(Nr. 4613-4625.)
=Bayreuth.= /Herding/, k. Advokat: Drei Originalbriefe von
Jean Paul Friedr. Richter, die Unterhandlungen mit Buchhändlern über
den Verlag einzelner Schriften betr. 1797-1799. -- =Nürnberg.=
/Abraham Böckelt/, Schneidermeister: Akten des Schneiderhandwerkes
von Lauf. 1643-1753. Frau /Förderreuther/, Privatierswittwe:
Kaufbrief der Dorothea, des Fritz Schopper’s sel. Wittwe, an Berthold
Deyhsler zu Nürnberg über ein Haus am Markte, 1410. Perg. Kaufbrief
der Beatrix, Franzen Lengenfelders ehel. Wirthin, und des Martin
Haller an Sebold Beringstorfer, Bürger zu Nürnberg, über 3/4 resp.
1/4 Antheil an der Behausung an dem Markt, 1473. Perg. Kaufbrief der
Helena, des Wolf Harsdörffers, und Katharina, geb. Haller, des Hans
Christoph Scheurl ehel. Hausfrauen, an Siegfried Pfinzing und seine
Frau Maria Magdalena, über die Hallerische Behausung am Markt zu
Nürnberg, 1615. Kaufbrief der Helena, des weil. Wolf Harsdörffers seel.
Wittwe, an den Handelsmann Leonh. König, Bürger zu Nürnberg, und seine
Hausfrau Appolonia, über eine Behausung am Herrn- oder Fischmarkt,
1650. Kaufbrief des Johann Siegmund Haller v. Hallerstein, als Jobst
Hallerischer Stiftungsverwalter, an den Handelsmann Leonh. König und
den Zaummacher Elias Trabisch über eine abgelöste Eigenschaft auf deren
Behausung, 1652. Perg. Kaufbrief des Joh. Leonh. König, Bürgers und
Handelsmanns zu Nürnberg, an Joh. Phil. Koben, Handelsmann daselbst,
über eine Behausung am Herrenmarkt, 1680. Perg. Kaufbrief des Joh.
Phil. Wurzelbauer, Bürgers zu Nürnberg, an Joh. Wilh. Freudenberg,
Handelsmann daselbst, über eine Behausung am Fischmarkt, 1698.
Perg. (Defekt). Testament des Felix Christoph Wohlmann, Bürgers und
Handelsmanns zu Nürnberg, 1786. Pgm. Testament der Maria Margaretha
Juliana Kapp zu Nürnberg, 1787. Perg. Testament des Zachar. Johs.
Kapp, Bürgers und Kaufmanns zu Nürnberg, 1799. Perg. /Karl Kohn/,
Kaufmann: 18 Papierurkunden, meist Kaufbriefe oder Reverse über
bauliche Gegenstände und Einrichtungen, 1623-1792.
Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.
/Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./
Redigirt von Franz Zimmermann. Hermannstadt, 15. Juni 1879. Nr. 6. 8.
Latinismus oder Germanismus im Magyarischen. (Frage.) Von R. -- Zum
Mongoleneinfall. Von Mbg. -- Recepte aus dem XVI. Jahrhundert. Von
Dr. Teutsch. -- Nösner Ortsnamen. -- Bibliographie. -- Kleinere
Mittheilungen.
/Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in
Böhmen./ XVII. Jahrgang. Nr. IV. Nebst der Literar. Beilage.
Redigirt von Dr. Ludwig Schlesinger. Prag, 1879. 8.
Die Freirichter der Grafschaft Glatz. Von H. von Wiese. (Schl.) --
Die Bevölkerung Böhmens in ihrer Entwicklung seit hundert Jahren. Von
Vinc. Gählert. -- Zur Geschichte der Einwanderung Evangelischer aus
Böhmen nach Sachsen im 17. Jhdt. Von Hasse. -- Die ersten Herren von
Schwanberg. Von Bruno Bischoff. -- Zur Geschichte der Freisassen. Von
Stocklöw. -- Miscellen: Die gehörnte Frau von Rosenberg. Von Jos.
