ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

1879. Nº 11. November.

Wissenschaftliche Mittheilungen.

Das Dockenhaus in der Kunstkammer Herzog Albrechts V. von Bayern.

In dem „Inventarium“, welches der herzogliche Hofrath Johann Baptist

Fickler 1598 von der 1579 fertig gewordenen Kunstkammer Herzog

Albrechts V. von Bayern aufnahm[385] befindet sich auch folgende

Beschreibung eines Puppenhauses, welches in der genannten Kunstkammer

aufgestellt war. Dasselbe wurde, wie die Hofkammer-Rechnungen

ausweisen, im Jahre 1558 gefertigt, und zwar arbeiteten für dasselbe

u. A. der Hofkistler Wolf Greiß, der Maler Hans Ostendorfer und die

Schlosser Hans Klein und Kaspar Bauer. Sie erhielten dafür fl. 95,

fl. 40, fl. 75 und fl. 33. Unterm 17. October 1558 wurde „bezahlt gen

Augsburg um Arbeit ins Dockenhaus 86 fl. 3 Sch. 22 St.“

„Das Dockenhaus, so 4 Gaden hoch, an dem unteren und ersten Gaden 5

Thüren und 15 Fenster, an dem andren 4 Thüren und 16 Fenster, an dem

dritten drei Thüren und 16 Fenster, an dem obersten und vierten 5

Thüren und 16 Fenster.“

/In dem ersten Gaden/: eine Stallung von drei Ständen, in

jedem ein Pferd, von Holz geschnitten; auf dem vordern sitzt ein

Reitersmann, bei jedem der andern zwei steht ein Knecht; an der Wand

eine Futtertruhe[386], dabei ein Knecht; mehr 3 Sättel mit ihrem

Zeug und Zaum. -- Nach dem Pferdestall folgt ein Kuhstall, darinnen

3 Kühe, ein Kalb, eine Melkdirne, eine Futtertruhe, ein Tisch voller

Milchgeschirre; dabei steht die Frau im Haus. -- Hinten am Stall ist

eine Meiereistube, darinnen eine Dirne, die Milch ausrührt; es steht

auch und hängt an der Wand etliches Hausgeschirr von Holz und Kupfer.

-- Nach dem Kuhstall folgt der Zehrgarden[387]; darinnen hängt an der

Wand allerlei Wildpret, fliegendes und stiebendes;[388] auf einem

Tische etliche Schüsseln und Mülterlein,[389] darinnen ein zubereiteter

Schweinskopf, ein Kapaun, eine Gans, ein Lamm, ein Auerhahn, ein

Kitzel, ein Äkopf,[390] ein westfälischer Hahn und eine Platte

voll Würste. Zu hinterst in diesem Zehrgarden liegt ein gefällter

Hirsch, ein Stück Wild, ein Kalb mit zusammengebundenen Füßen, ein

Speisekasten, dabei der Zehrgardener und ein Knecht. -- Nach dem

Zehrgarden folgt der Weinkeller, darinnen 6 große Weinfässer, zu den

Seiten 6 kleine Weinfässer zum Kräuterwein; mehr ein Tisch, darauf 4

Handkörbe, groß und klein, von Silberdraht gemacht; mehr 2 Brodkörbe,

auch von Silberdraht; mehr 4 Kannen, ein Marktkessel, eine große,

bauchige Kanne, alles von Silber. An der Wand bei diesem Tisch hangen 6

silberne Flaschen; dabei stehet der Kellerer mit einer silbernen Kanne.

An der einen Wand geht man eine Stiege hinauf ins Haus; darunter stehen

allerlei Flaschen, Krüge und Kannen von Glaswerk. -- Nach dem Keller

folget das Wagenhaus, darinnen ein hangender Wagen, mit schwarzem Sammt

überzogen; mehr ein Frauenwägerl, auch mit Sammt überzogen, die Räder

mit Silber beschlagen.

