verstehen sei,

grosse Wahrscheinlichkeit. Nicht nur wies der fette Boden seine Bewohner

wesentlich auf die Kultur dieses Getreides hin[326], sondern auch die

Denkmäler zeigen Weizen als Ernteprodukt, wie ja auch heute noch diese

Kornfrucht für das Land des untern Nil von hoher Bedeutung ist. Thomé

bezeugt dies ausdrücklich, wenn er sagt: „Weizen und Mais, zu denen in

Oberägypten die Mohrenhirse und im Delta Reis hinzutreten, sind die am

meisten gebauten Getreide“[327]. War doch auch Aegypten während des

ganzen Alterthums von den Zeiten Josephs[328] bis auf die des römischen

Kaiserreiches[329] die Kornkammer seiner Nachbarländer, deren Bedarf an

Weizen es grossentheils deckte, und wie sehr diese Erdstelle als

Hauptproduktionsstätte jener nützlichen Pflanze angesehen wurde, zeigt

uns das Urtheil Diodors[330], der sie geradezu als Vaterland der

Weizenkultur rühmt. Ist seine Ansicht nun auch keineswegs richtig, so

mag sie doch als Beweis dafür gelten, wie gut das fragliche

Bodenerzeugniss dort gedieh. De Candolle[331] belehrt uns, dass sehr

alte Denkmäler Aegyptens, aus der Zeit vor der Invasion der Hyksos,

diese Kultur als eine schon begründete hinstellen, und wenn – wie

erwähnt – in den Mumiensärgen vielfach Weizen gefunden wurde, so ist das

bezeichnend genug für die Rolle, welche ein Getreide spielte, das

Unger[332] mit Recht als die wichtigste der ägyptischen Kornfrüchte

hinstellt. Wie unerschöpflich die Produktionsfähigkeit des Landes in

Bezug auf Weizen war, zeigt uns die Notiz des Plutarch in seiner Vita

des Perikles[333], wo er erzählt, der König von Aegypten habe den

Athenern 40000 Scheffel dieses Getreides geschickt. Der betreffende

König kann nur Amyrtäus gewesen sein[334], und er konnte das Geschenk

machen, nachdem Theile Aegyptens 20 Jahre lang vom Kriege verheert

worden waren. Hier wird übrigens nicht im allgemeinen von σῖτος

gesprochen, sondern es heisst τετρακισμυρίουσ πυρῶν μεδίμνους, und wenn

Link[335] nachweist, dass in den späteren Zeiten des Alterthums σῖτος

geradezu für πυρός gebraucht wurde, also die besondere Bedeutung

„Weizen“ annahm, so ist dies gewiss ein Grund mehr für die Richtigkeit

der Vermuthung, das Wort könne auch bei Herodot dasselbe bezeichnen.

Dafür dass die Phönizier sich wesentlich aus diesem Getreide ihr Brot

gefertigt haben, spricht übrigens ferner der Umstand, dass in ihrer

syrischen Heimath Weizen und Gerste am häufigsten gebaut wurden[336];

und wenn Herodot erzählt, die Aegypter hätten das Mehl jener Früchte

nicht zum Backen benutzt, und dies als etwas besonders Bemerkenswerthes

hinstellt, das sie von andern Leuten unterschied, so dürfen wir daraus

doch ebenfalls schliessen, dass die erwähnten Getreidearten andern

Völkern, also doch auch wohl den seekundigen Fremdlingen, ihr

wichtigstes Nahrungsmittel gewährten. Zu der Annahme aber, die

Phönizier, welche ihre Heimath verliessen und in Aegypten Kolonieen

gründeten, hätten ihre Lebensweise geändert, liegt gar kein Grund vor.

Wenn wir für ausgemacht halten dürfen, dass die ägyptische

Handelsflotte, so weit es überhaupt eine solche gab, bei der Abneigung

der Aegypter gegen das Meer, in Händen phönizischer Kaufleute und

Schiffer war, so ist damit zugleich gesagt, wo diese sassen, nämlich im

Delta, und hier fehlte es zur Zeit des neuen Reiches sicherlich an dem

trefflichsten Marschboden für Weizenbau nicht. Kurz, man mag die Frage

erörtern, wie man will; es wird stets dasselbe resultiren: die Phönizier

lebten, was ihre vegetabilische Nahrung anbetraf, wesentlich von

Weizenbrot, und σῖτος kann hier nichts anderes bedeuten als Weizen

eventuell Spelz – oder – wie ja immer mit eingeschlossen – Gerste.

Die Rastorte der Phönizier.

