I. Maister Niclaußen von wyl bestallung.

Wir vͦlrich grâfe zuͦ wirtemberg vnd wir Eberhard ouch grâfe

zuͦ wirtemberg sin Sune Bekennen offennlich für vns vnd vnser

erben vnd tund kunt mit disem briefe daz wir vnsern lieben getruwen

Niclaußen von wyle in vnser Cantzly vffgenomen vnd bestellet haben vnd

yetz vffnemen vnd bestellen in crafft diß brieffs vns darinne zuͦ

dienen vnd die helffen zuͦuersehen wie er des ye von vns wirt

beschaid vnd besunder vnser Insigele zuͦ uerwaren vnd núntzit[1]

damit zuͦ uersigeln das vns zu schaden lang[2] one vnser wissen

vnd haissen oder vnsers hoffmaisters vnd râtes[3] denen das ye

befolhen ist ouch vns trúw vnd hold zuͦ sin vnsern schaden zuͦ

warnnen[4] vnd zuͦ wennden vnd vnsern from̅en zuͦ schaffen

vnd zuͦ fürdern vnd darby vns getrúwlich zuͦ râten nach siner

besten verstentniß vnd haimlich râte zuͦ uerswigen biß in sinen

tode vnd das alles ze tuͦnd sin leptage die wyle[5] er das vermag

getrúwlich vnd vngeuarlich[6] vnd das sust[7] nit zuͦ lassen durch

aincher[8] sachen willen. Dargegen vnd für sölichs wir vnd vnser erben

Im vnd Cristinan siner eelichen hußfrowen Inen baiden vnd nach Ir ains

abgange dem andern besunder biß in sinen tode jerlichs geben söllen

vnd wöllen zuͦ herbstzite ain fuͦder guͦts wins vnd vff sant

Martins tage zwölff schöffel guͦts rockens vnd zwelff schöffel

guͦts dinckels vnd darzuͦ zwelff pfund heller tugentlich[9] one

all vßzuge vnd verhinderung sich darwider zuͦ gebruchen vnd one

Iren costen vnd schaden, zuͦ dem ouch Im sin leptage der drittaile

des gelts vnd geniesses in der gemelten Cantzly fallende gefolgen

vnd geben werden sol vnd er han den tische in der cantzly mit essen

vnd trincken vngeuarlich. Wir vnd vnsere erben söllen vnd wöllen

ouch schaffen vnd bestellen mit oberstem[10] fliß daz das ampt des

Com̅issariats eelicher sachen in allen vnsern lannden vnd gebieten

vff Ine werde bewenndet vnd die vnsern in sölichen sachen zuͦ Im vnd

nit zuͦ andern kerent vnd fliessent vnd dan Im daruon der drittaile

des lones so deßhalb geben wirdet gedych[11] vnd werde vnd die andern

taile in die cantzlye fallend vngeuarlich. vnd söllen vnd wöllen ouch

wir vnd vnser erben In vnd sin hußfrowen obgenant fryg aller stiuren

schatzungen vfflegungen vnd beswerungen belyben lassen es were dan ob

sie ettwas gelegens guͦtes in vnser herrschafft erkoufften oder

sust zuͦ iren hannden brechten daruon sölten sie tuͦn als ander

die vnsern von solichem tuͦnd vngeuarlich. Vff das ouch der benant

vnser lieber getrúwer Niclaus von wyle sölichs wie obstat getrúwlich

vnd ongeuerde zuͦ halten lyplich zuͦ got vnd sinen hailigen

gesworen hat deßglichen wir fúr vns vnd vnser erben Im sölichs wie von

vns obstet getrúwlich zuͦ halten ouch geredt vnd versprochen haben

by vnsern guͤten trúwen one geuerde vnd darumb vnser aigen Insigele

getan hencken an disen briefe, darzuͦ ouch vnsere lieben getrúwen

wolff von Tachenhusen vnd ludwig von grâfneck hoffmaistere vff vnser

begerunge ir aigen Insigele ouch gehenckt haben an disen briefe der

geben ist an Samstag nechst nach sant lucyen tag des jars do man zalt

nach crists geburt Tusent vierhundert vnd im Nün vnd Sechtzigesten

Jare. (_16_. _December 1469_.)

Abschrift aus einem württembergischen Dienerbuch von 1460-1479 aus dem

k. Haus- und Staatsarchiv zu Stuttgart mit der Nummer G. 33.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 8 / 177 题