Walffried. -- Sagen aus dem südlichen Böhmen, 22-25.
/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und
Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale./ Neue Folge der
Mittheilungen etc. Fünfter Band, zweites Heft. Mit 3 Tafeln und 37 in
den Text gedruckten Illustrationen. Wien, 1879. 4.
Das ehemalige Königshaus am großen Platze Brünn’s. Von Moritz Trapp.
(Mit Abbild.) -- Das Salm-Denkmal in der Votiv-Kirche. Von Dr. K. Lind.
(Mit Abbild.) -- Die Burg Wartenstein in Nieder-Oesterreich. Von Ign.
Benkó. (Mit Abbild.) -- Ueber die Einsammlung der bei verschiedenen
Gerichten und anderen Aemtern im Herzogthume Salzburg vorhandenen
Urkunden-Acten etc. behufs gesicherter Verwahrung im salzburgischen
Central-Archive. (Schl.) Von Fr. Pirkmayer. -- Aus dem Schatze des
Stiftes Klosterneuburg. Von Dr. Karl Lind. (Mit Abbild.) -- Aeltere
Kunst und Kunst-Industrie im Tulnerfelde. Von Dr. Albert Ilg. --
Zinnguß-Werke in Böhmen. (Mit Abbild.) -- Terracotta-Mosaikpflaster
in der Stiftskirche zu Heiligenkreuz. Von D. Avanzo. (Mit Abbild.)
-- Das Steinguß-Materiale der Katharina-Statue im Carolino-Augusteum
in Salzburg. Von Hans Hauenschild. -- Romanische Holz-Sculpturen
in Tyrol. Von G. Dahlke. (Mit Abbild.) -- Ueber Runkelstein. --
Befestigungsbauten in Ungarisch-Brod. (Mit Abbild.) -- Grabmale im
Kreuzgange zu Klosterneuburg. I. (Mit Abbild.) Notizen.
/Mittheilungen d. kais. u. kön. geographischen Gesellschaft in
Wien./ 1878. XXI. Band (der neuen Folge XI.) Wien. 1878. 8.
Die Stadt der Gallier bei Aquileja.
/Mittheilungen des k. k. Oesterreichischen Museums für Kunst und
Industrie./ (Monatsschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) XIV.
Jahrgang. Nr. 165. Wien, 1. Juni 1879. 8.
Ueber einige Benennungen mittelalterlicher Gewebe. Von Dr. Karabacek.
(Frts.) -- Literatur. -- Kleinere Mittheilungen.
/Der Kirchenschmuck. Blätter des christlichen Kunstvereines der
Diöcese Seckau./ X. Jhg. 1879. Nr. 6. Graz, 1879. 8.
Die Spitalkirche zu Oberwölz. -- Zur Geschichte der Kanzel. (Schl.) --
Die Pfarrkirche St. Sebastian bei Osterwitz. -- Literatur. -- Notizen.
/Kunst u. Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum/
zu Nürnberg. Redigirt von Dr. O. von Schorn. Dreizehnter Jahrgang,
1879. Nr. 25-28. Nürnberg, 1879. 8.
Das Rathssilberzeug der Stadt Nürnberg. Von J. Stockbauer. (Schl.)
Johann Sibmacher. Von O. von Schorn. -- Ein romanisches Kästchen in
der Stiftskirche zu Essen. Von G. Humann. (Mit Abbild.) -- Kleine
Nachrichten. -- Literatur etc. -- Abbildungen: Buchdeckel vom 17. Jhdt.
-- Geschliffenes Glas aus dem 17. Jhdt. -- Italien. Spitzen vom 17.
Jhdt. -- Grotesken nach einem Stich von M. Merian. (1593-1650.) --
Geschliffene gläserne Blumenschale vom 17. Jhdt. -- Stoffmuster aus
ders. Zeit. --
/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst u. Gewerbe/. Redigirt von Dr.
