13. item diese Jahr hab sie zwei gar bös Reiff ins Brand gemacht.

14. item oft genannter ihr Buol hab ihr etlichmalen Geld geben, da sie

nit anders vermeint recht Geld zu sein. Aber hernach, wann sie das

brauchen wollen, sei es reverend nur Koth gewest.

15. item wann sie in Kirchen gangen und zu den österlichen Zeiten zu

dem hochw. Sakrament, alsdann hab sie der bös Geist übel mißhandelt und

geschlagen.

16. Beschließlich sei am Donstag zuvor, wie man sie am Samstag zu nacht

gefangen, oftgedachter ihr Buol Belzabuob in ihren Mayensäß[467] zu

ihr kommen, und ihr anzeigt, man werde sie fahen, sie solle aber nit

weichen, er wolle ihnen wol helfen.

Item vorgedachte Petronilla Gortterin bekennt: Als sie sich, wie

vorstedt, in sündlichs Laster begeben, so hab desselbenmals ihr der

bös Geist ein Büx mit Salb geben und zuo iro gesagt, wann sie das Salb

an ein Steckle streich und mit denen Worten, wie er ihro dann auch

anzeigt, an ein Dannen schlahe, so kumme ein Reiff oder Hagel. Das

hab sie probiert, da sei in Gamperdona schattenhalb[468] ein kleines

Hägelein kommen, das hab aber kein Schaden than.

Damalen hab er iro auch Geld geben; hab sie nit anders vermeint, es sei

recht Geld. Da er von ihro gewest, sei es reverent nur Koth gewest.

Nachdem sei er der bös Geist nicht mehr, wann[469] noch einmal zu iro

kommen und abermals mit iro reverent der Unkeuschheit pflegen. Da sey

sie dermaßen in ein Reu gefallen, und Gott den allmächtigen so treulich

angeruffen, daß er ferner iro nit mehr zur mügen.[470]

Uff Sambstag den 5. Tag des Monats Juli, anno 97, ist zu Bludenz uffen

Tanz-Haus Malefiz-Rechten gehalten worden über fünf Weibs-Personen,

die drei under Gericht und Jurisdiction zu Bludenz gehörig, und die

zwei ins Gricht Sonnenberg gehörig, aber von wenig Kostungs wegen mit

einander für Gricht gstellt, und ist dem Herrn Vndervogt der Stab

übergeben.

Iudex: Hanns Ruedolf. Rechtsprecher: Hanns Martin, Hanns Zürcher,

Matheis Zürcher, Jörg Fritz, Bartolome Reis, Sigmund Bertoldt, Thomas

Fritz, Hanns Wolf, Anton Frey, Lukas Felix, Thoni Purtscher, Petter

Lowen, des Raths zu Bludenz.

Auf Anhörung und Vorlesung geschriebnen Bericht dieser armen

Weibspersonen, ihrer vollbrachten sündlichen Lastern, darüber rechtlich

eingeführter Klag, Antwurtt, Red und Widerred, und endlich gethanen

Rechtsatz ist mit einhelligem Urtl zue Recht erkannt: daß sie die armen

Weibspersonen vermög ihrer selbsaignen Bekenntnüß so viel gehandelt,

als daß sie ihr Leib und Leben verwirkt und den Tod verschuldt, und

sollen umb Laib und Leben gericht werden nach kaysserlichen Rechten.

Auf ferner gethanen Rechtsatz ist abermalen mit ainhelligem Urtell zue

Recht erkannt, daß sie dem Scharfrichter sollen bevolhen werden, der

sie binden, wol versorgen und hinauß füeren solle an die gewonlich

Richtstat, alda jede uf ein Laittern schmiden, dann binden, also

lebendig ins Feuer werffen, zue Bulwer und Esch[471] verbrennen,

folgends die Aeschen ins Erdreich vergraben, damit weder Leudt noch

Vih von inen nimmer mügen geschedigett werden, meniglich zue ainem

erschreckenlich Exempel und Ebenbild, sich vor diesen und andern

sündtlichen Lastern zu verhüetten.

Dieses Urtheil wurde am 5. Juli 1597 an den fünf Weibern vollzogen,

und es dürfte nicht ohne Interesse sein, schließlich auch noch die

Rechnung, welche der Vogt über die geführte Gerichtsverhandlung und

Hinrichtung gelegt hat, als eine interessante wirthschaftliche Skizze

aus der Zeit der Hexenprozesse hier folgen zu lassen.

Auszug der Ambts-Raittung[472] 1596-97. Ausgaben: Auf Malefitz.

Montag 16. Juni 1597. Zwo arme Weibspersonen, Namens Maria Manallin und

Kathrina Burkhartin des Hexens und unholden Werkhs angeklagt, beid aus

Montafun, venklich Intzogen worden.

Fl. Kr.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 153 / 177 题