FUSSNOTEN:

[25: Ein älterer Schüler, welcher die Aufsicht über die andern führte.]

[26: nicht hält; en- mittelhochd. Negationspartikel.]

[27: büßen.]

[28: wäre das, daß..., im Falle, daß...]

[29: irgend einer.]

[30: fortjagen, entlassen, Lexer III, 141.]

[31: so fern, so viel, in so weit.]

[32: ohne Gefährdung für den Gesang der Schüler zu den sieben

canonischen Horen = Tagzeiten.]

[33: lehren.]

[34: Quatember.]

[35: keiner.]

[36: bei Verlust seiner Pfr.]

[37: außer, außerhalb.]

[38: überträte.]

[39: so lange, während.]

[40: die letzte canonische Hora.]

[41: ist schuldig (zu geben).]

[42: die Kranken im neuen Spital.]

[43: fördern. Einem den Schaden warnen (wenden) und Frummen fördern,

(Eidesformel); Schmeller II, 1002.]

[44: vorausgegeben.]

[45: unter sich.]

[46: bis.]

[47: Jahrestag (des Todes) begehen, feiern.]

[48: die Fußwaschung am grünen Donnerstag (Antlaßtag = Ablaßtag) nach

den Worten Christi: mandatum do hoc vobis. Lexer, 1, 2024.]

[49: sich in den gehörigen Stand bringen, sich vorbereiten. Lexer 1,

191.]

[50: Psalter.]

[51: Haare oben auf dem Kopfe (Zopf). Lexer II, 771.]

[52: gewunden, geflochten.]

(Schluß folgt.)

Der Silberfund zu Meldorf.

Ein Beitrag zur Geschichte der Kleidung im Anfang des 15. Jahrhunderts.

In den Jahren 1870, 71 und 75 erwarb das Schleswig-Holsteinische

Museum vaterländischer Alterthümer nach und nach die Bestandtheile

eines Silberfundes, der aus dem Fundament eines alten Hauses in der

/Westarstraße/ zu /Meldorf/ (Kreis Süder-Dithmarschen) erhoben ist. Die

Sachen lagen in einer viereckigen Ofenkachel, nämlich:

A. Ein 17-18 mm. hohes, silbernes Bildchen der heiligen Jungfrau mit

dem Christkinde, vergoldet, von getriebener Arbeit; auf der Rückseite

ist ein kastenartiges Behältniß angelöthet, das zur Aufbewahrung einer

kleinen Reliquie gedient haben wird. In einem ausgebrochenen Loch an

der Rückwand dürfte ein Stift, Knopf oder Haken gesessen haben, mit dem

das Reliquarium befestigt oder angehängt wurde.

B. Eine ringförmige, silberne Gewandnadel von ca. 6 cm. äußerem und 4

cm. innerem Durchmesser, die von dem Finder sofort zusammengedrückt

und in drei Stücke, die eigentliche Nadel außerdem in zwei Stücke

zerbrochen ward. Die Fibula besteht aus einem ca. 1 cm. breiten

und 1 mm. dicken Silberbande, welches oben von beiden Seiten zu

einem schmalen Riegel, an dem die Nadel hängt, eingekerbt ist und

sich nach dem horizontalen Durchmesser hin beiderseits abschmälert;

hier stehen einander gegenüber zwei ringförmige Erhöhungen von 15

mm. Weite, ungefähr in der Form eines halbwegs durch eine Schnalle

gezogenen Riemens. An diesen beiden Stellen sind Spuren von Vergoldung;

dagegen zeigt das Silberband auf nielliertem Grunde Ständerkreuze und

Mönchsbuchstaben, die allem Anschein nach nur als Ornament dienen,

wenn sie nicht etwa als eine verwilderte Nachahmung des auf ähnlichen

Ringfibeln öfter vorkommenden Spruchs /Ave Maria/ anzusehen sind;

und zwar steht auf den beiden oberen Vierteln ✠AV -- MA ✠, auf der

unteren Hälfte ✠ A[Symbol: stilisiertes M]MM ✠. Hier und da ist das

zweite Zeichen der Buchstabenreihe (ein N? und ein M) von abweichender,

mehr gerundeter Form.