O. v. Schorn. --
Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Mittheilungen etc. etc.
/Archiv des historischen Vereines von Unterfranken und
Aschaffenburg./ Fünfundzwanzigster Band. Erstes Heft.
Die Kaiserburg Salzburg bei Neustadt an der fränkischen Saale. Von Dr.
N. Reininger. -- Würzburger Brückengericht und Verfahren des sogen.
Bitzing. Mitgeth. von Dr. Friedr. Zimmermann. -- Literatur.
Die Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken von Magister Lorenz
Fries. Herausgeg..... im Auftrage /desselben Vereines/ von Dr.
A. Schäffler und Dr. Theod. Henner. Dritte Lieferung, S. 353-464.
Würzburg, 1878. 8.
/Correspondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und
Alterthumsvereine./ Herausgegeben von dem Verwaltungsausschuß des
Gesammtvereins in Darmstadt. Siebenundzwanzigster Jahrgang, 1879. Nr.
6. Juni. 4.
Die Civitas Aelia Hadriana am untern Main. II. Von Carl Christ. --
Ausgrabungen am Pfahlgraben im Bulauwalde und bei Rückingen. Von Dr.
Alb. Duncker. -- Wirksamkeit der einzelnen Vereine. -- Notizen.
/Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und
Landeskunde./ Neue Folge. Achter Band, Heft 1 u. 2. Kassel, 1879. 8.
Beiträge zur Geschichte der Stadt Marburg. I. Von W. Bücking. --
Beiträge zur Erforschung und Geschichte des Pfahlgrabens,.. im
unteren Maingebiet und der Wetterau. Von Dr. A. Duncker. Mit Karten.
-- Ueber den Hildebrandslied-Codex der Kasseler Landesbibliothek
nebst Angaben und Vermuthungen über die Schicksale der alten Fuldaer
Handschriften-Bibliothek überhaupt. Von Dr. /F. G. C. Groß/. --
Zwei Regenten aus dem Hause Dalberg. Vortrag... von Dr. Just. Schneider.
Mittheilungen an die Mitglieder /desselben Vereines/. Jahrg. 1877,
III. Vierteljahrs-Heft; Jahrgang 1878, I. und III. V.-Heft; und Jahrg.
1879, I. V.-Heft.
Bericht über die heidnischen Alterthümer der ehemals kurhessischen
Provinzen Fulda.... welche sich in den.... Sammlungen des Museums
Fridericianum zu Kassel.... befinden, von Dr. Eduard Pinder. Mit
3 Tafeln Abbild. Supplement VI. der Zeitschrift /des obengen.
Vereins/.
Die Bergkirche zu Schleiz. Geschichte und Schilderung derselben. Von
Dr. J. Alberti. Herausgeg. /vom Geschichts- und Alterthums-Verein zu
Schleiz/. Schleiz, 1878. 8. 64 Stn.
Zur Geschichte des Schlosses Burk bei Schleiz. Von dem ebengenannten
Verfasser. Herausgeg. von /demselben Vereine/. Schleiz, 1879. 8.
53. Seiten.
/Blätter für Münzfreunde./ Numismatische Zeitung. Organ /des
Münzforscher-Vereins/. Herausgeg. von H. Grote. Fünfzehnter
Jahrgang. Nr. 76. u. 77. Vom 15. Mai und 1. Juli 1879. Mit 1 lithogr.
Tafel. Leipzig, 1879. 4.
Verkannte Schwarzburger Münzen. Von J. u. A. Erbstein. -- Münzfunde.
Von Jul. Lange. -- Die Münze zu Hannover. Von Wolff. (Schl.) -- Die
Münzstätten des Königreichs Westfalen 1808-1813. -- Der Trebitzer
Bracteat Nr. 4. u. sein Seitenstück gräfl. Brena’schen Gepräges. Eine
Erwiderung von Dr. A. Erbstein -- Miscellen.