/In dem andern Gaden/: erstlich eine Badestube; darinnen baden

die Frau im Haus sammt 3 Töchtern, bei denen eine Baddirne, auch eine

Badwanne, zwei kupferne Schäffel, ein kupfernes Sechterle,[391] zwei

messingvergoldete Barbierkannen und 2 vergoldete Zwagbecken.[392] Vor

dem Badstübchen ein Abziehstübchen, darinnen ein zugerichtetes Bett

mit einem Golter[393] von schwarzem Sammt und goldenem Stück; mehr ein

Tisch mit einem sammtnen Teppich und ausgenähten Tischtuch; darauf ein

ausgenähtes Hemd und etliche ausgenähte Haupttücher und Faziletl[394]

sammt einer Bürste mit sammtnem Stiel, mit Silber beschlagen; mehr ein

silberner Türkenhut mit drei vergoldeten Füßen. Neben dem Tisch sitzt

eine Frau in einem schwarzseidenen Jängger[395] mit einem silbernen

Drahtgürtel. An der Wand bei dem Tisch hängen zwei große und 10 kleine

messingvergoldete Zwagbecken, drei Badhüte[396]. Nach dieser Badstube

folgt die Küche, darinnen auf dem Herd etliche Spieße, mit Geflügel

und anderm Bratfleisch angesteckt, sammt den Häfen; dabei ein Koch,

welcher die Suppe abschäumt. Bei der Bank steht ein Koch, der putzt

einen Kapaun in einem kupfernen Hafen; gegenüber hängt ein Koch das

Fleisch hervor. Auf der Anricht stehen 11 große zinnerne Schüsseln,

geätzt, mehr 7 kleine, auch geätzte Zinnschüsseln, mehr 5 Zinnplatten.

Bei solcher Anricht steht der Meister Koch, der macht einen Hecht auf.

In der Küche steht ein kupferner Kühlkessel, darin liegen zwei große

Fische; mehr ein blechernes Fischwandl, mehr eine silberne Tortenpfanne

auf 3 Füßen mit ihrem Zugehör; mehr drei kupferne Tortenpfannen, ein

kupfernes Wasserschäffel, ein anderes kupfernes Schäffel. Die Wände

sind mit allerlei Küchengeschirr von Kupfer, Messing und Zinn behängt,

sammt einem Messingmörser auf dem Gestell, einem Blasbalg, sammt

anderm zu einer wohlgeordneten Küche Gehörigen. -- Nach der Küche

folget der Hof; in dessen Mitte steht ein sechseckiger Brunnenkasten

mit seinem Daterman,[397] von Metall gegossen; zu hinterst zwei

Hühnerkobel auf einander und Zimmer zu dem Geflügel. In dem Eck dieses

Hofes ein vergittertes Löwenhäuschen, darinnen ein Löwe und eine Löwin.

Nach diesem Hofe folgt ein Baumgarten, zu 3 Seiten mit Geländer, mit

Wein- und Rosenstöcken überwachsen. In diesem Garten finden sich ein

Hirsch, 2 Wildstücke, ein Hund, eine Katze, Eidechsen, Blindschleichen

und anderes dergleichen Zeugs; mehr auf einer langen Bank sechs

silberne Wurzscherben,[398] darinnen rothe und weiße Nelken, auch

anderes Gewächs. In der Mitte des Gartens ein silberner Schöpfbrunnen

mit 2 silbernen Eimern. Die Bäume und das Gewächs im Garten ist alles

von Glißmater Arbeit.