C. Eine zweite ringförmige, silberne Gewandnadel von ca. 7-1/2 cm.

äußerem Durchmesser, welche der Finder gleichfalls sofort in viele

Stücke zerbrach, die leider nicht alle wieder herbeigeschafft sind. Die

Fibula ist aus vier etwa gleich großen Bestandtheilen zusammengesetzt;

zwei in Form eines gewundenen Draths von ca. 5 mm. Durchmesser wechseln

ab mit zwei bandförmigen, ca. 1 cm. breiten und 1 mm. dicken Stücken,

welche (wie bei B) auf nielliertem Grunde ein Ständerkreuz und mehrere

Buchstaben zeigen. Wo die vier Stücke in einander übergehen, sind

(vier) erhaben gewölbte, durchbrochene Rosetten aufgelöthet, welche

ebenso wie der gewundene Drath vergoldet gewesen sein dürften. Auf

dem behufs der Nadel eingekerbten, bandförmigen Stück liest man MA --

✠ A (ein schlecht geformtes A), auf dem anderen

nach drei ganz verwilderten Buchstaben MA. Im Ganzen sind die Zeichen

und auch die Niellierung hier weniger sorgfältig und hübsch ausgeführt

als auf der vorigen Ringfibula.

D. Der silberne Besatz von der Vorderseite eines Wammses, aus fünfzehn

Stücken bestehend, von denen immer ein Schild und zwei Thierfiguren

zusammengehören. „Damals (im 14. Jahrhundert auf der schwedischen

Insel Gotland)“, so berichtet nach Funden aus jener Periode Dr.

Hans Hildebrand[53], „verbargen die Haken und Oesen sich nicht, wie

heutzutage, anspruchslos unter den Rändern der Kleidung, sondern

waren oben aufgenäht und zeichneten sich im allgemeinen durch ihre

zierliche Ausstattung aus, mit Löwen- und Adlerfiguren zur Seite, mit

Wappenbildern oder mystischen Darstellungen auf dem Mittelstücke.“

Ebendieselbe Mode findet sich hier in Dithmarschen wieder. Es liegen

vor:

1-4) vier resp. 21, 25 und (zwei) 27 mm. hohe, oben 19, 22 und

(zwei) 25 mm. breite, dreieckige silberne Schilde, welche mit Niello

ausgelegt sind und eine heraldische Lilie zeigen. Bei den drei

größeren Schildchen ist je ein Loch in der einen Oberecke zum Behuf

des Aufnähens durchgebohrt.

5) ein dreieckiger, 42 mm. hoher und oben 37 mm. breiter silberner

Schild mit geperlter Einfassung, worauf ein heraldischer, nach rechts

gewendeter Löwe mit der Punze ausgetrieben ist; vergoldet.

6) ein nach links gewendeter heraldischer Greif, hoch 25 mm. von

massivem Silber gegossen; mit geringen Spuren früherer Vergoldung und

einem durchgebohrten Loche.

7-14) fünf nach rechts und drei nach links gewendete heraldische

Löwenfiguren, ca. 3 cm. hoch, aus vergoldetem Silberblech, welche

mit einer nach dem Muster des Löwenschildleins roh geschnittenen

Punze ungeschickt ausgetrieben sind. Auch sind die Figuren nicht

ordentlich ausgeschnitten, sondern nur Löcher zum Behuf des Aufnähens

durchgeschlagen.

15) eine desgl. etwas kleinere, nach links gewendete Figur, welche

eher dem Greifen nachgebildet zu scheint.

Das betr. Wamms wurde also fünfmal zugehakt; doch ist von den

eigentlichen Haken und Oesen, welche sich unter den Schilden und

Thierfiguren verbargen, nichts mehr vorhanden.

E. Auch die folgenden Stücke waren offenbar bestimmt, als Schmuck auf

die Kleidung aufgenäht zu werden, nämlich:

28 kreisförmige, flach gewölbte Flitter von ganz dünnem Silberblech,

ca. 1 cm im Durchmesser, jede mit zwei durchgeschlagenen Löchern,

und 14 silberne Münzen, gleichfalls jede mit zwei durchgeschlagenen

Löchern; dieselben sind vergoldet, aber stark von Rost angegriffen.

Darunter befinden sich:

1) eine Münze, 17 mm. im Durchmesser. Av. Ein Bischof, stehend

zwischen zwei Hirtenstäben. Rev. Kopf mit Perlendiadem, von vorne;

darunter ein etwas gekrümmter Rost (oder Leiter);

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 11 / 177 题