/Monatsberichte der kön. preuß. Akademie der Wissenschaften zu
Berlin./ Januar-April 1879. 8.
Ueber die niederdeutschen Genossenschaften des XII. u. XIII. Jhdts. Von
Nitzsch. -- Vereinsangelegenheiten.
/Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und
Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. X. Jahrg. 1879.
Nr. 5. Berlin, 1879. 4.
Vereinsangelegenheiten. -- Ueber die Wappenfarben. Von F.-K. --
Ueber den Ursprung der von Medem. Von J. Gr. von Oeynhausen. --
Außereuropäische Wappen. III. Von L. Clericus. -- Aufgaben für
heraldische Reisende. Von Pusikan. Bibliographie.
/Monatshefte für Musikgeschichte/, herausgegeben von der /Gesellschaft
für Musikforschung/. XI. Jahrg., 1879. Nr. 6 u. 7. Berlin, 1879. 8.
Nebst einer Beilage: Seite 121-138 des Schletterer’schen Cataloges.
Zwei aufgefundene Passionsmusiken. Von Jul. Richter. (Schl.) -- Johann
Adolf Hasse’s Werke auf der königl. Bibliothek zu Berlin. Von R.
Eitner. (Forts.) -- Mittheilungen.
/Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin./ Band VI. Nr.
4-5. Berlin, 1879. 8.
Gesellschaftsangelegenheiten. -- Geographische und Literatur-Notizen.
/Numismatisch-sphragistischer Anzeiger./ Zeitung für Münz-, Siegel-
und Wappenkunde. Herausgegeben von H. Walte u. M. Bahrfeldt. Organ
des /Münzforscher-Vereins zu Hannover/. Zehnter Jahrgang, Nr. 5.
Hannover,... 1879. 8.
Das Münzwesen des Fürstenthums Ostfriesland unter preußischer Hoheit,
1744-1768. Von Wolff.
/L’investigateur, journal de la société des études historiques, ancien
institut historique./ Quarante-cinquième année. Janvier-Avril. 1879.
Paris, 1879. 8.
Étude sur Bernard Palissy. Par M. O. Muray. -- Bertrand de Born. Par
Meunier. -- Le siége et la bataille de Pavie. Par Tolra de Bordas. --
Extraits des procès-verbaux des séances de la société etc. etc.
/Société Belge de géographie. Bulletin./ Troisième année, 1879. Nr. 1 &
2. Bruxelles, 1879. 8.
Carte d’Afrique du Ptolemée de 1522. -- Compte rendu des actes de la
société.
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
7) /Stammtafel des Gesammthauses Hohenzollern./ Nach
authentischen Quellen zusammengestellt von /R. G. Stillfried/. 1
Tafel Photolithogr. von A. Reissing. Berlin.
8) /Hohenzollern’sche Goldchronik/ von /Dr. R. G.
Stillfried/. Berlin. Gedruckt bei Jul. Sittenfeld. 1879. 8.
Bekanntlich hat sich der Verfasser die Erforschung und Erschließung der
Quellen, wie die Darstellung der Geschichte des Hauses Hohenzollern
zur Lebensaufgabe gemacht und eine stattliche Reihe von Bänden ist
das Ergebniß dieser Forschungen, durch welche nicht nur für die
Biographie aller einzelnen Mitglieder des Hauses jedes nur erreichbare
Material zusammengestellt worden ist, sondern auch für die politische
wie Kulturgeschichte, insbesondere auch für die Kunstgeschichte,
reiche Quellen erschlossen wurden. Sowohl Schwaben als Franken und
die Mark Brandenburg wurden nach jeder Richtung durchforscht und
außer den schriftlichen Denkmälern auch die Kunstwerke hervorragend
berücksichtigt und durch Abbildungen erläutert. Wir erinnern nur
beispielsweise an die Arbeiten über Kloster Heilsbronn, dessen
interessante Architektur und Denkmäler ebenso eingehende Erforschung
fanden wie die Geschichte und in Wort und Bild dargestellt wurden, ein
Werk, welches die Kunstgeschichte außerordentlich bereichert, und stets
genannt werden muß, wenn die politische oder Kulturgeschichte Frankens
oder jene des Hauses Hohenzollern in Frage kommt, und das sicher auch
durch keine späteren Arbeiten überflüssig gemacht wird.
