FUSSNOTEN:

[477: Christoph Löffelholz war geboren 12. Decbr. 1601, also damals 18

Jahre alt.]

[478: Der /Goldgulden/ galt im Jahre 1620: 2 fl. 30 kr., der

Silbergulden, auch Reichsgulden, /Guldengroschen/ und Guldenthaler

genannt: 2 fl. Schmeller, bayr. Wbch. I, 899 f.]

[479: Damast, ital. damasco, geblümtes Seidenzeug aus Damascus.]

[480: Fazinett, Fazilett (v. ital. fazzoletto), Taschentuch; vgl.

Anzeiger 1879, Sp. 315, 9.]

[481: /Leckkuchen/, umgebildet aus Lebkuchen (mittelhochd. lebekuoche,

v. mittellat. libum), auch Lebzelten. Schm. I, 1409.]

[482: Ein Pfund Kastanien, (mhd. kestine, kestene, aus lat. castanea,

von der Stadt Castana).]

[483: Sie war geboren 24. Juli 1603]

[484: Schamlot, franz. camelot, chamelot, ein Kleiderstoff,

ursprünglich aus Kameelharen gefertigt, jetzt meist halbwollen. Grimm,

Wbch. V, 96.]

[485: /Brüstlein/, weibliche Brustbekleidung, Mieder, Leibchen.]

[486: /Spartrühlein/, Sparkästchen, Sparschachtel; zu Truhe, vgl.

Anzeiger 1879, Sp. 314, 1.]

[487: /Schart/, m., kupferner Tiegel, um Torten, Pasteten, Gugelhopfen

etc. darin zu backen. Schm. II, 470.]

[488: Er war geboren 1605.]

[489: /bomesinen/, aus Bombasin, einem baumwollen-seidenen Zeug

(mittellat. bombacinus, von bombax, Baumwolle) gefertigt.]

[490: /zennlen/, Adj., aus zendelen (zendâlîn) assimiliert, von Zendal,

Zindal, auch Zendat, eine geringe Sorte Tafft (mittellat. cendalum,

cindalum, v. griech. σίνδων), Zindel. Zu /Zendeltort/ vergl. Schm. II,

1133. --]

[491: Schnürriemen.]

[492: /Compost/, ital. composto (Zusammensetzung, Mischung, hier

Teigmasse), Backwerk.]

[493: Er war geb. 1607.]

[494: Dinte (ahd. tinctâ, aus lat. tinctus).]

[495: Er war geb. 1608.]

[496: Seilläufer, Seiltänzer.]

[497: Barbara, Bärbelein, geb. 4. Jan. 1612. Schon im 14. Jahrh.

begegnet in bayrischen Urkunden etc. b im Anlaut für w, wie noch in

neuhochd. Aussprache im Inlaut; es verschwindet allmählich im 17.

u. 18. Jahrh. bis auf einzelne Nachklänge, so noch heute: Wawl für

Barbara, Wastl für Sebastian u. a. m.]

[498: /Fürdrat/, Vordrat, richtiger auch Fürgrat, aus Viergrad

umgebildet, eine Art Zeuges zu Kleidern etc. Schm. I, 745. 844. 985.

Grimm. Wbch. IV, I, 737.]

[499: Schürze, Schurz.]

[500: /geäugelt/, auch /äuglet/, mit kleinen rundlichen Flecken, Tupfen

gezeichnet. Grimm, Wbch. IV, I, 1032.]

[501: Hanselbube, auch Hansel, Hänslein, männliche Puppe.]

[502: Krüglein.]

[503: Maria Salome, geb. 1614.]

[504: Wägenlein, Wägelein.]

[505: Sie war geb. 23. Juli 1616.]

[506: Katharina war geboren 1618.]

[507: blechene Kinderklapper.]

[508: unbedeutende Dinge, Kleinigkeiten, Lappalien.]

