[318: Abschrift aus einem Kopialbuch (Bl. 57 f.) des durch Herrn Dr.
Ludwig Müller (nun Bibliothekar in Straßburg) in anerkennenswerther
Weise geordneten Dinkelsbühler Stadtarchivs.]
[319: versagen, verweigern.]
[320: zu viel, lästig werden.]
[321: pflegt.]
[322: gibt.]
[323: Wol /annäm/, d. i. angenehm, zu lesen. Dr. Fr.]
König Günther bestätigt dem Edeln Konrad von Trimberg das von seinem
nächsten Vorfahren, Kaiser Ludwig, gewährte Ungeld zu Gelnhausen.[324]
/Frankfurt 1349/, Februar 16.
Wir Gunther von gotis[325] gnaden Romischer[326]) kung[327] ze[328]
allen ziten[329] merer des riches[330] bekennen offenlich[331] mit
disem briefe,[332] daz wir sulche briefe, di^e der edele.. Cunrad her
zuͤ Trimperg, unser lieber getruwer, hat von keiser Luͦdewige,
unserm nehsten vorfarn,[333] dem got[334] gnade, vor[335] hundert
marg silbers[336] vor drizzig marg[337] geldes und vor thusent phunt
Haller[338] bestetigen und vornuͦwen,[339] also daz[340] er inne sal
haben daz ungelt.. zuͦ Geilnhusen[341] und nicht abe zuͦ slahen,
alse lange biz wir odir unse nachkomelinge[342] an dem riche iz von
ym[343] gelosen, als sine offine briefe[344] besagen; und gebiten wir
ouch dem rate[345] und der stad gemeinlich zuͦ Geilnhusen bi^e des
riches hulden,[346] daz si^e yn daran nicht[347] enhindern, und geben
des zuͦ orkunde disen brief[348] mit unserm kunglichen insigel,[349]
der geschriben[350] ist zuͦ.. Frankenfort[351] nach Cristi geburten
drizenhundert jar[352] in dem nun und virtzigisten[353] jare an
mantage[354] nach Valentini in dem ersten jare unsers riches[355].
Urschrift auf Pergament mit dem an Pergamentstreifen hangenden, 103
mm. im Durchmesser haltenden Majestätssiegel B. 15, 1. 30 im gräfl.
Haupt-Archiv zu Wernigerode. Von außerhalb eine ziemlich gleichzeitige
Aufschrift: Kuͦnc guͦnhers brif bistetigit kesir ludiwigis brife.
Das Vordersiegel zeigt in gewöhnlicher Weise den thronenden Kaiser mit
dem Reichsapfel in der Rechten, dem Scepter in der Linken auf einem
gothisch schön verzierten Throne. Von dem Sessel wallt ein gefalteter
Teppich herab. Zu des Kaisers Füßen kauert der schwarzburgische Löwe.
Umschrift: ✠ GVNTHERVS DEI GRATIA ROMANOR’
REX SEMPER AVGVSTUS.
/Wernigerode./ /E. Jacobs./