Als ein Hauptresultat dieser Forschungen erscheint die Stammtafel, wie
sie heute vorliegt und sich ebenso durch äußere praktische Anordnung,
wie durch Zuverlässigkeit und Sicherheit des Inhaltes auszeichnet,
indem sie die 28 Generationen klarer hervortreten läßt, als dies bei
der gewöhnlichen Anordnung der Stammbäume möglich ist, und zugleich
die wichtigsten Daten aus dem Leben der einzelnen Glieder, Abbildungen
von Siegeln u. s. w. gibt. Bereits vor mehreren Jahren erschienen, ist
die größere Ausgabe dieser Stammtafel nicht blos vergriffen, sondern
auch sehr umfangreich, so daß der Verfasser nunmehr eine verkleinerte
photolithographische Kopie der ganzen größeren Tafel hat herstellen
lassen, die in handlichem Formate uns vorliegt. Sie wird in dieser
Gestalt Aufnahme finden in die „Hohenzollern’sche Goldchronik“, in
welcher der Verfasser seine Studien in populärer, gedrängter Form
zusammenzustellen beabsichtigt. Bereits liegt uns ein Heftchen als
Probe derselben vor, das die Abbildung des Tympanons der Kirche zu
Alpirsbach in Lichtdruck wiedergibt und durch kurzen Text erläutert.
Auf demselben ist als Stifter Adalbert von Zollern und seine Gemahlin,
eine Eberstein, abgebildet, die älteste Darstellung von Mitgliedern des
Hauses Hohenzollern, wie in der Stiftungsurkunde von Alpirsbach die
erste urkundliche Erwähnung des Namens Zollern enthalten ist.
9) /Beitrag zur Kenntniß der Bolzen und Pfeilformen vom Beginn
der historischen Zeit bis zur Mitte des XVI. Jahrhunderts/, von
/Rud. Ritter von Haidinger/. Wien, 1879. W. Braumüller und Sohn.
8. 24 Stn. u. 2 Tafeln.
Noch wird es nöthig sein, eine große Anzahl von Zweigen der Kultur in
ihrem Entwickelungsgange zu verfolgen, ehe das Gesammtbild, welches
uns die Kulturgeschichte bieten kann, auch in allen einzelnen Zügen
richtig ist. Wir kommen mitunter auf Gebiete, die uns zu unscheinbar
sind, als daß man glauben sollte, daß auch da ein Entwicklungsgang
stattgefunden habe, daß dessen Erforschung interessant sei, und daß
Resultate für die gesammte Kulturgeschichte sich ergeben. Ein solches
kleines Gebiet hat der Verfasser durch diese Beiträge zu erhellen
gesucht. Es ist ihm sicher auch gelungen, beim Leser das Interesse für
diese kleinen unscheinbaren Denkmäler des Waffenwesens zu erwecken, die
trotz ihrer Unscheinbarkeit so oft den Erfolg der Schlachten bewirkt
haben mögen. Es geht daraus hervor, daß auch hier ein Entwicklungsgang
stattgefunden, der mit der Gesammtgeschichte des Waffenwesens im
Zusammenhange steht; daß auch dieses kleine Gebiet der Erforschung
werth ist, daß es aber nicht angeht, heute schon ein abschließendes
Resultat zu erwarten, dies vielmehr erst nach einer Reihe von Arbeiten
möglich ist, zu denen der Verfasser um so mehr anregen wollte, als
diese kleinen Denkmäler bisher sehr stiefmütterlich behandelt wurden.