/In dem dritten Gaden/: erstlich ein Tanzhaus, darinnen der

Fürst und die Fürstin unter einem Aufschlag mit einem Himmel, daran

das bayerische mit einverleibtem österreichischen Wappen, sitzend,

sammt einer braun atlasenen Tapezerei,[399] mit Silberarbeit

gestickt. Auf solchem Tanzhaus sind 4 Geiger, 3 Paare tanzende

Jungherren und Jungfrauen in Tafft- und Atlaskleidern. An einer

Seite die Hofmeisterin in einem schwarzsammtnen Jängger und 3

Jungfrauen des Frauenzimmers[400] in rothatlasenen mit Goldstickerei

verbrämten Röcken, auch silbernen und vergoldeten Gürteln, wie auch

die 3 Tänzerinnen gekleidet. Vor dem Frauenzimmer steht eine lange

Tafel mit einem rothatlasenen Teppich auf 4 silbernen Füßen, auf der

Tafel das Kugelspiel zum Narren, wie man das zu nennen pflegt; das

Gestell und die Kugeln silbern. Beiseits der Fürstenpersonen stehen 4

Jungherren des Hofgesindes und 2 Edelknaben bei einem Schnecken[401],

der in das obere Zimmer hinaufgeht. -- Nach diesem Tanzhaus folgt

eine Stube, um und um mit Tapezerei von goldenen Stücken bekleidet,

in welcher Stube der Herzog und die Herzogin sammt dem Frauenzimmer

von 4, auch Gesinde von 6 Personen in schwarzem und braunem Atlas mit

weißatlasenen Unterröcken bekleidet, sammt dem Narren, so beim Ofen

steht. In der Mitte dieser Stube steht ein viereckiger Tisch, mit

einem Teppich von goldnem Stück bedeckt; darauf liegt eine hölzerne

vergoldete Laute sammt 2 indianischen Schellen. Ober dem Tisch hangt

ein silbervergoldeter Käfig mit einem Papagei. Beiseits an der Wand

steht eine Kredenz,[402] mit rothem Doppeltafft bekleidet; darauf

steht: eine silbervergoldete Flasche, zwei Kannen, 3 Doppleten,[403]

12 Schalen auf hohen Füßen mit ihren Lucken,[404] eine silberne

durchbrochene Arbeit, zum Theil vergoldete Rauchbüchslein auf einem

4eckigen Täfelein mit 4 Füßen und ein Gießbecken mit seiner Kanne,

4 niedere Zuckerschalen, 2 Teller, alles von Silber und vergoldet.

Neben der Kredenz sind 3 eingesetzte Lädlein, auswendig angemalt.

Bei dem Frauenzimmer ein Satin, mit weißer Flottseide anstatt

des Haares überzogen; mehr zwei andere gleichförmige Satinl[405] und

ein gar kleines Hündchen auch von Flottseide; mehr ein englischer

Hund mit einem silberbeschlagenen Halsband, darauf ein doppeltes A

mit dem bayerischen und österreichischen Wappenschild. -- Nach der

Stube folgt die Kammer, darinnen eine bereitete Bettstatt, die Kissen

und Leintücher mit rother Seide ausgenähet, die Decken von goldenem

Stück, mit Laubwerk von rothem Atlas ausgestickt. Um die Bettstatt die

Vorhänge und der Kranz von rothem Atlas mit ausgestickten Strichen

von goldenem Stück. Vor der Bettstatt liegt ein ausgenähter Teppich,

einem türkischen gleich. Neben der Bettstatt sitzt die Fürstin in einem

Sessel von goldenem Stück, die Hofmeisterin, in einem schwarzatlasenen

Jännker, mit Gold verbrämt. Neben diesem Sessel steht eine hölzerne

Truhe von durchbrochener Arbeit, an den Ecken vergoldet, welche

Truhe voll Leinwandgewand; darauf ein Teppich von Leinwand um und um

von gewifleter[406] Arbeit, mit Gold ausgenäht; mehr eine Schlafhaube

von gewifleter Arbeit und goldenen Strichen, ein Haupttuch und

Faziletl, auch mit gewifleter Arbeit und goldenen Spitzen ausgenäht;