Mit dieser Erkenntniss ist aber unendlich viel gewonnen; wir können nun

einen grossen Theil Afrikas von vornherein als ausgeschlossen in Bezug

auf die Stationen der Phönizier bezeichnen. Wir wissen nämlich, dass

innerhalb der Wendekreise mit Ausnahme einiger Gegenden, die in Folge

besonderer lokaler Eigenthümlichkeiten, wie z. B. frischer Winde, eine

exzeptionelle Stellung einnehmen, Weizen erst in solchen Höhen gebaut

werden kann, die hinsichtlich ihrer klimatischen Verhältnisse den

subtropischen Zonen entsprechen[337]. Murzuk z. B. ist einer der

südlichsten Punkte nördlich des Aequators, wo in Afrika noch Weizen und

Gerste gedeihen, aber nur im Winter[338]. Da nun innerhalb der

Tropenzone der Küstensaum Afrikas durchweg niedrig und auch sonst der

angedeuteten Vergünstigungen nicht theilhaftig ist, da ferner die

Annahme, die Phönizier hätten sich von ihren Schiffen weg weiter ins

Innere des Landes auf die zum Plateau führenden Terrassen begeben, um

dort zu säen und zu ernten, ganz unhaltbar erscheint, können wir mit

Sicherheit behaupten: innerhalb der Wendekreise haben die Phönizier ihre

grossen Ruhepausen nicht abgehalten. Auch einige Küstenstrecken in den

gemässigten Zonen können sogleich ausgeschlossen werden. In der

nördlichen einmal die kleine Stelle an der Ostküste vom Abfahrtsorte bis

zum Wendekreise des Krebses, weil da eine Ergänzung des Proviantes noch

nicht nöthig war, sodann an der andern Seite des Erdtheils das Gebiet

vom nördlichen Wendekreise bis zum Atlas hin als der Sahara angehörig;

in der südlichen gemässigten Zone aber die Partie westlich von der

Kalahari. Hier kann zwar Ackerbau getrieben werden, aber nur mit Hülfe

künstlicher Bewässerung[339]. Wenn nun die Phönizier solche auch höchst

wahrscheinlich kannten[340], so wird doch niemand behaupten, sie hätten

dieselbe hier angewendet, denn die Anlage solcher Irrigationen erfordert

Zeit. Da nun jedenfalls wohl zweimal gerastet wurde – in den beiden

ersten Jahren je einmal – und diese Rastorte unbedingt auf der Strecke

vom Abfahrtsorte bis zur Strasse von Gribraltar zu suchen sind – denn

erst im dritten fuhren sie durch die Säulen des Herakles –, kann der

erste nur in dem südlichen Zipfel des Erdtheils, der zweite im

Atlasgebiet gelegen haben. Im Kaplande, wo das Klima bereits subtropisch

ist, gedeiht Weizen schon in geringer Höhe über dem Meeresspiegel.

Vivien de St. Martin sagt in seinem Dictionnaire de géographie

universelle[341] über diese Stelle unseres Planeten: „Pendant la plus

grande partie de l’année là ou il y a de l’eau la terre rend presque

tout ce qu’on lui demande“. Nun zerfällt dieses Land hinsichtlich der

Niederschlagsvertheilung in einen Ost- und einen Westtheil[342]; in

ersterem regnet es in der Zeit vom September bis April, in letzterem im

Winter (unserm Sommer). Wie ich später nachweisen werde, sind die

Phönizier nun wahrscheinlich im Mai des ersten Jahres ihrer Fahrt in

Südafrika angelangt; liessen sie sich hier im westlichen Kaplande nieder

und säeten etwa Anfang Juni, so hatten sie die sicherste Aussicht in

Betreff des Aufgehens der Saat. Es hat sich in den wärmern Ländern im

allgemeinen der Gebrauch herausgestellt, zur Zeit des niedrigsten

Sonnenstandes zu säen, wenn die folgenden Monate zugleich angenehme

Feuchtigkeit bieten; die Periode, in welcher das Getreide wachsen soll,

ist ja naturgemäss die milderer Temperatur, wie ansteigenden Lichtes und

muss stets im Anfang viel, nachher weniger Feuchtigkeit bieten[343]. Das

trifft alles für jene Gegend zu; wenn zu Beginn des Juni gesäet wurde,

hatte man bis August ausgiebige Feuchtigkeit, von da an nahm sie bei

steigender Temperatur allmählich ab[344]. Da der Zwischenraum zwischen

Saat und Ernte von Weizen und Gerste in diesen Gegenden nun ungefähr 5-6

Monate beträgt, würden sie etwa im November geerntet haben. Der zweite

Rastort wird im Atlasgebiete südlich der Strasse von Gibraltar, also

etwa im heutigen Marokko zu suchen sein. Auch von dieser Gegend ist es,

wie vom Kaplande, bekannt, dass sie zur Produktion von Weizen sehr

geeignet ist. Hier mögen die Phönizier, wie weiter unten ausgeführt

werden soll, etwa im folgenden November angekommen sein, und da die

Aussaat in diesen Gegenden im Dezember stattfindet, konnten sie, wenn

sie dies Geschäft rechtzeitig vornahmen, im Juni ernten[345].