Insbesondere weist der Verfasser auf die Nothwendigkeit hin, bei jedem
Stücke festzustellen, auf welchem Schlachtfelde es gefunden, und ob nur
eine oder mehrere Schlachten in verschiedener Zeit dort stattgefunden,
welche Gegner sich dort getroffen haben, um daraus feste Schlüsse
ziehen zu können.
10) /Leben und Kunstleistungen des Malers und Kupferstechers Georg
Philipp Rugendas und seiner Nachkommen./ Von /Heinrich Graf
Stillfried/. Berlin, Carl Heynemann’s Verlag. 1879. 8. 184 Stn.
Unter den Kupferstechern des 17. und 18. Jahrh. nimmt der Augsburger
Meister, dessen Leben und Werke den Inhalt des vorliegenden Buches
bilden, eine hervorragende Stelle umsomehr ein, als er Lehrer
des geschätzten Elias Ridinger und auf dessen Entwickelung von
hervorragendem Einflusse war. Er war Schlachtenmaler. Seine Gemälde
scheinen jedoch zu seiner Zeit wenig Anerkennung gefunden zu haben,
so daß er um so thätiger auf dem Gebiete des Kupferstichs war,
insbesondere das Gebiet der Schwarzkunst pflegte, welches damals
in Augsburg eine Reihe von Vertretern hatte. Seine Söhne und Enkel
folgten ihm auf dem Gebiete der Kunst, und erst vor wenigen Jahren ist
der letzte Vertreter dieser Künstlerfamilie gestorben. Wie Ridinger
den Jägern und Jagdfreunden, ist der alte Rugendas und seine Familie
den Freunden des Kriegshandwerkes lieb und werth als der treue
Schilderer des Kriegswesens, der uns ins Getümmel der Schlachten,
wie ins Lagerleben führt, und dessen lebendige Darstellungen die
malerische Schönheit auch der grassesten Scene uns zeigen. Die große
Zahl der Blätter des ersten Meisters und seiner Nachkommen ist hier
aufgezeichnet, und zwar zunächst 36 Kupferstiche und Radierungen des
Meisters, sodann 125 Blätter anderer Stecher nach seiner Komposition,
ferner gegen 100 Stiche der Nachkommen, 126 Schwarzkunstblätter
des Meisters, 204 Schwarzkunstblätter anderer Meister nach seiner
Composition; einige Schwarzkunstblätter der Nachkommen bilden den
Schluß. Daß das Verzeichniß nicht absolut vollständig, geht daraus
hervor, daß noch ein Nachtrag sich schon direkt dem Buche anschließen
konnte.
Die Anordnung ist derart getroffen, daß der Sammler seine Blätter
darnach ordnen kann. Dadurch ist das Buch sehr dankenswerth geworden.
Die Blätter sind genau beschrieben, nicht zu weitläufig und doch
erschöpfend, so daß bei der Katalogisierung einer Sammlung statt
weitläufiger Beschreibung stets die Nummernangabe des Stillfried’schen
Buches genügt. Welch große Erleichterung dies ist, weiß jeder Verwalter
einer Sammlung und wird deshalb dem Verfasser Dank wissen. So kann das
Buch in keiner Handbibliothek einer Kupferstichsammlung fehlen.
11) /Der Formenschatz/, eine Quelle der Belehrung und Anregung
...... herausgegeben von /Georg Hirth/. 1879. Heft I-XI. Verlag
von G. Hirth in Leipzig.
Unter dem Titel der Formenschatz der Renaissance hatte der Herausgeber
20 Hefte mit 282 Blättern Abbildungen veröffentlicht, welche
vornehmlich die Ornamentstiche und Holzschnitte der Meister des 16.