ein Mundschleier mit einem Leistel von schwarzer Seide und goldenen

Spitzen, ein Faziletl, mit schwarzer Seide und wifflet ausgenäht,

sammt einem Mannshemd, mit schwarzer Seide ausgenäht. Vor dem Bett ein

silberner Topf und ein Paar sammtne Kammerpantoffel. Unten am Bett

ein Sessel, mit rothem Sammt bekleidet und einem rothsammtnen Kissen

belegt. Gegen die Bettstatt über und an der Wand eine lange Tafel,

darüber ein Teppich von Teppichnaht in rother Seide gewirkt, ausgenäht

und um und um gefranset. Auf der Tafel ein Gewandkirb[407] sammt einem

kleinen Korb, von Silberdraht geflochten; ein Feuerschirm, welchen die

zarten Frauen vor sich nehmen, wenn sie vor dem Herd stehen, damit

ihnen die Hitze von dem Feuer das subtile Gesicht nicht verderbe; ein

silbernes Gießbecken sammt einer Kanne, geätzt, mit Gold bekleidet, ein

silberner Küpferling[408] mit vergoldeter Bekleidung, eine silberne

Kanne; ein oblonges silbernes Gestätl[409] mit 2 vergoldeten Ringen

von Pariser Arbeit; eine Kopfbürste mit silbernem Stiel.

/Im vierten und obersten Gaden/: erstlich die Kapelle, darin

zuvorderst der Altar mit ausgeschnittenen und bemalten Tafeln; der

Altar mit einem weißen, doppeltafftenen Altartuch, um und um von Gold

und Silberfäden ausgenähet. Die Kleidung um den Altar von schwarzem

Sammt, vorneher der Name Jesus, auch an den Ecken das Gebräm von

Silberfäden ausgestickt. Auf dem Altar ein silbervergoldetes Kruzifix,

zwei silberne Leuchter mit vergoldeter Kleidung, ein silbervergoldeter

Kelch mit seiner Patena, ein silbervergoldetes Korporal,[410] zwei

silberne Meßkännchen, mit Gold bekleidet, ein silbernes Meßkännchen,

mit Gold bekleidet, ein silberner Weihwasserkessel mit seinem

Sprengwedel, auch mit Gold bekleidet. Beiderseits auf dem Gesims des

Altars ein silberner Krug mit 2 Handhaben und vergoldeter Kleidung,

darinnen Maien[411] eingesteckt von Rosenwerk Glißmater Arbeit.[412]

Vor dem Altar steht ein Priester, bei ihm der Evangelier und

Epistler,[413] ihre Meßgewänder und Levitenröcke[414] von goldenem

Stück. Neben dem Altar ein Instrumentl oder Virginal[415] in seinem

Futteral. In der Mitte dieser Kapelle steht ein Pultbrett, von rothem

Doppeltafft überdeckt, darauf ein Gesangbuch, mit rothem Atlas

überzogen, auch mit vergoldeten Silberbeschlägen, welches der Bassus;

hinter dem Pultbrett stehn die Cantores in schwarzen, langen, wollenen

Röcken, mit Sammt verbrämt, sechs Personen. Neben diesem Pultbrett an

der Wand ein anderes Pultbrett, auch mit rothem Doppeltafft bedeckt;

darauf liegt ein dem vorigen gleiches Gesangbuch, der Altus. Beineben

liegen auch in gleicher Form der Tenor und Discant sammt 4 kleinen

Gesangbüchlein, in Schwarz eingebunden. An dieser Kapelle ist ein

Kirchenstübchen, darinnen der Herzog und die Herzogin, zu den Fenstern

auf den Gottesdienst sehend. Nach dieser Kapelle folgt eine Kammer

mit rothatlasener Tapezerei mit gelbeingenähtem Zugwerk, darinnen 3

gerichtete Bettstätten mit Decken, auch Umhang und Kränzen von rothem

Doppeltafft, an den Ecken mit rothen Sammtstreifen. Eine hölzerne

Truhe auf 4 Füßen, um und um verleistet und mit geschmelztem Glaswerk

bezogen, inwendig mit rothem Zendl[416] gefüttert. Ein geschrägter

Sessel für 2 Personen, von Drechslerarbeit, mit rothem Sammt bekleidet.