Nach diesen Ausführungen wird die Ansicht Rennels, sie hätten zuerst in

Angola und später in Senegambien Station gemacht, die, wie so manche

andere, sein Landsmann Wheeler theilt, hinfällig[346]. Sein Irrthum ist

übrigens verzeihlich; er publizirte sein Werk im Jahre 1800, also zu

einer Zeit, wo der Gedanke an eine Wissenschaft der Pflanzengeographie

in A. von Humboldts Kopfe noch unausgesprochen schlummerte. Ebenso

unhaltbar ist natürlich auch die Vermuthung Junkers[347], dass sie auf

der Küste von Mozambique oder Sofala und später in Oberguinea gesäet und

geerntet haben könnten, und nicht minder diejenige Peschels, der von

einem zweimaligen australischen Frühlinge[348] spricht. Wie dieser

scharfsinnige Gelehrte zu der Annahme kommt, die Phönizier hätten an

beiden Rastorten sich südlich vom Aequator befunden, ist mir, da er

Gründe für seine Behauptung nicht anführt, leider unklar geblieben.

Wunderbar könnte es auf den ersten Blick erscheinen, dass die Sendlinge

Nechos die passenden Stellen und die richtige Jahreszeit für die Aussaat

des Weizens erkannten; bei genauerer Betrachtung erklärt sich aber auch

dieses leicht. Dass sie im Kaplande zu säen beschlossen, dazu mag sie

der Stand der Sonne veranlasst haben, die sie hier bei ihrer Ankunft

mittags etwa eben so tief im Norden erblickten, wie in Aegypten und in

ihrer syrischen Heimath im Süden, wenn man dort im Dezember zur Aussaat

des Weizens schritt[349]. Auch war die Temperatur der heissen Zone, die

sie vorher durchsegelten, jedenfalls zu verschieden von der

heimathlichen, als dass sie zu einem Versuche hätte einladen können; die

des Kaplandes hingegen entsprach jener ungefähr, und dasselbe wird in

Marokko der Fall gewesen sein. Ferner dürfen wir annehmen, dass die

Phönizier mit dem Lande fortgesetzt in Verkehr standen; abgesehen von

mancherlei Bedürfnissen, die sie gezwungen haben werden, hier und da

anzulegen, musste ihnen bei ihren auf die Eröffnung eines neuen

Handelsgebietes gerichteten Plänen eine möglichst genaue Erkundung von

Land und Leuten am Herzen liegen. Sie wären nicht Phönizier gewesen,

wenn sie darauf verzichtet hätten. In der Ausübung dieser Thätigkeit

werden sie nun ohne Mühe aus den Beschäftigungen der Küstenvölker und

dem Stande der Felder erkannt haben, wo und wann es angängig sein

könnte, Weizen zu säen, und so in der westlichen Hälfte des Kaplandes

als der ihrem Vorhaben günstigeren gelandet sein. Im Atlasgebiet kam

ihnen aber vielleicht noch ein anderer Umstand zu Hülfe. Strabo[350]

erzählt, die Phönizier hätten kurze Zeit nach dem trojanischen Kriege an

der Westküste Libyens Städte angelegt. Nun äussert zwar derselbe

Schriftsteller an anderer Stelle hinsichtlich dieser Gründungen

Bedenken, aber seine Zweifel können nicht ins Gewicht fallen, denn

Junker[351] weist nach, dass er auch sonst Glaubwürdiges verwirft. Diese

Kolonieen, von denen ein Theil sehr wohl im heutigen Marokko liegen

mochte, oder wenigstens Reste derselben, werden nun die nechonischen

Phönizier berührt haben und durch den Rath ihrer Landsleute hinsichtlich

der Zeit der Feldbestellung sicherlich unterstützt worden sein.

Was bedeutet Her. IV, 42 φθινόπωρον?