Jahrh. wiedergeben. Derselbe hatte dabei vorzugsweise die Absicht, dem
heutigen Kunstgewerbe die große Fülle jener Motive vor Augen zu führen,
welche einst die Künstler des 16. Jahrh. für die Gewerbtreibenden ihrer
Zeit geschaffen und die so wesentlich zur Blüthe des Kunstgewerbes im
16. Jahrh. beigetragen haben. Er wollte aber vor allem diese Motive
populär machen, und deshalb mußte eine Vervielfältigungsart gefunden
werden, welche die größte Billigkeit möglich machte. Dazu eignet sich
denn auch ganz vorzüglich die Uebertragung der Photographie auf eine
Metallplatte und Aetzung derselben für die Buchdruckpresse. Diese
neue Technik, die da und dort unter verschiedenen Namen, wie z. B.
Aubeldruck[285], auftauchte, im allgemeinen als „Zinkhochätzung“
bezeichnet wird, lässt eine ganz treue Wiedergabe des Originales
zu und gestattet, mit größter Schnelligkeit zu drucken, so daß die
Herstellungskosten sehr gering sind. Mit Recht läßt sich daher diese
Publikation als eine Volksausgabe der Formenklassiker bezeichnen; denn
trotz der sehr stattlichen, angenehm ins Auge fallenden Erscheinung
der Blätter konnte für die 232 Blätter ein Ladenpreis von nur 20
Mark festgesetzt werden, ein bis dahin in der Illustrationsliteratur
unerhört geringer Preis für ein gediegenes Prachtwerk. Dieses Werk
geht aber weit über die ursprüngliche Absicht des Herausgebers in
seiner Wirkung hinaus. Nicht nur der Handwerksmeister, der Geselle und
Lehrling erhält klassische Vorlagen, das ganze Publikum und vor allem
die Gebildeten werden hier mit der Formenwelt innig vertraut gemacht,
die ihnen vorher eben nur ahnungsweise bekannt sein konnte. Selbst
der Forscher auf kunstgeschichtlichem Gebiete erhält zu bequemem,
handlichem Gebrauche eine Fülle von Material in vorzüglichster
Wiedergabe zusammengestellt, das er früher weit zerstreut suchen mußte.
Welche Kupferstichsammlung enthält an Originalblättern auch nur eine
entfernt vollständige Sammlung dieser Formenklassiker? Hier kann sie
nach und nach in Vollständigkeit geboten werden, und die vergleichende
Forschung hat allen Grund, der neuen Technik dankbar zu sein.
Allein weshalb sollte sich die Publikation auf das 16. Jahrh.
beschränken? Bietet nicht die frühere Zeit gediegenes Material? Bietet
nicht die spätere noch so Vieles, was heute, wo, ohne eigenen Stil,
das Kunstgewerbe in allen erdenklichen Stilen arbeitet, dem Meister
nothwendig und willkommen ist? Kann nicht auch dem Forscher derselbe
Dienst für andere Zeitperioden geleistet werden?
Die Beantwortung dieser Fragen mußte es dem Herausgeber nahe legen,
die Beschränkung fallen zu lassen, und so hat er sein Unternehmen,
unter Abschluß des Formenschatzes der Renaissance zu einem zweibändigen
Werke, unter dem neuen Titel als Zeitschrift organisiert, von der
der Jahrgang 1879 den ersten Band bilden soll, und die auch als
französische Ausgabe unter dem Titel l’art pratique erscheint. Bereits
liegen 11 Hefte vor, in denen alle Zeitperioden Berücksichtigung
gefunden haben, und die 134 Blätter enthalten.
Der Text ist auf je wenige erläuternde Worte auf dem Umschlag der Hefte
beschränkt, die wol am Schlusse des Bindens wegen, wie dies auch beim
ersten Unternehmen geschehen ist, auf einige Blätter zusammengedruckt
werden. Daß auch der Preis der Zeitschrift ein ähnlich billiger ist,
beruht auf der Grundabsicht des Unternehmens.