Bei dem andern Bett ein elfenbeinerner Kammertopf. Nach dieser Kammer

folgt eine Stube, darinnen sitzen zwei edle Frauen, die eine mit einem

Nähkissen; die Frauen in schwarzseidenem Jänker, mit gold verbrämt; bei

dem Ofen ein Weib, das spinnt an einer Gunkel.[417] Diese Stube ist

mit Tapezerei von goldfarbig geweckletem[418] Seidengewirk bekleidet;

darinnen ein viereckiger Tisch mit einem Teppich obbemeldeten

Seidenzeugs; davor steht ein Weberahmen zu einem Zettel und ein kleines

Spinnrad. Neben dem Tisch steht ein kleines Nähetrühel, darinnen

rothe und blaue aufgewundene Seide, Nadel und Faden, ein Fingerhut und

kleine Haften; darauf das brandenburgische und württembergische Wappen;

ein anderes kleines Lädl, um und um ausgemalt. Bei diesem Tisch an der

Wand hängt ein Spiegel, in Elfenbein eingefaßt. Gegen diesen Tisch über

steht eine Kredenz, von mehrgedachtem Seidenzeug überdeckt; darauf

stehen ein Messerbesteck, 3 eingesetzte Magellen,[419] 2 hohe Becher

mit Lucken, 2 Trinkkopf, ein hoher bauchiger Becher mit seinem

Deckel, ein Glas, aus weißem Kalzedon geschnitten, zwei Leuchter,

eine Schüssel, 8 Teller, ein Gießbecken mit einem springenden Wasser,

alles von Elfenbein gemacht. -- Nach dieser Stube folgt eine Küche;

auf dem Herd ein silberner Bratspieß mit seinem Feuerhund,[420] darin

man den Spieß dreht; an dem Spieß steckt eine Wildente. Bei dem Feuer

stehen 2 grünverglaste Häfen. Auf der Anricht stehen 6 Zinnschüsseln

mit Handhaben, 9 glatte Zinnschüsseln, 6 Zinnplatten, 7 Zinnteller; an

beiden Wänden hängt allerlei Küchengeschirr: messingene und kupferne

Pfannen, auch blecherne Mülterlein sammt anderm großen und kleinen

Küchengeschirr; mehr ein kupfernes Wasserschäffel, Kühlkessel und

Küpferling. -- Nach dieser Küche folget eine Kinderstube und

Kammer; die Stube mit Tapezerei von rothem Stoff, mit Silber gewirkt.

In der Stube steht eine Frau bei dem Ofen in einem seidenen Janker,

bei ihr ein Knäblein mit einem sammtnen Röckel und rothen Höslein,

vorneher eine Frau, auch in einem seidenen Jänker, die wieget ein Kind

in einem hangenden Korb, welcher von Drechslerwerk gemacht ist; mehr

ein Jungfräulein in einem rothatlasenen Rock, mit Gold und Silber

gebrämt, und in einem hohen Sessel ein Kind sitzend, mit einem Hemdlein

bekleidet. Hinter dieser Frau, so das Kind wiegt, steht ein viereckiger

Tisch, darauf ein Trühel mit verzinnten Eisenbeschlägen, mit

allerlei Leinwandgewand von Schleierleinwand, alles subtil ausgenäht.

Dieses Trühel ist auswendig von Gold ausgenäht. Mehr 3 Nähkörbe, von

Silberdraht geflochten; mehr ein silberner Küpferling mit vergoldeter

Kleidung, ein Satinl, von weißer Flottseide überzogen. An der Wand

bei dem Ofen steht eine Kredenz, mit rothem Doppeltafft überdeckt,

darauf ein hoher Kredenzbecher mit seinem Luck, 6 Hofbecher,

eine eingefaßte Muskatnuß mit einem Deckel, 5 Schalen, 4 Leuchter,

ein Gießbecken mit Kanne, 5 kleine Leuchter, 3 Becherl, 2 dreifüßige

Becherl, 12 Teller, alles von Silber gemacht. Neben dieser Kredenz

hängt ein Kehrwisch mit silbernem Stiel und ein Mülterl. An dieser

Stube ist eine Kammer mit zwei gerichteten Bettstatten, die Kränze und

Vorhänge von Schleierleinwand und Gold ausgenäht mit goldenen Fransen.

/Nürnberg./ /Dr. Stockbauer./

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 139 / 177 题