Die vorstehenden Auseinandersetzungen zeigen zur Genüge, dass das Wort

φθινόπωρον an unserer Stelle nicht den Herbst im meteorologischen Sinne

bezeichnen kann, sondern in der Bedeutung von „Saatzeit“ aufzufassen

ist. Herbst – nach ägyptischen Verhältnissen gerechnet – haben unsere

Schiffer überhaupt während ihres Aufenthalts auf den Hauptstationen nur

einmal gehabt und zwar im zweiten Jahre in Marokko. Als im ersten Jahre

der ägyptische Herbst kam, also in unserem September, rasteten sie auf

der Südspitze und hatten demnach Frühling; als aber im März der Herbst

der südlichen Halbinsel begann, waren sie sicher bereits wieder von dort

abgefahren. Schon aus diesen Betrachtungen ergiebt sich, dass unter

φθινόπωρον nicht das verstanden werden darf, was der Kalender als

„Herbst“ bezeichnet. Gosselin[352] freilich behauptet, da das Fallen der

Jahreszeiten in andere Monate, wie es doch auf der südlichen Halbinsel

stattfinde, an der Stelle, wo von Saat und Ernte die Rede ist, garnicht

erwähnt sei, könne man mit Sicherheit annehmen, dass die Phönizier von

dieser Erscheinung selbst nichts gewusst und also die Fahrt überhaupt

nicht gemacht hätten. Ich möchte dem gegenüber darauf hinweisen, dass

wir in der kurzen Notiz bei Herodot schwerlich alles besitzen, was über

jene Reise anderthalb Jahrhunderte vor dessen Aufenthalt in Aegypten in

die Oeffentlichkeit gedrungen war. Da die Fahrt aber nicht die geringste

Konsequenz für die Geschichte Aegyptens gehabt hatte, waren die

Einzelheiten verschollen und wären es vielleicht für immer gewesen, wenn

nicht die Priester dem wissensdurstigen Fremdling zu Liebe die wenigen

Trümmer der Ueberlieferung, die man noch besass, wieder ans Tageslicht

gezogen hätten. Wie viel Wunderbares mag den Phöniziern auf ihrer Fahrt

in den fremden Gegenden aufgestossen sein! Und doch erfahren wir – sei

es, dass sie absichtlich schwiegen, sei es, dass die Kunde im Laufe der

Zeit verloren ging – über alle diese Dinge, abgesehen von dem

veränderten Stande der Sonne, nichts. Wie dürfen wir nun eine

Mittheilung gerade darüber erwarten, dass die Schiffer die Aussaat ein

einziges Mal zu anderer Zeit vornahmen als daheim? Ich muss also dabei

beharren: φθινόπωρον bedeutet hier „Saatzeit“; diese deckte sich im

ersten Jahre der phönizischen Reise, als am Kap Halt gemacht wurde,

keineswegs mit dem ägyptischen Herbste, wohl aber im zweiten bei

Gelegenheit der marokkanischen Rast. Bähr sagt[353], φθινόπωρον bezöge

sich „ad illud omnino tempus, quo sua quisque in terra maturos percipiat

fructus“, vergisst aber dabei, dass nicht unter allen Himmelsstrichen

und nicht für alle Früchte der Herbst die Zeit der Ernte ist; seine

Erklärung passt hinsichtlich des Weizens weder für das Kap, noch für die

Länder des Atlas. Die Gewährsmänner Herodots aber, welche zwar wussten,

dass die Phönizier mehrmals gesäet und geerntet hatten, hinsichtlich der

Einzelheiten sich jedoch völlig im Unklaren befanden, nahmen, da sie die

klimatischen Verhältnisse der betreffenden Länder nicht kannten, mit

einem gewissen Rechte an, ersteres sei zur Zeit des Herbstes ihrer

ägyptischen Heimath geschehen, wo man im Dezember, spätestens im Januar,

wenn das Wasser abgelaufen war, die Felder bestellte und Weizen Ende

März[354], eventuell während des April oder Anfang Mai, Gerste etwas

früher einheimste[355]. Vor allen Dingen erscheint es aber garnicht

ausgemacht, dass die Priester dem Herodot gegenüber ein Wort mit der

Bedeutung „Herbst“ gebraucht haben; vermuthlich sprachen sie nur von

einer Zeit des Säens, und unser Schriftsteller bezog dies auf den

ägyptischen Herbst, da auch ihm unmöglich bekannt sein konnte, dass z.

B. am Kap die Saatzeit eine andere sei[356]. Dies ist um so

wahrscheinlicher, als es nach Diodor fraglich erscheinen muss, ob die

Aegypter überhaupt den Herbst als besondere Jahreszeit betrachtet haben.

An einigen Stellen dieses Schriftstellers[357] ist nämlich nur von einem

ägyptischen Frühling, Sommer und Winter die Rede, auch sagt er bei

anderer Gelegenheit[358] ausdrücklich, die Aegypter hätten nur drei

Jahreszeiten angenommen. Ich denke, aus allen diesen Erwägungen wird

klar hervorgehen, wie sehr Gosselin und seine Anhänger[359] irren, wenn

sie das Schweigen unseres Berichtes über die veränderte Lage der

Jahreszeiten in Südafrika so auslegen, als ob die Phönizier die Fahrt

überhaupt nicht gemacht hätten.

Genauere Vertheilung der Zeit auf die einzelnen Abschnitte der

Reise.

Die Umsegelung Afrikas durch phönizische Schiffer ums Jahr 600 v. Chr. Geb. · 第 9 / 12 段