[509: wol Diminutiv von Eichel (nürnb. Achl), kleine Eicheln als

Knöpfe.]

[510: Offenbar ist hier fl. ein Schreibfehler für kr. -- Dieses

Verzeichniß bricht mit dem Ende der Seite ab u. ist wol später

fortzusetzen vergessen worden, da der Betrag des Geschenkes für Peter

noch zu gering u. auch die Summa nicht gezogen ist; wenigstens fehlt

die „Lapperei.“]

Dr. Hieronymus Münzer.

Ueber das Leben des durch seine werthvolle Reisebeschreibung[511]

bekannt gewordenen Nürnberger Arztes Hieronymus Münzer hat

Professor Dr. Friedr. Kunstmann in der einleitenden Erklärung zu

dem aus derselben veröffentlichten „Bericht über die Entdeckung

der Guinea“[512] manche zerstreute Notizen gesammelt. Einen nicht

unbedeutenden Beitrag enthält auch die in dem vorstehenden Artikel

genauer bezeichnete Handschrift, in welcher Dr. Hieron. Münzer selbst

folgende Mittheilung über sich und seinen Bruder Ludwig eingetragen

hat, aus welcher zunächst auch die Richtigkeit des von Schedel

überlieferten Todesjahres des Münzer (1508) bestätigt wird, gegenüber

der Angabe Will’s, der in seinem Gelehrten-Lexicon II, 688 das Jahr

1506 verzeichnete.

Bl. 111v. „1507 uff 26 september. Ludwig Müntzer min bruͦder vnd Ich

doctor Jeronimus Müntzer habend von juged auff vnß in vnser armuͦt pey

46 jaren gehalten. Vnser paider richtum was 4 schwertgroschen ist 24

₰[513]. Do gab ich (_ihm_) 3 vnd behilt ich 6 ₰. Nachfolget ward ich

mit hilff frumer lewt magister arcium. Do erobret ich in 4 jaren pey

400 gulden mit meiner arbat (_so_) zu lipzig. Dor von lech (_lieh_) ich

meinem schwager Hans Muntziger fl. 150 vnd meinem bruͦder 150. Do mit

huͦb mein pruͦder an zu handeln. Dor nach ward ich doctor in medicina

zu pafia. vnd kam gen Nurenberg. Do ging es mir glücklich vnd gewan

das erst jar pey 500 fl. In dem kam mein pruder gen lipzig do nam er

ain weib. die starb jm jm ersten jar an ainem kind. Dornach kam er von

aller seiner hab in schneberg. In dem ging es mir wol zu Nurenberg.

Do kam er zu mir gen Nurenberg. Do halff ich jm vnd bürget für jn vmb

messing trat wachs vnd anders vnnd richt (_richtete_) jm seinen handel

hie allen vß 7 jar vnd lisß jm alle gewinnung. Dor nach legt ich min

gelt zu jm. vnd hand gehandelt mit ain ander 24 jar (_Bl 112 r._)

vnd ist zu solchem richtum kumen das er vnsren (_handel_) alain mag

füren. vnd hot mich vsß der geselschafft kofft vnd gibt mir 13793[514]

gulden. Dor vmb lausß ich jm den handel alain alle parschafft: schuld

vnd guͤter die dan vil neher angeschlagen sind (als) si vnß kosten.

Mer lausß ich jm nach den drittentail der gewinnung so mir uff 2 monet

gebürt. Also hoth er nun paid gewinnung vnd hoth mich also herusß

kofft. Das hab ich guͤticlich angenomen do mit ich ruͦ hab. vnd er jn

seiner zwifachen gewinnung pasß gesetiget wird. got gaͤb das es jm wol

gee.“

Darauf folgt, unter einem durchlaufenden Strich, die Bemerkung:

