[117: Abschr. „augustus“.]
[118: Ebd. „serenissimus“.]
[119: Ebd. „alouiti.“]
[120: Ebd. „que.“]
[121: Ebd. „serenitas vestra.“]
[122: Abschr. „recreat.“]
[123: Abschr. „Tabolitarum.“]
Martin Behaim.
In der Norikasammlung des Unterzeichneten befindet sich eine
Federzeichnung, welche eine Insel mit hohem Berge darstellt, an dessen
Fuß an einer Bucht eine Stadt liegt. Im Hafen ankert eine Galeere;
eine andere eilt, von Rudern getrieben, ebenfalls demselben zu. Diese
Zeichnung ist geistreich und keck hingeworfen und nur ganz wenig
mit Wasserfarben laviert. In der linken Ecke unten liest man in den
Schriftzügen des fünfzehnten Jahrhunderts: Martin Beheim Eq^s in insul
Faïal 1479. Dieses Blatt stammt aus dem 1841 versteigerten Nachlasse
des Gallerie-Conservators Freihrn. Haller von Hallerstein und trägt
alle Merkmale der Echtheit. Damit wäre nachgewiesen, daß Martin Behaim
bereits im Jahre 1479 in Portugal war. Bekanntlich datiert sein letztes
Schreiben an seinen Oheim Leonhard Behaim zu Nürnberg vom 8. Juni
dieses Jahres aus Antwerpen, und schon 1481 finden wir den jungen Mann
als Mitglied der nautischen Commission, welche König Johann in Lissabon
zum Zwecke von Vorschlägen für eine Entdeckungsreise berufen hatte. Zum
Ritter soll Martin Behaim im Jahre 1485 geschlagen worden sein, und
1486, nach der Rückkehr von seiner längeren Seereise mit Diego Caõ,
verheirathete er sich mit der Tochter des Statthalters von Fayal Joz
von Hurter, konnte somit 1485 nicht in Portugal anwesend gewesen sein.
Man wird der Wahrheit ziemlich nahe kommen, wenn man annimmt, daß
Martin Behaim mit Joz von Hurter, den er in den Niederlanden kennen
gelernt hatte, im Sommer 1479 nach Fayal gereist ist, wo eine
niederländische Kolonie war, vielleicht um da den Rest seiner Tuche zu
verkaufen; bei dieser Gelegenheit hat er die Insel mit der Hafenstadt
in sein Skizzenbuch gezeichnet und dieses Blatt, etwa bei seiner
Anwesenheit in Nürnberg 1491, einem Verwandten, vielleicht seinem
Vetter Michael, zum Andenken geschenkt, der dann den Namen und das Jahr
der Entstehung auf die Zeichnung schrieb. Die Frage: wann Martin Behaim
nach Portugal gekommen, welche in Dr. Ghillany’s Werk noch als eine
offene behandelt ist, scheint demnach jetzt gelöst.
/Nürnberg./ /Georg Arnold./
Urkundliche Beiträge zur Künstlergeschichte Schlesiens.