„Item so ich herusß kofft pin so hoth er mir geben 6000 fl. vnd den

übrigen rest, ist 7793, sol er mir geben vor johannis baptiste im 1508

jar.“

Darunter steht weiter von der Hand Hieronymus Holzschuhers, des

Schwiegersohnes und Erben des inzwischen (am 27. Aug. 1508)

verstorbenen Hieronymus Münzer:

„1508. Mer hab ich Jeronimus Holtzschuer Empfangen von meinem Swager

Ludbig Mintzer adj 29. Augusti an der oberen schuld 50 fl. fünferli, 18

fl. schreckenperger, 80 fl. golt 150 fl.“

Ueber diesen seinen Schwiegersohn bemerkt Münzer auf Bl. 87 r. seines

Hausbuches:

„Adj primo Julii jm 1506 Jeronimus Holschuher.

Adj superscripto hab ich mit Jeronimo Holschucher mein rechnung gethon

wy hernach stet:

Zum Ersten hab ich jm mein tochter dorothea geben zu ainem eelichen

gemahel do mit er hochzit hot gehapt uff 4. Julii jm 1499 jar vnd klait

si jm erlich. vnd hilt magnificas nupcias. vnd kostend mich omnes

expense nupicales: in vestibus: comissationibus et omnibus aliis pey

600 sechs hundert gulden.

Mer legt jch jm von stund an in dotem fl. 800 in die geselschafft. vnd

finito anno legt ich jm noch 1200 in subsidium. thut zwaitusig gulden.

Vsß disen 2000 fl. sind worden in 8 jaren de lucro 3000 fl. Also das

gewin vnd hopgut (_Hauptgut, Capital_) ist 5000 fl. Dor von hab ich jm

geben so er jerlich herusß genomen hat uff 7 oder 8 post fl. 1500. dar

von er etlich ewig gelt vnd zins vnd ander sein noturfft erkofft hoth.

Mer hab ich jm geben 20 gulden wärung jerlicher gelt. hab ich erkofft

von seinem bruder lasarus holscher (_so!_) pro fl. 500 do hab ich die

briff dorvber geben. Also hoth er noch pey mir uff dise stvnd dri tusig

gulden jn der geselschafft. des hab ich jm min handschrifft geben. Mer

hab ich jn mit wib vnd kind viij jar jn freyer kost vnd herberg jn

meinem huß gehalten kost mich och pey tusig fl. 1000.

(_Bl. 87 v._) „Nec poenitet me sibi tantum fecisse. quia bonus est: et

fidelis et gubernauit filiam meam in bonis condicionibus et pulcros

filios ex ea genuit quinque quorum tres aduc sunt superstites:

hieronimus. lodouicus et wolffgangus: Deus protelet eis et nobis

omnibus stamina vite: ita ut in amore dei et caritate proximi et sibi

ipsis: deo hominibus viuant.“

Auf Bl. 124 r. steht, ebenfalls von Münzer’s Hand, folgende Mittheilung:

1507. Adj primo maij.

Adj suprascripto conduxi filiam nomine margaretham. quam mihi

margaretha nutrix nepotum meorum jurejurando in filiam dedit: quamuis

non credo. et conduxi illam filiam ad opidum zenn (_Langenzenn_), ad

vnam rusticam nomine (_Lücke!_) et do ei per annum libras 44. Nomen

rustici haintz haͤfner pey dem winshaimer thor: jn zenn.

Adj 22 september. dedi ei [Symbol: Pfund] 22. quia conduxi ipsum per

annum pro [Symbol: Pfund] 44. et sic solutus est pro primo medio anno.

1508 Adj 22 februarii dedi ei iterum pro uno quartale anni [Symbol:

Pfund] 11.

Adj primo gab ich jm [Symbol: Pfund] 11. vnd hab es jm wider gelossen

dis künftig jar pro [Symbol: Pfund] 44 vnd ist also das erst jar zalt

[Symbol: Pfund] 44.“

/Nürnberg./ /Dr. Frommann./

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 166 / 177 题